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  • Kann man MARKETING mit KUNSTvereinbaren?

  • sushicircle Kann man MARKETING mit KUNSTvereinbaren?
    Hallo an alle Kunstfreunde!

    Ich sitze recherchiere gerade für meine Hausarbeit und mache mir Gedanken zu dem Thema, ob es für die Kunst nützlich oder schädlich ist, wenn sie mit Marketing zusammengebracht wird.

    Marketing kann dabei zweimal eingreifen:
    Einmal im Entstehungsprozess selber- das halte ich selber für nicht gut. Zum Beispiel gibt es bei der Entwicklungen von Filmen oftmals ein sogenanntes Testscreening, bei dem der Film einer bestimmten Gruppe an Menschen vorgeführt wird und je nach dem, ob diese Leute verschiedene Szenen nicht verständlich oder unnätig finden, wird der Film nochmal geschnitten oder Szenen umgefilmt. Das heißt, bei Testscreenings wird das künstlerische Produkt an sich verändert.
    Wie findet ihr das?

    Auf der anderen Seite kann Marketing aber auch Kunst vermarkten, bekannt machen in der Öffentlichkeit bekannt machen und so dem Künstler einen höheren Verkaufspreis bescheren. Das wiederum finde ich gut! Museen könnten durch bestimmte Strategien mehr Besucher anlocken, sie für Kunst begeistern- das Gleiche gilt natürlich auch für einzelne Künstler.
    Was haltet ihr davon?

    Glaubt ihr also, Marketing ist ein Eingriff in die Freiheit der Kunst und gute Kunst verkauft sich schon von alleine (was ist dann aber mit Beispielen wie van Gogh?) oder habt ihr das Gefühl, das mit ein bisschen Unterstützung die Kunst viel mehr zur Geltung kommt?


    Ich freue mich sehr über Antworten!!! :-)

    Viele Grüße

    sushicircle
  • Ulf Spuhl
    Ulf Spuhl
    ... es ist ein sehr plattes Thema. Marketing gegenüber Kunst ist ein völlig falscher Begriff. Er bedeutet etwas auf den Markt bringen, für Absatz sorgen aber der Wert von Kunst ist nicht materiell in Geldeinheit zu messen wie auf dem Markt üblich, sondern hat vorrangig einen ideellen Wert und somit ist ein Absatz auf dem Markt nicht in erster Linie angestrebt.
    Etwas anderes ist die Öffentlichkeitsarbeit um z.B. in der bildenden Kunst Ausstellungen bekannt zu geben damit die Menschen sich die Werke anschauen können und dabei etwas Empfinden oder sich Gedanken machen.

    Alles was sich Vermarkten lässt sind Produkte und keine Kunst, es gibt nur ganz wenige Ausnahmen von Zeitgenossen bei denen sich gute künstlerische Arbeit teuer verkaufen lässt.

    Auch beim Film ist es so, gute Kunstfilme bekommen eventuell Preise aber sie sind nie Kassenschlager im Kino. Das Geld spielen hauptsächlich, wie Du schon sagst, hergestellte Produkte ein die auf den Konsum des Verbrauchers zugeschnitten sind.

    Halte den Begriff Marketing wie er auf dem Markt der Wirtschaft verwendet wird, gegenüber künstlerischer Arbeit für völlig unangebracht. Der Sinn von Kunstwerken besteht nicht im Absatz, sonst ist es ein einfaches schnödes Produkt, der Sinn von Kunstwerken besteht einerseits in der Erfüllung des Kreierens und andererseits im Vermitteln an den Betrachter. Dafür ist ein Kaufen nicht nötig.

    Die Kunst in der breiten Vielfalt ist kein Bestandteil des Marktes mit materiellen Werten, sondern steht gleichberechtigt daneben mit ideellen Werten und macht sich die Gesetze des Marktes nur in geringem Maße zu Eigen.

    gruß fluuu
    Signature
  • sushicircle
    hallo fluuu,

    danke für deine schnelle antwort! :-)

    ich finde es interessant, dass für dich kunst und absatz nicht zusammenpassen. ich finde auch, dass es wichtig ist, dass sich menschen mit kunst auseinandersetzen, sich gedanken machen und sie auf sich wirken lassen. aber ein künstler muss doch auch von etwas leben. ein zweitjob ist sicherlich nicht das richtige. kann es einen künstler zufrieden stellen, wenn er viele bewunderer hat, aber nichts zu essen?

