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  • Wie reagiert denn Euer Umfeld auf die Malerei?

  • zwergenalarm
    zwergenalarm Wie reagiert denn Euer Umfeld auf die Malerei?
    Hallo,

    mich würde mal interessieren, wie Euer direktes Umfeld, also Familie oder Kollegen darauf reagiert, dass Ihr malt? Bei mir ist es ja so, dass ich es (leider) nebenbei mache und niemand wirklich einen Bezug dazu hat. Aufgrund einer Zusammenarbeit mit einer Bekannten (Reisefirma mit Haustieren) habe ich in letzter Zeit ein paar Hundeportraits gezeichnet, der Kommentar meines Vaters dazu war z.B. "...DIE hast Du gemacht? Dann malst Du ja doch mal was Schönes." Grummel...zu dem Bild mit den Füssen "...sowas hängt sich doch keiner hin, höchstens ein Fußfetischist" Nochmehrgrummel. Ich bin ihm nicht böse, aber die Sprüche geben so in etwa die Reaktionen des Umfeldes wieder.
    Manchmal komme ich mir voll blöd vor, wenn einer aus der Kollegenschaft fragt, was ich denn sonst noch so mache. Seit letztem Jahr stelle ich auch aus und dabei ist es mir am Liebsten es ist ausserhalb des Kreises, in dem ich arbeite, damit sich keiner das Maul zerreißt oder blöd labert. Grad auch wegen der Zeitungsartikel. Mein Mann sieht das ganz anders und weist alle immer auf meine Homepage hin (wo ich dann aber auch positive Kommentare bekomme...er arbeitet im gleichen Beruf in der Nachbarstadt).

    Ich bin eigentlich echt selbstbewußt, aber bei meinen Bildern habe ich immer das Gefühl ich bin so stark persönlich angreifbar (was nichts mit konstruktiver Bildkritik zu tun hat).

    Wie ist das bei Euch?

    Schönen Tag, Elena
  • NIWREW
    Du hast Recht mit der Angriffsfläche ,der man als Künstler nun mal ausgesetzt ist.
    Mir gefällt es ,wenn alles was um mich herum ist kritisiert.
    Ich habe eine Elefantenhaut über meine ganze Gefühlsbank gezogen,was jedoch keineswegs heißt das ich Gefühlslos bin.
    Das ganze Leben ist ein Schlachtfeld drum bin ich überhaupt Künstler.
    Wenn ich zu einer anderen Zeit auf der Erde gewesen wäre,dann hätten vielleicht alle Alexander zu mir gesagt?
  • Ingrid Müller
    Ingrid Müller
    Hallo Elena,
    deine Gedanken verstehe ich sehr gut, denn Malerei ist meistens keine sachliche Arbeit, sondern es steckt immer etwas Persönliches mitdrin. Für mich hat es manchmal etwas sehr Intimes und wenn dann jemand sagt, "was, sowas malst du" ist es vielleicht ähnlich, wie wenn er zu einem Nacktphoto sagen würde, "was, so siehst du aus". Durch die Art und das Motiv, für das sich jemand beim Malen entscheidet, gibt er sehr viel über sich Preis (na ja, zumindest bei mir ist das so) und ist damit persönlich angreifbar. Ich kenne ähnliche Kommentare, wie du sie schilderst von meiner Mutter - aber mittlerweile ist es mir egal und vielleicht findet sie es auch doch nicht so schlimme, weil sie mir immer wieder Malutensilien schenkt.
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  • trofgniR
    Hallo Elena,
    bei mir verhält es sich ganz genauso. Die ganze Verwandschaft kannst du, was das anbelangt sowieso in die Tonne kloppen (auf gut Deutsch gesagt). Mein Mann und meine Kinder ziehen mit mir an einem Strang und sind sogar stolz auf mich. Das mit der Angriffsfläche stimmt. Da hilft nur ein dickes Fell zulegen.
    Also Kopf hoch und weiter machen.
    lg Sabina
  • sonadora
    sonadora
    hallo elena,
    ich kann Dich gut verstehen, meine family hat genauso wenig bezug zur kunst. der letzte kommentar, den ich (seit vielen jahren der erste) bekommen habe war: "...Du malst ja jetzt ganz anders, hätte nicht gedacht, dass das von Dir ist, aber ich mag ja lieber abstrakte sachen". *schluchz* soviel zum einfühlungsvermögen gegenüber einer empfindlichen künstlerseele :-/

    naja, ist ja eigentlich nur begrenzt ernst zu nehmen, schließlich bringt mich das künstlerisch ja eh nicht weiter, ob meine family nun meine malerei mag oder nicht.
    aber ich befürchte, dass einen das verletzlicher macht, gegenüber kritik, vor allem persönlicher kritik, weniger gegen konstruktive kritik, wenn man irgendwie kein festes grundvertrauen hat... (geht jedenfalls mir so).
    ich kann auch immer viel leichter mit fremden menschen über meine bilder reden, in meinem nächsten umkreis bin ich da irgendwie blockiert. ich habe dann oft das gefühl mich rechtfertigen zu müssen, für das was ich tue...aber weil ich das ja eigentlich nicht will, lass ich das thema lieber aussen vor...

