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  • Prenzlmaler | Vincent van Gogh an Theo | Ist das aktuell bei KN?

  • relamlznerP
    Danke für die Grüße, Siri, aber Fluuu wohnt als Ex-Berliner in einer ganz anderen Ecke.

    LG Dieter.
  • Dieter Boger
    Dieter Boger
    Hallo Prenzlmaler, hallo Siretta, hallo fluuu,
    warscheinlich habt ihr in all Euren Ausführungen recht und wenn ich Euren Gedankengängen hier und da nur schwer folgen kann, liegt dass warscheinlich an meinem IQ.
    "Bilde, Künstler, rede nicht!", den Appell Goethes haben Maler und Bildhauer - ohne sich viel Zwang anzutun - wohl immer am konsequentesten verfolgt.
    "Wenn ich so mal´und denk in nix\" diesen Auspruch eines zeitgenössischen Künstlers hat der Kunstkritiker und Kunsthistoriker Alfred Schmeller überliefert. Und ich denke, dieser Ausspruch präzisiert die Seelenlage des bildenden Künstlers bei der Arbeit.
    Im Übrigen tröste ich mich mit dem Geständnis des französischen Schriftstellers Le Bovier de Fontenelle der bekannte: Drei Dinge gibt es die ich immer geliebt und nie verstanden habe: die Musik, die Frauen und die bildende Kunst."
    hg
  • dlefeeSiboT
    Ich finde das ist ein sehr schönes Thema , aber ich glaube auch daß dem Vincent so ziehmlich egal war was Goehte Schiller Kant oder auch Schopenhauer zu Papier gebracht haben . Er folgte in diesem Zitat wohl so ganz und gar einfach nur seinem eigenen Gefühl , und das ist dann wohl auch das wesentliche der ganzen Aussage . vg
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  • Ute Speiser
    Ute Speiser
    Um sich als Künstler oder Künstlerin bezeichnen zu dürfen, wird in unserer heutigen Gesellschaft jedoch noch immer der akademische Abschluss verlangt. Viele setzen sich darüber hinweg und nennen sich Künstler, obwohl sie diese Ausbildung nie genossen haben. Was ist da der Unterschied? Ich für meinen Teil habe mich schon immer als Künstlerin gesehen, obwohl ich auch lange Zeiten hatte, in denen ich nicht aktiv war. In diesen Zeiten habe ich mich mehr auf die "Kunst des Lebens" konzentriert. Bin also auch eine der vielen Audodidakten. Und wie ist das mit der Ehrlichkeit? Für mich ist dies eine Kraft des Lebens, ohne die ich nicht leben kann. Wie manche Menschen ihr Leben auf Lügen bauen können, ist für mich leider nicht nachvollziehbar. Da fehlt mir vielleicht eine "Gehirnwindung". Aber das mögen andere anders sehen. Viele Motive wurden von anerkannten Künstlern auf unterschiedliche Weise interpretiert. Waren dies nun Kopien oder hatte jeder seine eigene individuelle Note einem gemeinsamen Thema gegeben?
    Sorry, vielleicht habe ich die Fragestellung nicht richtig verstanden - seht dies als erster unbeholfener Versuch, in die Diskussion einzusteigen ...
    lg, Stradi
  • relamlznerP
    Es ist schon eine ganze Weile her, dass ich das Briefzitat reinstellte. Damals fand es zwar Beachtung, doch keinerlei Kommentare. Erst als Siri die Bedeutung des Ausspruches erkannte, geprägt von der Art der philosphischen Denkfähigkeit und es ins Rampenlicht der Betrachtung setzte, begann der scheinbar unauffällige Thread interessant zu werden. Wenn wir Maler uns auch mit der Philosophie schwer tun, weil wir in einem ganz anderen Metier unsere Heimat haben, so lasen wir dennoch aufmerksam die Kommentare.
    Und wenn ich die anderen Kommentare mir durch den Kopf wandern lasse, so muss ich interessanterweise zu der Schlussfolgerung kommen, das wir in unseren Denkstrukturen sehr ähnlich uns verhalten, weshalb es mir leicht erschien, andere Überlegungen in meine Denkungsart einzugliedern. So war es wenigstens nicht umsonst, Denkanstöße durch van Gogh ausgelöst zu haben.

    LG Prenzl.
  • anisaPiriS
  • siku
    Und dennoch geht die philosophische Erörterung in eine Richtung, die für das Allgemeininteresse an der Kunst von ausübenden Laienkünstlern fast ohne Bedeutung ist. Inwieweit sich Berufskünstler damit befassen, ist mir unbekannt. Der ausübende Künstler interessiert sich mit Freude an seinem Schaffen und das ist auch vernünftig und gut so.


