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  • Angst vor den malen

  • Brigitte Guhle
    Brigitte Guhle
    Frag mal die Schriftsteller, die haben Angst vor dem leeren Schreibpapier. Ich drück mich auch vor jedem Bildanfang. Da fallen mir tausend Sachen ein, die ich vorher noch erledigen müsste.
    Am besten ist, man kritzelt ein bisschen auf dem Malgrund rum, einfach so. Dann füllt er sich spielerisch.
    Mein Ziel ist es, wie die japanischen Zen-Meister ein Bild mit einem Pinselschwung zu malen. Dazu gehört aber eine ausgereifte Persönlichkeit und völlige Angstfreiheit. Manchmal kann ich es.
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  • Matthias Lotz
    Matthias Lotz
    Alles was ich male und zeichne sehe ich als Übung.
    Ich nehme mir nie vor ein "Meisterwerk" zu erschaffen.
    Würde ich dies tun bekäme ich keinen Strich hin.Ein Bild ist ein "sich entwickeln" ein Zulassen dieser Entwicklung.Klar-kann auch in die Hose gehen aber hey-war ja nur ne Übung.
    Witziger Weise geht es,wenn ich so denke,nie schief.Nur wenn ich mich zu sehr auf auf meine Vorstellung des Ergebnisses fixiere krieg ich das flattern denn dieses Ergebniss bekomm ich ja nur hin wenn ich es vom ersten Strich an richtig mache.
    Die Steine welche ich mir selbst in den Weg lege-wie sind wir Menschen doch kompliziert!
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  • zwergenalarm
    zwergenalarm
    Das Gefühl kenne ich auch, allerdings weniger vor der weißen Leinwand, sondern eher vor einer besonders gut gewordenen Grundierung ;-). Das hatte ich einmal ganz extrem bei einem Auftrag, es war noch nicht fertig, die eine Seite war aber zu meiner eigenen Überraschung super geworden. Mein Vater fragte dann immer nach, was mit dem Bild sei und irgendwann meinte er dann, du malst es nicht weiter, weil du Angst davor hast. Naja, Volltreffer.
    Wenn ich allerdings Matthias`Beitrag lese...das ist klasse, ich denke so werde ich ab jetzt auch herangehen!
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  • xer
    Hallo,

    wem geht es ähnlich?? wenn ich meine Ölfarben auspacke und die leinwand startbereit hinstelle und ich dann den pinsel in die hand nehme und was malen will, dann habe ich total angst anzufangen. fragt mich bitte nicht warum. vielleicht angst etwas zu versauen?? *grübel* keine ahnung...

    also wem geht es so ging es so oder wie kann ich mutiger werden.

    Danke schonmal.


    Geht mir genauso
  • Robert Wolter
    Robert Wolter
    Ich finde, es macht einen großen Unterschied, ob man ein Auftragswerk oder etwas eigenes malt/zeichnet/kreiert. Bei einem Auftragswerk ist es wirklich Angst, die Erwartungen anderer nicht zu erfüllen. Bei einem eigenen Werk hat man entweder zu hohe Erwartungen an sich selbst oder weiß vor lauter Ideen nicht, welche man nehmen soll. Das letzte Gefühl würde ich nicht als Angst, sondern als Unentschlossenheit bezeichnen. Letzteres trifft auf mich auch des Öfteren zu. Dann hilft nur Geduld, Nachdenken, Meditation, Transpiration, Selbstdisziplin... und irgendwann, OMMM, kommt die innere Erleuchtung und dann geht es "wie von selbst"... im Idealfall ;)

    Eine schöne Anekdote zu der von Ambre erwähnten Schreibblockade:
    Douglas Adams, der Autor von "Per Anhalter durch die Galaxis", hatte ebenfalls eine monatelang anhaltende Schreibblockade und hatte etliche Deadlines für seine neuen Romane "sausen lassen". >“I love deadlines. I love the whooshing noise they make as they go by”.< Sein Verleger hatte ihn daraufhin kurzerhand für einige Wochen in ein Hotelzimmer (ohne Telefon, TV o.ä., nur mit einer Schreibmaschine) eingesperrt und ihn damit "gezwungen", endlich etwas zu schreiben. Es hatte funktioniert, seine Roman-Serie konnte fortgesetzt werden.

    Manchmal braucht es also nur den berühmten "A...-Tritt", damit es weitergeht ;)
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  • flow_thgin
    Beim Schreiben ist diese Blockade bei mir wesentlich größer. Ich sitze seit Monaten an meinem 2. Roman fest und komme über das erste Kapitel nicht hinaus.

    Beim Malen schnappe ich mir einfach ein anderes Bild und tobe mich erst einmal da aus. Diese Blockaden sind leichter zu durchbrechen. Ich hatte daher auch in einem Monat 40 Aquarelle gemalt. Jetzt hängst gerade mal wieder.

    Als Grafikerin steht bei mir immer die von RoWo genannte Befürchtung im Vordergrund, den Erwartungen des Auftraggebers nicht zu genügen. Diese Angst ist aber unbegründet.
  • Margit Gieszer
    Margit Gieszer
    Seit ich aufgehört habe, an meine Bilder so hohe Ansprüche zu stellen, geht es nicht nur leichter von der Hand sondern sie werden auch besser, weil ich nicht so verkrampft an die Sache gehe wie früher. Ich male jetzt nicht mehr in einem Malkurs, da waren die Erwartungen der anderen und des Lehrers auch belastend, sondern zu Hause alleine oder mit einer Freundin. So kann ich mich frei entwickeln ohne Leistungsdruck.
    Ich sehe jetzt jedes Bild nicht als fertiges Ding an sich an sondern als Weg zur Weiterentwicklung. Bei jedem Bild lerne ich etwas dazu und bekomme immer mehr Übung.
    Aber ich muss meine Bilder weder verkaufen noch ausstellen, auch das steht mir frei. Ich möchte meine Malerei so von jeglichem Druck freihalten.
    Geld verdiene ich mit meinem Hauptberuf. (Oder auch nicht).
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  • Jürgen Stieler
    Jürgen Stieler
    Shauni,
    versuch doch mal, "die Angst" zu malen. Ich weiß, es ist schwer, und es kann keine "richtige" im Sinne einer allgemein gültigen Lösung geben. Aber für DICH wird das Bild richtig sein, es stellt deine Visualisierung des abstrakten Begriffes dar. Das Bild wird dir viel verdeutlichen,die Art deiner Pinselführung, Farben, Flächen, oder sogar auch Gegenstände (im Beipiel deines tollen Hintergrundes: Die Staffelei mit der leeren Leinwand davor z.B.). Das nur als Anhalt. Doch eins vorweg: "Vergessen" wird man die Angst dadurch wahrscheinlich nicht, kann aber wahrscheinlich besser mit ihr umgehen und die Sicht auf dieses fertige Bild kann befreiend wirken. Vielleicht sogar mehr als ein Bild?!?

    p.s. Ich bin kein Tielfenpsychologe oder "Freudianer", aber: Das Leben ist nicht ohne Freud!

    Liebe Grüße - Johnny
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