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  • Wer ist bereit mit mir über die Kunst zu diskutieren?

  • lleiret
    Nun ja eben wie hanni später bemerkt, aus meiner -Sicht so allgemein wie richtig. Sicher gehört hiervon etwas dazu und auch noch ein bisschen hier Gestreut abgerundet mit etwas HeideggerSalz und Benjamin Soße. Und ganz klar zum Teil mache ich das auch - in der Vergangenheit stärker als jetzt.

    Auf der anderen Seite, muss man aber auch so aufrichtig sein und sagen man hat eben nicht eine Kulturwissenschaft oder eine Sozialwissenschaft oder Philosophie im Hauptberuf, man steckt nur vermittelt in diesen Diskussionen - es geht ja mal um die Sicht des Kunstproduzenten - und dessen Verhältnis zur "Theorie".

    Es ist schick es ist modisch und es gibt Philosophen, Soziologen what ever im TV und überall - ohne jede Ausnahme ist das bestenfalls Populärwissenschaft.

    Was man sich also wenigstens bewusst machen muß ist das die hier angesprochenen Theorie eben Ergebnis von Wissenschaft ist, und nicht Ergebnis vom philosophieren beim Glas Rotwein. So.


    Nunja, dass nicht jeder an dieser Stelle (also in einem öffentlichen Forum) den selben Hintergrund vorzuweisen hat, ist eine Tatsache, die zu verleumden natürlich unsinnig wäre. Allerdings verstehe ich die Aufregung nicht wirklich, denn bislang hat sich hier kein nennenswerter Rückgriff auf Heidegger, Benjamin oder wen auch immer vollzogen, ausser dem Auftauchen einzelner vorbelasteter Begrifflichkeiten, die zu vermeiden oft höchst schwierig und wenig hilfreich wäre (offensichtlich auch für hanni und dich). :)
    Bei dem, was ich eingangs sagte, ging es auch nicht um die wissenschaftliche Präzision in wissenschaftshistorischer Hinsicht, sondern um das Bemühen einer hier zu stemmenden Sprachdifferenzierung (damit eben nicht nur gefragt werden kann: was ist Kunst - he?). Ich habe mehr mit den Medienwissenschaften (Studium) zu tun als mit dem Jonglieren unter "Künstlern", doch würde ich aber eines jeden Meinung und Vorprägung akzeptieren, die dort eben nicht heimisch ist. Also nicht aus wissenschaftlichem Kontext begründet. Mir ist die richtige Fragestellung in ernster Absicht also lieber, selbst wenn sie platt oder populärwissenschaftlich betrachtet wird, als ein höchst formale Betrachtung belangloser Fragen.

    Bei Wein Philosophieren ist in meinen Augen dann auch keine negative Angelegenheit, die nur Trivialitäten an den Tag bringt. Das sich manch Wissenschaftler (offenbar meist jene, mit denen Du sprichst - meine Erfahrung ist da nicht so einseitig) gegen den öffentlichen Dialog (der somit ja oft unweigerlich unpräziser verläuft, aber auch oft offener und unvorbelasteter sein kann - ich erinnere an dieses erwähnte Nichts) belustigt, ist ähnlich nachvollziehbar wie die Aufregung manches "Künstlers" im Hinblick auf den "Kitsch". Trennschärfe ist also nicht immer ein themenimmanentes Attribut, keine Generalnatur. Doch den wissenschaftlichen Boden für den "Volksmund" oder die "Öffentlichkeit" zu ignorieren, Zitate oder Begriffe zu vermeiden, erscheint mir höchst spanisch, wenn nicht beinahe dogmatisch-absurd. Da bislang jedoch ja, wie schon erwähnt, ohnehin noch keine Theorie behandelt wurde, soll es nun dabei von meiner Seite aus bleiben.

    1. Muss man nicht präziser vom Verhältnis Kunst und Wissenschaft sprechen, als vom Verhältniss Kunst und klassische Theoriefächer z.B. Philosophie?


    Muss man eventuell, je nachdem, was man vorhat. Das Subsumieren von Naturwissenschaft und Geisteswissenschaft unter einer Disziplin, die nur noch Wissenschaft heisst, würde ich dabei jedoch tunlichst vermeiden. Inwiefern dieses Subsumieren gelingt oder falsch wäre, möchte ich hier allerdings ehrlich gesagt nicht in aller Ausführlichkeit diskutieren. Dies ist vielleicht eine Frage, die hier zu weit vom Thema wegführte.
  • xnup
    "Rückgriff auf Heidegger, Benjamin oder wen auch immer vollzogen, ausser dem Auftauchen einzelner vorbelasteter Begrifflichkeiten, die zu vermeiden oft höchst schwierig und wenig hilfreich wäre (offensichtlich auch für hanni und dich). :) "

    Sagte ich ja.
    So ist es, und letztlich reflecktiert das Gesagte ja auch immer die Bruchstücke bestimmter "Vorlieben", dessen was man so aufschnappt - meist ist man sich dessen nicht bewust.

