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  • Pressemitteilung der Bundesregierung

  • Dr. Ulrike Ritter
    Dr. Ulrike Ritter Pressemitteilung der Bundesregierung
    Vom businessportal24 habe ich gerade diese Pressemeldung abgefischt:

    "Pressemeldung von:
    Presse- und Informationsamt der Bundesregierung
    13.12.2006. Das Bundeskabinett hat die Änderung des Künstlersozialversicherungsgesetzes beschlossen. Kulturstaatsminister Bernd Neumann sagte nach der Kabinettsitzung:

    'Die Bundesregierung stärkt mit dieser Gesetzesänderung die Künstlersozialversicherung als wichtiges Instrument der Kulturförderung und der sozialen Sicherung der Künstlerinnen und Künstler. Das Ziel ist die finanzielle Stabilisierung der Künstlersozialversicherung.'

    Verbesserungen werden zum einen dadurch angestrebt, dass die bisherigen Einkommensschätzungen der Versicherten durch
    verlässliche Angaben über das tatsächliche Einkommen ersetzt werden. Dafür muss das tatsächliche Einkommen der vergangenen vier Jahre nachgewiesen werden.

    Zugleich wird künftig durch Überprüfungen sichergestellt, dass abgabepflichtige Betriebe ihrer Zahlungspflicht nachkommen. Durch die bessere Erfassung soll der Abgabesatz der Verwerter in Zukunft möglichst gering gehalten werden. Für 2007 ist der Abgabesatz auf 5,1 Prozent festgelegt. Auch bei steigenden Mitgliederzahlen wird die Finanzierung der Künstlersozialversicherung auf diesem Weg stabilisiert werden können.

    In der Künstlersozialversicherung sind zur Zeit rund 150.000 selbständige Künstler und Publizisten versichert. Die Finanzierung erfolgt zur Hälfte durch die Beiträge der Versicherten, zu 20 Prozent über einen Bundeszuschuss sowie zu 30 Prozent durch die Künstlersozialabgabe, die bei den kunst- und publizistikverwertenden Unternehmen auf die Honorare an Künstler und Publizisten erhoben wird. Mit dem heute beschlossenen Gesetzentwurf setzt die Bundesregierung eine entsprechende Vereinbarung im Koalitionsvertrag um.

    Presse- und Informationsamt der Bundesregierung
    E-Mail: mailto:InternetPost@bundesregierung.de
    Internet: https://www.bundesregierung.de/Webs/Breg/DE/Startseite/startseite_node.html

    Dorotheenstr. 84
    D-10117 Berlin
    Telefon: 01888 / 272 – 0
    Telefax: 01888 / 272 - 2555 "


    Soll das heißen, Steuerprüfung über die letzten vier Jahre? Und warum erfährt man erst jetzt davon, nachdem die Sache gegessen erscheint, selbst wenn man die fast täglichen Newsletter und Premis des Kulturrats abonniert hat? Nicht, dass das ein Problem wäre, aber der Bürokram, Verwaltungssch..., - das lohnt sich ja nur noch für Pornographie-Fotografen.

    Aber wen wundert es, - auch noch dieser scheinheilige Ton - "gestärkt" - schließlich verklickert man an bayerischen Schulen (CSU-Land, wie bekannt) den Kids sogar noch, Künstler wären Gaukler und Scharlatane...

    Wer sich auskennt weiß ja auch, dass es Mindestgrenzen dafür gibt, dass man überhaupt versichert ist...und was als anrechenbares Einkommen gilt, soll dann im Rechtsstreit entschieden werden? Immerhin ist es offiziell nicht nur das steuerpflichtige. Und die Prüfung erfolgt bei unserer ach so regierungsfernen Justiz?

    Das steckt dann wohl dahinter: Der "wirtschaftliche Aufschwung" wird weiter gefördert, indem man 50 % ? der Versicherten (die noch bezuschusst werden) die Berechtigung streicht. Der Originaltext sollte also wohl lauten: "Künstlersozialversicherung auf dem Prüfstand" oder gleich "Endlich Schluss mit KünstlerInnenrenten".

    Herzlichen Glückwunsch, Deutschland!
  • siku
    Die KSK hat seit Ende der 90er Jahre Probleme mit ihrem sozialen Auftrag, freiberuflichen Kunstschaffenden eine Alterssicherung zu ermöglichen:

    Die Zahl derjenigen, die sich über die KSK versichern wollen, steigt ständig an (im Gegensatz zu den Anfängen der KSK in den 80er Jahren, da war die Kasse bei Vermarktern sowieso nicht, aber auch bei freischaffenden Künstlern nicht gerade beliebt). 2004 waren es noch 134 000 Mitglieder, während es heute bereits 150 000 sind.
    Die Bundeszuschüsse wurden angesichts knapper Staatskasse im Jahre 2000 von 25 auf 20 Prozent gekürzt.

