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  • Untermalung / Lasuren in der Portraitmalerei

  • batz Untermalung / Lasuren in der Portraitmalerei
    servus...
    mal ne frage an die experten in der portrait-malerei:
    versuche gerade bei meinen portraits mit untermalungen zu arbeiten.
    1. welche farbe eignet sich am besten für die untermalung? (habs in gebrochenen blau- und grün-tönen versucht - wirkt aber irgendwie schmutzig in verbindung mit der fleischfarben-lasur, die drüber liegt.)
    2. welche verdünnung eignet sich am besten für lasuren. (benutze schnelltrocknendes malmittel von boesner)
    3. werden die lasuren einfach über die untermalung flächig drüber gezogen oder wird mit jeder farbschicht das portrait noch mal in der hell-dunkel-wertigkeit neu angelegt.
    4. welcher malgrung eignet sich am besten. möglichst glatte, mit vorleimung gesperrte oberfläche oder eher saugender untergrund?

    würde mich sehr über anregungen freuen, da ich keine gescheite literatur zu diesem thema gefunden habe.
  • Brigitte Guhle
    Brigitte Guhle
    Ich habe nicht besonders viele Porträt in Lasurtechnik gemalt. Aber hier meine Antworten, so wiewie ich es bisher gemacht habe.
    1. Ich verwendete ein dunkles Braun wie z. B. Van Dyck Braun.
    2. Mir gefällt das schnelltrocknende Malmittel nicht. Ich finde es zu klebrig. Ich verwende die Transparentpaste von Schmincke.
    3. Man lasiert die einzufärbenden Flächen mit weichem Pinsel oder Tuch und setzt dann die Lichter neu. Die schattigen Stellen sind ja bereits duch die Untermalung festgelegt.
    4. Eher glatte Flächen, wie grundierte Malplatten (ich kenne die von Boesner) oder zweifach mit Gesso grundierte und zwischengeschliffene Leinwände.
    Mann muss ein wenig rumprobieren. Mit welchen Farben (Acryl-, Eiweiß-Kasein-Farben etc.) willst du die Untermalung machen?
    Ich wünsche dir viel Erfolg!
    LG Brigitte
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  • batz
    hallo brigitte...
    danke für die tips. hab die portraits auf deiner homepage gesehen...super! (und die sind naß-in-naß gemalt?) wie lange arbeitest du an einem portrait?
    in deiner vita steht, dass du nicht studiert hast - hast du dir das selbst beigebracht oder gibts da gute literatur?
    ich bin an einer kunsthochschule mit ausschließlich konkreten malern und die können einem in sachen technik nicht gerade weiterhelfen. ich hab zwar schon ne menge gesichter gemalt, komme aber nich zu dem ergebnis, dass ich haben will. sobald ich mehrere farbschichten übereinanderlege, geht mir das volumen verloren oder die farbe wir stumpf... ich vermute mir fehlen da ein paar technische finessen.
    gruß falko
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  • Brigitte Guhle
    Brigitte Guhle
    Lieber Falko,
    an einem Ölporträt mit viel Drumherum arbeite ich ca. einen Monat. Aber nicht acht Stunden am Tag und nicht jeden Tag. Ich mache zwischendurch immer etwas anderes. Dann habe ich auch den genügenden Abstand, um eventuelle Fehler besser zu erkennen. Ich kann aber auch ein Bild in ein bis zwei Tagen fertigstellen oder in 5 Minuten. Kommt auf die Technik an.

    Ich male und zeichne nun fast schon mein gesamtes Leben - unterbrochen durch Geldverdienen in anderen Jobs, Kindergroßziehen etc. Ich habe auch ein paar Seminare und Workshops mitgemacht, z. B. war ich in Salzburg auf der Sommerakademie. Und natürlich hat mir auch meine Fotografenausbildung viel gebracht. Aber das meiste habe ich durch Ausprobieren gelernt. Wenn ich höre, dass du Kunst studierst und das, was dich wirklich interessiert, dort nicht lernst, kommen mir fast die Tränen. Inzwischen bin ich fast froh, dass ich nicht Kunst studiert habe. Möglicherweise hätte ich mich sonst auch in die unendliche Reihe der konkreten Maler eingefügt.

    So - jetzt aber zu den Tipps:
    Die Klassiker zu dem Thema sind: Max Boerner und Kurt Wehlte. David Hockney hat neuerdings auch ein interessantes Buch über die Technik der alten Meister geschrieben, das habe ich mir bisher aber noch nicht geleistet.

    Weshalb deine Übermalungen nicht gelingen, kann ich mir nicht erklären, normalerweise wird das Volumen duch das Lasieren und erneutes Höhen der Lichter verstärkt, und man erreicht dadurch einen 3D-Effekt. Müsste vielleicht mal ein Bild von dir im Original sehen und wissen, wie du gearbeitet hast.

    LG
    Brigitte
    Signature
  • Emil
    der andere heißt Doerner mit Nachnamen -;-) nur damit er gefunden wird.

    Ich male viel mit Öllasur-Technik; jeder eignet sich da im Laufe der Zeit wohl so seine eigene Vorgehensweise an.
    Ein kleines, aber äußerst informatives Buch ist Johannes Pawlik: Malen lernen bei dumont, vergriffen, aber noch antiquarisch leicht zu bekommen für paar Mark, ähm, Euro. Vom Titel nicht abschrecken lassen, es richtet sich ausschließlich an Profis.
    Ich untermale mit Eitempera, ist schnell und geschmeidig, auf kreidegrund. Imprimitur je nach Stimmung, kann orange sein, aber auch caput mortuum... Die Untermalung in schwachem weiß und grüner Erde bzw ocker (wobei grüne Erde schon vom Pigment her lasierender ist, bes. künstliche).
    Prinzip: lasieren in den Schattenzonen, mit Weißanteil höhen in den beleuchteten Teilen.
    Man arbeitet sozusagen von der Mitte (helligkeitsmäßig).
    zwischendurch kann man über das ganze Bild mit einheitlicher lasur gehen. aber am Schluss muss man wenigstens im hellen Licht nochmal direkte deckende Farbe auftragen sonst wirds so matschig (außer man will das natürlich...).
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