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  • Hilfe, ich bin am verzweifeln

  • Gast, 1 Hilfe, ich bin am verzweifeln
    Hallo Ihr,

    also ich sitze nun schon ne Weile an den Aktzeichnungen fest und bin hier gerade sehr am verzweifeln. Das ist so schwer dieses Aktzeichnen ich weiß einfach nicht wie ich vorankomme---

    Diese Übungen mit der Gliederpuppe funktionieren soweit ganz gut. Also jetzt von den Formen und so, das andere ist erstmal egal.

    Aber bei den richtigen Aktzeichnungen??

    Der Körper ist doch in 8 Köpfe unterteilt senkrecht?? Aber irgendwie will das nicht wirklich funktionieren :(

    Entweder wird dann der Kopf zu lang zu kurz zu klein. die beine zu kurz zu lang. oder die arme dann wieder zu breit, diese typische probleme halt.

    Ich wollte eigentlich mal fragen ob nicht jemand einen Tipp für mich hat wie ich das etwas leichter hin bekomme?? das ewige abmessen strengt ganz schön an, also das ist jetzt das 1. was ich auf keinen Fall später mal freiwillig machen will, das ist so verdammt schwer für mich jetzt...

    ich verzweifle und die Zeit rennt mir davon und dies ist der letzte und schwerste Kurs.

    HILFEE

    LG Doreen
  • Margit Gieszer
    Margit Gieszer
    Liebe Doreen,
    Aktzeichnen ist die schwierigste Disziplin, ich war jetzt 3 Tage bei Michael Fuchs Aktzeichnen, lauter ansonsten geübte Zeichner, aber wir haben uns alle schwerst geplagt! Dabei hatten wir für eine einzige Zeichnung 18 Stunden Zeit, immer die gleiche Position!
    Michael Fuchs hat uns einen Akt vorgezeichnet, auch er hat gesagt, dass das sehr sehr schwer ist und wenn das ordentlich werden soll, dann braucht auch er eine Woche.
    Also mach dir da gar kein Kopfzerbrechen, die Abmesserei hasse ich auch. Angeblich gibt es auch Leute, die das mit den Proportionen frei erfassen. Aber ich glaube, die haben alle schon zig Jahre Zeichenroutine.
    Also, lass den Kopf nicht hängen, es IST schwer, sauschwer, und es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen!
    Mit konsequentem Üben wird es sicherlich immer besser!
    Ich wünsche dir Durchhaltevermögen und alles Liebe, Margit
    Signature
  • Gast, 3
    18 stunden ist natürlich etwas knapp um alles wesentliche zu erfassen :))
  • Gast, 1
    okay danke...

    ich versuche es.

    ich mache jetzt erstmal ein paar skizzen. oh man, ich hätte niemals gedacht das das soooo schwer ist. vielleicht macht es mir ja doch noch irgendwann mal spaß...

    lg und ein schönes wochenende wünsche ich :)
  • Gast, 4
    richtig gut is man, wenn man im hohen alter zurück blickt und feststellt, fast täglich geübt zu haben und sich sagt, auf dem bau ich nun auf um ein guter zeichner zu werden. dann stirbt man kurz und ist glücklich.

    3 tage mal was zeichnen bringt nicht die gewünschte perfektion, leider wird alles mmer schnelllebiger heutzutage und der wesentliche sinn des gesamtergebnisses im künstlerleben wird in seiner bedeutung nach und nach vergessen.
  • Pierre Menard
    Pierre Menard
    "3 tage mal was zeichnen bringt nicht die gewünschte perfektion, leider wird alles mmer schnelllebiger heutzutage und der wesentliche sinn des gesamtergebnisses im künstlerleben wird in seiner bedeutung nach und nach vergessen."

    wo er recht hat, hat er recht. doch welchen schluss ziehen wir daraus?
    Signature
  • Gast, 6
    Hallo Shauni,

    ich mache auch aktuell meinen ersten Aktzeichenkurs mit und das ist wirklich schwierig. Ein Tip wäre, daß Du dich von den vielen Einzelheiten nicht beirren lässt und ganz grob schaust.

    Sieht dann so aus:
    🔗

    Das sind bis 10cm kleine Schattengespenster, die nur dazu da sind, in max. 5 min. die gröbsten Proportionen zu finden und festzuhalten. Und fang nie am Kopf an, sondern mache dir kleine Markierungen oben-unten-mitte und dann unterteile die Proportionen weiter und überprüfe immer wieder dein Ergebnis mit dem, was Du siehst.

