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  • Wie habt Ihr eigentlich Euren eigenen Stil gefunden?

  • Renatus
    Renatus
    @ Croidon: Dein Stil ist erkennbar, dein Licht verständlich und ausdrucksvoll, die Verfeinerung des Stils notwendig aufgrund des eigenen Anspruchs an den Ausdruck. Der Meister kommt zu Dir, davon bin ich überzeugt. Er ist auch schon da - Dein Meister - sonst wärst du bereits zufrieden mit Deiner Arbeit.
    Du bist ein rauher Stein, seh nur zu das der Stein nicht zu früh zerbricht. Der Meister kommt dann, wenn andere Ihn in Dir erkennen und du Deine Ansprüche an Dich selbst weiter anhebst.

    @ baslerstab: Du hast Deine Ausdrucksform,somit auch Zwangslaüfig einen Stil. Es gibt Grenzen innerhalb der Ausdrucksform und des Stil. z.B. Ein Holzschnitt wird nicht den Ausdruck eines Ölbildes haben. Du willst vielleicht auch nichts anderes. Es liegt Dir. Es ist auch eine schöne Kombination von Fertigkeiten, welche zum Einsatz kommen. Ich habe zwar nichts gesehen - muss es auch nicht unbedingt, denn du überzeugst auch so.
    Du sammelst Erfahrungen mit Holz, sieht Verbesserungsmöglichkeiten, setzt sie um und erkennst den Wert. Grossartig

    @ EgonM:
    So sieht es aus ! Du hast einen durchgängigen Stil. Schon an der Materialwahl zu klassifizieren, darum authentisch.
    Stil ist eine Erscheinung der Epochen und eine Erscheinung der Reife. Die Reife lässt sich natürlich nicht am Bild festmachen.
    Ein Beispiel - angenommen ein Maler würde Kirchenmalerei betreiben und heilige auf die Wände malen. Dann steht nahezu fest wie es aussehen muss um akzeptiert zu werden. Der Maler ist ein Meister seines Faches und schafft unglaublich reale Szenarien im passenden Licht und der erwünschten Ausstrahlung. Er erlebt was er malt und ist überzeugt davon. Doch nun ändert sich sein Leben aufgrund äußerer Einflüsse. Er nimmt eine Leinwand und stellt keine klaren Formen mehr darauf dar, weil er seine Gefühle nicht in eine Form geben kann ohne jemanden an den Pranger zu stellen. Was er als Christ nicht will. Er setzt seine Impressionen nun Abstrakt um. Wo ich eigentlich hin will...
    Wenn nun jemand anderes seine neuen abstrakten Bilder sieht und nicht weiss was er vorher gemalt hat. Kann er sich nicht vorstellen das dies eine Weiterentwicklung oder eine gewisse Reife sein soll. Der Betrachter denkt eventuell das noch entsetzlich viel Entwicklung stattfinden muss um das er als Künstler akzeptanz findet.
    Was natürlich auch andersherum laufen kann und wohl auch so herum erwartet wird. Künstlerische Reife wird oft mit erkennbarem Wachstum begründet. Doch wohin das Wachstum führt, ist abhängig vom Leben und der Persönlichkeit des Künstlers.

    @ Petra: Es wird immer weitergehen, mit dem Winde weit verwehen, bis die Menschen es verstehen, neue eigene Wege gehen um die Wirklichkeit zu sehen.
    Darum ist experimentieren der Weg zur Profession und Einzigartigkeit.

    @ Heliopo: Auch Du hast deinen Stil und du bist in deinen Werken. Mach dir keine Sorgen das dort etwas von dir fehlt. Wenn du weisst was fehlt, mach es. Wenn nicht, finde es durch Experimente. Du bist deine Kunst, du hast so viel im Kopf. Ob Stil erstrebenswert sein soll ist echt fraglich. Schön ist wenn andere einen Stil hinein interpretieren und dann weitere gleiche Interpretationen folgen, die das selbe sagen. Dann hast du einfach einen Stil und wenn es Dein eigener ist. Soll sich doch unter dir etwas neues entwickeln ;o)

    @ saint_krampus: Ich glaube das passiert bei allen, ausser bei denen, welche akribisch Kommerzkunst produzieren. Oder auf das Ziel hinaus arbeiten einen Stil soweit zu verfeinern, bis die Kunstliebhaber drauf einsteigen. Also der Maler weiss was der Kunde will und produziert, verfeinert bis er den Geschmack des Kunden und den bevorzugten Stil des Käufers trifft.

    In anderen Fällen sollte man die Zeit haben zu warten bis der Stil einen findet, was eventuell auch was mit Selbstfindung im Ausdruck zu tun hat.

    @ all:

    Sorry - wenn ich als unakademischer Stilloser über Stil schreibe. Aber ich schreib gern und meist das was ich spontan dazu denke.

    Liebe Grüße

    Renatus
    Signature
  • BFnaitsabeS
    Malen, Malen, Malen - sechs Jahre lang sechs Tage pro Woche (Alex Katz). Wenn dir dann nicht die Lust am Kunst produzieren überhaupt vergangen ist, dann ist das ein sicheres Zeichen, dass deine Sache Stil hat. Stil wird ja nicht von Künstlern definiert, sondern von Zeitungsleuten, Kunstschriftstellern und Galeristen. Interessante Beispiele: Viele Künstlerinnen der Klassischen Moderne. Deren Bilder lassen sich oft stilistisch nicht zuordnen, weil die zeitgenössischen Zeitungsleute, Kunstschriftsteller und Galeristen fast alle männlich waren und ihre Stildefinitionen auf ihre männlichen Kollegen in der Kunst zugeschnitten haben. Selbst wenn eine Frau der Klassischen Moderne einen Stil mitentwickelte (Berthe Morisot und Mary Cassat waren Impressionistinnen der ersten Stunde) wurden sie von der männlich dominierten Stildiskussion nachträglich zu Stilvertretern zweiter Ordnung herabgedrückt. Die gleichen Beobachtungen kann man zur Thematisierung schwuler Inhalte in der modernen Kunst und den stilistischen Konsequenzen und Schulen, die das nach sich zog, machen. Niemandem scheint bisher aufgefallen zu sein, dass die Darstellung von Frauenakten in der modernen Kunst keine Stilentscheidung ist, die von Männerakten aber schon. Die Gesellschaft definiert Stil entlang ihrer Vorurteile, genau so, dass Inhalte, Sujets und Bevölkerungsgruppen, die der eigenen Spießigkeit gefährlich werden, keinen Einlass ins Pantheon bekommen. Ob das in der Postmoderne anders geworden ist, wäre zu untersuchen.
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