    Da ich auf diesen Thread erst durch einen Hinweis von Siri aufmerksam geworden bin, nutze ich hier die Gelegenheit, nochmal auf die Notwendigkeit der Beziehung zwischen Kunst und Ästhetik aufmerksam zu machen - obwohl dieser Thread ja schon ein harmonisches Ende gefunden hat.
    Ob die Ästhetik der Kunst für Kunstschaffende von Bedeutung ist, kommt auf den Anspruch jedes Kunstschaffenden an sich selbt an. Von einem "Berufskünstler" kann man erwarten, dass er sich mit Ästhetik auseinander setzt - er wird es ohnehin aus freien Stücken schon aus Interesse/ Liebe zur Kunst tun. "Freizeitmaler" verorten sich gern unter der beruflichen Bezeichnung "Künstler", vielfach jedoch ohne zu reflektieren, dass Kunst ohne Ästhetik gar nicht existent ist.
    Die von Siretta aufgezeigten Zusammenhänge sind Inhalte ästetischen Denkens, das nun einmal zur Kunst gehört.

    Mit dem Slogan für die Kunst in den 70er Jahren "raus aus dem Elfenbeinturm, rein in die Fußgängerzone" - der ja auch beinhaltet: Bildung für alle - hat sich die Kunst zwar aus dem Elfenbeinturm herausbewegt, wie sich immer wieder zeigt, ist sie in der Fußgängerzone allerdings ziemlich abgespeckt bzw. reduziert angekommen.

    @ siri
    deine Beiträge gefallen mir richtig gut!



    Kunst ist frei und jeder hat ein Recht darauf, alles so zu tun, wie er es für ausübungsrelevant hält. Kein Mensch hat das Recht, ihm eine Doktrin aufzuerlegen. Allerdings hat sich der Künstler an bestehende Gesetze des demokratischen Staates zu halten und kein Recht darauf, diese Gesetze zu brechen.


    Diese Auffassung hat leider auch zur Vereinfachung ästetischen Denkens in bezug auf Kunst beigetragen. Der Mensch ist von Natur aus nun mal träge, und wo er nicht gefordert wird,lässt er sich hängen und bezieht sich auf eine bequeme Argumentation. :-)


    Beste Grüße
    siku
  • jürgen dohr
    jürgen dohr
    meine Hochachtung euch allen,noch nie habe ich geschriebene worte so verschlungen,ich bin hin und her gerissen,natürlich hat jeder auf seine Art und Weise Recht,ich bin nur ein Hobbymaler,aber ich fühle mich gut dabei,ich habe Respekt vor jeglicher Art von
    Kunst,lg.jürgen (leider habe ich erst heute ins Forum
    gesehen,werde mich bessern)
    Signature
  • nroK
    Das ist alles wirklich hochinteressant und dafür schätze ich dieses Forum hier auch sehr. Es wird jedoch zu großes Gewicht auf die ethische Integrität gelegt, wie ich meine. Warum es mit der Kunst oft nichts wird, hat meist sehr einleuchtende und leider auch ganz triviale Gründe. Virginia Woolf hat in ihrem sehr schönen und wichtigen Essay "A room for one's own" die Bedingungen genannt, daß Kunst überhaupt erst eine Chance erhält.
    Van Gogh hat zwar nichts verkauft, aber er hatte doch immerhin das Glück, daß sein Bruder ihn unterstützte und er nur für seine Arbeit leben konnte. Mozart hatte zeitlebens mit finanziellen Problemen zu kämpfen und hatte wohl auch das Eine oder andere komponiert, um Schulden zu bezahlen. Es ist alles sehr viel trivialer, als wir in unserer begrenzten Phantasie uns ausmalen wollen.
  • anisaPiriS
  • nroK
    Hab überhaupt nichts gegen Kunst und Ethik einzuwenden, nur frage ich mich, ob nicht ganz andere Faktoren manchmal vielmehr den Ausschlag geben. Der Idealismus ist doch mir Beginn der Moderne ziemlich flöten gegangen. ES war überhaupt nur eine sehrn kurzen Phase innerhalb der Kulturgeschichte, da man sehr viel Wert auf genau die richtige Einstellung gelegt hat. Schiller läßt grüßen.
  • Micki
    Hallo,

    Was hat den Kunst mit Ethik zu tun?

    Was ist Ethik überhaupt, ich würde sagen sie ist abhängig vom jeweiligen Kulturkreis mit geringem gemeinsamen Nenner die Menschenrechte betreffend.

    Aber Ethik hat doch nichts mit Ehrlichkeit zu tun.

    Ich glaube Van Gogh wollte nur ausdrücken, das er versucht hat mit jedem Pinselstrich ein Stück von ihm selbst auf die Leinwand zu bringen. Ohne gross zu planen und jeden strich und farbklecks zu berechnen.
    Er hat sich während des malens permanent in einen bestimmten seelenzustand hineingefühlt und so lange an dem Bild gearbeitet, bis es genau diesen Zustand wiedergegeben hat. Das Bild als Spiegelbild der Seele.


    lg.