    Über das Problem der Finanzierung wird schon länger verhandelt. Um 2003/2004 tauchte gar das Gespenst der Auflösung der KSK auf: Künstler protestierten öffentlich dagegen. Bereits 2004 wurde eine Erhöhung der Vermarkterabgabe auf bis zu 5,8% prognostiziert, da liegen die jetzt beschlossenen 5% durchaus noch im Rahmen. Die Bundesregierung beteuerte damals wiederholt, dass die KSK erhalten werden solle, an diese Zusage hat man sich gehalten.
    Ein Steuernachweis ist noch keine Steuerprüfung. Ich sehe da kein Ungemach - und bisher konnte jeder Künstler nach bestem Wissen ung Gewissen einzahlen. Eine Regelung dahingehend, dass die tatsächlichen Einkünfte angegeben werden müssen war zu erwarten.
    Insgesamt ist das Bemühen um die KSK doch positiv zu bewerten.
  • Horst Fischer
    Horst Fischer
    Zitat: Dafür muss das tatsächliche Einkommen der vergangenen vier Jahre nachgewiesen werden.
    Zugleich wird künftig durch Überprüfungen sichergestellt, dass abgabepflichtige Betriebe ihrer Zahlungspflicht nachkommen.

    Welcher Betriebe?
    Bin ich einer?

    Wir werden zu einem vollständigen Überwachungsstaat, natürlich durch "gutmenschlichkeit" erklärt.

    Erst mußt Du die Hürden überwinden um Dich sicher zu fühlen, falls Du das tust, bist Du in unserem Nachweis und Prüfungssystem.

    Na toll.
    H.
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  • Dr. Ulrike Ritter
    Dr. Ulrike Ritter
    das Bemühen um die KSK


    Solche Beiträge schreibt man hier wie andersort, um als "differenziert" zu gelten (vielleicht auch wohlhabend jenseits der Sorgengrenze etc.). Doch dieser Möchte-gern-Konservatismus ist Augenwischerei. Natürlich hängt es davon ab, wie der "Nachweis der tatsächlichen Einkünfte" zu verstehen ist. Ich weiß aber zum Beispiel aus eigener Erfahrung - mit einer Steuerprüfung, die daraus resultierte, dass man sich im bayerischen Schwaben weder unter einem Kleinverlag noch unter künstlerischer Tätigkeit irgendetwas vorstellen konnte - wie enervierend und aufwändig ein solcher "Nachweis" sein kann. Außerdem ist entscheidene Tatsache - wie von mir bereits hervorgehoben - dass bei der Künstlersozialkasse nicht nur steuerpflichtige Einkünfte als Einkommen angerechnet werden. Was gehört also dazu, was nicht?

    "Nachweis" kann ich mir zudem nicht sehr viel anders vorstellen als durch Vorlage von Rechnungen und Kontoauszügen. Also der gesamte Steuerordner plus Zusatzeinnahmen (Stipendien, Projektspenden etc.) "durchkommentiert" - denn bei der Künstlersozialkasse zählen ja auch 'nicht steuerpflichtige' Einkünfte.

    Von der Steuerprüfung unterscheidet sich das ausschließlich darin, dass keine Mängelunterstellung implizit ist - beziehungsweise nur "kollektiv", sonst gäbe es dieses Gesetz nicht - und darin, dass man wahrscheinlich nicht jeden einzelnen Betrag noch einmal zusätzlich nummerieren und auflisten muss.

    Sehr viel vernünftiger wäre es wohl, wenn die Künstlersozialkasse ihr überholtes Klassifikationssystem überarbeiten würden. Das Berufsbild des ausschließlich "Bildschaffenden" oder ausschließlich "Wortschaffenden" dürfte wohl als überholt gelten. Eindeutig werden sowohl bei der neuen Regelung echte Freiberufler, für die die Künstlersozialkasse eigentlich da ist, massiv benachteiligt. Denn wer bei den großen Verlagen, Hochschulen oder Fernsehanstalten eine feste Stelle hat oder "Jahreswerkverträge", wird sich mit solchen Regelungen kaum schwertun. Machen wir also wieder Marketing für ARD & ZDF, Heinrich Bauer, Bertelsmann, G & Jahr etcetera oder schleimen wir uns bei Professoren ein, damit wir es als Stipendiaten einfach mit den Nachweisen haben. Staat und/oder Großunternehmen sollen entscheiden. Einfach klasse.

    Hinzukommt, dass die steuerlichen Bedingungen, denen eine künstlerische Tätigkeit unterliegt - das betrifft insbesondere die Mehrwertsteuerfragen - in den einzelnen Bundesländern sehr unterschiedlich gehandhabt wird. Beim Finanzamt Schwaben wusste man z.B. vom ermäßigten Steuersatz für "handgemalte" Kunst nur zum Preis einer Steuerprüfung etwas. Man versuchte mir ernsthaft innerhalb einer behördlichen Korrespondenz weiszumachen, die Ermäßigung gelte nur für Bilder, die "verliehen" werden. Nicht aber bei einem Verkauf!
    (Von Fragen der kompletten Befreiung ganz abgesehen).
    Es ist klar, dass Finanzbeamte schwieriger zum "Nachweis" zu zwingen sind als die Versteuernden.

    Dass man ein typisches Instrument zur Einschränkung von intellektueller und finanzieller Unabhängigkeit und Selbstständigkeit hier schönredet - und das kurz nachdem das auswärtige (!!!) Amt am Tag der Menschenrecht an den Wert der Pressefreiheit erinnert - ist einfach indiskutabel.
  • xnup
    stimme electroniclandscape voll und ganz zu.

    Zu dem kann hier ohne weiteres vermutet werden die Kulturförderung soll weiter privatisiert werden- um einen weiteren Rückzug Staatlicher/Kommunaler Kulturförderung durchzuziehen.

    Ganz abgesehen davon, KSK als "Kulturförderung" hinzustellen ist schon extrem Grotesk, stopft sie doch allenfalls die Löcher die durch einen großflächigen Rückzug aus der produktiven Förderung entstehen.

