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  • Wie wichtig ist Euch Eure kreative Tätigkeit?

  • lisa
    lisa Wie wichtig ist Euch Eure kreative Tätigkeit?
    Welchen Stellenrang nimmt bei Euch das Malen ein? (Oder das Fotografieren, oder Bildhauern oder...)

    Ich weiß nicht, ob es mit dem November zu tun hat, oder mit einigen Aussagen hier in der letzten Zeit, oder ob das gar keine Rolle spielt.
    Ich merke nur, daß ich immer frustrierter werde in der Zeit, in der ich nicht den Pinsel in der Hand halte. Während ich mit Malen (oder meinetwegen auch Klecksen) beschäftigt bin, ist die Welt vollkommen in Ordnung. Sobald ein Bild fertig ist, habe ich immer mehr das Gefühl, ich warte nur noch auf den Moment, wo ich mit dem nächsten beginnen kann.
    Ich verliere immer mehr die Lust an anderen Aktivitäten, egal was ich mache, ich würde immer lieber malen.
    Ist das nicht ein schrecklich spätpubertäres Verhalten?
    Wie komme ich da wieder raus?
    Denn rein kann ich nicht.
    Ich kann nicht mein Familiendasein, meine Freunde, aufgeben (meine Bügelwäsche schon).

    Wie finde ich die Balance?

    Eine irgendwie nicht ganz ernst gemeinte und irgendwie doch ernst gemeinte Anfrage.

    Lisa
    Signature
  • Christiane
    Christiane
    Hallo Lisa,

    tja einen Tipp für die Balance kann ich Dir garnicht geben... Bei mir ist es eher so, für mich ist meine "kreative Tätigkeit" ein Teil meiner Person, eine Art mich ausdrücken zu können. War schon immer so, gehört nun mal zu mir und ehrlich gesagt - ohne geht nicht. Da es also ein Teil von mir ist, kann ich ihn auch nicht "wegdrücken".

    Es gab und gibt auch bei mir Phasen, wo ich am Liebsten nichts anderes machen möchte, und irgendwie tu ich es dann auch. Zugegebenermaßen gibt es keine Kinder, denen gegenüber ich eine Verantwortung habe... Ich kann mir die Zeit dann nehmen und mache es auch. Und Freunde die mich gut kennen, haben dafür Verständnis und dafür bin ich auch sehr dankbar...

    Tja, jetzt hab ich Dir so garnicht helfen können bei Deiner Frage, aber ich glaube jeder muß das irgendwie ganz alleine für sich herausfinden.

    Ich wünsche Dir auf dem Weg zu Deiner Balance viel Glück...

    Lieben Gruß,
    Christiane
    Signature
  • flow_thgin
    Geht mir genauso wie Dir:
    Bei mir steht die Malerei, Fotografie und Schreiberei ganz oben.
    Mir gibt die Arbeit im Atelier das Gefühl, lebendig zu sein, mit allen Sinnen zu erfahren.
    In letzter Zeit ist die Arbeit im Büro für mich deswegen auch so unterträglich geworden , dass ich mich entschlossen hatte, nur noch an 4 Tagen zu arbeiten.
    Trotzdem bekomme ich fast eine unbändige Wut, wenn mich etwas von meiner Leidenschaft abhält. Überstunden, Bekannte, die einem mal wieder stundenlang das Ohr vollflennen ...
    Ich fühle mich dann meiner Zeit bestohlen, die ich mit der Malerei verbringen will.
    Wenn ich längere Zeit nicht malen kann, dann habe ich das Gefühl, dass mir jemand meine Lebensenergie aussaugt.

    Mein Freundeskreis nimmt's zum Glück gelassen, wenn ich mal wieder am Wochenende abtauche.
    :wink:
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  • reteP
    Liebe Lisa,

    mir geht es da nicht viel anders, obwohl ich es mir ja zeitlich leisten kann, 24 Stunden am Tag mit Kunst zu tun zu haben. Leider tu ich das auch, und ich bin kräftig dabei, mich zu überfordern. Tagsüber fotografiere ich, fotografiere auch meine Acrylbilder etc., bzw. scanne sie ein und archiviere sie. Dann bin ich sehr oft am PC. Und ab 22 Uhr bin ich meist im Atelier, vier, fünf und manchmal auch sechs Stunden. Und um 6.30 Uhr ist mein Tag zuende.