    Micki
  • relamlznerP
    Hallochen !

    Dieser Thread hat ein sehr hohes Niveau und ich habe die verschiedenen Meinungen gelesen, die wahrlich interessant und äußerst abwechslungsreich waren.

    Was mich angeht, so habe ich mich mit van Gogh seit über 30 Jahren beschäftigt, kenne jedes Bild und all' seine Texte. Er war und ist mein "Übervater", einen Stellenwert, den er bei vielen Künstlern einnimmt.

    Vincent van Gogh war "Mensch". Ehrlich bis ins letzte Eckchen ! Er war ein Kämpfer von Gottes Gnaden ! Vincent war sehr gebildet und beherrschte mehrere Sprachen, auch unsere. Er betrachtete die Malerei als schwere Arbeit und lotete jeden Gedanken nach allen möglichen Richtungen aus. Ästhetik und Ethik spielten eine ganz gewaltige Rolle in seinem Schaffen. Und van Gogh kämpfte und kämpfte, um die Malerei beherrschen zu lernen. Trickserei, wie man sie jeden Tag bei KN zahlreich erleben darf, war ihm fremd. Und er malte auch nicht, was den Leuten gefallen könnte. Er malte aus seiner ethischen Verantwortung heraus.

    @micki
    Vincent überließ kaum etwas dem Zufall. Wer über seine Kunst nachdenkt, Verantwortung zeigt, plant bis ins kleinste Detail - auch wenn manchmal alles schief geht.

    LG Prenzl.
  • Ute Speiser
    Ute Speiser
    Mut in der Kunst ist Stärke. Trotz lebhafter Kritiken an seinem eigenen Weg festhalten, ist eine bewunderswerte Leistung. Doch zahlt sich das im Alltagsleben aus? Gibt uns das das lebensnotwendige "tägliche Brot"? Künstler sind immer hin und her gerissen zwischen dem Bedürfnis, ihr Kunst ganz und gar unbeeinflusst darzustellen und der Not zu überleben, d.h. ein Einkommen für das tägliche Leben zu haben. Dafür gehen einige auch Kompromisse ein. Ist das deswegen etwas Schlechtes? Dafür wird es wohl nie eine Antwort geben...
    glg, Stradi (der nicht alle Kommentare gelesen hat)
  • relamlznerP
    Liebe Stradi !
    Ich möchte an dem vorgegebenen Thema der Ehrlichkeit festhalten. Ehrliches Schaffen ohne Rumtrickserei. Kampf um Leistung, um die Malerei zu erlernen. Ehrliches Bestreben, sich stets zu bilden und zu entwickeln, egal ob als Laien-oder Berufskünstler. Ehrlich zu sich selbst , nämlich zu malen, was man möchte und nicht was der Markt fordert. Der Überlebenskampf mit seinen Kompromissen ist eine ganz andere Kiste. Ich mag es nicht, wenn man am Thema vorbeirudert. Wenn du eines Tages ein Stück von Mozart auf dem Klavier spielen willst, musst du zunächst über Jahre das Instrument beherrschen lernen. Und danach geht eigentlich die Kunst erst los, nämlich die Art der Interpretation !!! Wenn ich mit den Fingern auf den Tasten rumklimpre, ohne das Instrument zu beherrschen, kommt auch Musik zustande. So, nun übertrage das auf die Malerei und du landest wieder beim Thema EHRLICHKEIT.
    Vasarely: Die Malerei ist ein Niemandsland geworden.

    lg dieter
  • anisaPiriS
  • relamlznerP
    Hallo, Siretta !

    So gut hätte ich es nie erklären können, da mir die umfassende philosophische Bildung fehlt,was den ersten Absatz angeht.

    ABER ICH FREUE MICH, VON DIR LERNEN ZU KÖNNEN !!!

    Den zweiten Absatz kenne ich zu gut. Du hast van Gogh und seine Bedeutung richtig dargestellt.

    DANKE !

    Prenzl.
  • Ute Speiser
    Ute Speiser
    OK Prenzl, habe kapiert, dass ich am Thema vorbei "geredet" habe... Du betonst die Ehrlichkeit ... die ist mir eine Selbstverständlichkeit ... und Unehrlichkeit hat auf lange Sicht eh nie den großen Erfolg, egal in welcher Richtung ... das ist immer nur eine Frage der Zeit ... das habe ich schon sehr oft erlebt. Wenn ich mich selbst betrachte, dann kann ich es nicht nachvollziehen, wie man überhaupt "unehrlich" malen oder künstlerisch tätig sein kann. Die Kunst kommt aus meinem Bauch heraus und meine Hände und die Farben sind nur (noch) die Instrumente.
    Sorry, bin kein "Denker" ... das kommt alles aus den Gefühlen...
    lg, Stradi
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