    Wer halbwegs schlau ist organisiert eine eigene private Vorsorge, und so läuft es doch auch in der Praxis.

    danke.angela


    [ps. kleiner Scherz am Rande:
    🔗
    hahaha]
  • Dr. Ulrike Ritter
    Dr. Ulrike Ritter
    Danke punx! Wollte zuvor schon überhaupt nicht mehr nachschauen, was hier dazu geschrieben wird.
    Ulrike
  • siku
    Danke punx! Wollte zuvor schon überhaupt nicht mehr nachschauen, was hier dazu geschrieben wird.
    Ulrike


    Das nenne ich einen eingeengten Blick für "Diskussionskultur". Hat jemand eine positivere Meinung zu der angesprochenen Sache, reagiert man unfreundlich. "Und willst du nicht mein Nachbar sein, \"

    Zur Sache KSK schreibe ich vielleicht später noch, auch dann, wenn Electroniclandscape es nicht mehr lesen will und wird. Das Verhalten der Themenstarterin ist wohl eher diktatorisch als demokratisch zu nennen.

    Freundlich Grüße
    siku
  • siku
    das Bemühen um die KSK
    ... "Nachweis" kann ich mir zudem nicht sehr viel anders vorstellen als durch Vorlage von Rechnungen und Kontoauszügen. Also der gesamte Steuerordner plus Zusatzeinnahmen (Stipendien, Projektspenden etc.) "durchkommentiert" - denn bei der Künstlersozialkasse zählen ja auch 'nicht steuerpflichtige' Einkünfte.

    Von der Steuerprüfung unterscheidet sich das ausschließlich darin, dass keine Mängelunterstellung implizit ist - beziehungsweise nur "kollektiv", sonst gäbe es dieses Gesetz nicht - und darin, dass man wahrscheinlich nicht jeden einzelnen Betrag noch einmal zusätzlich nummerieren und auflisten muss.
    [...]
    Dass man ein typisches Instrument zur Einschränkung von intellektueller und finanzieller Unabhängigkeit und Selbstständigkeit hier schönredet - und das kurz nachdem das auswärtige (!!!) Amt am Tag der Menschenrecht an den Wert der Pressefreiheit erinnert - ist einfach indiskutabel.
    ___________________

    [quote="punx"]

    stimme electroniclandscape voll und ganz zu.

    Zu dem kann hier ohne weiteres vermutet werden die Kulturförderung soll weiter privatisiert werden- um einen weiteren Rückzug Staatlicher/Kommunaler Kulturförderung durchzuziehen.

    Ganz abgesehen davon, KSK als "Kulturförderung" hinzustellen ist schon extrem Grotesk, stopft sie doch allenfalls die Löcher die durch einen großflächigen Rückzug aus der produktiven Förderung entstehen.

    Wer halbwegs schlau ist organisiert eine eigene private Vorsorge, und so läuft es doch auch in der Praxis.
    danke.angela
    ich verstehe die Aufregung nicht, kaum wird ein Gesetz überholt, wittert man erstmal grundsätzlich Ungemach. Beide Zitate von electroniclandscape und von punx drücken persönliche Vermutungen aus.

    Per Gesetz wurde doch eigentlich nichts Neues beschlossen, sondern nur, dass Künstler in Zukunft einen Einkommensnachweis erbringen müssen - und der, folgt man diesem Text
    🔗

    wird auch nur stichprobenartig kontrolliert.

    Zur Bemessungsgrundlage:
    "Das an die KSK zu meldende Arbeitseinkommen entspricht dem nach den allgemeinen Gewinnermittlungsvorschriften des Einkommenssteuerrechts ermittelten Gewinn aus der selbstständigen künstlerischen/ publizistischen Tätigkeit, der aus der Differenz zwischen Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben ermittelt wird (§15SBG IV,§4 Abs. 3 ESTG), nachzulesen hier: 🔗

    Private Einkünfte wie Zinsen etc. haben in der Vergangenheit nicht zur Bemessungsgrundlage der KSK gehört, von einer Änderung diesbezüglich ist in der Pressemitteilung kein Hinweis zu finden.

    Nicht alle freiberuflichen Kunstschaffenden verdienen so viel, dass sie sich privat krankenversichern können (ob sich die KSK als Altersvorsorge lohnt?) - und genau für diesen Personenkreis ist die KSK interessant und hilfreich, das zeigt doch auch der große Zuwachs an Mitgliedern, den die KSK in den letzten Jahren zu verzeichnen hatte und der die Finanzierungsprobleme verschärft hat.

    Negative Stimmungmache bringt meines Erachtens nix und fördert die Diskussion zu diesem Thema auch nicht.
    Mit der Bitte um eine etwas sachlichere Diskussion

    Gruß siku
  • xnup
    Zwar zitierst du mich s.o. alledings gehst du mit keinem Wort auf die alte Frage der KSK als Kulturförderinstrument ein. Damit wird die Diskussion von dir einmal mehr banalisiert.

    siku: "Insgesamt ist das Bemühen um die KSK doch positiv zu bewerten."

    Nur wenn man sämtliche die Situation der Künstler sonst betreffenden staatlichen Maßnahmen ausblendet und Ursachen und Wirkungen nicht mit berücksichtigt, und sich selbst in die Rolle des braven Bittstellers begibt und zufrieden ist mit den Brotkrumen die abfallen.

