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  • Judith.Gustav Klimt. Pulsnitz. 6..2.2007

  • relamlznerP Judith.Gustav Klimt. Pulsnitz. 6..2.2007
    Science of Art.Gustav Klimt.Pulsnitz.6.2.2007 Popularisierung von Kunst.Prenzlmaler.Berlin

    Gustav Klimt

    geboren am 14. 7. 1862 in Baumgarten ( bei Wien )
    gestorben am 6. 2. 1918 in Wien - Neubau

    bedeutender österreichischer Maler und Vertreter des Wiener Jugendstils

    ( ein halbes Jahrhundert von deutscher Forschung als Deko-Maler ignoriert )


    Gustag Klimt an seinem Todestag zu ehren, ist für mich Freude und zugleich Herausforderung, der ich nicht gewachsen bin. Wie soll man ein so umfangreiches Werk in straffer Form ehren wollen ? Das ist nicht möglich. Und schreibe ich zu lange Artikel, besteht die Gefahr, dass der Leser den Beitrag gelangweilt abbricht. So habe ich mich entschlossen, und das ebenso bei verschiedenen anderen Malern, ein einziges Werk vorzustellen.

    "Judith" ( Urfassung )

    Wenn man Klimts Frauen betrachtet, muss man auch wissen, dass der Künstler nie verheiratet war, jedoch eine lebhafte Beziehung zum weiblichen Geschlecht hatte. So dürfte es nicht Wunder nehmen, meinerseits ein Frauenbildnis in den Vordergrund der Betrachtung zu stellen.

    Das Gemälde erblickte 1901 das Licht der Welt. Geheimnisumwoben erlebte es seine Geburtsstunde. Was mag sich der Maler bei der Komposition gedacht haben ? Judith war bei der Tötung ihres Mannes direkt beteiligt. Störte dieser Umstand den Maler ? Auf dem Rahmen steht aus der Hand Klimts " Judith und Holofernes ". Aber ist es nicht " Salome " ? Hat Klimt den Bildtitel verändert, weil er der Wahrheit letztendlich nicht ins Auge sehen wollte ? Oder gar ein Irrtum ? Letzteres möchte ich ausschließen wollen. Wenn man sich eines Themas bedient, so macht man sich über die Geschichte kundig. Mit Shakespeares Worten möchte ich sagen: "Salome oder Judith, das ist hier die Frage. "

    Egal, was die Forschung noch rauskriegen wird, die ewigen zwei Lager werden immer neue Hypothesen aufstellen oder alte geflissentlich aufwärmen, um sich behaupten zu wollen. Etwas Werbewirksameres kann dem Kunstwerk gar nicht passieren, so wird es immer kostbarer und Klimt bleibt ebenfalls gut im Rennen. Jedenfalls eins steht fest, vom Tötungsakt ist nirgendwo im Bild etwas auszumachen. Das abgeschlagene Haupt des Holofernes verschwindet fast im Bild, soll also nicht im Licht der Betrachtung stehn. Handelt es sich bei Judith ganz einfach um ein Porträt der Dame ? Judith mit ihrer unzähmbaren Lust als signifikante Personalität ? Sexuelle Bedrohung ?

    Zur Zeit der Jahrhundertwende waren Sujets der weiblichen Bedrohung sehr gefragt, da die vorherrschende Rolle des Mannes ins Wanken geriet. Der eingeleitete Emanzipationsprozess der Frau war nicht mehr aufzuhalten, der einhergehende Wandel der Geschlechterrollen nicht mehr umkehrbar. Klimt war keinesfalls ein die Emanzipation der Frau Unterstützender, er transportierte das Thema in die Allegorie und umgab es derart mit irritierenden Elementen, so dass eine eindeutige Bestimmbarkeit fast unmöglich erscheint.

    Aus meiner Sicht ist Judith eine hübsche, die Männerwelt einfangende Jüdin. Und schließlich ist es für den Künstler ratsamer, sich in die Verklärung durch die Historie zu begeben, sozusagen als Tarnung, um nicht der Kritik der Zeitrelevanz ausgesetzt zu sein. Judith elektrisiert !

    " Judith I " , 1901 ( zerstört )
    https://commons.wikimedia.org/wiki/Image:Gustav_Klimt_039.jpg

    " Judithe II " , 1909
    https://commons.wikimedia.org/wiki/Image:Gustav_Klimt_038.jpg

    Hinweis: Bei Anbietern von Kunstdrucken werden die beiden Gemälde mitunter verwechselt.


    Dieter Raedel,Prenzlmaler.Berlin.
    prenzlmaler.de
  • xer
    Wenn man an Künstler des vergangenen Jahrhunderts denkt (von mir aus 1850-1950), so hat man unweigerlich das unbestimmte Gefühl, man begäbe sich in die beinahe vorchristliche Vergangenheit. Und Klimt sei möglicherweise ein direkter Nachfolger Dürers oder auch Rembrandts.. wen kümmert das schon!
    Mag das für manchen Künstler seiner Zeit auch zutreffen, so empfinde ich gerade Klimt als eine schillernde Persönlichkeit, welche in der heuten Zeit ebenso "zur Spitze" gefunden hätte, wie er es auch schon vor 100 Jahren gemacht hat. Ich mag mich jetzt nicht zu seinen einzelnen Werken äußern, zumal mein bescheidenes Studium seines Wirkens (gerade mal 80 Seiten, mehr oder weniger) schon eine Weile her ist, dennoch will auch ich mich deinem Beitrag anschließen und eines der bedeutendsten Künstler gedenken und ihn ehren.
    Danke für deinen schönen Text!
  • relamlznerP
    Nett von dir, Reinhold. Ich danke dir.

    Gruß Dieter.
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