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  • Fotografie vs Kunst

  • imihsas
    morgen Peter,

    vielleicht liegt es daran, das ich durch meine designausbildung bewusst in meiner kreativen arbeit versuche diese ästhetik zu untergraben und in frage zu stellen.. mir fällt es verdammt schwer ein bild zu gestalten das nicht dem ästhetischen blick entspricht und dennoch gut kommt, das ist halt irgendwie meine intension, da ich das andere einfach zu intensiv praktizieren muß...
    bei einem abstrakten bild ist mir auch immer wichtig die intension zu spüren... reine "kopfkonstrukte" fallen mir sehr schwer zu verstehen, da meine designtätigkeit im grunde auch mit diesen mitteln arbeitet, und ich das eigendlich mehr als "handwerk" sehe als als kunst.
    ich denke das ist halt mein zwiespalt, und auch meine motivation zu malen und zu fotografieren, diese gelernte ästhetik in frage zu stellen und mit inhalten zu bereichern.

    aber ich verstehe nicht warum du dich an dem wort "dekoration" stösst... zugegeben, ist irgendwie negativ behaftet, aber doch legitim, und ein "ästhetischer blick" ist doch ein perfektes hilfsmittel für ein ästhetisches werk. stellt sich für mich die frage, was hast du für ansprüche an deine arbeit, es geht dir doch nicht um inhalte sondern um ästhetik, und ästhetik ist doch in erster linie auch dekorativ? oder hab ich da nen denkfehler drin?

    ästhetik ist für mich halt irgendwie auch ein eigenes thema... wehre mich persönlich mit händen und füßen dagegen, und unterliege ihr dennoch dauernd... finde ästhetik rein ideologisch sehr an politischen gedankengut verknüpft... obwohl ich eigentlich eher ein unpolitischer mensch bin, empfinde ich mich persönlich nicht dem ästhetischen gesichtspunkten der gesellschaft unterwerfen wollend... ups , was für ein satz...

    das ist so ne art persönliche rebellion gegenüber dem schönheitskult unserer kultur. dh für mich ist ästhetik mittel zum zweck die kontroversen inhalte besser transportieren zu können, und nicht fordergründige intension meiner arbeit.

    vielleicht verstehst du nun einiges mehr... oder noch weniger?? ;-)

    lg
    sashimi
  • reteP
    Hallo, Sashimi,

    >bei einem abstrakten bild ist mir auch
    >immer wichtig die intension zu spüren...

    Vielleicht bin ich ja politisch nicht korrekt (grins), aber ich vermeide sogar Intentionen. In einigen meiner Bilder kann man vermutlich welche herauslesen, wenn man will, aber es ist nicht meine Intention, eine Intention zu haben :-) Manche mögen das l'art pour l'art nennen, vielleicht trifft das auch zu, ich weiß es nicht.

    >reine "kopfkonstrukte" fallen mir sehr
    >schwer zu verstehen, da meine
    >designtätigkeit im grunde auch mit diesen
    >mitteln arbeitet, und ich das eigendlich
    >mehr als "handwerk" sehe als als kunst.

    Warum stört Dich das? An anderer Stelle habe ich die Meinung vertreten, daß zur Kunst unbedingt auch Handwerk gehört. Sie ist ein wichtiger Teil von Kunst, finde ich.

    >ich denke das ist halt mein zwiespalt,
    >und auch meine motivation zu malen und zu
    >fotografieren, diese gelernte ästhetik in
    >frage zu stellen und mit inhalten zu
    >bereichern.

    Das ist auch okay, finde ich. Das ist für mich sicherlich auch eine Form der Kunst. Eine FORM von Kunst. Denn DIE Kunst gibt es (vermutlich ;-)) nicht.

    >aber ich verstehe nicht warum du dich an
    >dem wort "dekoration" stösst...

    Eigentlich stört mich das gar nicht, es ist nur nicht das, was ich versuche. Dekoration versucht ja meist, etwas anderes zu schmücken, sei es einen Untergrund, sei es ein Zimmer. Es steht nicht "für sich selbst". Das ist legitim, und kann durchaus Kunst sein! Mein Anspruch an meine Kunst ist es, für sich selbst zu stehen. Und genau DAS kann Dekoration nicht, denn dekorieren hat immer etwas mit "ETWAS" dekorieren zu tun.

    >stellt sich für mich die frage, was hast
    >du für ansprüche an deine arbeit, es geht
    >dir doch nicht um inhalte sondern um
    >ästhetik, und ästhetik ist doch in erster
    >linie auch dekorativ? oder hab ich da nen
    >denkfehler drin?

    Weiß ich nicht ;-) Für mich hat (ich wiederhole mich) Dekoration immer etwas mit "anderes schmücken" zu tun; Ästhetik steht für sich selbst, allerdings durchaus im Kontext dessen, der es ansieht. ICH liebe Bauhausarchitektur, finde sie ästhetisch; andere finden diese Klötze fürchterlich und werden an Plattenbauten erinnert. Ästhetik steht also für sich selbst, aber nicht ohne den Blick des Betrachters. Das ist für mich wirklich ein sehr sehr wichtiger Punkt: Der Blick! Der nicht dasselbe wie "Sehen" und "Wahrnehmen" ist...