    Zwischen der verstärkten Inanspruchname der KSK und einem Wegbrechen der Kulturförderung besteht ein deutlicher Zusammenhang.

    Mal als Fussnote finde ich deine Rethorik mittlerweile auch ziemlich seltsam, denn es lässt sich ein Muster feststellen - du stellst Behauptungen auf, ohne auf die inhaltliche Schiene einzusteigen. Permanente Vereinfachung um zu lautsprecherischen Aussagen zu gelangen.

    Z.B.
    "ich verstehe die Aufregung nicht, kaum wird ein Gesetz überholt, wittert man erstmal grundsätzlich Ungemach."
    Kanst du überhaupt nicht daraus ableiten, da ich die Gesetzesänderung in einen Übergeordneten Kontext eingebunden habe, auf den du s.o. nicht eingehst.

    "Beide Zitate von electroniclandscape und von punx drücken persönliche Vermutungen aus. "
    Blödsinn die Debatte um die KSK wird seit Böll geführt - entweder du verfolgst sie nicht oder hast keine Lust auf diesen Gesamtkontext einzugehen.

    "Negative Stimmungmache bringt meines Erachtens nix und fördert die Diskussion zu diesem Thema auch nicht."

    Tolle Feststellung, denn du bist eben derjenige der nicht Diskutiert sondern allein an der Oberfläche einer solchen Gesetzesänderung klebt.

    Ich werde es jedenfals definitiv aufgeben hier mehr zu erwarten als oberflächliches BlaBla was man schon im Spiegel ausführlicher hat.
  • xnup
    MArtinicios Link weist auf den eigentlichen Kern der Debatte - und man muss auch sehen:

    "Einkommenssituation der Künstler/-innen dar: 1% verfügt über ein Ein­kommen von über 100.000 Euro, 83% geben ein Einkommen unter 15.000 Euro an, 20% melden negatives Einkommen, über 50% beziehen ihr Einkommen nicht aus künstlerischer Tätigkeit. Bis zum 45. Lebensjahr steigt das Einkommen, danach sinkt es wieder."

    "Trotz der symbolischen Aufwertung kultureller und kreativer Arbeit verschlechtern sich ihre Produktions­bedingungen. Künstler/-innen tendieren in den westlichen Gesellschaften dazu, sich individualistisch zu organisieren, d.h. keine Interessengemeinschaften zu bilden, was in ihrer Vorstellung, autonom und im Selbstauftrag zu arbeiten, begründet ist. Erst langsam beginnen sich Kulturproduzent/-innen bewusst über ihr Rollenverständnis auszutauschen und Beziehungen zwischen selbständiger kreativer Arbeit und der von Politik und Wirtschaft definierten kulturellen Ökonomie herzustellen17."

    http://eipcp.net/policies/2015/sollfrank/de

    Warum ist das so? Und warum wird sich diese Situation eher verschärfen als verbessern? Und warum ist diese Gesetzesänderung, dann nichts als ein Feigenblatt?

    Darum könnte man sicherlich mal sehr trefflich streiten. Dann aber auch ernsthaft - und im Zusammenhang - nicht isoliert. So könnte man zu brauchbaren und ernsthaften Äußerungen auch zu einzelnen Maßnahmen gelangen.

    Dann doch die Debatte über den erhitzten Kunstmarkt miteinbeziehen - so kanns gehen.

    gruss
  • Herr Lehmann
    Herr Lehmann
    Zwar zitierst du mich s.o. alledings gehst du mit keinem Wort auf die alte Frage der KSK als Kulturförderinstrument ein. Damit wird die Diskussion von dir einmal mehr banalisiert.

    siku: "Insgesamt ist das Bemühen um die KSK doch positiv zu bewerten."

    Nur wenn man sämtliche die Situation der Künstler sonst betreffenden staatlichen Maßnahmen ausblendet und Ursachen und Wirkungen nicht mit berücksichtigt, und sich selbst in die Rolle des braven Bittstellers begibt und zufrieden ist mit den Brotkrumen die abfallen.

    Zwischen der verstärkten Inanspruchname der KSK und einem Wegbrechen der Kulturförderung besteht ein deutlicher Zusammenhang.

    Mal als Fussnote finde ich deine Rethorik mittlerweile auch ziemlich seltsam, denn es lässt sich ein Muster feststellen - du stellst Behauptungen auf, ohne auf die inhaltliche Schiene einzusteigen. Permanente Vereinfachung um zu lautsprecherischen Aussagen zu gelangen.

    Z.B.
    "ich verstehe die Aufregung nicht, kaum wird ein Gesetz überholt, wittert man erstmal grundsätzlich Ungemach."
    Kanst du überhaupt nicht daraus ableiten, da ich die Gesetzesänderung in einen Übergeordneten Kontext eingebunden habe, auf den du s.o. nicht eingehst.

    "Beide Zitate von electroniclandscape und von punx drücken persönliche Vermutungen aus. "
    Blödsinn die Debatte um die KSK wird seit Böll geführt - entweder du verfolgst sie nicht oder hast keine Lust auf diesen Gesamtkontext einzugehen.

    "Negative Stimmungmache bringt meines Erachtens nix und fördert die Diskussion zu diesem Thema auch nicht."

    Tolle Feststellung, denn du bist eben derjenige der nicht Diskutiert sondern allein an der Oberfläche einer solchen Gesetzesänderung klebt.

