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  • malerei - digital (klappe die 109te)

  • lleiret
    höhö. janu, war gerade auf kaffee
  • Robert Wolter
    Robert Wolter
    wieso hat die malerei einen anderen (bei den meisten höhern) stellenwert als eine digitale arbeit?
    (Fragezeichen ergänzt)

    Weil Digi-"Kunst" jeder produzieren kann, der ein Programm bedienen kann. Richtig handwerklich malen können nur wenige, daher der hohe Stellenwert. Hier stellt sich wieder die Frage: Sollte Kunst elitär, akademisch, mit einer handwerklichen Ausbildung verbunden sein? Sicher dauert es auch einige Zeit, bis man ein Grafik/Bild-Be/verarbeitungsprogramm bedienen kann, aber der "Einstiegs-"Aufwand ist deutlich geringer als z.B. bei klassischer Malerei und das Material ist deutlich billiger.


    beispiel:
    künstler a macht ein digibild in 60sec - aus einem foto ein öl bild - druckt es auf 50x70 auf tuch

    künstler b mach ein ölbild gleiche masse gleiches motiv benötigt aber 1 1/2 jahre bis er fertig ist.

    der künstler a bewundert b für seine ausdauer
    b bewundert a für die schnelligkeit


    Genau, und wer hat jetzt "Recht"? ;)

    Dieses Feld gehört auch eindeutig der jungen Generation.


    Aber nicht ausschließlich, es gibt auch viele "mittelalte" und ältere Menschen, die sich mit digitaler Kunst beschäftigen.

    Zum Thema Langzeitaspekte:
    Analoge Kunst wird normalerweise, wie hier im Thread schon erwähnt wurde, sehr viel länger "halten", als digitale Werke. Es ist in der Tat zweifelhaft, ob Dateiformate ein Jahrhundert überstehen werden, wie die letzten 50 Jahre Computerei gezeigt haben. Eine CD-ROM hält 10 Jahre, vielleicht auch 20, der digitale Ausdruck vielleicht 50 Jahre. Das Problem ist: es gibt keine Erfahrungswerte mit Speicherung und Ausdruck, die mehr als ein paar Jahrzehnte umfassen.


    Die digitale Kunst ist m.E. in dieser Hinsicht symptomatisch für den Zeitgeist: Wir leben nicht mehr für die Zukunft (schon gar nicht für die Ewigkeit), sondern nur noch im und für das "hier und jetzt". Was interessiert es mich, ob in 100 Jahren noch jemand mein Werk begutachten kann, wenn ich hier und jetzt für 5 Minuten berühmt sein kann?

    Ein anderer Aspekt ist die Auflösung: ein Digi-Werk ist noch immer extrem limitiert (egal ob im Bild oder Ton), während ein analoges Werk (noch) sehr viel mehr Information enthält. Wir nehmen diese Information normalerweise nicht bewußt wahr, aber sie sorgt vielleicht unbewußt dafür, daß viele Menschen ein echtes Ölgemälde eher bestaunen, als einen Tintenstrahlausdruck.

    Die Entwicklung geht natürlich weiter, irgendwann wird die Auflösung bei digitalen Werken nicht mehr von der bei analogen Werken zu unterscheiden sein. Wenn dann auch noch das Speicherproblem gelöst werden kann, könnte die Digi-Kunst mit der analogen technisch "gleichziehen".

    Es fehlt dann immer noch das "nahe" Gefühl, welches eine handwerkliche Tätigkeit mit Pinsel und Leinwand, Stift und Papier etc. vermittelt. Andererseits wird die Entwicklung der Eingabegeräte für Digi-Kunst ebenfalls weitergehen, so daß es am Ende vielleicht niemand mehr vermißt.

