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  • Kunststimmen gegen Armut

  • neuangel
    Zwilling
    das ist eine mehr als einseitige sichtweise - schon allein vom regionalen her gesehen.
    ich kenne leute, die unverschuldet da reingeraten sind, einen spitzenjob hatten, nebenbei noch selbstständig - der tagesplan früh um 4.30 raus, die sachen am rechner erledigen, 30-45 minuten fahrt, job mindestens bis 18.30 wieder nach hause, ware packen und nach einem happen ins bett fallen. ist ein wirklich gutes familienleben - aber man verdient ja. plötzlich private probleme, firma macht zu, umzug, krankheit, geschäftsauflösung, alles verkaufen um kein geld zu beantragen, weil man ja die hoffnung hat, dass bei 150 bewerbungen in 2 monaten irgendwo ein job ist in aussicht ist(ohne bewerbungskostenzuschuss - wohlgemerkt). tatsache aber - selbst bei bewerbungen als aushilfsjobber, reinigungskraft, auf abruf - nur absagen. und nun? sind die leute auch zu faul??? selbst schuld???
    dann bleibt nur der weg dahin, wo die nie hinwollten und wirklich alles getan haben um das zu vermeiden. und was kriegen die dann da gesagt??? die sollen da weg ziehen (kostet ja nichts). die kosten für die wohnung werden nur teilweise gedeckt, so dass von dem betrag, der für die lebenshaltungskosten gerechnet wird, der rest draufgelegt werden muss. so bleiben unter´m strich satte 150,00 euro zum leben. damit kommen die auch aus, weil sie die ganze woche nur brot und margarine essen und nichts weiter gekauft wird - nichts!!!
    es bleibt sogar noch etwas übrig. bis es in 2 monaten 150,00 euro weniger gibt - und selbst da werden die hier keinen job haben, weil es KEINE gibt. und dann müssen die mit dem auskommen was sie jetzt beiseite legen - das ist der lacher überhaupt.
    und der hammer ist - diese leute stellen material aus eigener tasche zur verfügung um für diese aktion etwas zu tun, zu organisieren - damit die, die vielleicht noch weniger haben hier mitmachen können. was machst du? spendest lieber vor weihnachten an irgendwelche organisationen?

    besorg denen einen job, dann hast du mehr in der tasche und musst die nicht mehr mit durchschleppen.
  • andreas walter
    andreas walter
    Zwilling
    Wie überall im Leben gibt es auch da sicher Leute,die erstens Arbeitslosengeld bekommen und zweitens krumme Geschäfte nebenbei machen.
    Diesen Herrschaften soll man kräftig,aber richtig kräftig auf die Füße treten,denn die bescheißen den Staat und die Gesellschaft.Da sollte man rigoros gegen vor gehen,aber doch bitte nicht ALLE Arbeitslosen über einen Kamm scheren und sagen,die können sich doch alles leisten.
    [...]


    StammtischNazi-Gebrabbel... wobei der gute Arbeitslose
    immer das namenlose Ideal bleibt und schlechte Arbeits-
    lose direkt benannt werden (können).
    Wen wundert's auch wirklich, wenn er diese Gesellschaf
    und ihre Propaganda betrachtet, daß Arbeitslose, die sich
    sicher nicht um diese Rolle gekloppt haben, sich dafür ent-
    scheiden Vorbildern in Politik und Industrie nachzueifern.
    Sicher sind Industrie und Politik hervorragende Vorbilder,denen man durchaus nacheifern könnte...wenn,ja wenn es da nicht das doppelschneidige Schwert der Justiz geben würde,die den Arbeitslosen,der ne Stange Zigaretten verkauft hat,hart rannehmen,wärend ein Konzernmanager mal eben ein paar Millionen hinterzieht und sich da nur drum gekümmert wird,wenn sich die Medien interessieren.Dann macht man einen lächerlichen Schauprozess fürs Volk.
    Wenn ein Politiker Mist gemacht hat,tritt er zurück und kann sich einer sehr guten Rente sicher sein,wenn ein Arbeitsloser Mist gebaut hat,wird ihm die Stütze gestrichen und er muß zusehen,wie er klar kommt.
    Mir wird die Stütze gestrichen,wenn ich morgen nicht der Arbeitsamtsvorladung folge.Sowas reicht tatsächlich schon aus.
    Ich muß da hin und meine Bewerbungsbemühungen nachweisen.Aber ich bewerbe mich ja garnicht,weil ich doch krampfhaft versuche,mit meinem kleinen angemeldeten und genehmigten Nebengewerbe irgendwie auf die Beine zu kommen,um eben nicht mehr auf die Stütze angewiesen zu sein.
    Moni hatte mal weiter vorne einen Spruch geschrieben,der da lautet "es lässt sich großes bauen aus den Steinen,die einem in den Weg gelegt werden."
    Diese Steine spüre ich immer wieder.Aber ob sich da wirklich was draus bauen lässt,ist fraglich.
    Und das "Nazi" habe ich mal eben übersehen,denn die Nazis waren es,die ALLE über einen Kamm geschoren haben.Bei denen waren ALLE Juden schlecht,ALLE Kommunisten waren schlecht,ALLE Bolschewiken waren schlecht.Die haben eben nicht unterschieden.
    Und sie haben fast alle Juden umgebracht.
    Ich unterscheide zwischen ehrlichem und betrügerischem Arbeitslosen,ich unterscheide zwischen fürsorglichen und alkoholischen Arbeitslosen,denen ihre Kinder egal sind,die ihre paar Moneten lieber versaufen.
    Und sag jetzt nicht,das es Quatsch wäre,das es sowas nicht gibt.
    Und der Alkoholismus wird auch noch unterstützt,indem das Bier,der Wein,der Wodka so richtig billig ist.
    Bald ist es billiger Wodka zu tanken,als Benzin.
    Das kann doch wohl nicht normal sein,oder doch?
    Signature
  • andreas walter
    andreas walter
    Legnauen,
    Zwilling braucht nur krank zu sein,dann geht er auch zum Amt und holt sich seine Stütze ab,oder er macht irgendwelche Hilfsarbeiten für einen Euro.Aber bevor er überhaupt Anspruch auf irgendwelche Stütze hat,muß er einen mehrseitigen Fragebogen ausfüllen und seine Konten offen legen,Lebensversicherungen muß er verkaufen,wenn diese einen Rückkaufwert von 5000,-€ übersteigen und ob sein niegelnegelneues Auto in seinem Besitz bleiben darf ist auch noch fraglich.Erst verkaufen und gegen einen alten,für Arbeitslose angemessenen Wagen tauschen.Und wenn er was verheimlicht,oder lügt,werden sie ihm auf die Schliche kommen,denn das Amt hat Konteneinsicht.Das Amt schickt Leute ins Haus,die sogar die Wohnung mit Polizeibegleitung durchsuchen dürfen,ob Wertgegenstände vorhanden sind,die erst verkauft werden müssen,bevor es Stütze gibt.Man prüft die Hilfsbedürftigkeit.
    Wünschen wir ihm mal lieber nicht,das ihm sowas auch passieren kann.
    Und wenn,bin ich mir sicher,das er es niemals hier zugeben würde,denn dazu gehört schon was.