    Ich werde es jedenfals definitiv aufgeben hier mehr zu erwarten als oberflächliches BlaBla was man schon im Spiegel ausführlicher hat.


    MArtinicios Link weist auf den eigentlichen Kern der Debatte - und man muss auch sehen:

    "Einkommenssituation der Künstler/-innen dar: 1% verfügt über ein Ein­kommen von über 100.000 Euro, 83% geben ein Einkommen unter 15.000 Euro an, 20% melden negatives Einkommen, über 50% beziehen ihr Einkommen nicht aus künstlerischer Tätigkeit. Bis zum 45. Lebensjahr steigt das Einkommen, danach sinkt es wieder."

    "Trotz der symbolischen Aufwertung kultureller und kreativer Arbeit verschlechtern sich ihre Produktions­bedingungen. Künstler/-innen tendieren in den westlichen Gesellschaften dazu, sich individualistisch zu organisieren, d.h. keine Interessengemeinschaften zu bilden, was in ihrer Vorstellung, autonom und im Selbstauftrag zu arbeiten, begründet ist. Erst langsam beginnen sich Kulturproduzent/-innen bewusst über ihr Rollenverständnis auszutauschen und Beziehungen zwischen selbständiger kreativer Arbeit und der von Politik und Wirtschaft definierten kulturellen Ökonomie herzustellen17."

    http://eipcp.net/policies/2015/sollfrank/de

    Warum ist das so? Und warum wird sich diese Situation eher verschärfen als verbessern? Und warum ist diese Gesetzesänderung, dann nichts als ein Feigenblatt?

    Darum könnte man sicherlich mal sehr trefflich streiten. Dann aber auch ernsthaft - und im Zusammenhang - nicht isoliert. So könnte man zu brauchbaren und ernsthaften Äußerungen auch zu einzelnen Maßnahmen gelangen.

    Dann doch die Debatte über den erhitzten Kunstmarkt miteinbeziehen - so kanns gehen.

    gruss


    sehr schön in alle kürze umrissen und auf den punkt gebracht. jedoch die hoffnung auf eine öffentliche und gleichzeitig sachliche diskussion, die nicht um egogeplänkel geht und nicht an der oberfläche kleben bleibt, habe ich schon lange aufgegeben. da das verhalten in einer diskussion eher einem schauspiel / rollenspiel gleicht - also meist nur unbewusstes kopieren von sogenannten lei[d]tkulturträgern ist - das ständige wiederbrabeln von gelesen ohne dies im ansatz verstanden zu haben um sich eigene gedanken dazu zu bilden. egal ob es wie hier um die ksk geht oder nebenan um 'iß mehr blumen' oder 'wer liebt die kleinstaaterrei'. die meisten hier oder wo anders sind erst in der lage halbwegs über was zu reden wenn sie dieses um was es geht vorher stark eingegrenzt haben. aber genau durch dieses einschränken, ersticken sie jegliche diskussion im keime. es ist imgrunde ein pradox. und man sollte bloss nicht mit grösseren gedankensprüngen kommen - man würde schnell als unverständlich abgestempelt (nur eine minderheit würde noch folgen können). versucht man dem zu entkommen und fasst es ausführlich zusammen und verringert die sprünge auf ein minimum - so schränkt man ebendfalls den kreis der dem noch folgen kann auf ein minimum ein. und so weiter und so weiter ...
    Signature
  • siku
    @ punx


    Presse- und Informationsamt der Bundesregierung
    13.12.2006. (...)
    'Die Bundesregierung stärkt mit dieser Gesetzesänderung die Künstlersozialversicherung als wichtiges Instrument der Kulturförderung und der sozialen Sicherung der Künstlerinnen und Künstler. Das Ziel ist die finanzielle Stabilisierung der Künstlersozialversicherung.'


    [...]

    Soll das heißen, Steuerprüfung über die letzten vier Jahre? Und warum erfährt man erst jetzt davon, nachdem die Sache gegessen erscheint, selbst wenn man die fast täglichen Newsletter und Premis des Kulturrats abonniert hat? Nicht, dass das ein Problem wäre, aber der Bürokram, Verwaltungssch..., - das lohnt sich ja nur noch für Pornographie-Fotografen. [...]


    Das steckt dann wohl dahinter: Der "wirtschaftliche Aufschwung" wird weiter gefördert, indem man 50 % ? der Versicherten (die noch bezuschusst werden) die Berechtigung streicht. Der Originaltext sollte also wohl lauten: "Künstlersozialversicherung auf dem Prüfstand" oder gleich "Endlich Schluss mit KünstlerInnenrenten".


    Der eigene Text von electroniclandscape betrifft die von ihr geschätze Benachteiligungen nach dem neuen Gesetzesbeschluss für die KSK (siehe auch das Fettgedruckte).
    punx du stimmst electroniclandscape voll und ganz zu, beziehst dich in deinem letzten Beitrag jedoch schwerpunktmäßig auf den Streit um Kulturförderung "seit Böll".

    Um es noch einmal zusammenzufassen: electroniclandscape befürchtet eine verschärfte Steuerprüfung, du möchtest hingegen "die alte Frage der KSK als Instrument der Kulturförderung" diskutiert wissen. (Ich habe oben den einzigen Satz! im dem das Wort "Kulturförderung" überhaupt vorkam, bewußt nochmal zitiert).