    Das strengt an, aber ich brauche das.

    Allerings habe ich auch eine Frau, die das 100%ig akzeptiert und meine Freunde kennen das ja gar nicht anders von mir.

    Als spätpubertär würde ich das nicht bezeichnen. Kunst "packt" einen, und dann hat man sowieso keine Chance mehr ;-)

    Heikel wird es, wenn das Ganze die "Pflichten" beeinträchtigt. Das ist einer der Gründe, warum meine Nacht meistens nur 4-6 Stunden dauert.

    Liebe Grüße

    Peter
  • abstraktina
    abstraktina
    Hallo Lisa,

    ich verstehe, was Du meinst... Die Bügelwäsche kann ich auch vergessen - und mit gutem Gewissen meinem Freund überlassen. Der hält mir den Rücken frei, sodass ich eigentlich immer Zeit finden könnte zum Malen :-)

    Oft sitze ich im Büro und versucht, die Uhr "zu verhexen", damit ich endlich heim, in die Malklamotten und ins Atelier komme. Ist ziemlich belastend, diese Sehnsucht, deshalb bin ich am Überlegen, ob ich die Arbeitszeit auf 4 Tage reduziere...

    Was meinen Freund und Bekannte angeht: Die akzeptieren das auch, dass ich mich öfters mal am Wochenende in mich bzw. mein Atelier zurückziehe. Ob sie´s aber wirklich verstehen, wage ich zu bezweifeln :D

    Auf lange Sicht hoffe ich, dass soziale Kontakte und meine Beziehung nicht leiden, lasse das ganze aber einfach mal auf mich zukommen...

    Viele verständnisvolle Grüße
    AbstrakTina
    Signature
  • yffulf
    ohoh - kenne ich das?
    aquarellitisinfiszierte fluffy
  • lisa
    lisa
    Ihr Lieben,
    Euren Antworten entnehme ich, daß ich mir keine Sorgen zu machen brauche :wink:
    Es handelt sich also um den ganz normalen Wahnsinn.
    Sehr beruhigend.

    LG
    Lisa
    Signature
  • ominoreg don't worry be happy
    Den Begriff Balance würde ich nicht überbewerten. Was sagt der schon? Individuell, also für dich ganz persönlich, spielt er doch nur dann eine Rolle wenn DU dich "unbalanciert" findest. Dies kann aber doch kaum sein wenn du dich wohlfühlst und Freude bei deiner Tätigkeit hast. Also ich würde mir darüber keine Sorgen machen.

    just keep going as you do - a bientot Michael
  • Margit Gieszer
    Margit Gieszer
    Hallo Lisa und auch die anderen Malsüchtigen, es ist schön, wenn ich hier lese, dass es euch auch so geht und dass ich kein Einzelfall bin.
    Ich habe mein Leben so verändert, dass ich fast keine Freunde mehr habe, die nicht auch malen und ich gehe jede Woche Mittwochs in einen Malkurs, wo ich 9 Stunden Non-stop male, und wisst ihr was, statt Abends müde zu sein, bin ich voll Power und bestens gelaunt, was ich noch nie mit einer anderen Tätigkeit zustande gebracht habe.
    Ich habe dort auch neue Freunde kennen gelernt, die mich verstehen und wir unterstützen uns gegenseitig. Meinen Job habe ich auf 5 bis 10 Stunden die Woche eingeschrumpft, damit mir mehr Zeit zum Malen bleibt. Leider aber gibt es noch immer viel zu viele Dinge, die erledigt werden (müssen????), wie Arztwege mit Hund oder selber, meine erwachsenen Kinder, mein Garten, einkaufen, putzen. Bügelwäsche habe ich schon vor 25 Jahren abgeschafft. Auch ich fühle mich nicht wohl und direkt unglücklich, wenn ich nicht jeden Tag malen kann, und der Tag kommt mir dann verloren vor. Ich denke, es ist das Beste, seiner Energie zu folgen, denn die leitet einem immer richtig. Nur der blöde Verstand schaltet sich dauernd dazwischen und schreit: "mit Malen kannst du keine Kohle verdienen!"
    Ich hätte gute Lust, einfach auszuklinken so wie Gaugoin und alles hinter mir zu lassen.
    Aber Kontakte zu malenden Menschen sind mir sehr wichtig, weshalb ich in Wien bleibe, damit ich mich weiterhin mit meinen Malerfreunden treffen und austauschen kann. Ich habe festgestellt, dass ich doch keine Insel bin und dieses brauche.
    Also versuche ich das Beste draus zu machen.
    Signature
  • sabine bergmann
    sabine bergmann ich mußte lächeln
    [quote="Ma_Gie"]Hallo Lisa ... und wisst ihr was, statt Abends müde zu sein, bin ich voll Power und bestens gelaunt, was ich noch nie mit einer anderen Tätigkeit zustande gebracht habe.