    Wir hatten einen Bausparvertrag,weil wir ein Haus haben,das auch mal renoviert werden muß.Den Bausparvertrag mußten wir kündigen.Aber nicht,weil wir ihn nicht mehr bezahlen konnten,sondern weil das Amt es verlangt hat.
    Unser Haus verfällt zusehends.
    Signature
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  • girekleu
    Hoho - ich habe auch StammtischNazi
    geschrieben, was einen großen Unter-
    schied zu einem Nazi darstellt. Und
    lese deinen Text nochmal: die Nähe zum
    Stammtisch wirst du dann kaum leugnen
    können.

    Ich kenne nur Menschen, ob die arbeitslos
    sind oder nicht, spielt dabei eigentlich
    keine Rolle. ('Eigentlich', weil es dann
    doch mal eine Rolle spielen kann, klar.
    Und zwar aus der Sicht der Betroffenen.)
    Ich kenne Niemanden der sich hauptsächlich
    als 'Arbeitsloser' definiert - wenn doch,
    muß ich ihn darauf hinweisen, daß er kein
    nummeriertes Stück auf der Inventarliste
    der Verwaltung ist - sondern ein Mensch.

    Alkohol löst keine Probleme und Saufen
    macht welche. Alkohol ist aber nunmal
    die staatlich geförderte Durchhaltedroge
    und das nicht ohne Grund. Er öffnet ein
    schnelles Ventil und ein paar Stunden
    später ist die Sache vergessen, verplappert,
    abgehakt. Geändert hat sich Nichts.
    Wenn dann diese Verhaltensweise aber auf
    einfach nicht weggehen wollende Zustände,
    wie Arbeitslosigkeit, übertragen wird, dann
    wird das Glas schnell weggeschmissen und aus
    der Flasche getrunken. Das hat aber mit der
    Einstellung der Menschen, die in diese Falle
    latschen, zu tuen. Das Problem dabei ist immer
    noch das Suchtverhalten, nicht die Droge.
    Gibt's keinen Alkohol, gibt's halt was anderes.
    Der Wille zum Rausch - Nichts mehr sehen, Nichts
    mehr hören, Nichts mehr erkennen.
    Die Typen waren auch mit Arbeit diese Typen und
    sie werden es bleiben, wenn sie wieder Arbeit
    bekämen.
  • judith rudolph
    Tss Tss Tsss
    erstens schere ich überhaupt nicht alle über einen Kamm, sondern mich piepts einfach an wenn Leute (nochmal: nicht alle!!) in der sozialen Hängematte vergammeln!
    Zweitens habe ich schon für die Aktion gearbeitet, das ist nicht der Punkt.
    Drittens bin ich keineswegs der Meinung, das jemand "extra" ein Sozialfall wird. Aber grundsätzlich hab ich ein Problem mit dieser Oberkonsumhaltung. Wo ich das Gefühl hab, da verrutschen alle Maßstäbe.
    Z
  • kaatsdaR-ennA
    Das erste Video vom gestrigen ZAHLTAG in Köln ist online:
    Zahltag vor der ARGE Köln

    Wir richten gerade auf unserer Seite einen Bereich AKTUELLES ein. Dort findet Ihr dann alle News, Berichte, erschienene Presseartikel, Fotos, Vidoas etc.
  • kaatsdaR-ennA
  • Adi
    Zwilling
    Wie überall im Leben gibt es auch da sicher Leute,die erstens Arbeitslosengeld bekommen und zweitens krumme Geschäfte nebenbei machen.
    Diesen Herrschaften soll man kräftig,aber richtig kräftig auf die Füße treten,denn die bescheißen den Staat und die Gesellschaft.Da sollte man rigoros gegen vor gehen,aber doch bitte nicht ALLE Arbeitslosen über einen Kamm scheren und sagen,die können sich doch alles leisten.
    [...]

    "Laut" der gestern veröffentlichten Statistik der Arbeit "verwaltenden" Behörde, liegt der "Missbrauch" bei unter einem %
    Wenn ich denn so lese, wie viele Milliarden € sinnlos (oder durch Korruption) verteilt werden, da wird mir ganz übel!!!

    Mal doch mal was, Dein Bild würde mich interessieren!

    Adi Altgassen
    adalt@gmx,de
  • kaatsdaR-ennA
    Hier die Fotos vom ZAHLTAG des Bündnis Agenturschluss in Köln:
    🔗

    Adi und Zwilling: Ja, genau bei 0,6 % liegt die Missbrauchsrate. Habe ich gestern gerade frisch in Eurem Vortrag/Workshop gehört, Adi.

    Schönen Abend noch, Anne
  • kaatsdaR-ennA
    🔗
  • andreas walter
    andreas walter
    Also definieren wir mal,ein Nazi am Stammtisch,Bier vor der Nase darf Parolen gröhlen,weil er ja ein Stammtischnazi ist,wärend ein Nazi draußen nur ein Nazi ist,der darf nicht gröhlen oder wie?
    Oder wo liegt da der Unterschied?
    Es gibt ja auch Nazis,die ganz lieb sind und es gibt Nazis,die mit der Baseballkeule durch die Strassen ziehen und Leute verprügeln.Die ruhigen Nazis sind natürlich besser als der prügelnden...


