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  • Lasurmalerei mit Tempera?

  • sunny61
    sunny61 Lasurmalerei mit Tempera ?
    Ich habe zu meiner eigenen Erbauung ein altes Hobby wiederentdeckt, ein paar VHS-Lehrgänge besucht und mich fleißig durch dieses Forum gelesen.

    Nachdem ich mir einbildete, mit Farbe auf Kriegsfuß zu stehen, habe ich mich nach einigen Versuchen mit Pastellkreiden nun mit der Lasurmalerei ( z.B. Thema Pferde, Akte) angefreundet - mit Temperafarben.
    Nun kämpfe ich mit so einigen Problemen: Wie kann ich die Vorzeichnung (leider schwarzer Pastellstift, Kohle) besser abdecken, wie Fehler (z.B. zu kräftig angelegter Schatten) kaschieren, Grauschleier ? ...
    Kann ich die erste Schicht deckender auftragen und dann dünner lasieren ?
    Leider habe ich bisher hier keinen Hinweis gefunden, dass Tempera überhaupt verwendet wird. Lese immer nur von Acryl- und Ölfarben.

    Ist Lasurmalerei mit Öl für mich als Änfänger doch "einfacher" ? Bestehen da grosse Unterschiede ?
    Vielleicht hat hier einer von euch einen Tipp für mich, ehe ich losziehe und mich mit Farbe und Zubehör für Öl-Lasur eindecke.

    Liebe Grüsse von Sunny
    einem ratlosen Anfänger
  • Margit Gieszer
    Margit Gieszer
    Hi Sunny,
    ich arbeite mit Temperauntermalung und Öllasuren.
    Die Vorzeichnung erfolgt bei mir mit ganz dünnen weissen Pastellkreidestrichen, gefolgt von einer Weißhöhung in Eitempera. Darüber kommen dann die Harzöllasuren.
    Das Pferd hier ist so entstanden. Beim Pferd habe ich noch mit Acryl untermalt, aber die meisten meiner Bilder entstehen mit Eitemperauntermalung. Im Prinzip ist es der gleiche Vorgang.
    Friesenhengst
    Signature
  • musrednar
    tempera auf tempera lasieren geht ja meines wissens nicht (habe ewig nix mehr damit gemacht), weil die neue wasserfeuchte schicht die alte trockene anlösen würde.
    keine ahnung, ob das bei eitempera anders ist, im vergleich zur "normalen".
    eitempera lasuren werden oft in der ölmalerei zwischen den ölschichten als weißhöhung (aufhellung) verwendet.

    wenn du mit lasuren arbeiten willst, würde ich acrylfarben empfehlen, für den beginn ...

    nach aufbringen einer dünnen lasur in acryl, die recht schnell trocknet, ist es problemlos möglich eine weitere lasur acryl aufzubringen, es löst sich nix mehr an (wie bei tempera). dann, nach abermaligem trocknen die nächste schicht usw...

    die vorzeichnung, wenn sie zu dunkel geraten ist, kannst du vor beginn des "richtigen malens" mit einer weißen (oder eben der farbe des untergrundes) acryllasur mit dem pinsel "nachzeichnen" und so abschwächen.

    für acryl lasuren nimmst du entweder einfach viel wasser oder ein lasurmittel/malmittel. es geht aber auch gut, mit einem relativ trockenen pinsel (farbe vorher im tuch abstreifen) dünne und durchscheinende aufträge zu erzielen.
    die beste tiefenwirkung ist aber wohl nur mit malmitteln zu erreichen. lasse mich diesbezüglich aber gerne eines besseren belehren.

    das von mir als acryl-fan. wie es mit öl steht, kann ich dir leider nicht sagen.

    viel spaß wünsche ich!
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  • sunny61
    sunny61
    Oh, das ging aber schnell. Vielen, lieben Dank an Margit und Barbara.

    Unser "Meister" im Lehrgang hat wie folgt argumentiert: Da Acrylfarben Lösungsmittel beeinhalten, nehmen wir Tempera." (???)
    Haben mit je einem Drittel Verzögerer, Malmittel, Wasser ein Lasurmittel hergestellt. Damit konnte ich die vorangegangene Schicht nach Trocknung übermalen. Bin über meinen Pferde-Porträt(5-6 Schichten), wie unser Brauner da aus seinem Stall schaut, auch sehr glücklich - war sicher Anfängerglück.

    Kompliment übrigens am Margit für den Friesen.

    Aber mit dem Akt habe ich Probleme. Wie gesagt, zu starke Vorzeichnung, falscher Schatten und trotz Korrekturversuche schaut´s immer wieder durch oder ich hab einen Grauschleier fabriziert.
    Traue mir nicht, dicker (pastos) draufzugehen, da es sich dann farblich und strukturell so "abhebt".
    Ist ja dann keine Lasur mehr, oder sehe ich da was falsch?

    Die Sache mit Temperauntermalung ( oder auch Acryl) und Öllasur finde ich sehr interessant. Werde wohl doch noch mal einkaufen gehen... Bin für jeden Rat offen.

    Liebe Grüße
    Sunny
  • Mo Häusler
    Mo Häusler
    Komisch... dass grade Acrylfarbe Lösungsmittel beinhalten soll... :o) Vielleicht hat dein "Meister" sich vertan und meinte das andersrum? *g*
    Na ernsthaft: Echte Temperafarbe (Eitemp., Kaseintemp. zB) hat ja oft Anteile, die riechen können... so ein Dammarharz zB kann schon heftig duften... Die Leimtempera (= Gouache) riecht nicht, ist klar (Bindemittel ist oft Gummiarabikum, wie Aquarell also) - aber die ist eigentlich das Gegenteil einer Lasurfarbe - vielmehr ist sie eine fast pastose Deckfarbe, wenn ich sie dicht setze... Barbara hat schon geschrieben, dass Temp. wasseranlösbar ist, also kann ich in Schichten nur mit Bedacht und strichelnd arbeiten. Eitempera wird zwar nach einer längeren Zeit unlöslich, aber das abzuwarten dauert wohl zu lange...

    Vielleicht führt dein Malmittel/Verzögerer/Wassergemisch dazu, dass die Tempera eher unlöslich wird - diese Mischung würde ich eher im Acrylbereich vermuten... ich glaub ich probier das auch mal mit Leimtempera, vielleicht entdecke ich da ja was Neues!?

    Ich verwende für Untermalungen in Öl ganz gerne Acryl - das hält die fetten Anteile eine Weile noch aus der Malerei, bleibt schön mager - und trocknet hurtig *g* Doch auch als Lasurmalereitechnik hat diese Farbe ihre Vorteile: Haltbarkeit, chemische Stabilität, elastischer Malfilm...

    Achja, noch zu deinen Bedenken, pastöser an eine Bildretusche zu gehen: Wenn es Leimtempera ist, die ja löslich bleibt, lös es an und entferne, was dich stört. Damit dick drüberzugehen wird springen. Dicke Gouache wird spröde, gleich oder in ein paar Wochen... (wie ich kürzlich wieder erleben musste *ärger*)
    Wie ich das sehe, bestehen deine Bedenken zu Recht!

    *schmöker* die Mädels haben eh schon alles geschrieben! :o)))

    *good luck*
    Mo
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