    Und für die meisten der 150 000 Mitglieder der KSK ist "Kulturförderung" im Allgemeinen wahrscheinlich sekundär, ihnen geht es um die Möglichkeit, sich günstig krankenversichern lassen zu können (wie mir übrigens auch).

    Kleine Anmerkung: hast du den Text in dem von mir gesetzten Link überhaupt gelesen? Es ändert sich eigentlich nichts, geschätzt wird auch in Zukunft, nur kann die Kasse im Nachhinein besser prüfen ob die Mitglieder "ehrliche" Angaben machen. Es ging nicht um eine Gesetzesänderung "als Feigenblatt" für Kulturförderung, sondern um bessere Kontrollmöglichkeiten für die KSK bei der Festsetzung des Beitrags ;-).

    Ich wundere mich über diesen aggressiven Ton in Bezug auf die Beitragsbemessung der KSK.

    Gruß siku

    PS: der von Martinicio verlinkte Artikel ist von 2004 (das war zur Regierungszeit von Gerhard Schröder, in diesem Zusammenhang verstehe ich deinen Gruß an Frau Merkel nicht) - und seit dieser Zeit haben sich bis jetzt 15 000 neue Mitglieder angemeldet. Diese Zahl sollte doch für sich sprechen.
  • siku

    sehr schön in alle kürze umrissen und auf den punkt gebracht. jedoch die hoffnung auf eine öffentliche und gleichzeitig sachliche diskussion, die nicht um egogeplänkel geht und nicht an der oberfläche kleben bleibt, habe ich schon lange aufgegeben. da das verhalten in einer diskussion eher einem schauspiel / rollenspiel gleicht - also meist nur unbewusstes kopieren von sogenannten lei[d]tkulturträgern ist - das ständige wiederbrabeln von gelesen ohne dies im ansatz verstanden zu haben um sich eigene gedanken dazu zu bilden. egal ob es wie hier um die ksk geht oder nebenan um 'iß mehr blumen' oder 'wer liebt die kleinstaaterrei'. die meisten hier oder wo anders sind erst in der lage halbwegs über was zu reden wenn sie dieses um was es geht vorher stark eingegrenzt haben. aber genau durch dieses einschränken, ersticken sie jegliche diskussion im keime. es ist imgrunde ein pradox. und man sollte bloss nicht mit grösseren gedankensprüngen kommen - man würde schnell als unverständlich abgestempelt (nur eine minderheit würde noch folgen können). versucht man dem zu entkommen und fasst es ausführlich zusammen und verringert die sprünge auf ein minimum - so schränkt man ebendfalls den kreis der dem noch folgen kann auf ein minimum ein. und so weiter und so weiter ...


    ratzekater punx wird sich über deinen "kulturpolitischen Beitrag" und deinen Beistand sicher freuen.
  • xnup
    Deine Anmerkung, daß ich jetzt natürlich Ratzekater zustimmen werde ist Kindergartenrethorik.

    "Und für die meisten der 150 000 Mitglieder der KSK ist "Kulturförderung" im Allgemeinen wahrscheinlich sekundär, ihnen geht es um die Möglichkeit, sich günstig krankenversichern lassen zu können (wie mir übrigens auch)."

    Lach, Lach, Lach - die Kulturförderung im allgemeinen Sekundär - ja vielleicht wenn man meint man hätte aus diesen Töpfen eh nix zu erwarten. Woher kommt denn dann das Geld, aus denen die Mitglieder ihre Beiträge zahlen? Vom privaten Kartoffelanbau? Der GROSSTEIL der Kulturschaffenden ist abhängig von offener oder verdeckter Kulturförderung. Preise, Stipendien, Aufträge, Ausstellungen, Museumsbetrieb. Da habe ich die Ausbildung z.B. an den staatlichen Hochschulen noch garnicht angesprochen. Bis heute pflegt so mancher Künstler auf seiner Homepae stolz die Liste "Öffentliche Ankäufe".

    Wenn dich an der KSK wirklich nicht mehr interessiert als eine günstige Versicherung, und die 150000 für die du angeblich sprichst auch nicht, dann wird sich die Sache eh bald erledigt haben und es gibt ein böses Erwachen.

    "der von Martinicio verlinkte Artikel ist von 2004 (das war zur Regierungszeit von Gerhard Schröder, in diesem Zusammenhang verstehe ich deinen Gruß an Frau Merkel nicht) - und seit dieser Zeit haben sich bis jetzt 15 000 neue Mitglieder angemeldet. Diese Zahl sollte doch für sich sprechen."

    Was spricht denn daran für sich? Etwa das mit der großen Koalition nun alles anders ist? Klar SIKU so funktioniert die Demokratie. Träum schön weiter, die im Artikel angesprochene Neoliberale Politik verschärft sich, mit den Folgen für den Kunstmarkt.

    Und was sagt deine Mitteilung von 15000 Neuversicherten? Nix - wieder dasselbe du schmeisst irgendetwas in den Raum ohne zu einer inhaltlich relevanten Aussage zu kommen. Statistik ohne Qaulitative Auswertung ist banal. Das weiß jeder.

    Es bleibt dabei die KSK und die neuesten Entwicklungen zu diesem Thema wie auch die Gesetzesänderung sind nur vor einem Hintergrund zu verstehen der deutlich mehr Faktoren mit einbezieht.