    Andererseits kann es ja nicht wirklich um die hier im KN veröffentlichten Sachen gehen darauf beziehe ich mich garnicht. Innerhalb des Kunstbetriebs spielt dies eine große Rolle - kaum ein Katalog kommt ohne diese Theoriebildung aus.

    "Das sich manch Wissenschaftler (offenbar meist jene, mit denen Du sprichst - meine Erfahrung ist da nicht so einseitig) gegen den öffentlichen Dialog (der somit ja oft unweigerlich unpräziser (...)"

    Sicher es geht letztlich aber um die Ergebnisse - und den Wissenschaftsbetrieb um den so.to.speak amtlichen Diskurs - und die Ergebnisse, dass man das nicht immer Bierernst nimmt ist klar - sehe ich keinen Widerspruch. Das es hier Unterschiede gibt dürfte klar sein - irgendwie logisch. Ich rede meist mit Leuten aus der Forschung (Forschung findet auch in den Geisteswissenschaften statt;)), nicht so sehr mit Leuten die außerhalb dieses Bereichs ihr Geld verdienen.


    "Das Subsumieren von Naturwissenschaft und (...) "

    Logisch - das ist nicht der Punkt.

    1.Es gibt den sehr starken Ansatz der Beispielsweise Philosophie und Neurologie stärker zusammenbringt - es gibt auch Gegentendenzen.

    2.Die Naturwissenschaften werden durch die herrschende Hochschulpolitik, den Zeitgeist sehr stark in den Vordergrund gespielt - sowohl Medial als auch finanziell. (In diesem Zusammenhang braucht man über Kunst garnicht mehr Reden) Da kann man sich mal Fragen warum.

    Also diese Tendenz ist da - ob man das will oder nicht.

    Zurück zur Kunst - hm -

    gruss
  • Pierre Menard
    Pierre Menard
    Bei Wein Philosophieren ist in meinen Augen dann auch keine negative Angelegenheit, die nur Trivialitäten an den Tag bringt. Das sich manch Wissenschaftler (offenbar meist jene, mit denen Du sprichst - meine Erfahrung ist da nicht so einseitig) gegen den öffentlichen Dialog (der somit ja oft unweigerlich unpräziser verläuft, aber auch oft offener und unvorbelasteter sein kann - ich erinnere an dieses erwähnte Nichts) belustigt, ist ähnlich nachvollziehbar wie die Aufregung manches "Künstlers" im Hinblick auf den "Kitsch". Trennschärfe ist also nicht immer ein themenimmanentes Attribut, keine Generalnatur. Doch den wissenschaftlichen Boden für den "Volksmund" oder die "Öffentlichkeit" zu ignorieren, Zitate oder Begriffe zu vermeiden, erscheint mir höchst spanisch, wenn nicht beinahe dogmatisch-absurd. Da bislang jedoch ja, wie schon erwähnt, ohnehin noch keine Theorie behandelt wurde, soll es nun dabei von meiner Seite aus bleiben.


    diesen absatz applaudieren wir von unserer seite uneingeschränkt, naja fast. jedenfalls scheint uns die hier vom autor verwendete begrifflichkeit des nichts der unseren, die sich der undenkbarkeit und undarstellbarkeit des erhabenen, wie auch besonders des NICHTS durchaus bewußt ist, sehr nahe zu kommen.
    zum thema der vermeitlichen überlegenheit von ernsthaften wissenschaftlern, aber auch künstlern sei nur schnell auf die beiden folgenden online zu rezpierenden populärwissenschaftlchen werke verwiesen:

    http://www.textlog.de/nietzsche_wahrheit.html

    http://www.formatlabor.net/html/Ordnung-des-Diskurses.htm


    und auch hier liegt wieder mal nicht der stein der weisen, aber immer der stein, der durch sein rollen helfen kann, kunst eben auch als experimentierfeld und labor für nichtwissenschaftler (esofreaks würden sagen alchemisten) zu begreifen und so jenseits der insttutionskritik ein "spielfeld" zu bieten, die in der freien wildbahn(nichtkunst-reales leben-was immer das sei) so nicht möglich wären. wie szeemann es einmal nannte: "nun gilt es die spinner zu finden."