    Oh, jetzt bin ich etwas abgeschweift ;)
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  • Herr Lehmann
    Herr Lehmann
    wer recht hat der lügt - oder :))

    hier ein kleiner exkurs in die digi kunst welt:
    http://www.yhchang.com/SAMSUNG_MEANS_TO_COME.swf

    kaffee
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  • sonadora
    sonadora
    teriell schrieb:
    Digitale Kunst ist Kausalität. Sie ist nicht Konkurrenz oder Gegenüberstellbares, sie hat keine ikonengleichen Werte, ist nicht authentisch.


    warum hältst Du digitale kunst nicht für authentisch?
    und warum sol sie nichts gegenüberstellbares sein?

    und ansonsten: Dein beitrag ist durchaus interessant, liefert aber meiner meinung nach keine begründung für das geringschätzen (oder: geringer schätzen) von digitaler kunst gegenüber analoger kunst, sondern ist vielleicht eher eine art begründung für die entstehung (auch für die notwendigkeit) von digitaler kunst.
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  • Herr Lehmann
    Herr Lehmann
    Die ganze Welt ist, so behaupte ich, eine nichttriviale Maschine. [Daher ist die] Aufgabe der Pädagogik: Enttrivialisierung, auf andere Antworten aufmerksam machen, zu einer Vielfalt der Lösungen und Sichtweisen anregen. Es ist zu einer Selbstverständlichkeit geworden, Prozess und Substanz, Relation und Prädikat, und schliesslich Qualität und Quantität zusammenzuwerfen. Mit diesem so beliebten Gesellschaftsspiel, die eigene Verantwortung irgendwie wieder loszuwerden, möchte ich ausdrücklich nichts zu tun haben.

    (2. exkurs: sprechblasencollage von uns freund von förster)
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  • Robert Wolter
    Robert Wolter
    wer recht hat der lügt - oder :))

    hier ein kleiner exkurs in die digi kunst welt:
    http://www.yhchang.com/SAMSUNG_MEANS_TO_COME.swf

    kaffee


    Ja, wer Recht hat, lügt, das sieht und hört man jeden Tag bei Politikern ;)

    Der Shockwave-Film ist sehr interessant, Musik und Text sehr gut aufeinander abgestimmt.

    Was hältst du von diesem hier, ist das auch Digi-Kunst? http://weebls-stuff.com/wab/balance
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  • lleiret

    warum hältst Du digitale kunst nicht für authentisch?


    Weil sie als solche vornehmlich immateriell ist und andere stoffliche Qualitäten aufweist als "ein Pikasso". Es wird bei der Rezeption nicht nach der Echtheit der Arbeit gefragt, weil Unechtheit nahegelegt wird. Es besteht die Möglichkeit von dem Bild von dem Bild von dem Bild... womit Echtheit oder Authentizität in den Hintergrund gerückt wird. usw. Dies ist übrigens schon ein Aspekt meiner Antwort, warum digitale Kunst in einem (meiner Meinung nach überflüssigen) Vergleich geringschätzt wird. Die kultische Eigenwirkung des Picassos fehlt; natürlich auch durch die leichte Kopierbarkeit. Ist eine Kopie echt?


    und warum sol sie nichts gegenüberstellbares sein?


    Man kann natürlich vieles gegenüberstellen. Medienspezifische Betrachtungen sind zudem durchaus sinnvoll. Aber ich finde den Vergleich von Bildhauerei und Gitarrespielen auch nicht sehr aussagekräftig.

    und ansonsten: Dein beitrag ist durchaus interessant, liefert aber meiner meinung nach keine begründung für das geringschätzen (oder: geringer schätzen) von digitaler kunst gegenüber analoger kunst, sondern ist vielleicht eher eine art begründung für die entstehung (auch für die notwendigkeit) von digitaler kunst.


    Mag sein, dass ich mich im Hinblick auf die Begründung nicht voll ins Zeug gelegt habe. Aber eben weil ich auch die Frage danach, ob nun das neue Tool-Album mehr Wert ist als eine Skizze vom Absinth-Van Gogh, nicht für entscheidend halte... legitim, aber nicht so entscheidend. Zudem fühlte ich mich nicht ausgeladen, das Geschriebene zu schreiben. Eine individuell richtige Begründung auf solche Fragen bedeutet ja nicht, dass das worum es geht - digitale Kunst - nicht mehr betrachtet werden sollte.

