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  • Leinwand mehrfach nutzbar

  • Andreas Leinwand mehrfach nutzbar
    Hallo Zusammen,

    ich hab keinen Platz mehr für meine Bilder und wollte mal fragen, ob jemand von Euch Erfahrung mit der Mehrfachnutzung von Leinwänden hat und wie das von Statten gehen kann
  • lezaza
    Das geht ähnlich vonstatten wie bei der mehrfachen und beidseitigen Nutzung von Toilettenpapier. Einfach umdrehen und weiterarbeiten. Dieser Vorgang kann beliebig oft wiederholt werden.
  • z-m
    Praktiken wenden manche an... unglaublich...
    Allerdings bin ich mir jetzt unsicher, auf welches Posting ich damit geantwortet habe.

    Jedenfalls: Wenn man eine Leinwand mehrfach benutzt, sind, sofern meine theoretischen Überlegungen ein korrektes Ergebnis brachten, die früheren Bilder dann (meist) nicht mehr zu sehen.
    Und daraus folgt mein Standpunkt: So etwas ist der letzte Pfusch. Wenn man nur zum Üben etwas herumklecksen will, OK, aber für ein Werk sollte man die Kosten nicht scheuen und eine neue Leinwand verwenden. - Den Keilrahmen kann man ja ruhig noch verwenden.
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  • lleiret
    auch wenn ich nicht weiss, wie man sich diese frage wirklich stellen kann ohne alle möglichkeiten im kopf durchgespielt zu haben (ich meine - hey, was kann man mit ner bepinselten leinwand wohl auf welche weise anstellen?), will ich mal m-z aufgreifen...

    "[...]So etwas ist der letzte Pfusch.[...]"
    Wieso sollte es Pfusch sein? Du hast offensichtlich keinen anderen Zugang zum Werkbegriff ausser - man malt das geplante fertig und gut. Allerdings sind Arbeitsspuren nicht nur lediglich die Erhabenheiten, für welche der Pinsel oder die Farbmenge verantwortlich ist. Weiter ist ein Prozess nicht abhängig von nur einem Motiv bzw. genau einer Bildkonfiguration. Der Prozess ist dem des Palimpsestierens sehr ähnlich und alter wie neuer Text (wobei Text hier ebenso oder gerade einen Bildtext meint) stellen die Möglichkeit zu neuen Konfigurationen und Textualitäten her, wodurch z.B. Intertextualitäten etc. möglich werden. Übermalung muss also nichts sein, was mit Pfusch oder wenig Geld für neue Leinwände zu tun hat, sondern ist eine legitime Methode, die sogar viele zusätzliche Optionen bereitstellt. Wer allerdings immer die taufrische, aalglatte Leinwand huldigt und nur einmal darauf malt, was die planung vorsah, sollte vielleicht dann doch davon absehen...
  • lleiret
    ach, noch so als nachtrag - wenn sowas pfusch ist - geh in keine kentridge-ausstellung
  • Andreas
    Danke für den Rat, aber wie mache ich es? Was für Farben nehme ich, Kann ich einfach weiße Wandfarbe nehmen? oder gibt es da was spezielles?
  • Andreas
    Die Bilder sind dann weg??? Na sowas! Darüber bin ich mir schon im Klaren! Und es geht auch um das Experimentieren. Was nehm ich denn an Material?
  • z-m
    @teriell: Soweit ich weiss ist das erneute Beschreiben darauf zurückzuführen, dass Papier, Pergament oder anderes beschreibbares Material teuer war. Sonst existierten dafür keinerlei Gründe. Es zählten also keine philosophischen Überlegungen sondern nur der primitive Kostenfaktor; man hätte also schon gerne neues Material verwendet. (Falls ich falsch liegen sollte, korrigiere mich bitte; mit dem Thema habe ich mich noch nicht auseinander gesetzt.)
    Deshalb kann ich Deine Ausführungen nicht nachvollziehen.

    Warum das Pfusch ist: Zum einen aus handwerklicher Sicht - die Literatur zu Malgründen gibt ja darüber reichlich Auskunft - und zum anderen, weil man sein Bild durch die vorhandene Struktur oder Farbigkeit (bei gut deckendem Farbauftrag fällt letzteres weg, klar) nicht auf jeden Fall so gestalten kann, wie man es plant. Das Werk wird teilweise zum Zufall. Gegen Zufall ist natürlich nichts einzuwenden, aber warum sollte der Maler ein missglücktes Bild verwenden, um einen Zufallsfaktor in sein Werk zu bekommen? - Kosten! Andernfalls könnte er den "Zufall" gezielt malen. Er zieht es aber vor, ein zuvor verpfuschtes Bild zu verwenden.