    übrigens, ich finde es völlig normal, mich vorgefundener begriffe zu bedienen und mir diese anzueignen, da ich ja ein soziales und sprachbegabtes wesen bin( und kein kasper hauser oder mogly uä). dies kann ich auch dank der gedächtnisfunktion von philosophie und kunst auch über zeit hinweg tun, was zum beispiel auch ein aspekt(archiv) von kunst sein könnte.

    jedenfalls denke ich, dass die theoriebildung anhand eines "handfesten" objektes, sprich werkes, leichter von der hand gehen würde(wenn man jetzt mal das opbjekt KN außen vor läßt).

    gehabt euch wohl und gruß an onkel charlie und onkel walter( ist sein koffer eigentlich noch in den pyrenäen verschollen?).
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  • xnup
    Nun denn so floß es denn dahin - und ja eigentlich bliebe jetzt nur noch konkete werke zu besprechen, allein um dem geneigten Publikum weiter Programm zu bieten halte ich dies für sinnvoll.
    Hanni möge mir verzeihen wir schreiben kunst usw.
    Kunstilquiz mit Anschauungsmaterial auf allen Ebenen - und Versatzstücken des Aufgeschnappten.

    Ich wäre auch dafür ein Werk außerhalb des KN zu benennen allein schon um keine Animositäten zu fördern.

    Gleichzeitig würden wir rein unterbewusst darüber reden was kunstkritik ist und wie sie gehen kann.

    schönen.gruss
  • lleiret
    Finde letzteres sehr gut und mal einen konkreten ansatz, über welchen man vielleicht so manches miteinbeziehen kann, was ursprünglich angestrebt wurde. muss mich nur jetz aus- und kann mich erst nächstes jahr (vermutlich) wieder einklinken. insofern - vollzieht den rutsch recht ordentlich und nicht zu nüchtern.
  • carl maria gaul
    carl maria gaul
    cmg-graphics
    "Schimpansen haben Bilder gemalt .."

    Soetwas oder ein ähnliches Beispiel war zu erwarten - denn diese Threads haben im KN u.a. folgende Funktion:

    Immer die selben Typen nutzen das Forum um ihren Frust darüber loszuwerden, daß "Scheiße in Dosen" für 10000000€ und Ehre über den Tisch geht, während ihre liebevoll gemalten Papageien, Irish Setter oder Katzen unverkäuflich sind - bzw für 50 € in der Familie gehandelt werden. Außerdem erhalten sie keinerlei Anerkennung als Künstler, außer von ihren Freunden und Bekannten.

    So wird dann die Frage aufgebracht "Was ist Kunst?" um eben zu dem altbekannten Ergebnis zu kommen, daß der Kunstbetrieb eine einzige Verschwörung ist.

    Natürlich machen Sie sich damit entgültig lächerlich aber wen interessiert das schon.
    ---

    teriell'S Ansatz gefällt mir allerdings wird der Thread in dem Moment zu Ende sein wo es nicht mehr darum geht, daß allgemeine oberflächliche Blabla abzuspulen, was die Leute so aufschnappen und nachplappern, sondern Quellen und belegbare Argumentationsstrukturen, wie eigentlich üblich, eingeführt werden. Dann nämlich würden diejenigen hier, die sich ernsthaft damit beschäftigen wahrscheinlch ihre eigenen Arbeiten ziemlich merkwürdig finden.

    So ist eines der Geheimnisse des KN, daß alle ernstzunehmenden Diskussionen, wie sie in der Szene geführt werden, draußen bleiben müssen, denn würden Sie geführt würde dieser Laden nicht in der Form bestehen wie er es jetzt tut.

    Jedenfalls diskutiert kein ernstzunehmender Mensch die Frage "Was ist Kunst?"

    -____---____----_____-----_____>>>>>>

    Habs ja auch nur als " belustigendes Beispiel " angegeben - wie schnell man beurteilt.
    Auf meinem " Mist " ist "MIT versteckter Kamera " und " Verstehen Sie Spass " nicht gewachsen.

    ce_em_geh


    have.fun
    Signature
  • Pierre Menard
    Pierre Menard
    ach punx, wir sind geneigt dir alles zu verzeihen und so fern du uns unsere affirmative nähe zu der im deluxe suhrkampbändchen dargelegten theorie der halbbildung auch vergibst, wären wir doch sehr erleichert.

