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  • Was ist KUNST?

  • Robert Wolter
    Robert Wolter
    Wie schwierig die Definition von Kunst ist, zeigt ein Beispiel aus der Kunstakademie Düsseldorf beim "Rundgang 2006" am 11. Februar.

    Dort hatten die Studierenden ihre Werke zur Schau gestellt, in den Räumen und auf den Gängen. Das folgende Kunstwerk auf einem Gang wurde von fast allen Besuchern während meines kurzen Beobachtungszeitraums ignoriert bzw. nicht als Kunst erkannt:
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    Da stellt sich am Ende gar die Frage: Sollte das überhaupt Kunst sein?

    Sorry für die Bildqualität, ich wollte die Besucher nicht mit einem Blitz blenden.
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  • osas
    obgleich zu vermuten bleibt, das ein wenig beachtung seitens der rezipatienten diesen mit einiger wahrscheinlichkeit zum vorteil gereicht hätte!

    die regale sind leer, nichts da was einer verdauung zugeführt werden möchte. die leinwand bleib unbefleckt und verharrt durch ausbleibende benutzung überrascht im sosein. allerdings wird dieser moment friedlicher ungeworfenheit nicht von dauer sein.
    die hinter dem regal und der leinwand zu vermutende intelligenz wird zuschlagen, an supermarktkassen, in hobbykellern oder öldurchsättigten halbwüsten...
    es bleibt dabei:
    erkenne was dich am kacken hält!

    ,)
  • spmet-rus-spmet
    Warscheinlich weil es sich um eine simple Notleiter handelt die aus Feuerwehrtechnischen Auflagen nachträglich installiert werden musste?
    Was die Klopapierrolle anbelangt Ok thats live.

    Würde mich mal interessieren welcher Künstler verantwortlich zeichnet.
    Nicht das ich deine Aussage in Frage stellen möchte, RoWo, interessiert mich halt mal.

    Hatte am Sonntag mit ein Paar der Ausstellenden Kontakt.
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  • Robert Wolter
    Robert Wolter
    Es ist tatsächlich ein Notausgang. Bleibt nur die Frage, ob die Klorolle mit Absicht dort deponiert wurde, und das Ganze dadurch zur Kunst wurde, oder aber jemand sie zufällig dort abgelegt hatte, weil gerade kein besserer Platz frei war, wodurch das Ganze natürlich keine Kunst wäre. Ich hab in der Nähe leider keine Studierenden gesehen, die offenkundig dafür verantwortlich waren.
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  • siku Nicht-Kunst
    Nicht-Kunst - keine Kunst

    Nicht alles, war auf einem Flur rumsteht muss ein Kunstwerk sein. Ich teile deine Vermutung (falls es nicht Gewissheit sein sollte, denn du konntst ja vor Ort nachfragen) nicht.
    Dem Werk fehlt die offizielle Weihe, z.B in Form einer Signatur. ;-) Für mich bleibt das vorerst eine Klorolle mit Leiter auf einem Korridor abgestellt.
    Aber jetzt werden sich bestimmt noch Experten zuschalten.

    PS: "Kunst" ist hier erstmal nur sasos Interpretation.
  • suomynonA
    .
  • El-Meky
    El-Meky
    ...ist uns egal-wir sind Lebenskünstler!
    Ieva&Aivars


    ich auch Ieva und die sind sowieso die Besten :o))
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  • Robert Wolter
    Robert Wolter

    Dem Werk fehlt die offizielle Weihe, z.B in Form einer Signatur. ;-)


    Das könnte aber auch eine von Künstler gewollte Irreführung des Betrachters sein ;)

    Das Ganze ist in der Tat richtig schön spekulativ, aber ich finde, es paßt zur allgemeinen (und speziellen) Diskussion um den Kunstbegriff.
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  • suomynonA
    .
  • spmet-rus-spmet
    @siku, nein ich war nicht vor Ort, einige Künstler waren anlässlich der Vernissage ihres Profs. Adam Jankowski am Sonntag in Darmstadt.
  • suomynonA
    wir waren im landesmuseum münster und haben uns moderne kunst angeguckt (hanni weiss da ziemlich bescheid). ich hab von kunst überhaupt keinen plan, ich weiss nur dass ich grafik von toulouse lautrec (hab ichs richtig geschrieben) toll finde.

    ok: moderne kunst. da sieht man eine holzplatte, da sind 2 glasaugen draufgesetzt, die sich angucken, und in der mitte ist ein scheisshaufen aus plastik. das objekt heisst: 2 augen, die sich einen scheisshaufen angucken.
    man geht weiter... eine installation aus haushaltshandschuhen, beleuchtet. toll. wie das ding hiess hab ich vergessen.
    oder bilderrahmen, die absichtlich schief aufgehängt sind, un in der mitte ist irgendwas grades, als optische täuschung oder so.