    Ohne diese Anstrengung und Konzentration geht es allerdings nicht. Ich empfinde es auch als sehr kräftezehrend, sich 1,5 Stunden hinzustellen und zu arbeiten. Immer wieder überprüfen, einen Schritt zurück, Modell mit Zeichnung vergleichen, Fehler suchen, Linien "in der Luft" quasi zu üben, dann am Ende das Gefühl zu haben, kaum mehr als 2 Seiten Strichmännchen gezeichnet zu haben.

    Vielleicht hilft es dir auch zuhause eine Eieruhr zu stellen auf 3-10-15 Minuten und von einer Vorlage wirklich nur das zu erfassen, was Du als wesentlich siehst und so übst dich nicht zu sehr in Genauigkeit und Details zu verlieren. Übrigens eignet sich z.B. ein Spiegel und der eigene Körper oder auch Teile sehr gut für solche Übungen. Besser als Gliederpuppen und Fotovorlagen und immer nur solange, wie Du Geduld dazu hast.

    Die Ratschläge kommen von meiner Leiterin aus dem Kurs und dem Forum cgsociety.org, wo es ein Anatomy Bereich gibt wo jeder kostenlos mitmachen darf, allerdings auf englisch.

    LG,
    Marwi
  • Gast, 4
    kein guter kurs...
  • Gast, 6
    Hallo TopSigrid,

    dann bin ich jetzt gespannt, wie deine konstruktiven Tips aussehen. ;)

    LG,
    Marwi
  • Bina
    Bina
    Was ist das für ein Kurs , in dem 18 Std Zeit für einen Akt hat?
    Wichtig ist doch erst zu üben, schnell zu erfassen und sich auf das Wesentliche zu beschränken.
    An der Hochschule haben wir nur mit dem Bleistift gemessen, sonst mit keinen Proportionsschemen gearbeitet. Es wurde nach 15 bis max 20 minuten und zwischendurch ganz kurze Posen gezeichnet bzw gemalt.
    Statt von Fotos abzumalen, versuche doch lieber draußen Menschen zu skizzieren, das hilft sich auf das Wesentliche zu beschränken.

    viel Erfolg
    Bina
  • Gast, 8
    Nochmal :"3 tage mal was zeichnen bringt nicht die gewünschte perfektion, leider wird alles mmer schnelllebiger heutzutage und der wesentliche sinn des gesamtergebnisses im künstlerleben wird in seiner bedeutung nach und nach vergessen."


    "...wo er recht hat, hat er recht. doch welchen schluss ziehen wir daraus?"
  • Heiner Ring
    Heiner Ring
    heinerring:
    Mit Bleistift über das Auge messen ist ohne großen Aufwand möglich. Ein wenig verpöhnt, aber unheimlich wirksam ist, wenn Du, in ein leeren Spannrahmen, mit Schnüren oder dünnem Draht, gleichgroße Quatrate spannst. Dein Zeichenblatt ebenfals in Quatrate einteilst. Wenn du nun dein Objekt durch den Spannrahmen betrachtest, kannst du die Formen anhand der Quatrate mühelos übertragen. Diese Technik wurde von allen großen italienichen Malern des 16-18 Jahrhunderts angewendet. Mußt halt vorher ein bißchen Basteln. Akt liegend
    Signature
  • Gast, 6
    Achsooo,

    ich dachte ich wäre gemeint. Das sehe ich mal meinungsübernehmend ebenso und es wurde mir von einigen Kunststudenten auch geraten, lieber einen Kurs über ein Semester (1x wöchentlich) zu buchen als so einen Crashkurs.