    ***Ich kenne Niemanden der sich hauptsächlich
    als 'Arbeitsloser' definiert - wenn doch,
    muß ich ihn darauf hinweisen, daß er kein
    nummeriertes Stück auf der Inventarliste
    der Verwaltung ist - sondern ein Mensch. ***
    Meine Arbeitslosennummer lautet 12090,ich habe eine Steuernummer,eine Krankenkartennummer,eine Kontonummer,eine Handwerkskammernummer,eine KFZ-Nummer...du kannst es leugenen wie du willst,wir sind alle nur Nummern.Wir sind registriert und nummeriert,ob du willst oder nicht.Den Namen brauchen die nur,weil außer der Hausnummer ein Name an der Tür steht.Ohne die Namen würde es ein heiloses Durcheinander in einem Hochhaus geben.Eine Nummer in Verbindung mit dem Namen macht dich zum Inventar der Ämter.Name "Ordner" Nummer "3",schon gefunden.Es sucht sich einfacher nach einer bestimmten Person.
    Als Mensch sagst du "Arbeitsloser" und lässt seine Nummer weg.Ich selbst nenne mich "Arbeitsloser mit Nebengewerbe",weil ich nun mal arbeitslos bin.Da beißt die Maus sich nicht den Schwanz ab.

    Deinem Text zum Alkohol stimme ich zu hundert Prozent zu.Super geschrieben.

    Zwilling:
    ***erstens schere ich überhaupt nicht alle über einen Kamm, sondern mich piepts einfach an wenn Leute (nochmal: nicht alle!!) in der sozialen Hängematte vergammeln! ***
    Inzwischen ist die soziale Hängematte aus Stacheldraht,so sehr piekst es,wenn man sich da reinhängt,oder wie du es so romantisch beschrieben hast,vergammelt.Dummerweise vergammeln fast alle in dieser Matte,bis auf einige...0,6 % ,die sich das Sozialgeld erschleichen.
    Und wegen dieser 0,6 % müssen alle anderen unter verschärften Bedingungen leben,anstatt sich um diese 0,6 % speziell zu kümmern.
    Im Fernsehen bekommt man auch nur Berichte zu sehen,die über diese 0,6 % gezeigt werden.Das sugerriert aber,das die Arbeitslosen betrügen.Da sagt man nicht,dieser Arbeitslose hat betrogen,sondern es sind die Arbeitslosen.
    Man zeigt nicht,wie ein Arbeitsloser eine hundertvierundachtzigste Bewerbung schreibt,oder telefoniert oder sich persönlich bei den Firmen vorstellt.Und man zeigt nicht die Antworten auf die Bewerbungen,wenn überhaupt gewantwortet wird.
    Man hilft auch nicht dem Arbeitslosen,der sich eine eigene Firma aufgemacht hat,um zu arbeiten und Geld zu verdienen,ganz legal und mit sehr viel Fleiß.Im Gegenteil,man transsaliert ihn mit Forderungen,die finanziell völlig überzogen sind.
    Wieder ein Beispiel von mir.
    Das Finanzamt weiß,das ich ein ganz kleines Nebengewerbe habe.Ich habe im Mai meine Steuererklärung abgegeben.Ich hatte im letzten Jahr 1000,-€ Einnahmen.Jetzt bekomme ich Post,das ich 9896,92€ Steuern zu zahlen habe.
    Na prima,damit bin ich pleite.
    Nein,ich habe Einspruch eingelegt und der Anwalt Jux in Pasewalk vertritt mich dabei.
    Aber so viel zu Arbeitslos,Nebengewerbe,Steuern...ÄMTER!!!
    ...und eine daraus resultierende Armut.Und weil ich einen anderen Lebensstandard kenne,als der arme Nigerianer,empfinde ich diese Armut sehr schmerzhaft und leide mindestens genau wie der Nigerianer darunter,auch wenn es mir scheinbar besser geht als ihm.Aber mir ging es schon mal viel viel besser.Ich hatte eine Lebensversicherung,ein gutes Auto,das ich regelmäßig zur Durchsicht bringen konnte.ich hatte mal immer den neuesten PC und immer das beste Essen im Kühlschrank,lecker und gesund.
    Mein Auto zerfällt langsam,der PC ist 4 Jahre alt und im Kühlschrank liegen billige Lebensmittel,ob gesund oder nicht ist egal,denn man muß ja was essen.
    Man kann Nigeria nicht mit Deutschland vergleichen.
    Signature
  • kaatsdaR-ennA
    Mein ganz persönlicher Bericht
    über den ZAHLTAG des Bündnis Agenturschluss in Köln am 1.10.007

    Köln , Montag 1.10.,10.30 Uhr. Als Auswärtige finde ich mein Fahrtziel, die Arbeitsagentur in der Luxemburger Sraße 121, recht schnell: unübersehbar die Reihe von Mannschaftswagen der Polizei vor einem Hochhaus. Hier muss es sein. Also parke ich mein Auto direkt zwischen zwei grün-weissen Fahrzeugen auf dem Gelände der Arbeitsagentur. Auf dem Weg zum weißen Aktionszelt sehe ich Transparente und Info-Stände. Menschen gehen hektisch hin und her. Ich höre aufgebrachte Rufe aus dem Foyer des Gebäudes. Eine Frauenstimme spricht laut und erregt in ein Mikrofon “Wir sind Kunden hier! Wir haben ein Recht darauf hier zu sein. Ihr dürft uns nicht herausschmeissen.” Ein Gedränge und Geschubse herrscht im Foyer der Arbeistagentur. Im hinteren Bereich sehe ich ca. 30 Polizisten, dekoriert mit Schlagstöcken, die mit verschränkten Armen eine Mauer zu den dahinter befindlichen Fahrstühlen bildet. Da soll keiner durch gelassen werden. Das wird schnell klar. Die Menge davor ist aufgebracht. Wie mir später Martin Behrsing vom Erwerbslosenforum mitteilte, wurden einige Minuten zuvor drei Leute recht unsanft von Polizisten zu Boden gebracht und abgeführt. Die Situation im Foyer ist immer noch angespannt.