    öffentlichkeitsarbeit, die du akzeptierst, ist ein unteraspekt von marketing. pr, die betrieben wird, um die menschen aufmerksam auf ausstellungen zu machen, damit sie hingehen und sich die bilder anschauen, kann doch auch gleichzeitig dafür sorgen, dass kunstinteressierte, denen die bilder gefallen, sie auch kaufen. ist es denn verwerflich, wenn ein künstler seine werke verkaufen möchte? werden sie dadurch gleich zu einem produkt?

    was ist mit selbstmarketing? künstler,die auf sich aufmerksam machen und sich selbst "vermarkten"- wie picasso- das ist auch eine verbindung zwischen marketing und kunst...

    ...und andy warhol sagte: "Geld Verdienen ist Kunst, und Arbeiten ist Kunst und ein gutes Geschäft ist die beste Kunst."


    wie ist hierzu deine meinung? bin gespannt. :-)

    gruß
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  • Stelzner
    Stelzner
    Man sollte Marketing mit Kunst vereinbaren, insbesondere in Kulturpol. Fragen einer Stadt oder sogar eines Betriebes. Lätztere geht es schon beim Logo los.
  • Egon Miklavcic
    Egon Miklavcic
    Man sollte versuchen diesen Spagat zu machen -

    Einerseits sollte man nur das machen was Spaß macht (ich habe es da etwas leichter )

    Wer aber davon leben will/muß sollte wie beim Testscreening auch auf das Feedback der Kunden hören - denn auch ein "Künstler " sollte nicht völlig abgehoben am Kunden vorbeiarbeiten
    Davon zu träumen , daß vielleicht Deine Erben mit Deinen Bildern viel Kohle machen - füllt keinen Magen .
    Lg.Egon
  • Ulf Spuhl
    Ulf Spuhl
    ...wenn ein kreativer Mensch bei seiner Arbeit daran denkt wer sein Werk kaufen könnte hat er verwirkt, ist bestenfalls ein Kunsthandwerker aber ein Künstler... Dieser vermittelt ausschließlich ideelle Werte in den Werken und stellt kein Produkt zum Verkauf her, was nicht heißt, dass nicht ein Verkauf möglich wäre. Jemand der etwas zum Verkauf herstellt ist ein Handwerker, kann auch ein guter Mensch sein aber kein Künstler. Beuys sagt, alle Menschen sind Künstler, wenn sie denn ihr Leben und Werk selbst kreieren aus philosophischen Motiven, ideelle Werte schaffen und nicht an materiellen Umsatz oder Gewinn denken.
    Der Künstler lebt in erster Linie von der kreativen Verwirklichung des Selbst, da braucht er sich nicht durch Kauf von Konsumgütern beglücken und das bisschen Geld für Miete und Essen kommt von Nebeneinkünften.

    gruß fluuu
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  • Andreas Wittmann
    über ähnliche dinge machen wir uns sehr intensiv gedanken... vielleicht ist es was für euch bzw. das hier ist genau das richtige:

    http://www.kulturkongress.de
  • Egon Miklavcic
    Egon Miklavcic
    Der Künstler lebt in erster Linie von der kreativen Verwirklichung des Selbst, da braucht er sich nicht durch Kauf von Konsumgütern beglücken und das bisschen Geld für Miete und Essen kommt von Nebeneinkünften.

    gruß fluuu

    --------------

    Ja man kann so leben oder so , ich z.B: schätze trockenes Brot als Hauptnahrung nicht allzusehr -
    man kann Taxifahren , denn die Arbeit beim Reinigungsdienst ist nicht sehr Händeschonend und daher nichts für echte "Künstler"
    Ich kann auch die ganze Welt beschimpfen - weil sie den Wert meiner Arbeiten nicht erkennen will