    Der Versuch der Bundesregierung die Bemessungsgrundlagen für die KSK zu ändern ist Teil einer Strategie von den realen sozialen Problemen vieler KünstlerInnen abzulenken. Ist Teil einer Strategie die katastrophalen Folgen des flächendeckenden Kahlschlags bei der Kulturförderung durch "Scheinengagement" zu verdecken. Ist Teil einer Strategie staatliche Subventionen mittelfristig komplett zu streichen.

    Argumentationen die solche und ähnliche Vorstöße von den Hintergründen einer breit geführten Debatte um Kulturförderung abkoppeln, wie du es tust siku, spielen einer weiteren Verschlechterung der sozialen Situation vieler KünstlerInnen in die Hände. Sie ermöglichen es unter Verweis auf angebliches Engagement an anderer Stelle weiter radikal einzusparen.

    Also nochmal:
    von 08 2005

    http://eipcp.net/policies/2015/sollfrank/de

    und
    Wie zahnlos ist die Kunst?

    gruss
  • Pierre Menard
    Pierre Menard
    anbei ein kleiner link zur situation einer großen zahl der künstler in diesem unserem lande, der damals dem geneigten leser der sz nicht entgangen sein wird:

    🔗

    man beachte, dass der durchschnittliche an die ksk gemeldetet verdienst bei ca 900 € liegt. dieser betrag liegt in der ein paar monate später entbrannten debatte über das "abgehängte prekariat" und die neue "unterschicht" unter der statistischen grenze von 938 Euro - die magische fomel die finanzielle zugehörigkeit zur "unterschicht" geht von einem verdient von unter 60% des durchschnittlichen nettoeinkommens aus. die künstler wären also im schnitt genau diese unterschicht über die debattiert wird, was sich wahrscheinlich relativiert, wenn man beginnt soziale und kulturelle teilhabe mit in die betrachtung einzubeziehen.

    hier nochmal zwei kleine links zur auffrischung:

    🔗
    🔗

    eventuell sollten sie sich mal waschen und rasieren.
    Signature
  • xnup
    So einmal jetzt nochmal ;) aus diesem Artikel, der als Einstieg, all die widersprüchlichen Tendenzen anspricht die u.a. auch auf die KSK verweisen, und das komplexe und wichtige Thema Kulturförderung.

    "Niemand anders, als die Kulturproduzent/-innen selbst werden sich fragen müssen, welche Rolle das, was sie tun, in der Gesellschaft spielt bzw. spielen soll, für wen und in welchem Interesse sie arbeiten, und wer dafür bezahlen soll. Der Markt nimmt gerne auf, was entweder gefällig daher kommt oder bemüht ist, der Vorstel­lung vom romantisch-bürgerlichen Künstlerbild gerecht zu werden. Herausragendes Beispiel dieser reaktionä­ren Tendenz ist der Erfolg des Künstlers Jonathan Meese. Was auf den großen und wichtigen Ausstellungen verhandelt wird, bestimmen wenige weltweit agierende Galerien. Der gesellschaftliche Konsens darüber, sich Künstler/-innen zu leisten, die Dinge tun, die nur einer kleinen Minderheit zugänglich sind, ist dabei durch das Eindringen ökonomischer Denk-und Handlungsmodelle verloren zu gehen und eine vormals pluralistische Kunstproduktion verengt sich auf – wofür auch immer – Funktionalisierbares."

    "Was bleibt, sind selbst-organisierte Mikrosysteme, in denen Künstler/innen lernen, politische Handlungsfähig­keit und eigenständige Urteilskraft auszubilden. Beispiele für solche "Orte" sind der Buchladen und Verlag b–books19 in Berlin mit regelmäßigen Diskussionsveranstaltungen, The Thing Frankfurt20, ein komplexes Gebil­de aus Website, Blog, Mailingliste, Galerie und Veranstaltungen, in dem die lokale Kulturpolitik Frankfurts sowie Kunsttheorie verhandelt wird, die Mailingliste [echo] für Kunst, Kritik und Kulturpolitik in Hamburg21, mit der sich mehrere hundert Kulturproduzent/innen eine digitale und gleichzeitig lokale Plattform für Informationsaustausch und Diskussion geschaffen haben, sowie das seit 1998 erfolgreich von einem Kollektiv publizierte Kunstmagazin starship22. Es geht darum, die Fähigkeit (passiv) zu lesen zu ergänzen mit der Fähigkeit, (aktiv) zu schreiben, was bezeichnend ist für die Praktiken der "Small Media"

    http://eipcp.net/policies/2015/sollfrank/de

    Es sind also durchaus auch Alternativen denkbar, die ein selbstwbewustes nicht mehr bittstellerisches Selbstverständnis kultivieren.
    Allerdings ist hierzu eine Auseinandersetzung erforderlich, die Debatten in ihrer ganzen Komplexität aufgreift und zu eigenen Forderungen gelangt.

    Eben auch darüber, was Kunstdünger sein kann, und was nicht.

    🔗
    http://starship-magazine.org/index.php?page=home
    http://last.thing-frankfurt.de/home/index.php
  • siku


    Klar SIKU (...)

    gruss


    vorab: 1. warum schreist du so laut? 2. der erste Link funktioniert nicht, der zweite ist zu weit weg von der Künstlersozialkasse.

    Kulturförderung ist nicht grundsätzlich sekundär, sondern in Bezug auf den Eingagsbeitrag des Threadstarters. Du hast hier den Zusammenhang verloren, genauso wie hier:

    Zitat punx: "ich habe die Ausbildung z. B. an den staatlichen Hochschulen noch gar nicht angesprochen."

