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  • Hilfe, ich bin am verzweifeln

  • iwraM
    Hallo TopSigrid,

    ahso. Danke für die bildhafte Erklärung.

    Ich bin ein wenig eine Englischgeschädigte, dort schimpft es sich "gestures".

    LG,
    Marwi
  • sinA
    @Marwi. "Ein Tip wäre, daß Du dich von den vielen Einzelheiten nicht beirren lässt und ganz grob schaust."??? Ich probiere diese These mit PLATON zu widerlegen :-)

    Die Athena Parthenos war das etwa zwölf Meter hohe, aus Gold und Elfenbein gefertigte Götterbild, das PHIDIAS geschaffen hat und das 438 v. Chr. in der Cella des Parthenon-Tempels auf der Akropolis aufgestellt wurde. Nur stark verkleinerte römische Nachbildungen - wie zum Beispiel die etwa ein Meter hohe sogenannte VARVAKION ATHENA aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. im Athena Nationalmuseum - geben einen blassen Abglanz von diesem Meisterwerk der Hochklassik.

    http://www.goddess-athena.org/Museum/Sculptures/Alone/Athena_Parthenos_Varvakeion.jpg

    Die Athena Parthenos war ein Kultbild, das rituell verherrlicht wurde und Opfer dargebracht bekam.

    PHIDIAS hat den Kopf der Athena Parthenos gemessen an den menschlichen Proportionen zu groß gebildet. Da man aber den Kopf als normaler Betrachter ausschließlich in einer Höhe von 12 Meter sah, wirkte er auf den Betrachter kleiner. PHIDIAS hat ihn größer geformt, als es die menschliche Proportion vorschreibt, mit der Wirkung, dass der so höhe Kopf dem tiefen Betrachter nicht zu klein erscheinen kann.

    Aus der Sicht PLATONS war PHIDIA'S Schritt pure Götteslästerung. Er gibt der Athena einen Wasserkopf; man kann dies nachmessen.

    Für PLATON hat die Kunst nicht die Aufgabe, einen neuen, eigenständigen autonomen Gegenstand herzustellen. Sie soll vielmehr eine präzise Teil-für-Teil-Reproduktion liefern.. Schon im 4. Buch schreibt PLATON, dass eine als Ganzes geglückte Nachahmung nicht entsteht, indem der Künstler das Ganze ins Auge faßt, sondern indem möglichst präzise jedes Teil der nachzuahmenden Sache einzeln nachgeahmt wird:

    "Wie nun, wenn jemand, indem wir Statuen malten, herzuträte und uns tadelte, dass wir den schönsten Teilen des Körpers nicht auch die schönsten Farben auflegten, weil die Augen, als das Schönste, doch nicht mit Purpur bestrichen wären, sondern mir Schwärze, wie wir glauben würden, uns ganz angemessen gegen diesen zu verteidigen, wenn wir sagten:

    -Du Wunderlicher, verlange nur nicht, dass wir so schöne Augen malen sollen, dass sie gar nicht mehr als Augen erschienen, und so auch die andere Glieder; sondern sieh nur darauf, ob wir bei jedem das Gehörige anbringen und so das Ganze schön machen".

    Das heißt: Die Einzeteile werden so nachgeamt, als wenn sie allein nachgeahmt werden müßten und nicht Teile in einem Ganzen währen. Das Aussehen der Teile sollte also für PLATON nicht kontextuell, das heißt innerhalb der ganzen Erscheinung bestimmt werden.

    Denn jedes Teil eines Ganzen hat, wie das Ganze selbst, auch eine Idee und ist deshalb gegenüber dem Ganzen gleichwertig zu behandeln. (Aus dem Buch von Lambert Wiesing "Artifizielle Präsens", S.136-140.)
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