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  • Der goldenen Schnitt

  • inuahS Der goldenen Schnitt
    hallo,

    ich wollte mal fragen was das nun ganz genau ist der goldene schnitt?? wofür verwendet man ihn???

    also ich weiß das das irgendwie abgemessen wird umd das blatt optimal zu teilen?? oder??

    kann mir da mal wer helfen bitte???

    LG
  • siku
    Text aus einer Matheaufgabe:
    Eine der berühmtesten Verhältniszahlen des Altertums ist die des "Goldenen Schnittes". Sie ist so definiert: Eine Strecke AB wird durch einen Punkt P so geteilt, dass die größere Teilstrecke sich zur kleineren verhält wie die gesamte Strecke zur größern Teilstrecke.

    In der Malerei liegt die Einteilung der Fläche bei gut einem Drittel zur Gesamtfläche (wagerecht oder senkrecht). Künstler nutzten/nutzen gelegentlich dieses harmonische Streckenverhältnis. Allerdings maß man in einigen Kunstepochen der Symmetrie im Bild größerere Bedeutung zu, galt sie doch als Maß der göttlichen Ordnung.

    Editiert (Formel herausgenommen)
  • inuahS
    @siku

    die maße wie das geteilt wir und die grafik hab ich in meinen lehrheft bei den portraitzeichnen.

    wollte nur wissen wann man das anwendet.
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  • siku
    Das Maßverhältnis des Goldenen Schnittes kann in allen möglichen Kompositionen angewandt werden: Stillleben, Landschaften, abstrakte Kompositionen usw. Schau doch mal einige Bilder draufhin an (z. B. von Rembrandt, Rubens oder hier in der KN-Galerie), ob sie das Maßverhältnis beinhalten.
    Der Goldene Schnitt wird von Malern meist nicht exakt abgemessen, sondern intuitiv angewandt.

    Es gibt eine interessante und auch kuriose Schrift zum Maßverhältnis des Goldenen Schnitts, die 1855 von Adolf Zeisig herausgebracht wurde. Zeisig hat alles dessen er ansichtig wurde nach dem Golden Schnitt untersucht: Blätter, menschl. Körper, Kristalle sogar Himmelskörper. Das Buch kann man allerdings nur in Bibliotheken lesen, da es über 100 Jahre alt ist und somit nicht mehr ausgeliehen wird. Es lohnt sich es zu lesen.
  • dirgiSpoT
    shauni: bewirb dich mal in fernsehen, da is noch gut sprache und kugheit wie du gefragt.
  • Iwanschuetz
    Iwanschuetz
    intuitiv sonst nix!!!
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  • suomynonA
    den goldenen schritt macht man, wenn etwas nicht genau in der mitte liegen soll. liegt daran, dass die gelehrten im altertum nicht genau wussten, wie sie die genaue mitte "ermitteln" könnten.

    ach, war n scherz
  • Margit Gieszer
    Margit Gieszer
    Der goldene Schnitt ist viel mehr als eine Hilfe zur Plazierung des Blickfanges im Bild.
    Es trägt zur Harmonie des Bildes bei, wenn er auf alles angewendet wird, im gleichen Verhältnis des goldenen Schnittes.
    Z.B.: runde Formen zu eckigen, glatt zu rauh, dunkel zu hell, warm zu kalt, Fläche zu Fläche, Kontrast zu Stille, groß zu klein. Auch die Farbe hat eine eigene Gewichtung, die harmonisch zu einander eingesetzt werden kann.
    Die alten Meister wussten diese Gesetzmäßigkeiten noch anzuwenden.
    Viele machen das instinktiv so, dann stellt sich ein gutes stimmiges Gefühl beim Betrachter ein. Meist sind solche Produkte aber eher zufällig entstanden als aus dem alten Wissen heraus.
    LG Margit
    Signature
  • siku
    Eine Geschichte zur experimentellen Ästhetik und zu Untersuchungen zum Goldenen Schnitt.

    Der Physiker C. Th. Fechner (1801-1887) unternahm 1876 empirische Experimente zum Goldenen Schnitt.
    Fechners Experimente zur empirischen Ästhetik wurden zum einen durch seine Forschungen im Bereich der Psychophysik angeregt, zum anderen durch Erfahrungen die er als Physiker im Bereich der Optik und der Farbenlehre gewonnen hatte, durch Kenntnisse der Geometrie und mathematischer Proportionsverhältnisse sowie nicht zuletzt durch konkrete Analysen von Kunstwerken.

    Fechner untersuchte u.a. von den Experimenten Zeisigs angeregt, das Proportionsverhältnis an Kunstwerken, etwa den Gemälden Raffaels, an Figuren und Gegenständen, an Originalgemälden und Reproduktionen, aber auch an Schmuckstücken und sogar an Grabkreuzen. Am 8 März 1863 hielt er einen Vortrag im Leipziger Kunstverein „Über das ästhetische Gesetz des goldenen Schnittes.“

    Mit dem Rechteck nahm Fechner in seinem Experiment 1876 den einfachsten und fundamentalsten Fall an, an dem sich der Vorzug des goldenen Schnitts als Dimensionsverhältnis untersuchen ließ. Fechner stellte den Versuchspersonen 10 verschiedene Rechtecke vom Quadrat 1:1 bis zu einem extrem hochformatigen Rechteck 2:5 vor. Das Rechteck des Goldenen Schnitts hat das Verhältnis 21:34.
    Er kam daraufhin zu dem Ergebnis, dass sich für eine fundamentale ästhetische Bedeutung des goldenen Schnittes als Abteilungsverhältnis keine Bestätigung finden lasse.