    Zitat punx: "Politik verschärft sich, mit den Folgen für den Kunstmarkt."

    Nicht nur für den Kunstmarkt, sondern angesichts knapper Kassen in fast allen öffentlichen sozialen Bereichen. Wenn du schon dieses Thema anschneidest, dann fehlt mir ein Vermerk auf das private Sponsoring z. B. von "Kapitalgesellschaften", Unternehmen usw., denn ohne deren Unterstützung würde der Kulturbereich kaum noch funktionieren. Aber welcher "ernsthafte, unabhängige Künstler" will schon in seine Vita schreiben "gesponsort von Firma XY", da macht es sich besser, wenn von man Preise von Kulturstiftungen annimmt ;-)

    Zitat punx: " Der Versuch der Bundesregierung die Bemessungsgrundlagen für die KSK zu ändern ist Teil einer Strategie von den realen sozialen Problemen vieler KünstlerInnen abzulenken. Ist Teil einer Strategie die katastrophalen Folgen des flächendeckenden Kahlschags bei der Kulturförderung doch "Scheinengagement" zu verdecken. Ist Teil einer Strategie staatliche Subventionen mittelfristig zu streichen."


    Ablenken wäre wohl etwas harmlos formuliert, ich sehe vielmehr Zugzwang angesichts einer zunehmenden Zahl von künstlerisch Tätigen (Hochschulabsolventen oder Autodidakten) die oftmals keine feste Anstellung finden und sich freiberuflich durchschlagen müssen. Aber überhaupt freiberuflich (mit Hilfe der KSK)überleben zu können, senkt im übrigen auch die Zahl der Harz IV - Empfänger.

    1. bringt das neue Gesetz keine reale Verschlechterung für Künstler mit sich
    2. haben die "Künstler" 2004 mit Protestschreiben, mailinglisten, Lichterketten für den Erhalt der KSK "gekämpft".

    Punx bist du denn überhaupt in der KSK versichert? Wenn nicht, favorisierst deshalb einen anderen Einsatz der kulturellen Fördergelder? Da wäre zumindest eine Erklärung auf deine heftige Reaktion auf eine Gesetzesänderung, die eigentlich nichts Garvierendes ändert. - Und vorallem auch ein Hinweis darauf, dass du andere Schwerpunkte in diesem Thread setzt als electroniclandscape.

    Gruß siku
  • xnup
    Ich habe oben was neues geschrieben - hat sich wohl überschnitten. Aus meiner Sicht ist alles gesagt.

    "Punx bist du denn überhaupt in der KSK versichert?"
    Oh mann - siku.

    Auf Personalisierungsversuche werde ich nicht eingehen.
    Entweder du hast keine Lust dich mit dem Thema in seiner Komplexität zu befassen, oder du verfolgst irgendwelche anderen Ziele.

    KSK ist ein Instrument der Kulturförderung, es kann nicht unabhängig von dem ganzen Strauß der bisherigen Förderpolitik diskutiert werden. Wenn du das annimmst irrst du - und wir sind da eben ganz grundsätzlich anderer Auffassung.

    Der Link funktioniert war nur der Proxy gestört.

    gruss
  • Dr. Ulrike Ritter
    Dr. Ulrike Ritter
    Ich habe jetzt noch nicht den Nerv, das alles zu lesen. Also nur vorab noch einmal neues Öl:

    Wichtiges Motiv bzw. zum neuen Programm der KSK Handhabe gehörig - ist die Möglichkeit, sich dort auch gegen Arbeitslosigkeit zu versichern. Dann möchte man natürlich genauer wissen, wie viel denn nun verdient wurde. Doch das bedeutet auch - darum ging es mir - dass die ECHTE selbstständige Tätigkeit für viele verschiedene Auftraggeber immer schwieriger wird und gegenüber einer tendenziellen Scheinselbstständigkeit (mit einem großen Auftraggeber z.B.) benachteiligt.

    Denn ab 15 gestellten Rechnungen im Monat und einigen Unkosten ist fast schon eine eigene Buchhaltung erforderlich. Wenn man dann noch Bereiche mit unterschiedlichen Mehrwertsteuersätzen hat, berufliche Geräte auch privat nutzt etc. steigt der Aufwand eben ins Ungehörige. Zumal Steuerberater eben auch nur tun, was man ihnen sagt. Das heißt, sie füllen das Formular aus - was man dann zum Glück auch selbst kann. Aber sie sortieren nicht die Unterlagen.

    Was mich stört, ist, dass so wieder die allgemeine, widersinnige Tendenz gefördert wird, allen Büro & Buchhaltung aufzuzwingen - die Ursachen Nr. 1 für Kostenexplosion und Beschäftigungsgehabe. Tatsächlich kann man nämlich sehr gut selbstbestimmt und leistungsorientiert arbeiten, wenn man nur ein angenehmes Appartement mit Sofa (!), Computer mit Internetanschluss, Drucker etc. und ein Auto für kleine Transporte hat. Entsprechend wäre es einfach vernünftiger zu sagen, wer so an der "Unterschichtsgrenze" (witzigerweise häufig die Bildunsgoberschicht) herumgrooven möchte, soll es halt tun, darf dann aber nicht ständig belästigt werden.
    Alles andere zwingt nur zu Marktanpassung, Konventionalität, Geistlosigkeit usw. Oder es schlägt den armen KünsterlInnen einfach auf den Magen.
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