    Hallo ma_gie,
    ja das geht mir genauso. wenn ich von unterwegs gekommen bin und dann um acht oder so gen heimat
    war, habe ich mich ausgelaugt und leer gefühlt.
    Dadurch , das ich einen Männerjob habe , war mein
    Freundinnen kreis, die mich verstehen könnten sehr eingeengt, und man hat eher seinen Mund gehalten, weil mich sowieso kein mensch verstanden und interessiert hat was einen bewegt.

    Seit wir kreativ arbeiten, blühe ich wieder auf, ich merke es gibt Menschen, die interessiert nicht was ich sonst tuhe aber sie verstehen mich trotzdem.

    Ich fühle mich wieder verstanden und auch wenn ich meistens nicht viel schlafe , habe ich für mich einen weg gefunden um über den scheiß altagsdingen zu stehen und nur zu leben... und es ist so ein geiles gefühl. Hatte ich eigentlich nur noch wenn ich einen megadeal gemacht hatte ( ist doch eigentlich traurig )

    ...(Ich habe dort auch neue Freunde kennen gelernt, die mich verstehen und wir unterstützen uns gegenseitig. )

    Ja das habe ich auch und ich bin sehr glücklich darüber, wieder Menschen in meiner nähe zu haben, die mich verstehen und die ich verstehe.

    lg aus dem Westerwald
    sabine
    Signature
  • Annemarie Siber
    Annemarie Siber
    ..... manchmal macht es mir fast Angst... seit ich mit dem malen intensiv angefangen habe, entdecke ich immer mehr und stelle fest, dass das Leben definitiv zu kurz ist für all die Dinge die ich noch machen und erleben will.....
    all die Bilder die ich malen möchte...
    all die Skulpturen die ich gestalten möchte....
    all die Gedichte und Geschichten die ich noch schreiben möchte...
    all die Gespräche die ich noch führen möchte....
    all die Länder die ich noch sehen möchte......
    undundundund........

    Je mehr ich lerne, desto mehr Lücken sehe ich, desto mehr will ich wissen und desto mehr rennt die Zeit... ja - es ist beängstigend schön!
    AnneMarie
    Signature
  • ikomp
    für mich unwichtig ... :)
  • odnaliW_ocsicnarF
    ..... manchmal macht es mir fast Angst... seit ich mit dem malen intensiv angefangen habe, entdecke ich immer mehr und stelle fest, dass das Leben definitiv zu kurz ist für all die Dinge die ich noch machen und erleben will.....
    all die Bilder die ich malen möchte...
    all die Skulpturen die ich gestalten möchte....
    all die Gedichte und Geschichten die ich noch schreiben möchte...
    all die Gespräche die ich noch führen möchte....
    all die Länder die ich noch sehen möchte......
    undundundund........

    Je mehr ich lerne, desto mehr Lücken sehe ich, desto mehr will ich wissen und desto mehr rennt die Zeit... ja - es ist beängstigend schön!
    AnneMarie