    LG,
    Marwi ;)
  • Gast, 4
    marwiewaswarum... nix tipps, einfach arbeiten. "trainieren" um genau zu sein.
    zeichnen, egal wo man ist.

    ich war ne woche anner ostsee und hab da "10 sekundenskizzen" von bewegten motiven gemacht, sprich: wie nen bekloppter am tag hunderte leute schnell erfasst und zkizziert, die an mir vorbeigelaufen sind. kostet ne menge papier, aber bringt ungemein was.. ich lads vielleicht mal teilweise hoch, wenns wen interessiert.
  • Gast, 8
    "10 sekundenskizzen" ?
    JA, BITTE.
  • Pierre Menard
    Pierre Menard
    "ich lads vielleicht mal teilweise hoch, wenns wen interessiert."

    würde mich auch interessieren.
    Signature
  • Gast, 4
    ok, moment...
  • Gast, 4
    10 sek. skizzen / bewegungserfassungszeuchs
  • efwe
    efwe
    -reduziere die formen --- g :)
    Signature
  • Gast, 4
    erfasse das nötigste, den der moment soll festgehalten, nicht wiedergeben werden.
  • Gast, 6
    Hallo TopSigrid,

    ahso. Danke für die bildhafte Erklärung.

    Ich bin ein wenig eine Englischgeschädigte, dort schimpft es sich "gestures".

    LG,
    Marwi
  • Gast, 8
    @Gast, 6. "Ein Tip wäre, daß Du dich von den vielen Einzelheiten nicht beirren lässt und ganz grob schaust."??? Ich probiere diese These mit PLATON zu widerlegen :-)

    Die Athena Parthenos war das etwa zwölf Meter hohe, aus Gold und Elfenbein gefertigte Götterbild, das PHIDIAS geschaffen hat und das 438 v. Chr. in der Cella des Parthenon-Tempels auf der Akropolis aufgestellt wurde. Nur stark verkleinerte römische Nachbildungen - wie zum Beispiel die etwa ein Meter hohe sogenannte VARVAKION ATHENA aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. im Athena Nationalmuseum - geben einen blassen Abglanz von diesem Meisterwerk der Hochklassik.

    http://www.goddess-athena.org/Museum/Sculptures/Alone/Athena_Parthenos_Varvakeion.jpg

    Die Athena Parthenos war ein Kultbild, das rituell verherrlicht wurde und Opfer dargebracht bekam.

    PHIDIAS hat den Kopf der Athena Parthenos gemessen an den menschlichen Proportionen zu groß gebildet. Da man aber den Kopf als normaler Betrachter ausschließlich in einer Höhe von 12 Meter sah, wirkte er auf den Betrachter kleiner. PHIDIAS hat ihn größer geformt, als es die menschliche Proportion vorschreibt, mit der Wirkung, dass der so höhe Kopf dem tiefen Betrachter nicht zu klein erscheinen kann.

    Aus der Sicht PLATONS war PHIDIA'S Schritt pure Götteslästerung. Er gibt der Athena einen Wasserkopf; man kann dies nachmessen.

    Für PLATON hat die Kunst nicht die Aufgabe, einen neuen, eigenständigen autonomen Gegenstand herzustellen. Sie soll vielmehr eine präzise Teil-für-Teil-Reproduktion liefern.. Schon im 4. Buch schreibt PLATON, dass eine als Ganzes geglückte Nachahmung nicht entsteht, indem der Künstler das Ganze ins Auge faßt, sondern indem möglichst präzise jedes Teil der nachzuahmenden Sache einzeln nachgeahmt wird:

    "Wie nun, wenn jemand, indem wir Statuen malten, herzuträte und uns tadelte, dass wir den schönsten Teilen des Körpers nicht auch die schönsten Farben auflegten, weil die Augen, als das Schönste, doch nicht mit Purpur bestrichen wären, sondern mir Schwärze, wie wir glauben würden, uns ganz angemessen gegen diesen zu verteidigen, wenn wir sagten:

    -Du Wunderlicher, verlange nur nicht, dass wir so schöne Augen malen sollen, dass sie gar nicht mehr als Augen erschienen, und so auch die andere Glieder; sondern sieh nur darauf, ob wir bei jedem das Gehörige anbringen und so das Ganze schön machen".

    Das heißt: Die Einzeteile werden so nachgeamt, als wenn sie allein nachgeahmt werden müßten und nicht Teile in einem Ganzen währen. Das Aussehen der Teile sollte also für PLATON nicht kontextuell, das heißt innerhalb der ganzen Erscheinung bestimmt werden.

    Denn jedes Teil eines Ganzen hat, wie das Ganze selbst, auch eine Idee und ist deshalb gegenüber dem Ganzen gleichwertig zu behandeln. (Aus dem Buch von Lambert Wiesing "Artifizielle Präsens", S.136-140.)
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