    interessant ist das schon. ich will ja nicht spiessig sein, ich bin sogar sehr offen für neuae sachen, die ich nicht kenne. doch ich muss sagen, nach 2 stunden war mir dermassen SCHWINDELIG im landesmuseum, dass ich partout nach hause wollte. es war echt eine Kunst, das dort zu ertragen!

    bei mir im wohnzimmer hängt n grosses plakat vom henry mit dem Moulin Rouge drauf, ich find das begreifbarer. oder auch mal ne Fuge von Bach, die begreif ich auch. Kennt jemand "Georg Kratzer - Baukasten für Orchester?" ---> diese "Sinfonie" hört sich ungefähr genauso an wie das Scheisshaufen-Objekt dort im Landesmuseum
  • Cheech
    Hallo ihr Kunstsachverständiger!!!
    Nicht alles was so rumliegt ist Kunst. Das was ihr auf dem Bild seht ist ein ganz normaler Notausgang mit einer
    handelsüblichen Klopapierrolle. Glaubt mir, ich studiere nämlich dort!
  • spmet-rus-spmet
    Sag ich doch.
  • suomynonA
    Kunst ist ein ganz normaler Notausgang.
  • Angelika Reeg
    Angelika Reeg
    ...the neverending story

    ;-))
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  • Sabine Minten
    Sabine Minten
    \"last exit"...sozusagen.
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  • lleiret
    Ich glaube, dass die Frage nach dem "Was ist Kunst" zu generell ist.

    Zunächst müsste die Frage nach Kunst (Aufgabe, ästhetische Sprache, ...) in verschiedenen Zeitfenstern betrachtet werden, um so hoffentlich eine derzeitige Situation des Kunstsystems konturieren zu können (um sich selbst zu verorten). Die jeweiligen Zeitfenster ergeben dann auch soziokulturelle usw. Zusammenhänge, die sich im Kunstsystem widerspiegeln oder dieses befruchteten.

    In den Zeiten der unterbezahlten und unmündigen Handwerker ergab sich ein Kontext, der zu einem "Selbstbildnis im Pelzrock" von Dürer (1500) führen konnte, in dem er sich selbst Jesusartig in Szene setzt, so darstellerische Tabus bricht, gleichzeitig aber auch dem Schaffenden ein völlig neues Selbstverständnis eröffnet (verkürzt mal so erläutert). (Naja gut, Dürer gehörte selbst zum aufstrebenden Bürgertum und konnte sich so auch etwas weiter aus dem Fenster lehnen.) Ein Impressionismus ist auch z.B. nicht ohne den Kontext der "Erfindung der Tube" denkbar, womit die Ateliermalerei effektiver überwunden werden konnte. Usw. Beispiele für zeitliche Kontexte gibt es viele, diese sind eben auch sehr facettenreich und bedingen sich teils oft gegenseitig. Meiner Meinung nach dominieren folgende Aspekte nachhaltig (ich lasse mich aber sehr gerne korrigieren!) :
    die technischen Mittel im Sinne neuer Produktionsmöglichkeiten (bspw. die verfügbare Farbpalette (Verlgeich z.B. frühes Mittelalter und Neuzeit) die Tube, Fotografie, Möglichkeiten zur Reproduktion und so weiter), der Zugang zu Produktionsmitteln (Machtstrukturen, persönliches Maß an Freiheit und Besitz, lokale Situationen usw.), der gesellschaftliche Gegenstand und das Weltbild als Gegenstand (Religion, Krieg, Industrialisierung, das Individuum, Normativität, Freiheit, usw.) das Kunstsystem selbst als sich neu Generierendes oder selbst Beeinflussendes (Tradition und Evolution(?) in teils thematischer und teils ästhetischer Hinsicht). Kann sein, dass ich was vergessen habe, aber vorerst soweit hierzu...

    Wenn man also den "Gegenstand Kunst" möglichst differenziert hat ohne zeitspezifische Kontexte zu ignorieren, bleibt in erster Linie die Frage danach, wie es um das Kunstsystem heutzutage, also in einer konkreten Gegenwart (je nach Kulturraum ) steht.
    Der Kulturraum muss meiner Meinung nach dabei beachtet werden, da bspw. der europäische Raum mit China nicht gleichzusetzen ist. Chinesiche Kunst ist von anderen Parametern (künstlerische Tradition, Kommunismus, individuelle Unfreiheit und je nach dem Mangel an Produktionsmitteln -> Wahl der Mittel, Frage nach der Öffentlichkeit bzw. dem Rezipiententum usw.) beeinflusst und muss so auch andere "Ziele" verfolgen.
    Die Frage nach der Kunst impliziert mir selbst also in erster Linie folgende Fragen im Bezug auf ein hier (sagen wir - die westliche Welt) und jetzt (die Gegenwart, auch im Kontext der Vergangenheit):

    - Was kann (im universelleren Sinne) der Gegenstand der Kunst sein?