    Feinen Gruß
  • Robert Wolter
    Robert Wolter

    Weil sie als solche vornehmlich immateriell ist und andere stoffliche Qualitäten aufweist als "ein Pikasso". Es wird bei der Rezeption nicht nach der Echtheit der Arbeit gefragt, weil Unechtheit nahegelegt wird. Es besteht die Möglichkeit von dem Bild von dem Bild von dem Bild... womit Echtheit oder Authentizität in den Hintergrund gerückt wird. usw. Dies ist übrigens schon ein Aspekt meiner Antwort, warum digitale Kunst in einem (meiner Meinung nach überflüssigen) Vergleich geringschätzt wird. Die kultische Eigenwirkung des Picassos fehlt; natürlich auch durch die leichte Kopierbarkeit. Ist eine Kopie echt?


    Sicher, ein rein digitales Bild (als Datei) ist nicht greifbar im wörtlichen Sinn und auch kein Unikat. Aber viele moderne Digi-Künstler wollen dies auch gar nicht.
    Andererseits kann man auch aus digitalen Dateien Unikate herstellen, indem man sie nur ein einziges Mal ausdruckt und danach die Dateien löscht. Dann hat dieser Ausdruck prinzipiell den gleichen Stellenwert wie ein Gemälde. Außerdem gab es schon vor der digitalen Zeit eine Tendenz zu Nicht-Unikaten, z.B. bei Kupferstichen, Holzschnitten oder Siebdrucken, von denen einige wenige (oder auch hunderte) Blätter angefertigt wurden. Oder gelten diese nicht als Kunst?
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  • lleiret


    Sicher, ein rein digitales Bild (als Datei) ist nicht greifbar im wörtlichen Sinn und auch kein Unikat. Aber viele moderne Digi-Künstler wollen dies auch gar nicht.
    Andererseits kann man auch aus digitalen Dateien Unikate herstellen, indem man sie nur ein einziges Mal ausdruckt und danach die Dateien löscht. Dann hat dieser Ausdruck prinzipiell den gleichen Stellenwert wie ein Gemälde. Außerdem gab es schon vor der digitalen Zeit eine Tendenz zu Nicht-Unikaten, z.B. bei Kupferstichen, Holzschnitten oder Siebdrucken, von denen einige wenige (oder auch hunderte) Blätter angefertigt wurden. Oder gelten diese nicht als Kunst?


    Das ist alles richtig. Ich habe selbst ja auch nichts gegen Nichtunikate, im Gegenteil - mit meinen eigenen Bildern hätte ich sonst nen Problem. Was als Kunst gilt, ist ja eine Sache, welche Bilder wie vom Markt gehandelt werden (wovon man dann auch eine mögliche Geringschätzung ableiten könnte) zudem eine andere. Was würdest Du höher schätzen - eine Kupferstichplatte oder den damit angefertigten Druck?
  • Robert Wolter
    Robert Wolter

    Was würdest Du höher schätzen - eine Kupferstichplatte oder den damit angefertigten Druck?


    Im Zweifelsfalle würde ich den Druck höher einschatzen, wenn es das ist, was der Künstler veröffentlichen wollte. Sicherlich hat es aber auch seinen Reiz, die Platte zu besitzen und damit später vielleicht noch einmal Blätter anzufertigen.
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  • maler-hans
    maler-hans
    Weil Digi-"Kunst" jeder produzieren kann, der ein Programm bedienen kann. )


    Das zeig' mir mal! Und ob bei Dir Kunst dabei rauskommt, das kannst Du ruhig bezweifeln.
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  • Robert Wolter
    Robert Wolter
    Das zeig' mir mal! Und ob bei Dir Kunst dabei rauskommt, das kannst Du ruhig bezweifeln.