    Ich kann aber auch als "Lebenskünstler " mein Leben fristen - weils zu wirklicher Kunst nicht gereicht hat


    - oder ich kann über mich hinauswachsen und nachfragen was die "Anderen" wollen - das nennt man dann Marketing

    Ps. : Wenn ich fluu jetz richtig verstanden habe waren die berühmten "Klassiker" der Renaissance nur armseelige Kunsthandwerker - weil sie ja das gemalt haben was die anderen wollten
  • Herta Masarié
    Herta Masarié
    Ein Künstler, der sich selbst gut zu vermarkten weiß, malt trotzdem auch an und ab oder oft 'nach andrer Leute Willen' z.B. Portraits etc. etc. und niemand juckt's.

    Gutes Marketing hat noch keiner künstlerischen Arbeit geschadet siehe u.A. Dali, Picasso, Warhol, Ernst Fuchs etc. etc. Diese Liste läßt sich beliebig lang fortsetzen.
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  • TENmiEZREUF
    generell: NÖ

    aber den meisten HOBBY-KRETINS hier ist es
    dennoch möglich weil sie ja KUNSTHANDWERK machen

    FiN
  • Egon Miklavcic
    Egon Miklavcic
    Ein Künstler, der sich selbst gut zu vermarkten weiß, malt trotzdem auch an und ab oder oft 'nach andrer Leute Willen' z.B. Portraits etc. etc. und niemand juckt's.
    --------

    Wildcat 53 - ab einem gewissen Bekanntheitgrad wird man gefragt ob man dieses oder jenens malen würde/könnte - ist auch durchaus ein Zeichen von Anerkennung
    das juckt sicher die "Künstler " die nicht darum gefragt werden - die
    lieber "ehrliche unverstandene Hungerkünstler" bleiben wollen ;-)
  • TEN_mi_EZREUF
    JAU KLAR NE, dann lieber anbiedern!

    BAAAAAAAAAAAAHHH FUIIIII!!!
  • Ulf Spuhl
    Ulf Spuhl

    Ps. : Wenn ich fluu jetz richtig verstanden habe waren die berühmten "Klassiker" der Renaissance nur armseelige Kunsthandwerker - weil sie ja das gemalt haben was die anderen wollten


    ...genau, Du hast es erkannt, zu der Zeit gab es nur Handwerker die für Kirche und Firsten gearbeitet gaben, freie Künstler gab es nicht.
    Die Gesellschaft im Zusammenleben der Menschen hat sich gewandelt und da ist heute in Mitteleuropa das Bedürfnis und die Gier materielle Dinge zu Raffen sehr verbreitet und wird uns auf lange Sicht große Probleme machen da die Ressourcen immer begrenzt sind.
    Da kann ein Künstler mit seiner kreativen Arbeit etwas vorleben wie Glück und Zufriedenheit möglich ist ohne materielle Reichtümer zu brauchen. Er ist reich an Wahrnehmung, Selbstverwirklichung, Empfindung, Gespür und ideellen Werten. Ein wundervoller Reichtum der das Leben aus vollen Zügen genießen lässt...mit Scheitern, Schmerz und Demut dem Leben gegenüber.

    gruß fluuu
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  • rupp
    rupp
    kunst als Kunstwort für alles Kunst und wird mal wieder mit Bla bla überbewertet, es gibt schließlich noch den Trapezkünstler, Gartenkünstler und Frisörkünstler usw, und alle brauchen ein Marketing, egal aus welcher Pfilosophie heraus.

    der schreiber hat recht, die nicht nach der Kunst gefragt werden, flüchten in den Hungerturm, verzeihung Elfenbeinturm.

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  • cobolt
    cobolt
    Denke Nein.
    Ähnlich wie in der Musikindustrie ist die Gefahr sehr hoch, dass nur noch die Top-50-Motive gepinselt / gespielt werden. Das beeinflusst nicht nur die neuen Generationen, und verbaut die Fähigkeit der Assoziation, es macht das Angebot auch kleiner und beliebiger, (Dauer)Wiederholungen inklusive.