    ich find's toll, dass Dein mann werbung für Dich macht! lass Dich nicht von familiären ignoranten entmutigen, gegen die ist wohl noch kein kraut gewachsen - da hilft dann eher schon so eine dicke werwin-elefantenhaut ;-)

    lg,
    Claudia
    Signature
  • Ralf Lukas
    Ralf Lukas
    Naja ihr kennt das ja bestimmt alle. Lern was vernünftiges du Träumer. Und heute sind meine alten Eltern Stolz das ich mich als Maler durschlage.Das andere Umfeld, nun ich wohne auf´n Dorf. Wat macht der eigendlich? Der fährt nie zur Arbeit, kann lange schlafen usw. .Ich nenne das Neid auf die Freiheit, die ich mir nehme.Das ich ganze Nächte im Atelier arbeite bekommt ja außer meiner Familie keiner mit.`Meinen Freuden gefällt weniger das ich vor lauter Arbeit kaum noch Zeit für sie habe, da ich an den Wochenenden ja unterwegs bin,um Bilder zu verkaufen.
  • dirgiSpoT
    ich werde bespuckt.

    und verprügelt.

    und krieg schimpfe.

    aber im allgemeinen findet die familie eh immer alles gut. würd den rat geben, nicht zu sehr drauf zu hören, ausser sie haben ahnung.
  • erna
    erna
    Mein näheres Umfeld (nicht Kunst-versiert) reagiert immer nur positiv und ich denke, das ist nicht normal. Vielleicht, weil ich mein ärgster Kritiker bin und die, die mich lieben, meinen Schmerz im Unvermögen erkennen? Diese Betriebsblindheit ist jedoch nicht gut für mich.
    Vielleicht auch deshalb, weil ich die Mutter meiner unreifen bzw. unfertigen Bilder bin und zur Löwin muttieren kann, wenn ich der Meinung bin, sie werden angegriffen?
    Braucht man den Beistand des eigenen Umfeldes? Nein!
    Braucht man auch die Kritik des eigenen Umfeldes? Ja
    Möchte ich meinen künstlerischen Ausdruck (bin keine Künstlerin und auch noch nicht mal eine Hobbymalerin) bestimmtem Umfeld verbergen? Gehört das nicht einfach zum Menschsein? Ich denke das Maß des verbergen-wollens hängt von der dicke der Haut ab bzw. von der Wertigkeit des Umfeldes in den eigenen Augen für ein bestimmtes Thema!
  • zwergenalarm
    zwergenalarm
    @ Claudia: genau das Gefühl meine ich, dieses "sich rechtfertigen müssen"

    Und wenn man sagt, man malt, dann hab ich das Gefühl mein keinbezugzukunsthabendes Gegenüber fängt an zu Grinsen und denkt sich "aaaaja, die übliche Geschichte...Deko und Blumen". (ich hoffe das wird jetzt nicht falch verstanden ;-))

    Die meisten sind schon erstaunt, wenn sie mehr sehen, aber es bringt mich leider viel nicht weiter. (klar, es schmeichelt einem trotzdem, aber stolzer bin ich, wenn ein anderer Maler drauf reagiert...)

    Im Kopf weiss ich genau wo ich hinwill, es geht aber langsamer, weil halt selten jemand sagt, wo Ansatzpunkte zu Veränderung liegen.