    Ich finde diese Frage schwierig und weniger beliebig. In meinen Augen ist die unmittelbare Gesellschaft die Umwelt des Kunstsystems. Das bedeutet, dass eine diesbezügliche Referenzlosigkeit das Kunstsystem selbst untergräbt. Katzenaquarelle, Pferdeskizzen, Bob Ross-Landschaften usw. sind im Einzelnen vielleicht durchaus legitim; bestünde jedoch die Gesamtproduktion des Kunstsystems hieraus, hätte die Kunst meiner Meinung nach vollkommen ihre Aufgabe verfehlt und sich selbst hingerichtet. Das Kunstsystem muss so auch der Gesellschaft neuen Input bieten (z.B. im Sinne der Realitätsbetrachtung aufbauend auf ästhetischem Ausdruck oder kritische (halb-)intellektuelle Instanz oder oder ...), um sich selbst zu erhalten, da es ohne Umwelt sich im Selbstzitat verrennt.
    Der Gegenstand muss also im Zusammenhang mit der ästhetischen "Sprache" ständig neu reflektiert werden - was ich heute z.B. im Abstrakten oft gefährdet sehe. Das Gegenstandlose hat sich auch durch die Unterstützung bürgerlicher Käuferschichten schon fast im ständigen Selbstzitat verrannt (wobei es natürlich auch hier Ausnahmen gibt).

    - Was sind die Produktionsmittel, die heute mit in den schaffensdiskurs einfliessen?

    Diese Frage ist für mich gleichfalls schwierig. Neue Produktionsmittel waren Fotografie und das bewegte Bild - der Film (schnell wurde dieser bspw. von den Surrealisten als Möglichkeit erkannt). Neue Produktionsmittel heute sind definitiv auch im Computer zu sehen. Dies erkannten im Übrigen schon viele in den 60ern und 70ern und wenige sogar davor. Das Kunstsystem kommt nicht umher, sich die neuen Mittel einzuverleiben, um damit "Kunstwerke" zu generieren. Es verlöre nicht nur den Anspruch auf gesellschaftliche Referenz, täte es dies nicht, sondern würde auch gegen sein eigenes Streben nach Autonomie handeln, überliesse es den Medienkonzernen das Generieren von immer schneller reproduzierbarer Realität. Zum Glück gibt es genügend Anzeichen dafür, dass sich das Kunstsystem die neuen Techniken einverleiben möchte. Aber betonen möchte ich (mit sehr gehöriger Eigenkritik), dass der neue Diskurs keineswegs nur in ein bisschen Bildbearbeitung besteht! (Hierüber alleine liesse sich eine interessante Debatte im grossen Stil führen - ob hier, ist eine andere Frage). Doch da sich viele Künstler heute insgeheim doch eher als Dekorateur, Bürger oder Vertreter verstehen und Maßgabe ist, Bilder zu verkaufen und in einer Galerie vertreten zu sein, richtet sich die Produktion vornehmlich nach dem bürgerlichen Geschmack - der Käuferschicht, dem Markt. Der Markt ist sehr konservativ und hindert die Produktionsprozesse, wenngleich er auch in quantitativer Weise mehr Leute zum "Kunstschaffen" verführt.

    - Welches Weltbild kann die Kunst heute aufgreifen und angreifen oder (für eine Nachwelt) dokumentieren?

    Tja, selbst dies differenziert herauszufinden ist meiner Meinung nach eine Aufgabe von Kunst. Da der Intellektuelle heute jedoch sehr unzeitgemäß erscheint, besteht das vorrangige Weltbild (schaut man sich um und beurteilt es quantitativ) darin, dass wir lieber Kätzchen wären, inmitten einer schönen Blumenlandschaft, die 'n Bisschen surreal daher kommt. Ich hoffe allerdings, dass diese eines Tages geschichtliche Phase dazu führte, dass man erkannte, dass es wenig Nährgehalt hat sich dekorativ in immer perfekterer Weise davonzustehlen . Dass man vielleicht erkennt, dass die gesellschaftliche Aufgabe von Kunst mehr wiegt als die Glorifizierung des Belanglosen.

    [Soviel für heut]
  • spmet-rus-spmet
    @ Teriell.
    Natürlich ist die Frage zu generell aber sie lässt auch Freiräume bei den Überlegungen zur Kunst.
    Habe deine Abhandlung mit Interesse gelesen.
  • lleiret
    @ temps-sur-temps
    Das sollte ja auch keine Kritik sein, sondern meine Freiraumnutzung
  • spmet-rus-spmet
    Noch ein interesanter Link mit viel viel Theorie.

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