    >ästhetik ist für mich halt irgendwie auch
    >ein eigenes thema... wehre mich
    >persönlich mit händen und füßen dagegen,
    >und unterliege ihr dennoch dauernd...
    >finde ästhetik rein ideologisch sehr an
    >politischen gedankengut verknüpft...

    Vermutlich meinst Du beispielsweise die Architektur der Nazis. Aber das ist ein anderes Thema. Aber generell: Ist nicht auch ANtiideologisches ideologisch?

    >obwohl ich eigentlich eher ein
    >unpolitischer mensch bin, empfinde ich
    >mich persönlich nicht dem ästhetischen
    >gesichtspunkten der gesellschaft
    >unterwerfen wollend... ups , was für ein
    >satz...

    :-) Das mache ich auch nicht. Im Gegenteil. Würde ich anders malen und fotografieren, würde ich vermutlich viel mehr verkaufen als mit meinem quadratischen Zeugs...

    Sei lieb gegrüßt

    Peter
  • lisa
    lisa
    Ich verfolge diese Diskussion hier mit großem Interesse. Habe ja (unverschämterweise) auch schon ein zwei Fotos hier eingestellt, einfach nur mit einer Digital-Kamera geschossen, ohne Fotografen-Technik-Fähigkeit. Trotzdem drücken diese Fotos für "mich" sehr viel aus. Für manch jemanden, der sie sieht, vielleicht auch, für viele vielleicht nicht.
    Jeder Mensch ist einzigartig. Und mir gefallen diese Äußerungen, die von Egoismus handeln. Warum versuchen wir, zu rechtfertigen (?), was wir sehen, denken, fühlen, sagen wollen.
    Sobald irgendein Werk in irgendeiner Form irgendetwas bei irgendeinem Menschen, der es betrachtet, auslöst, finde ich es "wertvoll". Ob es dann auch "künstlerisch wertvoll" ist, weiß ich nicht, aber das weiß ja anscheinend niemand.

    Lisa
    Signature
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  • ominoreg
    hi, ein kontroverses Thema kann ich nicht erkennen. Zudem ergibt die Fragestellung für mich keinen Sinn. Fotografie vs. Kunst, so kann man sich diesem Thema doch nicht nähern. Es gibt künsterlerische Fotografie, genauso wie es künstlerische Malerei gibt oder nicht gibt. Dies trifft auf alle künstlerisch darstellenden Disziplinen zu.

    Für die Kunst brauchen wir "Können" und "techn. Fähigkeiten", sonst läuft nicht viel. Die Regeln sind doch gar nicht so unterschiedlich, sie beruhen auf sehr ähnlichen Fundamenten: Raum, Form, Farbe, Licht, Schatten, Komposition, Aesthetik, Emotion, Dynamik und Rhytmus, um nur einige zu nennen.

    Künstler sind meist Egoisten, sie wollen ihr "Ding" machen um mal locker zu bleiben. Sicher brauchen Sie Talent, Anleitung und viel Übung. Die anderen Eigenschaften, die ja oft im Unterbewusstsein ablaufen, sind sehr individuell und hängen von der emotionalen Biografie, Kreativität und der konzeptionellen Vorstellungskraft des oder der Künstlerin ab. Welches Medium der Künstler benutzt, scheint mir unerheblich. Im Übrigen sehe ich das mit der Kunst und den Künstlern ähnlich wie Beuys, denke sein Zitat ist hier bekannt.

    Dass jemand nur Künstler sei, der mit seiner Arbeit finanziellen Erfolg hat, halte ich für nicht zutreffend, denn die grosse Mehrheit der heute hochgehandelten Künstler, wären dann zu Lebzeiten oder in den ersten 20-30 Jahren ihres Schaffens, totale Versager gewesen. Kunst und Markt, sollten wir denn um der Kunst willen auseinander halten. Das schliesst nicht aus, dass sich heute Können auch auf's Marketing ausdehnen sollte, immer dann wenn man von seiner Kunst leben muss. So wird für mich ein Schuh draus...hoffe ich habe nicht noch mehr verwirrt.

    a bientot geronimo
  • WlehcaR
    Hätte ich nicht besser schreibenkönnen. Vor allem die Sache mit den armen Künstlern, die sich damals Ohren abschneiden mussten und bettelarm waren, und heutzutage hoch gehandelt werden als Beweis dafür, dass nicht immer alles am finanziellen Erfolg auszumachen ist. So meinte ich das auch letztens zu der Frage, wer hier ein professioneller Künstler ist und wer nicht.
    Abstrakte Fotos gehören selbstverständlich auch dazu, denke ich, um mal auf Peters Diskussion mit Sashimi zurückzukommen.
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