    @Top Sigrid: auf Dich bin ich eh neidisch, weil Du so gnadenlos Dein Ding durchziehst ;-)) Wenn ich mal wieder bei meinen Eltern bin, werd ich mir mal das Haus mit dem Fisch ansehn...
  • NIWREW
    Zuerst sollte man lernen im Leben generell Kritik annehmen zu können.
    Alles bezieht sich hier logischerweise auf
    Kunst,doch wer nicht gelernt hat in den anderen Bereichen mit Kritik richtig umzugehen ,der wird
    eine bittere Pille schlucken müssen, wenn er sich mit Kunst befasst.
    Wenn ich heut 10 Leute von der Straße hole und diese nach einer Definition von tollerieren und akzeptieren frage,dann mache ich eine grausame Feststellung.
    Gegrinse in den eigenen Reihen ist so selbstverständlich ,wie das Amen in der Kirche.
    Wo Planquatrate auf Kleinkariertes trifft
    gibts kaum ne Schablonengleichheit!
    Wenn David auf Goliath trifft und sich stürzen lässt, mangelt es an Fundament
  • dirgiSpoT
    zwergenalarm: sehr schön. wenn de willst, kannste auch drinnen mal dich umschauen...
  • sonadora
    sonadora
    @werwin: ich glaube es geht hier nicht so sehr um kritikfähigkeit. ich halte es für unerlässlich sich mit kritik auseinander zu setzen, wenn man künstlerisch voran kommen will.
    aber diese auseinandersetzung ist eben viel leichter (oder jedenfalls effektiver), wenn man sich auf einem emotional gefestigtem boden bewegen kann. sonst fängt man nämlich leicht an, vom weg abzuschweifen und erst mal gegen windmühlen zu kämpfen... das kostet viel kraft und macht blind für die eigentlichen aufgaben und bremst die persönliche und handwerkliche entwicklung...
    Signature
  • zwergenalarm
    zwergenalarm
    @Werwin: Stimmt schon. Generell Kritik vertragen, mußte ich auch erst lernen...bin mittlerweile aber ganz gut davor. Bezogen auf die Malerei wird das Fundament immer stärker, je näher ich meinen eigenen Vorstellungen komme. In den letzten 2 Jahren hab ich viel dazugelernt und bin zumindest schonmal vom Bauernhofkunsthandwerkermark, wo 2 "Alteingesessene" Künstlerinnen sich lustig gemacht haben und ich vollkommen deplaziert war, zu ner Ausstellung in festem Gemäuer gekommen...lach. Habs auch überlebt aber im Nachhinein hätte ich mir das auch schenken können.

    @Top Sigrid: Gebongt! Gerne...
  • NIWREW
    @zwergenalarm:Genau wer diesen Situationen stand
    halten kann macht sich in seiner Persönlichkeit stark.
    Allen erdenkbaren Erfolg wünsche ich dir,bleib dran,du machst das richtig!
    Gruß WERWIN
  • NIWREW
    @sanadora:Je länger sich der Mensch mit einer Sache befasst,desto blinder wird er darin ,wenn er keine Distanz mehr dazu einhält.
    Vor lauter Verliebtheit zur Sache schmelzen
    wohl die "Ichgrenzen" und es tut Not einen Freund zu haben der als Wegweiser anklopft.
  • sonadora
    sonadora
    ja werwin, da hast Du recht!
    Signature
  • xer
    >> Wie ist das bei Euch? <

    Ich werde bestenfalls mit stiller Ignoranz belohnt. Meine Mutter: "..ach, so dunkel mag ich nicht" :/
    Tja, was willst du dann dazu sagen?
    Mein Vater toleriert es, etwa so wie man ein Kind um Kindergarten nicht beim malen stört.
    Meine Frau gönnt mir zwar, dass ich es nicht völlig um sonst mache, einen wirklich Bezug hat sie dazu jedoch nicht.
    Ein Paar Freunde: "ach du malst? hey cool, ich auch ;)" Nachdem man aber ein Paar belanglose Worte gewechselt hat, war´s das.
    Alles in allem passiert da nicht viel.
    Aber was solls´s, hab da keine Probleme mit..
    für die mache ich´s ja nicht :-)
  • lleiret
    Das ist eine ganz interessante Frage.

