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  • Fragen rund um's Kunst-Sponsoring

  • Ulf Spuhl
    Ulf Spuhl
    Hallo,

    das sind sehr interessante Beiträge und ich habe sie aufmerksam gelesen, alles fließt mit ein und formt das Ganze.

    Trotzdem möchte ich noch einmal erinnern, dass Kunstsponsoring von Seiten des Künstlers aber auch von Seiten der Firma eine Gradwanderung ist. Da kommen zwei Welten zueinander, die Eine die hauptsächlich materielle Werte schafft und die Andere die hauptsächlich ideelle Werte verkörpert. Sie tauschen sich beim Sponsoring aus. Das heißt der Künstler vertritt seine ideellen Werte gegenüber der Firma und macht sich nicht zum Vasall, das ist ein wichtiger Punkt. Wenn sich der Künstler so verhällt wie die Mitarbeiter in der Hirarchie hat er verspielt. Eine Bewerbung ist eine angestrebte Mitarbeit. Will damit sagen, wie der Künstler seine Ansprache an die Firma richtet gestaltet er selbst, davon bin ich inzwischen überzeugt, natürlich mit Beachtung der Höflichkeit auf das Gegenüber, dem Firmenchef. Wenn sich der Künstler der Maschinerie der Firma unterwirft und deren internen Kommunikationsabläufe versucht nachzuempfinden, bekommt er eventuell Geld aber seine ideellen Werte sind verraten. Das ist die Gradwanderung, das Geld der Firma nutzen ohne die individuellen Werte als Künstler zu verleugnen, denn das ist sein Kapital.
    Es wurde jetzt aus Sicht der Firma geschrieben aber mir geht es mehr um die Sicht des Künstlers bei der ganzen Sache.

    gruß fluuu
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  • xobtnitauqa
    höchst interessant, wenn sich wer über kunstsponsoring zu eigenen gunsten gedanken macht, der ansonsten der "kommerzialisierung" von kunst äusserst kritisch gegenüber steht und sich auch entsprechend negativ in bezug auf die kommerzielle verwertung von kunst dritter äussert.

    honi soit qui mal y pense! oder: herzlichen glückwunsch - wenn's ums eigene "kommerzielle" interesse geht, steht doch immer alle theorie hintan - trotz aller durchaus löblichen theoretischen ansätze im sinne einer kommerzkritik der 70er jahre ;-)

    ansonsten empfehle ich die kontaktaufnahme zur fernuniversität hagen, institut für kulturmanagement, kurs kulturförderung und ihre finanzierung: 🔗
  • Ulf Spuhl
    Ulf Spuhl
    ...das hast Du gut und richtig erkannt, es ist eine Gratwanderung und ambivalent, dieses Sponsoring. Meines Erachtens gehört es bei der Organisation einer größeren Ausstellung mit hohen Materialkosten dazu. Es fällt mir sehr schwer, darum der Thread, das Draufzugehen auf die Wirtschaft um mit ihr in Kontakt zu treten.
    Habe es mir jedoch als Aufgabe gestellt gerade weil es mir so schwer fällt und ich große Vorurteile habe.
    Musste mir schon von einem Münchner Schmuckhändler und Goldschmiedemeister anhören, dass die Kunst der Wirtschaft immer hinterherläuft aber nie so richtig aus dem Knick kommt. Er wollte nicht begreifen, dass die Kunst nicht den Umsatz als Ziel hat, sondern andere Werte. Wenn ich bei so jemandem wegen Sponsoring nachfrage, hat er die Bestätigung, die Kunst ist der Wirtschaft unterlegen und bittet um Almosen und es ist höchstens Mitleid zu erwarten.
    Nun gilt es die Kunst als eigenständigen Wert gegenüber der Wirtschaft darzustellen und das versuche ich mit dieser Sponsoringanfrage ohne sich anzubiedern, zu schleimen oder die ideellen Werte zu ignorieren, das ist eine Gratwanderung...
    Habe den Entwurf für den Brieftext fertig und er kann dann auf das vorbereitete Briefpapier gedruckt werden.

    gruß fluuu
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  • NIWREW
    @fluuu:Na dann wünsch ich dir jedes erdenkbare Glück!
  • Frank Koebsch
    Frank Koebsch
    Ich hatte ja schon einiges zu diesem Thema gschrieben, gemailt ...

    Ich beschäftige mich aus aktuellen Anlass wieder mit dem Thema und bin beim google auf folende Quelle gestoßen, schaut mal rein

    🔗

    Eigentlich unterstützt dieses die Aussagen von Tanja. Ich wünsche Euch viel Spaß beim Lesen.

    Beste Grüße - Frank
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  • Ulf Spuhl
    Ulf Spuhl
    Hallo,

    habe das PDF gelesen, ist sehr aufschlußreich, jedoch mehr für Firmen gedacht.
    Kunstsponsering ist eine Art Geschäft zwischen Firma und Künstler, es ist wichtig die selbe Sprache zu sprechen aber es ist auch wichtig als Künstler den eigenen Standpunkt zu vertreten und nicht die Firma nur zu bedienen. Die Wirtschaft mit dem verdienten Geld neigt ja dazu sich für das alles Entscheidende auf der Welt zu halten. Wenn man ein guter Künstler und Sponsoringpartner sein möchte, bin ich der Meinung, muss man die eigenen Werte gegenüber der Firma vertreten, sonst ist man ein Lakai.
    Weiß nicht ob mir das gelingt, dafür ist es notwendig, dass ich eine Reaktion auf die Anfrage bekomme.
    Lasse mir auf keinen Fall die Form und den Inhalt vom Sekretariat diktieren aber erreichen will ich natürlich trotzdem etwas...wie gesagt ein Spagat.

    gruß fluuu
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  • Frank Koebsch
    Frank Koebsch
    Ein Geschäft auf Gegenseitigkeit, nicht ein Kauf des Künstlers ... ;-))))
    Das Maß muss jeder bestimmen. - Beste Grüße Frank
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  • Ulf Spuhl
    Ulf Spuhl
    Hallo,
    nun ist alles fertig zum Verschicken der Sponsoranfragen an die jeweiligen Firmen.
    Der Text ist fertig, das Briefpapier, die Briefmarken sind da, die Adressen sind ausgesucht, steht nichts mehr im Wege außer die Jahreszeit.
    Habe mir gedacht, dass so ein Anliegen vor Weihnachten nicht so günstig ist, alle Hilfsverbände betteln schon kräftig um soziale Unterstützung, da könnte so eine Anfrage wegen Sponsoring schnell nerven und ignoriert werden oder ist vor Weihnachten gerade der richtige Zeitpunkt?

    gruß fluuu
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  • musrednar
    Vor Weihnachten ist womöglich schon zu spät, weil die Unternehmen das Budget früher planen. Im November wäre es besser gewesen und dann im Jänner nochmals nachhaken.

    Ist ja schon ein älterer Thread - warst du erfolgreich?
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