    euer vorschlag klingt erstmal sexy.
    Signature
  • eifachfilm
    eifachfilm
    nun ich beantworte nun mal meine fragen stellung was erwarte ich von der kunst, wenn ich in eine austellung gehe oder hier aufs kn dann interessiert es mich vorallem zu sehen was in den menschen ist, wie ein künstler das unausgesprochene seines daseins darstellt wenn ich mir seine texte ansehe so erkenne ich nur wie weit er sich selber und seine umwelt reflektiert oder ob er es überhaupt tut."die kunst hat sich selber zum thema dh den menschen" ein kleines zitat aus einer unserer filmchen.ich erheb nun keinen wahrheits anspruch, es ist meine subjektive erwartung von kunst.
    viele verlieren sich in techniken oder texten so wirkt das kunstwerk das ich sehe eher oberflächlich und verliert so für mich seinen reiz.
    Signature
  • xnup
    "Ausgangspunkt für die Arbeiten der walisischen Konzeptkünstlerin Bethan Huws ist die Sprache. Bei „The Chocolate Bar“ ist es ein kryptischer Dialog zwischen zwei aneinander vorbeiredenden Personen, der das Skript für einen aufwendig produzierten, viereinhalbminütigen Film lieferte.

    Where does he come from, Mars?
    Well, he does eat a lot of them.
    He can’t eat Mars, it’s too big. And in any case, there’s only one of them.
    Chocolate!
    Where?
    No, it’s a chocolate bar.
    Oh, never heard of one of those. Was it any good?
    What?
    That chocolate bar you went to?
    Which chocolate bar?
    (...)
    (...)
    und einer Texttafel mit der weisen Feststellung „What’s the point of giving you any more artworks when you don’t understand the one’s you’ve got?“

    🔗
  • carl maria gaul
    carl maria gaul
    Leidiges Thema > falsche Intrepretation > Definition

    1) D I S K U S I O N >>
    -----------------------
    Erörterung, Aussprache, MEINUNGSAUSTAUSCH

    2) d i s k u t i e r e n >*<
    methodisch aufgebaute Abhaltung eines bestimmten Themas;
    2b)GEDANKENAUSTAUSCH, Unterhaltung
    Signature
  • oicinitram
    Obwohl immer wieder behauptet wird das Wort Diskussion (Erörterung, Zwiegespräch kommt von lat. discutio: zerschlagen, zertrümmern,
    bin ich jetzt entgültig sicher es kommt von lat. diskus : im Kreis reden ;-)

    oder

    „Zwei Monologe, die sich gegenseitig immer und immer wieder störend unterbrechen, nennt man eine Diskussion.“ - Charles Tschopp
  • rettentsnuKreDmotnahP
    [quote="martinicio"]Obwohl immer wieder behauptet wird das Wort Diskussion (Erörterung, Zwiegespräch kommt von lat. discutio: zerschlagen, zertrümmern,
    bin ich jetzt entgültig sicher es kommt von lat. diskus : im Kreis reden ;-)

    das ist falsch.
    totaler wikipedia-fehler *argg*
    dis-cutio (von cutere) ist 1. person singular präsens und kein infinitiv!
    im lateinwörterbuch steht zwar auch immer 1. person Sg, Präs. , aber dahinter auch gleich der infinitiv...
  • oicinitram
    stimmt infinitiv ist discutere ;-)

    Phasma gratias!
  • carl maria gaul
    carl maria gaul
    stimmt infinitiv ist discutere ;-)

    Phasma gratias!


    -----------------------
    Latein beherrsche ich leider nicht > aber < trotzdem:

    Carpe diem ...

    und

    " Vorbei ist auch daneben ... "
    Signature
  • xnup
    🔗
  • retfits
    für mich!
    hab mal 40 seiten im kn zurückgeblättert und überlegt was f ü r m i c h ! kunst sein könnte.

    System

    No title -wishing you a happy new year.
    ...den kurzen Weg nehmen...
    stillleben

    taxi fahren ganz schnell
    no.90

    vierzig seiten...na die auswahl ist nicht gerade groß, wenn man bedenkt das die meisten künstler hier von ihren arbeiten begeistert sind.

    lg
  • xer
    @stifter: hübsche auswahl
    :)
  • xnup
    ich.gebs.auf
  • sinA
    punx, es ist die Wüste...
    Die Wüste ist das, obwohl die Wüste auch manchmal schön sein kann.
    Es sind Temperaturen, die in der Wüste herrschen. Nachts arschkalt, und am Tag sehr heiß...
    Die Leute haben aber immer in der Wüste Rettung gesucht...
    Rettung oder Tod...
  • Pierre Menard
    Pierre Menard
    wir meinen, es sei nicht die wüste, es wäre das leben. es sei nicht so, wie man sich einbildete und sich ein idealbild davon schaffe, sondern es sei einfach. und als demokrat solle man damit leben können, dass es eine unvereinbare vielfalt gebe, die aus lauter singularitäten bestünde, auch wenn diese nicht so seien wie man es gerne hätte, meint hanni.
    Signature
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