    Dagegen fand Fechner heraus, dass der Vorteil der Symmetrie viel entscheidender als der des goldenen Schnitts bleibt. Abweichungen von der Symmetrie wurden als viel missfälliger empfunden, als Abweichungen vom Goldenen Schnitt.
    Quelle: C. Th. Fechner: Vorschule der Aesthetik. Nachdruck der Ausgaben Leipzig 1925 und 1871.Georg Olms Verlag Hildesheim, New York 1978

    Lg
    siku
  • oicinitram
    Erwähnenswert ist hier auch Fibonacci, seine mathematischen Zahlenfolgen und der Zusammenhang von Natur, Mathematik und Kunst.

    Viele Pflanzen weisen in ihrem Bauplan Spiralen auf, deren Anzahl durch Fibonacci-Zahlen gegeben sind, wie beispielsweise bei den Samen in Blütenständen. Das ist dann der Fall, wenn der Winkel zwischen architektonisch benachbarten Blättern oder Samen bezüglich der Pflanzenachse der Goldene Winkel ist. Hintergrund ist der Umstand, dass die rationalen Zahlen, die den zugrunde liegenden Goldenen Schnitt am besten approximieren, Brüche von aufeinanderfolgenden Fibonacci-Zahlen sind. Die Spiralen werden daher von Pflanzenelementen gebildet, deren Platznummern sich durch die Fibonacci-Zahl im Nenner unterscheiden und damit fast in die gleiche Richtung weisen.

    Ein weiterer interessanter Aspekt ist, dass die Fibonacci-Folge die Ahnenmenge einer weiblichen Honigbiene (Apis mellifera) beschreibt. Das erklärt sich dadurch, dass Bienendrohnen sich aus unbefruchteten Eiern entwickeln, die in ihrem Genom dem Erbgut der Mutter entsprechen.
  • oicinitram
    hier ist das Ganze anschaulich zusammengefasst

    https://de.wikipedia.org/wiki/Goldener_Schnitt
  • Margit Gieszer
    Margit Gieszer
    siku und martinicio, ich danke euch ganz herzlich für diese tolle Information! Ich hatte über dieses Thema ein ganz tolles Buch, und habe es vor Jahren einer Malerin geborgt und niemals wiederbekommen. Leider weis ich den Titel nicht mehr und den Autor, sonst hätte ich es mir nachbestellen können.
    Ich finde eure Beiträge überaus spannend und informativ! Solche Dinge interessieren mich sehr, mehr darüber zu erfahren, welche Gesetzmäßigkeiten hinter den sichtbaren Dingen wirken.
    LG Margit
    Signature
  • 0691knarF
    wow, guter thread
    LGF
  • Brigitte Guhle
    Brigitte Guhle
    Ich selbst bin dermaßen mit dem Goldenen Schnitt verwachsen, dass ich automatisch alles - nicht nur Bilder an der Wand - sondern auch Gemüse auf dem Tisch, Kissen auf dem Sofa usw. nach dieser Regel anordne. Mir graust es vor symetrischen Anordnungen. Wenn ich ein Bild mittig über einem Möbelstück aufgehängt sehe, muss ich den Blick abwenden. Es erinnert mich sofort an einen Altar. Genau wie das Kreuz in der Mitte über dem Ehebett.
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  • Sabine Minten
    Sabine Minten
    ein ehebett - ein kreuz - ein altar...hmmm
    es ist schon spät.
    ich werde mich jetzt opfern.
    auf dem altar der ehe.
    darauf drapier ich mich dann als goldige schnitte.
    das ist schon ein rechtes kreuz...
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  • thcualhcruD
    ..ich habe den goldenen schnitt schon immer unbewußt angewandt, irgendwann wurde er mir erkärt...*gähn*...

    ...der goldene schnitt ist eigentlich nicht messbar, er wurde bei begnadeten leuten beobachtet und dann oft beschrieben...

    ...entweder man hat ein gefühl dafür oder nicht

    ...sooo langsam gehen mir die ganzen kunst-und design theorien sowas von auf den geist...

    ...ich bin mittlerweile der meinung, entweder jemand ist begnadet und weiß diese dinge aus dem bauch heraus, weil er talent hat..oder eben NICHT !
  • thcaleghcruD
    🔗
  • thcualhcruD
    ach na super, da meldet sich jemand mit durchgelacht an...damit es wie DURCHLAUCHT klingt...

    ja die kecksfabrik ist wieder da ?...übrigens habe ich eurer kecksforum mal nach linkpopularität und anderen wichtigen kriterien testen lassen.. ergebnis: "unwichtig" !
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