    Mir geht es genauso wie AnneMarie-chen, erst gestern habe ich wieder Steine entdeckt die man wunderbar bearbeiten kann und sagte zu meiner Gfährtin, dass ich mir die demnächst unbedingt holen muss um daraus eine Skulptur zu fertigen die mir schon seit drei Jahren im Kopf rumschwebt und wo ich schon ein kleines Muster anfertigte. Gott sei dank ist meine Liebe gefährtin genau so verrückt wie ich, sie malt manchmal 5 Bilder an einem Tag und ist total zufrieden. Lass den Haushalt Haushalt sein zu sagen ist schon manchmal schwierig und man produziert ein gewisses Chaos aber ich denke dass die Künstler schon etwas verrückt sein müssen, sonst könnten sie sich nicht ausdrücken und brauchen wahrscheinlich ein gewisses Chaos um ihrer Leidenschaft zu fröhnen. Kann natürlich auch sein, dass gerade durch das selbst produzierte Chaos wiederum neue Bilder im Kopf entstehen aber um hier wieder auf einen Punkt zu kommen, ich denke nicht dass ich alles malen kann was mir im Kof herumschwebt, dazu brauche ich ein weiteres oder mehrere Leben. Es steckt im Blut und das ist gut so.

    Eine Anmerkung noch, wenn mal jemand zu Besuch kommt, egal ob es Freune sind oder jemand aus der Familie, empfinde ich dies als sehr störend und denke, dass sie mir die Zeit stehlen. Das ist schon komisch.
  • Mausopardia
    Mausopardia
    hi, da ich jahrelang hobbymalerin war und erst seit einigen jahren freischaffende bin, habe ich
    ständig ein schlechtes gewissen,wenn ich male :-(
    denke ständig an meinen haushalt, blöd oder! dabei brauche ich zum malen positive gedanken und
    die gehen ja dann flöten. zum glück habe ich einen
    sehr verständigen und lieben partner, der mich auch immer zu meinen ausstellungen begleitet! habe gerade wieder drei ausstellungen vor mir und werde schon wieder nervös,renne dann wieder völlig unvorbereitet drauf los! und denke dann ich hätte doch noch etwas viel schöneres malen können?! liebe grüße moni
  • inim
    Hallo Lisa, mir gehts genauso,ich hab gedacht, das gibts doch net. Ich hab eigentlich einen Putzwahn, seit ich male, habe ich Malwahn.
    Mein Mann versucht mich zu bremsen,da kann er lang bremsen, bei mir funktioniert das nicht.

    Natürlich muss ich mich um mein Geschäft kümmern, dann um meinen Sohn, sonst denkt er, er kann machen was er will (mit 13 J.) und natürlich um meinen Sohn, dann meine Mutter und meine Schwester.

    Manchmal glaube ich, der Tag hat zu wenig Stunden. Ich muss AnneMarie recht geben, es geht alles zu schnell vorbei, aber man muss immer das positive aus Situation raus schöpfen, egal ob sie neagtiv sind.
    Trozdem male ich weiter.

    Liebe Grüss an Euch

    Michaela
  • ikomp
    ... aber für meinen wirten sehr wichtig :)
  • s_anna
    Hallo Lisa

    das ist nicht spätpubertär und selbst wenn :)wäre es auch nicht schlimm oder?

    Mir geht es ähnlich und ich bin auch schon lang über die Pubertät raus.

    Malen kann eben süchtig machen - besser als andere Süchte!

    Liebe Grüße
    Anna
  • hateehc
    ich könnte mir einen tag ohne malerei fast nicht mehr vorstellen, obwohl ich manchmal pausieren muss um andere sachen zu erledigen. dann wird aber am nächsten tag um so länger gemalt. als mein göga vor 3 jahren starb hatte ich 1 jahr lang pausiert. mein kopf war irgendwie total leer, dann ist es aber richtiggehend explodiert und ein katzenbild nach dem anderen muss gemalt werden. warum weiss ich nicht, da ich bis dahin überhaupt keine katze gemalt hatte.

    lg. cheetah
  • alemap
    Gar nicht. Ich lebe davon.
    Das tägliche Brot verdiene ich als Grafikdesignerin und die Übergänge zur Malerei empfinde ich als fließend.
  • tsinogyloP_ehT
    Ich empfinde es teilweise schon als sucht, mit allen nebenerscheinungen - also auch nervosität und gereiztheiten, wenn ich nicht kreativ sein kann.

    Wenn man sich aber im klaren ist das auch kreativität und produktivität gerade erst zwischen den phasen des schaffens eine bedeutung haben, weil dort nämlich das wirkliche leben stattfindet, dann fängt man an diese anscheinend tatenlosen zwischenphasen auf sich wirken zu lassen.
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