    Das kommt auf die Definition von Kunst an, siehe die unzähligen Diskussionen zum Thema hier im Forum.
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  • VinA
    VinA
    also ich bin selber digitale künstlerin und mir ist aufgefallen, das in diesem forum hauptsächlich nach personenbezogener sympathie, als nach kunstgeschmack beurteilt wird. sehr stark ist es mir bei digitaler kunst aufgefallen.
    viele arbeiten sind ganzeinfach nur schlecht und haben mit kunst nicht viel gemein.
    das kann man auch nichtmehr schönreden.
    aber anstelle ehrlich eure meinung zu sagen,überschüttet ihr die künstler mit lob, nur weil ihr den künstler vielleicht sympathisch findet.
    das ist falsch!
    ihr müsst schon sagen was gut und was schlecht ist. wie soll man sich sonst verbessern.

    ein bisschen mit den filtern rumspielen ist keine kunst! das ist pfusch!

    ich bin der meinung, pfusch ist erst dann kunst, wenn der künstler bewiesen hat, das er mit dem werkzeug richtig umgehen kann.
  • tsinogyloP_ehT
    Du beziehst dich anscheindend auf die digitale kunst mit deiner forderung. Die werkzeuge dort mögen andere sein die anforderungen um "kunst" zu produzieren, bzw. menschen damit anzusprechen bleibe die gleichen.

    Eine abslout müßige diskussion ab wann man seine werkzeuge beherrscht und wer dies beurteilen soll.

    Hat pollack den pinsel im weitesgehend, akademischen sinne beherrscht...?

    Ich mache auch digital kunst und ich muß sagen das ich meine werkzeuge gar nicht im gängigen sinne beherrschen möchte. Ich setze auf spontanität der software und versuche mich dabei weitesgehend zurückzuhalten.

    Aber ich denke wir werden dann auch in zukunft deine ehrliche meinung unter besagten arbeiten zu lesen bekommen.
  • emarap
    @VinA: Ich bin ganz Deiner Meinung!
  • musrednar
    läuft wohl in allen kunstsparten die gleiche diskussion, ob jemand das werkzeug "beherrschen" muss, um "leichtes", zufälliges oder auch dilettantisch anmutendes machen zu DÜRFEN und trotzdem als künstler anerkannt zu werden.

    und es gibt wohl auch in allen kunstsparten beide varianten der "anerkannten": solche die das handwerk unter aufsicht gelernt haben und solche die sich einfach treiben lassen ... kommt erfahrungsgemäß wohl immer noch bzw. immer mehr "nur" auf die ordentliche vermarktung an!
  • VinA
    VinA
    also als künstler sollte man sein handwerk und somit seine werkzeuge schon beherrschen.
    berühmte künstler wurden deswegen meister genannt, weil sie eben eine bestimmte technik, werkzeug ect. meisterhaft bedienen konnten.

    bei einem digitalen künstler ist das nicht anders.

    und ma kann in diesem bereich sehrwohl sagen, was technisch gut und was schlecht ist.
    wenn ich schon auf den ersten blick sehen kann, welche filter benutzt wurden, ist es ganzeinfach billig.
    ja wenn man einen punkt erreicht hat an dem sich der betrachter fragt, wie hat er das gemacht?, dann hat man die filter richtig eingesetzt.

    kurzgesagt, seid nicht so selbstverliebt in eure werke, sondern nehmt auch mal kritik an.
    gerade in der digitalen kunst haben die designer und illustratoren sie nase vorn. sie arbeiten seit anbeginn mit den digitalen medium. im direkten vergleich wirken die meisten sachen hier wie hilfeschreie.
  • tsinogyloP_ehT
    ...wir reden aneinander vorbei...egal
  • VinA
    VinA
    ich hab dich schon verstanden, aber ich finde, das ist nicht von belang.

    sicherlich ist alles kunst was von einem menschen schöpferrisch erschaffen wurde.
    aber deswegen muß es noch lange nicht gut sein. :)

    und gerade das ist das problem von digitaler kunst. es gibt einfach zuviel pfusch und das zieht den stellenwert runter.
  • musrednar
    den so genannten pfusch gibt es auch in den traditionellen künsten, das ist kein problem der digitalen fraktion alleine.

    edit
    auch hier wieder: es kommt (immer mehr) auf die richtige vermarktung an, ob nun pfusch oder nicht.
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