    Ich gehe wieder hinaus und frage mich zu den Initiatoren des ZAHLTAGs durch. Von einem Herrn, dessen Namen ich leider nicht weiß, wird mir ein Plätzchen für den Infostand von KUNSTSTIMMEN GEGEN ARMUT vor dem Aktionszelt gegenüber des Foyers zugewiesen. Ich packe Tisch, Stafelei, Bilder, Malutensilien, Plakat sowie Infomaterial aus und richte mich häuslich- informativ ein. Dann treffe ich Martin Behrsing, den ich bislang nur über Telefon und EMail-Kontakt her kannte. Er erläutert mir kurz den Programmablauf des Tages und lädt mich gleich ins Aktionszelt ein, in dem ein Buffet mit warmen und kalten Getränken, Obst, Brot, Aufschnitt, und Kuchen aufgebaut ist. Zum Kaffeetrinken bleibt jedoch keine Zeit, die ersten Leute stehen am Infostand. Also verteile ich Handzettel und Aufrufe an jeden, der vorbeikommt. Schnell entwickeln sich Gespräche, und ich merke schnell, dass ich aus einer Gegend Deutschlands komme - ländlich geprägt, mit geringer Arbeitslosenqote - in denen die Welt irgendwie noch in Ordnung ist. Die erste Frau, mit der ich mich unterhalte, Mitte 20, lächelt mich mit einer Lücke im Schneidezahnbereich an. Ja, die Auswirkungen der Un-Reform Hartz IV werden mir an diesem Tag sehr deutlich spürbar gemacht.

    Im Foyer spielt indessen Klaus, der Geiger. Kurz darauf fragt mich Martin Behrsing, ob ich bereit wäre, im Foyer das Bild “Das A des Monats” zu malen. Wir hatten einen Tag zuvor vereinbart, dass ich ein Bild zu einer Urkunde male, die einmal pro Monat an einen ARGE-Mitarbeiter verliehen wird – als Auszeichnung für widerliches und schikanöses Verhalten seinen Kunden gegenüber. So baute ich im Foyer meine Stafelei und Ölfarben auf, um unter Polizeipräsenz und num Geigenspiel von Klaus zu malen. In ca. 45 Minuten entstand das Bild im Format 50 x 100 cm. Es zeigt eine menschliche Figur von hinten in blau/grün mit einem runden, knackicken Po sowie dem Buchstaben A in pink-magentafarben auf dem Rücken. Nachdem eine Zuschauerin meinte, das Bild wäre noch zu schön, malte ich noch einen Pfeil in Richtung Anus zeigend. Das noch nasse Bild wurde sogleich von Martin Behrsing übernommen, die Laudatio für den Urkunden-Empfänger wurde verlesen und dann unter massiver Polizeibegleitung in den 5. Stock des Gebäudes gebracht, um es dem Mitarbeiter, Herrn Dieter Berns, zu übergeben. Eine direkte Übergabe wurde jedoch vom ARGE-Agenturleiter, Herrn Ludwig, verhindert. Er nahm die Urkunde nebst Bild in Empfang und musste dies mit einigen Flecken Ölfarbe auf seinem Anzug bezahlen.

    Mittagszeit. Zwei riesige Töpfe mit dampfender Gemüsesuppe stehen im Aktionszelt bereit. Lecker. Während des Mittagessens an Biertischen komme ich ins Gespräch. Neben mir sitzt eine Frau, flippig, modern angezogen mit sympathischer Ausstrahlung. Sie erzählt mir, dass sie gelernte Cutterin ist und seit einiger Zeit leider schon Mitglied im “Verein” Hartz IV ist. Sie erzählt mir von den Repressalien, die sie mit Kölner ARGE-Mitarbeitern erlebt hat. Uns gegenüber sitzen 4 junge Frauen. Eine davon berichtet, dass sie ausgebildete Diplom-Designerin im Fachbereich Modedesign ist und zuletzt bei einem Kölner Fernsehsender als Stylistin gearbeitet hat. Fast schon amüsant ist ihre Geschichte (wenn sie nicht so ernste Auswirkungen hätte), dass eine ARGE-Mitarbeiterin sie während eines Beratungsgesprächs fragte “Na ja, dann waren sie ja bestimmt schon häufiger im Fernsehen. Wann kann ich sie denn wieder im TV sehen?” - und wurde flugs von dieser in eine 1-Euro-Job-Maßnahme gesteckt. Hauptsache die Statistik stimmt, ein Kunde weniger und die Ampel steht auf “Grün”. “Wie bitte, grün?”, frage ich nach. Ja, seit dem die Unternehmensberatung Berger in der ARGE war, stehen auf Fluren Ampeln, die den Vorbegehenden signalisiert: Grün = Vermittlungs-Soll erreicht, Rot = nicht erreicht. Klassische psychologische Konditonierungs-Spielchen, wie man es mit Kindergartenkindern macht: Ein Pril-Blümchen für besonders Fleissige!