    Das genannte Beispiel für den Film ist auch so n Shit. Zum Glück ziehen nicht alle mit, aber so ne Zwangsjacke als Trend ist Beruf, nicht Berufung. Und immer, wenn wer Erfolg hat, obwohl der Mainstream sich anfänglich verweigert hat, kommen die Kopien und das Ergebnis wird assimiliert. (Greetz an die Borg :)

    So gesehen, sind wir immer noch nicht viel weiter. Was früher Kirchen und Adlige, sind heute Industrie und Wirtschaft und die damit verordneten Trends und Inhalte.
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  • Gris 030
    Gris 030
    diese diskussion hab ich neulich im 148er bus gehört.6 haupt- bis sonderschüler haben sich über "sell out" im Rap(pop)geschäft unterhalten.

    war vom vokabular und den formulierungen natürlich nicht so fein und belesen wie hier - aber sonst dit gleiche.
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  • cobolt
    cobolt
    Na klar :)))
    Die Pinsler denken oft, sie wärn alleine mit solchen Debatten. N Blick über den Zaun is aufschlussreich.
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  • Egon Miklavcic
    Egon Miklavcic
    Also um die Idee von fluu weiterzuverfolgen

    ...genau, Du hast es erkannt, zu der Zeit gab es nur Handwerker die für Kirche und Firsten gearbeitet gaben, freie Künstler gab es nicht.

    Da kann ein Künstler mit seiner kreativen Arbeit etwas vorleben wie Glück und Zufriedenheit möglich ist ohne materielle Reichtümer zu brauchen. Er ist reich an Wahrnehmung, Selbstverwirklichung, Empfindung, Gespür und ideellen Werten. Ein wundervoller Reichtum der das Leben aus vollen Zügen genießen lässt...mit Scheitern, Schmerz und Demut dem Leben gegenüber.

    gruß fluuu


    Sorry - ich kann deinen Ausführungen nicht ganz folgen - ???
    Wenn ich die Wahl hätte wie ein armer (Kunst) Handwerker ( wie zB.Michelangelo ) mein Leben zu fristen oder als "Wahrer Künstler" ohne irgendwelchen Zwängen mit leerem Magen mein Leben in vollen Zügen geniesen zu können

    Glaubst Du an das - oder sind dir nur die Trauben zu sauer

    ;-) Egon
  • Gris 030
    Gris 030
    die "kwinntessentz" der "diskussion" fasste dann rashid(name vom autor geändert) gut zusammen:

    "rischtisch killer is, wenn du erst so poppigen song machst und bah! rieschtisch viel geld verdiens und dann kannst du dis machen, was du eigentlich wolltest...so rischtisch cool halt."
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  • rupp
    rupp
    in de 70er jahren hatten wir mal einen janz jroßen absprung und Aufbruch von dat galeristenjedöns. und deren Marketing.
    da wurden den Außenseiter und zu kurzgekommenen auf dem Kunstmarkt, von dem Kommunen ein freier Kunstmarkt finanziert und propagiert, wo keine Ismen und dogmen und selektion mehr gelten sollte. Aus diesen Tummelplatz sind Beyus, HSchulte, vostell und viele andere Hervorgestiegen.
    da wurde straßenkunst, zum Imagegewinn einer Kommune, in Festzelten und bezuschustert und dem hochverehrtem passant vorgeführt.
    und jetzt ratet mal wer gewonnen hat. Klar doch die Stänkere und neidhammel galeristen,
    die haben es sich viel geld kosten lassen, die Zeltkunstler mit der idee zum freien Kunstmarkt. zu verunklimpfen und die Aktöre als Batiktanten und Wurzelschnitzer zu verunklimpfern. und dann war aus mit kulturförderung der Kommunen, dieser Galeristen-Häme war der freie Kunstmarkt dann doch kein Imagegewinn für eine Stadt,
    und seitdem ist Straßenkunst nuir das Produkt der Batiktanten und wurzelschnitzer.

    die Dinge haben auch bei hochnäsiger betrachtung immer eine Ursache und wirkung.

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