    Naja, früher zu Schulzeiten habe ich vornehmlich gezeichnet (und höchstens mal was mit Pastell gemacht). Das spielte meistens in sozialen Belangen keine Rolle und man wurde eigentlich nur einer grauen Masse der "Kreativen" zugeschrieben. Beizeiten stellte ich jedoch auch merkwürdige Apsekte an dem Umstand meines Zeichnens fest... Man wurde - je nach Gelegenheit - zur Anlaufstelle für Fragen wie "Zeichnest Du mir mal den \". In Folge solcher Aktionen stand man sozial weitaus höher im Kurs, es wurde verlangt den Unterricht, Lehrer und Mitschüler (z.B. comicartig) zu kommentieren oder eine Zeichnung für irgendeine Schulzeitung anzufertigen. Naja, an manchem Tage mutierte man also zur Funktion des bildhaften Kommentars in einem Gefüge.
    Für mich war das zwiespältig, zum einen mochte ich natürlich Karikaturen und den scharfen Kommentar, auf der anderen Seite wurde auch schnell klar, dass die Funktion inmitten mehrerer über dem Selbst stehen kann. Was dann eher nervig war... ;)
    Sobald die Bilder ernster wurden, war eine solche Funktionserfüllung nicht mehr denkbar. Zudem wurde meine Bildsprache (auch wenn ich es eigentlich noch nicht so nennen möchte) düsterer und weniger belustigend. Zudem habe ich (was heute oft noch der Fall ist) jedes Ölbild wieder übermalt - so blieb nichts... Das alles ist nicht besonders fähig, dem Betrachter Ortientierung und Standpunkt zu bieten. Insofern wird es wohl eher stillschweigend tollieriert und als "Eigenart" beobachtet. Eigeninitiiertes Feedback aus den engeren Kreisen gibt's dann wohl auch seltener.
    Mir ist das allerdings ganz sympathisch, denn viele Dinge sind noch zu erarbeiten und weniger zu argumentieren. Mir fällt nur auf, dass die meisten Leute sofort daran denken, dass man aus diesem oder jenem Geld machen sollte. Solche Kommentare kommen schon. Ein paar naive Striche mehr geübt machen zu können als es 10 andere imstande sind, veranlasst wohl die meisten zur Assoziation des Geldmachens durch Marktbedienung. Und wenn im kleinen Kreis, mit Katzen, Pferden, Blumenvasen für "über die Couch". Leider liegt darin ein Irrtum, der nur verstanden werden könnte, wenn man doch mal genauer hinschaut. Wichtig wäre das allerdings nicht.
  • El-Meky
    El-Meky
    Ich war damals viel mit Leuten zusammen, die auf irgendeiner Weise extrem kreativ waren.
    Freunde , die mit Leder, Metall oder Stoffen gearbeitet ,oder geschauspielert haben
    oder gemalt oder getanzt haben , Leute die in der jungen Berliner Avantgardemodeszene mitmischten.
    Dann wurde ich gewollt alleinerziehende Mutter und hatte beruflich eine unkündbare leitende Position inne , gut verdient ... und war dabei seeeeehr unglücklich, denn ich hatte das Gefühl, ich lebe an mir selbst vorbei. Ich musste mich täglich innerlich vergewaltigen, um zu funktionieren im normalen Alltag.
    Von allen Ecken bekam ich zu hören, ich sei weltfremd und chaotisch .
    als mein Sohn dann flügge wurde , habe ich vor ca . 7 Jahren meinen gutbezahlten Job an den Nagel gehängt zum Schrecken aller und
    einfach von heute auf morgen gekündigt.
    und mich auch geweigert Kohle vom Staat anzunehmen .

    Totalverweigerung !

    Ich wollte nurnoch meine Ruhe haben und einfach leben ohne Verpflichtungen und Zwänge und fing nach langer Zeit wieder an zu malen. nur für mich allein.


    Meine Freunde und Familie sagen zwar immernoch ich wäre weltfremd und chaotisch. aber jetzt finden sie mich ganz 'normal', denn für sie bin ich schon immer eine Künstlerin.
    (mehr im Herzen, mehr im Alltag , finde ich)
    :o))

    Seit Jahren nun werde ich von meinem geliebten Bruder und meiner Mutter finanziell unterstützt.
    meine Familie will dass ich male und reise .
    sie freuen sich , mich glücklich zu sehen.

    sie vermitteln mir Leute die auch mal Bilder kaufen und haben auch schon selbst was gekauft.
    sie sagen, sie glauben an mich und mein Können und wollen, dass ich male .
    meine Nachbarn (Umfeld) gucken auchschonmal bei mir rein um zu sehen , was ich male und findens gut , mögen mich .

    Ich muss sagen, es tut mir gut von meiner Familie und meinen Freunden unterstützt zu werden und zu spüren wie sie an mich glauben . ich bin höcht dankbar dafür und erleichtert.
    meine Art zu malen mögen sie. es seien für mich typische Bilder und sie sehen viel Ähnlichkeit zu mir in ihnen.

    Ich brauche jetzt nurnoch jemanden, der mich im malerischen Handwerk fördert . sowas wie ein Meister.

    :o)
    Signature
  • trA-snamsjiulS
    Das kenne ich auch...ABER jetzt befinde ich mich meistens auf der sicheren Seite. Wenn ich die Babys anderer Leute zeichne sind die Bemerkungen doch meistens positiv. Es würde wahrscheinlich auch nicht so weh tun, wenn es mal negativ ist...ich kann ja nix dafür wenn das Kind sooo aussieht ;-D Bei meinen eigenen Bildern sieht das allerdings schon ganz anders aus. Da kommt dann mal ein höfliches aha..mmhh...nett oder so und das ist dann ein echter Tritt in die Nieren. Meine Schwägerin hat da ein ausserordentliches Talent und ist da gaaaanz brutal, ehrlich und offen. Aber das ist doch das schöne an der Kunst...verschiedene Geschmäcker und wer es nicht mag, der muss ja nicht gucken. Hauptsache es macht spass. LG Steffi
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