    Ab 14 Uhr werden Vorträge zu den Themen Sozialschnüffler, Bedarfsgemeinschaften, Ein-Euro-Jobs, Leiharbeit, Widerstand gegen den sozialen Angriff, Profiling im Foyer der ARGE von verschiedenen Referenten gehalten. Für mich absolut interessant, da ich aus meiner “heilen” ländlich geprägten Region kommend, Fakten erfahre, die mir die Medien so bisher nicht offerierten. So beträgt beispeilsweise die Missbrauchsrate bei Hartz IV-Auszahlungen gerade einmal 0,6 % (Quelle: Bundesagentur für Arbeit). Kommunizieren unsere Medien doch immer wieder gerne “den faulen, nicht arbeiten wollenden Sozial-Schmarotzer, der morgens ab 8 Uhr mit der Bierflasche am Kiosk anzutreffen ist.” Und dies wird an Stammtischen nachgeplappert. Die Realtät sieht aber ganz anders aus. So unterhalte ich mich am Nachmittag mit einem älteren Ehepaar so um Mitte 50 herum. Die beiden sind “ordentlich”gekleidet und verraten durch ihren rheinischen Dialiekt gleich ihre Herkunft: Düsseldorf, die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt, die vor einer Woche verlauten ließ: “Hurra! Wir sind schuldenfrei.” Die Stadt hat ihr “Tafelsilber” verkauft und ist jetzt schuldenfrei. Über diese Nachricht könnte man sich freuen. Könnnte man. Die Freude wird jedoch gleich im Keim erstickt, wenn man den folgenden Ausspruch des Düsseldorfer OB’s verinnerlicht: “Wir sind stolz darauf, im bundesdeutschen Mietkosten-Index mit unter den ersten dreien zu stehen.” Das Ehepaar kann sich die 2-Zimmer-Wohnung in Düsseldorf nicht mehr leisten. Sie wollen deshalb nach Gelsenkirchen umziehen. Das wird jedoch zu einem Problem. Die Düsseldorfer ARGE wäre froh, die beiden als Kunden verabschieden zu können. Die ARGE in Gelsenkirchen will jedoch keine neuen “Kunden” aufnehmen. Dass die beiden aus Hartz IV rauskommen, bleibt nur ein frommer Wunsch. Beide sind über 50 Jahre alt und gelten auf dem Arbeitsmarkt als nicht vermittelbar.

    Bis zum Abend unterhalte ich mich noch mit vielen Menschen. Bei einigen spüre ich nur pure Resignation und Depression. Bei anderen ist noch ein Lodern in den Augen zu erkennen, Mut, die Dinge selber in die Hand zu nehmen und aus Hartz IV heraus zu kommen.

    Was micht besonders an diesem Tag in und vor der Kölner ARGE beindruckt hat, war die Solidarität und konkrete Unterstützung von “ganz normal im Beruf und Leben stehenden” Menschen”, die vor Ort (und natürlich auch anderswo) diese Missstände nicht weiter akzeptieren, den Betroffenen Mut machen und konkret helfen, um aus der Hartz IV-Falle heraus zu kommen: Konkrete Hilfe von der Wuppertaler Initiative Tacheles e.V. durch permanente Einzelfall-Beratung vor Ort, eine Art “Begleitservice” zu den Sachbearbeitern und viele mehr...

    ... hier ist jetzt ein Teil des einkopierten Textes flöten gegangen. Der komplette Bericht in unserem BLOG auf
    🔗

    Ein Radiointerview mit Martin Behrsing vom Erwerbslosenforum Deutschland zum ZAHLTAG in Köln am 1./2.10.2007:
    http://www.freie-radios.net/portal/content.php?id=19015

    Gruß, Anne
  • judith rudolph
    Na ja, das mit "den 0,6 % auf die Füsse treten" stell ich mir doch eher schwierig vor, dafür müßte man sie ja erstmal finden. Das hieße schnüffeln. Bei allen. Und das ist ja doch auch nicht erwünscht, oder?!

    Leider habe ich auch keine perfekte Lösung. (was mich ziemlich ärgert) Aber so n paar bestimmt verbesserungbedürftige Ansätze.

    Einen Skandal find ich z.B. wenn die Kohle nicht bei den Kids ankommt. Da könnte man doch regional mit sachzuwendungen rangehen? Also lieber die Schultüte von der Schule als keine, Schulbücher von der Kommune etc.
    Na ja und ansonsten: Arbeitsplätze schaffen, schon klar oder!? Und Bildung, Bildung, Bildung.
    Damit es zumindest später wieder besser wird, wenn auch nicht für alle, so doch für die meisten. Und Arbeitsplätze für gering Qualifizierte sind halt selten!
    An die Konsumhaltung wollt Ihr nicht so recht ran, wie?! Überlegt doch mal: Heute hörst Du von etlichen jungen Leuten: Ich kehr doch nicht den Dreck von anderen weg, das soll der Meister nicht verlangen! Herrje, das war bei uns normal!
    Himmi, wenn Du während der Schulferien nicht gejobt hast, haste halt keine Kohle für Fahrrad oder sonstwas gehabt! Aufs Brot gabs Margerine und im Herbst hast Du Fallobst gelesen. Liste beliebig erweiterbar...
    Z
  • andreas walter
    andreas walter
    Anne,das war sicher ein aufregender Tag,mit vielen interessanten Erlebnissen.Und die Polizei immer dabei.

    ***Bis zum Abend unterhalte ich mich noch mit vielen Menschen. Bei einigen spüre ich nur pure Resignation und Depression. Bei anderen ist noch ein Lodern in den Augen zu erkennen, Mut, die Dinge selber in die Hand zu nehmen und aus Hartz IV heraus zu kommen.***

    Selbst wenn man was eigenes anfängt heißt es noch lange nicht,das man aus dem Hartz raus kommt.
    Die Agentur will ja garnicht,das man es schafft,denn sie verdienen mit den Ein-Eurojobbern Millionen.Keiner der sich selbstständig macht wird vernünftig beraten,keiner bekommt eine brauchbare Unterstützung.
    Sie produzieren künstlich ungelernte Arbeiter,indem die Firmen Leute entlassen und zum Amt schicken,um den Lohn einzusparen.Und dann holen sie sich Ein-Eurojobber,also ungelernte,die sie nicht bezahlen müssen.
    Ein einfaches,aber wahres Beispiel...
    Meine Frau ist gelernte Altenpflegerin und wurde entlassen.Nicht weil sie faul war,oder schlecht gearbeitet hat,sondern weil es angeblich nicht ausreichend Arbeit für sie gab.
    Zeitgleich hat ein Gartenbaubetrieb zu gemacht und alle Gärtner zum Amt geschickt.
    Und nun kommts...
    Meine Frau hat 6 Monate,also den ganzen Sommer,im Schloßpark die Grünanlagen gepflegt,wärend ein Gärtner im Altenheim die alten Menschen gepflegt hat.Beide bekamen einen Euro für ihre Arbeit.
    Ist das nicht ein Hohn???
    Klar,beide haben einen ungelernten Beruf gemacht und müssen nicht gut bezahlt werden.

