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  • Schlußfirnis über Zwischenfirnis?

  • tsaG Schlußfirnis über Zwischenfirnis ?
    Manchmal habe ich, besonders bei Schichtenmalerei, zur Egalisierung des Glanzes einen Zwischenfirnis auf das so weit fertige Bild aufgebracht. Kann man über diesen nach der Trockenzeit des Bildes von mindestens einem Jahr problemlos einen Schlußfirnis aufbringen? Und wenn nicht, wie entfernt man den Zwischenfirnis vorher? Würde mich über Auskünfte sehr freuen, denn bei Ölbildern zeigt sich die Auswirkung einer falschen Vorgehensweise oft erst nach langer Zeit, und da ist es gut, auf Erfahrungen anderer aufbauen zu können, statt alle in der Zeit angefertigten Arbeiten zu verderben. Vielen Dank im Voraus, jerryhill
  • ozzalaP
    An diesem Thema sitze ich auch gerade. Ich habe ein Bild ("Am Kölner Dom") zu firnissen, das schon zwei Zwischenfirnisse trägt. Jetzt bin ich nach einem Jahr des Durchtrocknens dabei, den Schlußfirnis aufzutragen. Es geht natürlich einwandfrei. Aber wie immer gibt es Farben (z. B. Umbra gebrannt), die viel Firnis aufsaugen und immer wieder erneut stumpf werden. Da hilft gelegentlich nur zwei- bis dreimal nachfirnissen, immer sorgfältig diese stumpfen Stellen, ohne einen sichtbaren Rand zu lassen. Man kann den ersten Versuch, den Schlußfirnis aufzutragen, sehen: Das Bild ist noch stellenweise fleckig, aber das ändert sich meist nach dem übernächsten Firnissen.

    Ich stelle mir übrigens Dammarfirnis selbst her: 1 Gewichtsteil Dammarbrocken auf 3 Gewichtsteile Terpentin doppelt rektifiziert. Sowas ist unschlagbar, nennt sich nach Doerner "Gemäldefirnis 1:3", und kann so auch für Zwischenfirnis verwendet werden.

    Hier das Kontrollbild "Am Kölner Dom":

    http://www.atelier-pallast.de

    unter "Ölmalerei" anklicken, und es können einige Herstellungsstufen besichtigt werden.

    Grüße
    Palazzo
  • tsaG
    Vielen Dank für die Antworten, auch auf meine andere Frage. Habe gestern noch nichts geschrieben, da ich mir nicht sicher war, daß Du eben jener bist, der die sehr schön beispieltaugliche Arbeitsstufendarstellung (Kölner Dom) angefertigt hat. Lobte schon mal jemanden ausversehen für fremde Federn.
    Werde mir Alkydweiß besorgen, Weißhöhung brauche ich öfter mal.
    Zur Firnisherstellung: Ist es wichtig, doppelt rektifiziertes Terpentin zu verwenden? Habe mal Dammarbrocken im Nylonstrumpf in Terpentin gelöst und dann noch die Lösung durch Filtertüten gefiltert. Da hatte man aber hohe Verluste und die Kaffeefiltertüten setzten sich ständig zu.
    Vielleicht hast Du da bessere Vorschläge.
    Vielen Dank für Deine Hilfe, jerryhill
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  • Rene
    Rene
    hätte jetzt das buch von herrn pallast gewälzt nach diesem thema...gerade, wo ich mich an die erwähnten "stumpfen stellen" als Passage erinnern kann...aber das wäre sehr ungenau und unreflektiert gewesen, nun hat sich Palazzo höchstpersönlich zu Wort gemeldet...
    das freut mich sehr...

    mir bleibt hinzuzufügen (auch aus obigem buch)..jerry... ordentlich schlussfirniss rauf...etliche schichten, bis der glanz, die farbbrillanz entgültig verewigt sind ;o)

    lg rene
  • ozzalaP
    Zur Firnisherstellung: Ist es wichtig, doppelt rektifiziertes Terpentin zu verwenden? Habe mal Dammarbrocken im Nylonstrumpf in Terpentin gelöst und dann noch die Lösung durch Filtertüten gefiltert. Da hatte man aber hohe Verluste und die Kaffeefiltertüten setzten sich ständig zu.
    Vielleicht hast Du da bessere Vorschläge.

    Ja und nein. Den Dammarfirnis lasse ich nur einmal zum Auflösen im Strumpf, und das wäre es. Firnis streiche ich nämlich dünn, dafür aber vielleicht zwei- bis dreimal hoch, quer und wieder hoch. Dazwischen /zwischenzeitlich, was Pausen anbetrifft: Gut trocknen lassen (ungefähr 2 bis 4 Wochen, je nach Bild), und nicht zuviel Streichbewegungen, sonst löst man den vorherigen Auftrag wieder auf! Ganz gleichmäßig, ganz locker! Der Erfolg ist immer da. Alle Schichten soll man immer dünn streichen (alte Maler-Handwerksregel), lieber ganz oft als einmal zu dick.

    Früher nahm ich Babywindel statt Strumpf - ging auch sehr gut.

    Terpentin kaufe ich nur doppelt rektifiziert (zweimal destilliert), das lohnt sich wegen der Qualität (weniger Säuren und Sonstigem, was eigentlich nicht hineingehört).

    Grüße
    Palazzo
  • tsaG
    Bloß mal so: Ich habe nur zwei Bilder in Schichten gemalt, beide hatten diese stumpfen Stellen. Auf jeden Fall Umbra gebrannt, ob noch andere Farben weiß ich nicht mehr. Werde das nächste mal drauf achten. Jedenfalls habe ich beide Bilder zweimal komplett dünn zwischengefirnist. Das genügte zur Egalisierung des Glanzes. Ist auf jeden Fall einfacher als nur die eingeschlagenen Stellen nachzufirnissen. Wenn jemand Nachteile dieser Herangehensweise kennen sollte, wäre ich dankbar für eine entsprechende Mitteilung.
    lg, jerryhill
  • ozzalaP
    Was den Zwischenfirnis angeht, so firnisse ich immer das ganze Bild. Denn sonst bekäme ich keinen Zusammenhang sprich Gesamt-Übersicht.

    Wenn der Schlußfirnis aufgebracht wird, so habe ich meist diese Erfahrung:

    Beim ersten Auftrag klappt es nie, denn z. B. Umbra gebrannt schluckt wie ein Schluckspecht.

    Daher kommt nach 4 Wochen der zweite Schlußfirnis auf die gesamte Fläche. Ich mag hochglänzenden Firnis, so daß das Bild nur gewinnen kann.

    Oft genug schlagen einige Stellen nochmal ein. Dann ist es eigentlich nur nötig, diese eingeschlagenen Stellen alleine zum drittenmal zu firnissen. Manche Bilde habe ich leider noch zum 4. und 5. mal firnissen müssen (nur jeweils die eingeschlagenen Stellen. Das ist ganz selten!).

    Das ist also kein festes Kochrezept, denn jedes Bild ist anders und ich mache jeweils auch was anderes in Variation.

    Grüße
    Lienhard Pallast
    Palazzo
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