    Ja, ich male "das geplante fertig und gut". Natürlich mit der Einschränkungen, dass ich natürlich hin und wieder korrigiere, was aber nicht als Übermalen im Sinn dieses Threads zu werten ist. Ein als schlecht empfundenes Bild würde ich niemals übermalen.
    Macht man das und erklärt das auf philosophische Weise sehe ich einen solchen Maler als Schwätzer, denn warum sollte er das, was er malen will, nicht einfach auf eine neue Leinwand malen, ohne zuvor ein "Werk schaffen zu müssen", um es zu übermalen.
  • lleiret
    Also ich kann nicht beurteilen, wie es mit der kompletten bandbreite an möglichem arbeitsmaterial aussieht, da ich diese leider auch noch nicht ausgeschöpft hab. mit öl und acryl hatte ich z.b. bislang nie wirkliche probleme. es kommt ja auch nunmal auf den grund an - was du also zuvor benutzt hast. du musst eben schon beachten, ob sich der grund bspw. für wasserbasierte farben eignet etc. nen aquarell über ein ölbild zu zimmern, könnte demnach schon problematisch werden, da sich der malgrund nicht mehr für die wasseraufnahme eignet, bzw. sich die pigmente nicht mehr ordentlich an den grund binden lassen. aber - ich hab auch schon acryl über öl hinbekommen (das wieso, ist natürlich ne ganz andere frage...höhö). nur verdünnen ist da nicht mehr drin. viel sinn macht das aber auch nicht, wenn ölfarbe vorhanden ist. allerdings wenn du den schwerpunkt schließlich auf das experimentieren legst, weiss ich nicht, was dem nun dann im wege steht... experimentieren nach rezept ist wohl letztlich doch nur anleitung.
  • z-m
    @andi9595: Welches Material Du verwenden solltest, hängt natürlich davon ab, in welcher Technik die Bilder gemalt sind.
    Wie es bei Öl genau aussieht, kann ich nicht sagen. Ich würde aber einfach mit Öl weiterarbeiten; evtl. käme eine Temperaschicht in Weiss in Frage, wenn keine pastose Struktur vorhanden ist (bin mir aber nicht sicher).
    Bei Acryl wäre es bestimmt die beste Lösung, wenn Du die beim Bild verwendete Acrylfarbe in Weiss nehmen würdest, um damit zu grundieren. Wandfarbe (am besten auf Acrylbasis) sollte aber eigentlich auch gehen.
  • lleiret
    @teriell: Soweit ich weiss ist das erneute Beschreiben darauf zurückzuführen, dass Papier, Pergament oder anderes beschreibbares Material teuer war. Sonst existierten dafür keinerlei Gründe. Es zählten also keine philosophischen Überlegungen sondern nur der primitive Kostenfaktor; man hätte also schon gerne neues Material verwendet. (Falls ich falsch liegen sollte, korrigiere mich bitte; mit dem Thema habe ich mich noch nicht auseinander gesetzt.)
    Deshalb kann ich Deine Ausführungen nicht nachvollziehen.


    Ja, hast den Begriff gut nachgeschlagen. Nur nicht so ganz komplett... Palimpseste sind in einigen theoretischen Bereichen zu einer Metapher geworden, die in erster Linie auf Texteigenschaften / Intertextualitäten verweist. Mir ist der Begriff jetzt auch egal, falls es aber interessiert, hier ein schlechter, kurzer Absatz dazu...
    https://de.wikipedia.org/wiki/Palimpseste._Die_Literatur_auf_zweiter_Stufe

    (bin gerade nicht zu Hause und finde auf die Schnelle keine bessere Quelle)

    Der Grund, Pergament z.b. abzuschaben, um es erneut zu beschreiben, ist von Dir richtig erkannt - Kosten. Allerdings ergibt sich hieraus bei vielen "Fundstücken" die Option zur Rekonstruktion von z.B. dem Verhältnis von Originaltext und Abänderung etc. Das Pergament enthält somit nicht nur den Text, sondern oft sogar seine geschichte, seinen zurückliegenden prozess.


    Warum das Pfusch ist: Zum einen aus handwerklicher Sicht - die Literatur zu Malgründen gibt ja darüber reichlich Auskunft - und zum anderen, weil man sein Bild durch die vorhandene Struktur oder Farbigkeit (bei gut deckendem Farbauftrag fällt letzteres weg, klar) nicht auf jeden Fall so gestalten kann, wie man es plant. Das Werk wird teilweise zum Zufall. Gegen Zufall ist natürlich nichts einzuwenden, aber warum sollte der Maler ein missglücktes Bild verwenden, um einen Zufallsfaktor in sein Werk zu bekommen? - Kosten! Andernfalls könnte er den "Zufall" gezielt malen. Er zieht es aber vor, ein zuvor verpfuschtes Bild zu verwenden.


    tja, dass deine literatur dir den schluß nahelegt, dieses in jedem falle als pfusch zu beurteilen, ist wohl eher ein problem der literatur. es gibt durchaus die planvolle absicht, ein bild immer wieder zu übermalen. wie ich eben schon andeutete bspw. bei william kentridge oder auch z.b. bei roman opalka. wie gesagt, das übermalen kann methode sein, muss dabei aber nicht in deine bewertungskriterien passen. ich halte z.b. große engstirnigkeit für künstlerischen pfusch, aber stütze mich dann wohl auch auf andere literatur...


    Macht man das und erklärt das auf philosophische Weise sehe ich einen solchen Maler als Schwätzer, denn warum sollte er das, was er malen will, nicht einfach auf eine neue Leinwand malen, ohne zuvor ein "Werk schaffen zu müssen", um es zu übermalen.

    weil das werk vielleicht im übermalen erst existiert. vielleicht gibt es einen unterschied in prozess- und ergebnisorientiertheit? naja, im zweifelsfalle nicht - nicht wahr?
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