    Zwilling:
    ***Na ja, das mit "den 0,6 % auf die Füsse treten" stell ich mir doch eher schwierig vor, dafür müßte man sie ja erstmal finden. Das hieße schnüffeln. Bei allen. Und das ist ja doch auch nicht erwünscht, oder?!***

    Wenn ich ein Arbeitsamtsmitarbeiter gewesen wäre,wäre ein angetrunkener oder besoffener Hartz-Empfänger schon mal ein Kunde,den ich überprüfen lassen würde.Versäuft er sein Geld,hat er scheinbar zu viel und kann trotzdem gut leben.
    Kommt einer in mein Büro und lehnt eine Arbeit ab,die seinem erlernten Beruf entspricht und mindestens 1000,-€ Lohn einbringt,hat er wahrscheinlich keine Zeit zum Arbeiten,weil er ja wohl nebenbei bestens verdient.
    Folgt einer den Einladungen zu den Therminen nicht und hat auch keine Bewerbungsbemühungen nachzuweisen,ja der will wohl nicht...da muß man nicht schnüffeln,nur genauer hinsehen.
    Das dürften erst mal ein paar Verbesserungsansätze sein.

    ***
    Einen Skandal find ich z.B. wenn die Kohle nicht bei den Kids ankommt***

    Ein Skandal ist es,dass das Kindergeld mit dem Hartz IV verrechnet und abgezogen wird.DasGeld ist Kindergeld und ausschließlich für die Versorgung der Kinder gedacht.
    Meine Exfrau verzichtet auf die Alimente,weil sie sonst noch weniger Geld hätte,als wenn ich ihr regelmäßig zahlen würde.Aber ich kann ja so wie so nicht zahlen.Also hat sich das eh erledigt.
    Ich kann ja noch nicht mal ein Konto für meinen Sohn anlegen und monatlich was einzahlen,denn wenn das Amt dahinter kommt,ist Schluß mit lustig,dann muß ich erst mal das Geld für mein Leben verbrauchen.
    Schultüte von der Schule???
    Dann könnte die Stadt doch nicht stolz verkünden,das sie schuldenfrei wäre.Also keine Schultüten.Stattdessen erhöht man die Gebühren für Parkplätze.

    Was willst du mit Bildung erreichen???
    Noch mehr überqualifizierte Menschen?
    Lass sie schön dumm sein,dann brauchen sie keinen Lohn.Rechnen können sie so wie so nicht,haben sie ja nie gelernt.Is besser so,so kann man sie besser bescheißen.Wer nicht 19 % ausrechnen kann...naja...

    ***Und Arbeitsplätze für gering Qualifizierte sind halt selten! ***

    Wieso sind solche Arbeitsplätze selten?
    Die gibts doch millionenfach.Jeder Arbeitslose kann in einen Job vermittelt werden,den er nicht gelernt hat.Er bekommt dann einen Euro und gut is.
    Nach 6 Monaten hat er den Job gelernt und kann gehen.Dann kommt ein neuer ungelernter Arbeitsloser.

    ***An die Konsumhaltung wollt Ihr nicht so recht ran, wie?! Überlegt doch mal: Heute hörst Du von etlichen jungen Leuten: Ich kehr doch nicht den Dreck von anderen weg, das soll der Meister nicht verlangen! Herrje, das war bei uns normal!***

    Was hat das Dreck wegkehren mit Konsumverhalten zu tun?
    ich bin auch der Meinung,das jeder seinen Dreck selber wegkehren kann,oder wenn einer den Dreck der anderen wegkehren soll,dann muß er dafür auch einen ordentlichen Lohn bekommen,denn derjenige sorgt für Ordnung und verhindert damit,das sich zum Beispiel Ratten vermehren und Seuchen übertragen.Dreck wegkehren ist eine wichtige Aufgabe,die einen hohen Lohn wert ist.Aber Dreck vermeiden ist noch wichtiger.

    Ich gehe auch an das Konsumverhalten ran.
    Wie sieht denn momentan das Konsumverhalten aus?
    Schau mal die Werbung im Fernsehn,zapp mal nicht weg.
    Momentan wirbt Mediamarkt damit,das sie immerhalb von 24 Stunden nach Hause liefern.Sollte eine Lieferung mal nicht in 24 Stunden erledigt sein,bekommt man den Artikel geschenkt.

    Ja gehts noch?
    Wird nicht mehr so viel gekauft?
    Sind die Lager voll?
    Auf jeden Fall soll das zum kaufen anstacheln,die Werbung ist äußerst aggressiv.
    Die Preise sind um mindestens 19 % gestiegen,aber die Löhne nicht...
    Es hat kaum noch jemand Geld zum einkaufen.Und die die noch Geld haben,halten es zurück,denn man weiß ja nie,was die Zukunft bringt.
    Nun könnte man Mediamarkt gewaltig einen reinwürgen,indem man sich im ganzen Volk einig ist und alle am Donnerstag zum Mediamarkt fahren und was großes kaufen und liefern lassen.Wenn 20 Millionen Menschen gleichzeitig da einkaufen,wird niemand in 24 Stunden die Ware haben,denn die werden nicht so massiv liefern können.Also müsste Mediamarkt alles verschenken und wohl Milliarden Minus machen.
    Ansonsten kauft man nur noch das aller nötigste,das was man bezahlen kann und wenigstens von der Menge genügend bietet.Auf Qualität kann man kaum noch achten.
    Ich hab mir am Montag 2 Lachse gekauft.Die waren um 60 % im Preis gesenkt,weil sie knapp am Verfallsdatum waren.Morgen werden sie geräuchert.Endlich mal wieder hochwertige Nahrung.
    Signature
  • arik-atikin
    https://archives.lists.indymedia.org/www-de/2001-November/000267.html

    es wird immer eine kontroverese diskussion
    über das WIE eines widerstandes geben ...

    der staat aber rüstet weiter auf
    aufstandbekämpfungswaffen en masse werden von der bundesregierung gekauft und gehortet
    es wird der enstfall geprobt ... aufständische arbeitslose ... hartz4-empfänger, erwerbslose, arme ... egal wie sie sich selbst nennen ... sie sind die eigentliche "terroristische gefahr" vor dem die politiker/staat/konzerne angst haben ...
  • kaatsdaR-ennA
    @ PEST: Deine Erfahrungen zur Umverschiebung von gelernten, sozialpflichtigen Jobs in "ungelernte 0-Euro-Jobs" kann ich aus Gesprächen in Köln sowie aus eigener Erfahrung in meinem Umfeld nur bestätigen. Und dies wird von oberen Etagen bewusst gesteuert. Seit Unternehmensberatungen wie McKinsey und Berger in die ARGEN Einzug gehalten haben (Stichwort: lean management) herrscht ein von oben gesteuertes rigides Management.. Im Klartext: Wer als ARGE-Sachbearbeiter sein Vermittlungssoll nicht erreicht, fliegt oder wird gemobbt. Und vermittelt wird überall hin, nur nicht in Jobs, die zu einem passen und die Familie ernähren. Hauptsache der Hartz IV-Kunde ist aus der Statistik raus. Neben der Vermittlung von 1-Euro-Jobs, O-Euro-Praktika werden Arbeitslose bekannterweise gerne in Fortbildungsprogramme gesteckt, ob sie demjenigen nutzen oder nicht. Dies hat den schönen marktwirtschaftlichen Nebeneffekt, dass diese Programme oft extrem überteuert sind und von uns, den Steuerzahlern, finanziert werden. Hauptsache die monatliche Statistik stimmt bzw. wird entprechend frisiert an die Medien und damit an uns herausgegeben. Vor ca. 4 Jahren wollte mich mal ein Arbeitsamtmitarbeiter in einen Computerkurs schicken. Nach einem Blick in die Schulungsunterlagen teilte ich ihm mit, er könne mich gerne in die Liste der Dozenten aufnehmen. Das waren alles Programme, mit denen ich mehr als 10 Jahre arbeitete. Meine Frage hinsichtlich aktuellen Programmen für Webdesign musste er leider verneinen. "So moderne Programme haben wir bzw. unser "Partnerunternehmen" nicht im Programm. Ich habe mich dann für gar kein Programm entschieden und habe weiter gemalt. ;-)

    @ Zwilling: Konsumverhalten steht in keinem Zusammenhang mit den von Dir zitierten jungen Leuten, die den Dreck anderer nicht wegmachen wollen. Wer sagt , dass wir den Punkt Konsumverhalten heraushalten? Dem ist nicht so. Ich möchte mich hier kurz halten. Deswegen bitte ich Dich, diesen Punkt einmal auf unserer Seite unter ZIELE nachzulesen.

    @ nikita: "egal wie sie sich selbst nennen ... sie sind die eigentliche "terroristische gefahr" vor dem die politiker/staat/konzerne angst haben \"
    Ja, aus diesem Grund waren in der Kölner ARGE auch zeitweise mehr Polizisten der NRW-Bereitschaftspolizei als Aktionsteilnehmer anwesend.

    Die Regierung merkt, dass es brodelt. Die sind ja auch nicht ganz blöd. ;-)

    Liebe Grüße, Anne
  • ebraf
    Leute,
    seit geraumer Zeit lese ich hier in den unterschiedlichsten Foren mit. In welche Richtung die meisten Threads nach kurzer Zeit verlaufen, ist ja noch ok, findet man leider überall.

    Dass sich einige, die zu dem Thema eigentlich INHALTLICH nichts zu sagen haben, produzieren müssen ... oder irgendeinen verdehten Kram verbalisieren müssen, nach dem Motto "Künstler MÜSSEN sich unverständlich ausdrücken", kann ich auch mit leben, ist bekannt und kommt bei mir in die Schublade "Human-Zoologie".

    Angelockt von "Kunststimmen gegen \" war mein erster Impuls: "Interessant, bring Dich mit ein!"

    Wenn ich mir aber den ganzen ... Thread hier durchlese, sage ich mir nun eher "Um Himmels Willen!"
    Rundweg eine äusserst peinliche Vorstellung, die hier abgeliefert wird, wie oben es eine der Vorrednerinnen schon treffend formulierte: Kindergarten.

    Die Idee an sich ist gut, ohne Zweifel. Aber auf dem Wege und mit so manchem der Agitatoren hier, werde ich mir die Energie sparen.

    Es werden hier Grundsatzdiskussionen geführt, die so manche vielleicht effektiver persönlich oder per Telefon führen sollten. Man kommt sich vor wie im ersten Semester sozialpädagogische Kunstgeschichte zwischen Häkeln, Gurkentee und Hirseschnittchen.

    Weiter drängt sich mir förmlich der Eindruck auf, als wenn 3-4 AktivistenINNEN einen Karriereknick verspüren und sich auf diesem Wege profilieren wollen. Nicht persönlich nehmen, kenne Euch nicht, weiss nichts von Euch, aber für einen unbedarften Leser wirkt es so.

    Allein die Frage "Was macht Angela mit den Bildern danach?" Die nexte Ölkrise kommt bestimmt ...

    Wolltet Ihr wirklich was machen oder habt Ihr Langeweile? Die Energie und Zeit, hier meterlang zu posten, was sich inhaltlich auf einen Zweizeiler eindampfen liesse, anderweitig zu verwenden, wäre bei weitem produktiver.

    Effektiver wäre es, alle Werke abzulichten, die Werbetrommel DANN zu rühren und bei ebay zu versteigern.
    Hätte den Vorteil, EXEMPLARISCH einen Profit zu erwirtschaften und diesen danach publikumswirksam zu spenden. DAS an die grosse Glocke gehängt und entsprechend verbalisiert, dass hätte MINDESTENS Vorbildfunktion.

    Aber wohl eher nicht gewünscht, da ja sich der eine oder andere an den Erlösen messen lassen müsste und in der Masse unterginge.

    Kopfschüttelnd

    Benutzername
  • andreas walter
    andreas walter
    ***es wird immer eine kontroverese diskussion
    über das WIE eines widerstandes geben ... ***

    Ja,zum Beispiel die Bilder bei EBAY versteigern.Nur wer will schon Bilder kaufen,die dem Thema "Armut in Deutschland" gewidmet sind?
    Bei EBAY kauft man doch eher schöne Bilder,die man sich ins Wohnzimmer oder in die Gartenlaube hängen kann.
    Und wer übernimmt die Verantwortung über die durch den Verkauf erzielten Einnahmen?
    oder soll jeder Künstler selbst irgendwo hin spenden?
    Wer organisiert das?
    Wer prüft,ob wirklich jeder seine Einnahmen gespendet hat und wer überprüft,ob wirklich alle Bilder verkauft wurden?
    Also EBAY geht wohl kaum.

    ***der staat aber rüstet weiter auf
    aufstandbekämpfungswaffen en masse werden von der bundesregierung gekauft und gehortet
    es wird der enstfall geprobt ... aufständische arbeitslose ... hartz4-empfänger, erwerbslose, arme ... egal wie sie sich selbst nennen ... sie sind die eigentliche "terroristische gefahr" vor dem die politiker/staat/konzerne angst haben ...***

    Die Politiker/Konzernbosse sollten lieber mal überlegen,warum es im Volke brodelt.Mit Waffengewalt alles zerschlagen ist einfach,besonders wenn die "Terroristen" unbewaffnet sind und sich nicht mal wehren wollen.
    Aber die Gier ist größer als die Vernunft.

    Das Arbeitsamt wurde zu einer Arbeitsagentur,um Gewinne einzufahren und das tun sie mit allen Mitteln.
    Unsinnige Lehrgänge habe ich auch schon mitmachen müssen.
    Einen Computerlehrgang zum Beispiel,wo einer der Lehrgangsteilnehmer Analphabet war.Er konnte nicht lesen,war sein Leben lang Waldarbeiter und hat vorher nie einen PC gesehen.Er wohnte in Bahlenhüschen,bei Schwerin,ein 20 Seelendorf,drei Häuser...
    Ja,dem haben wir wärend des Lehrgangs das Lesen beigebracht.Ihm hat das echt was genutzt.Alle anderen haben sich gelangweilt.
    In einem weiteren Lehrgang wollte man mir beibringen,wie man Wände tapeziert.
    Aber das habe ich 13 Jahre als Beruf gemacht.Da konnte man mir nichts neues beibringen.Das war kompletter Unsinn,Verschwendung von Zeit und Geld.

    Aber es geht um die Statistik,genau wie Anne es geschrieben hat.
    Sie lügen sich selber an,sie manipulieren und intregieren und irgendwann fällt das ganze Lügenhaus in sich zusammen.Und wer das dann ausbaden darf ist ja wohl klar.

    ***Ja, aus diesem Grund waren in der Kölner ARGE auch zeitweise mehr Polizisten der NRW-Bereitschaftspolizei als Aktionsteilnehmer anwesend. ***

    Und was der Polizeieinsatz gekostet hat,wird nicht veröffendlicht.Aber von dem Geld hätten einige Kinder neue Kleidung oder Schulsachen bekommen können.
    Ich vergleiche die Regierung und den Staat immer gerne mit einer Familie.
    Die Kleinsten müssen verzichten,wenn Papa sein allabendliches Bier braucht.Wenn das Auto am Wochenende in die Waschstrasse gefahren wird,schön viel Shampoo bekommt und die Kinder müssen etwas länger auf neues Spielzeug warten,wenn die Mama Schminke von L'oreal haben muß,aber für Schulbücher bleibt nichts über.
    Im Großen ist es das selbe.
    Der Staat kauft 2 Eurofighter und klagt über den Schuldenberg.
    Wenn ein Staat aber kein Geld über hat,kann er keine Eurofighter kaufen.Außerdem ...wozu den Eurofighter haben? Terroristen kann man damit nicht bekämfen.Also kann man da einsparen und dem Volk mehr zukommen lassen,für die Gesundheit oder Bildung zum Beispiel.
    Was haben wir in Afghanistan zu suchen?

    Und darauf sollten die Bilder der Künstler auch hinweisen.Solche Bilder verkaufen sich nicht und auch Merkel wird sich die Bilder nicht hinhängen.Aber sie muß die Bilder irgendwie verstauen,verpacken,einlagern.
    Und die Bilder werden immer wieder zum Vorschein kommen,egal wo sie eingelagert werden,irgendwer findet sie irgendwann und zerrt sie wieder an die Öffendlichkeit.Und wenn sie nur als Dokument der Zeitgeschichte dienen,das ist schon gewaltig viel wert.Vernichten kann Merkel die Bilder nicht,wenn sie ihren Ruf(in der Welt) nicht verlieren will.
    Und deswegen müssen sie unbedingt zum Bundeskanzleramt und nirgend wo anders hin.Die Bilder müssen zusammen bleiben,alle so wie sie ankommen.Es nutzt nichts,wenn sie irgendwo privat vertickert werden und sonstwo rumhängen.
    Sie haben nur eine große Wirkung,wenn sie alle zusammen am selben Tag da ankommen,wo die verantwortlichen Empfänger der Bilder sitzen.
    Man kann jedes einzelne Kunstwerk auch mit einem Brief mit dem Vermerk "Persönlich" vergleichen.
    Jemand anders ist nicht der richtige Empfänger und kann nichs damit anfangen.
    Ich sehe jedes einzelne Bild als Brief mit dem Vermerk "Persönlich an die Regierung".
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  • malsupilahmi
    malsupilahmi
    kunst (definiert als schöpferische und einzigartige Leistung) ist nach unserem Gestz geschütz und darf nicht einfach so vernichtet werden, auch wenn man sie als Eigentum erworben hat.
    Das Bewahren von Kultur hat einen höheren Wert als das Recht am Eigentum.
    Paragraph und genauen Wortlaut müsst ihr euch raussuchen, einfach mit dazu schreiben und/oder aussen auf den Briefumschlag kleben oder so.
    Kann aber sein, dass man als ungewollter Empfänger sich nicht strafbar macht, wenn mans vernichtet.
    Aber man könnte danach vielleicht klagen.
    Wenns vorher nicht genug Rummel geben wird, spätestens dann.

    Also viel Erfolg und passt weiterhin gut auf, dass die Masse sich auch in eine gescheite Richtung bewegt und nicht die ganze Aktion nach hinten losgeht
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