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  • Ist die Moderne nur eine von vielen Möglichkeiten oder ist sie zwingend?

  • nroK Ist die Moderne nur eine von vielen Möglichkeiten oder ist sie zwingend?
    Das ist mein Lieblingsthema, denn ich wundere mich immer wieder neu, wie Menschen von heute, auf uralte Stile requirieren mögen. Als hätte es niemals eine Zeitenwende gegeben! Dabei ist es doch offensichtlich, daß wir nicht mehr an das glauben, was noch im 19. Jhdt. als Möglichkeit angesehen wurde.
    Es muß ein Ende damit gemacht werden, daß sich heutige Maler noch immer auf vormoderne Stile und Richtungen beziehen wollen.
  • Ulf Spuhl
    Ulf Spuhl
    ... da ist was dran aber wie der Mensch eben so ist, die klassischen Themen sind weitestgehend bewältigt und tun nicht weh, darum sind sie so beliebt.
    Wir kennen doch alle den abfälligen Spruch auf etwas bei dem man nicht so genau weiß was es ist und nicht sofort etwas mit anzufangen weiß: "Ist Moderne Kunst!"
    Ansonsten ist die Moderne eine Epoche eines relativ langen Zeitraumes der letzten Jahrhunderte.
    So ist sicherlich für die Menschen und das Leben beides von Bedeutung, die Tradition genauso wie die Moderne.
    Demnach ist die Moderne eine Möglichkeit unter vielen aber auch zwingend für die Entwicklung in die Zukunft.
    Halte sehr viel von Moderner Kunst auch und gerade weil man ins Grübeln kommt über ganz aktuelle Themen und somit eine Verarbeitung und Bewältigung möglich wird der Herausforderung unserer Zeit.

    gruß fluuu
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  • kceit
    - ich plädiere für die abschaffung des denkens in stilgrenzen, für die abschaffung des einordnens in ismen...
    - es muss die freiheit gestattet sein, alle stilmittel, alle techniken usw. nutzen zu können, um aktuelles zu reflektieren und arbeiten zu erstellen, die offene, aktuelle und strittige interpretationen zulassen...
    - nach der ansicht der zeichnungen von lascaux u.ä. kann ich mir eine kausal- oder entwicklungskette von uralt nach modern u. weiter fort nicht vorstellen...klar gab/gibt es innerhalb des systems richtungsabschnitte, geschuldet viell. marktinteressen bzw. vorlieben, epigonentum usw., aber in summe betrachtet ist kunst doch die letzten 30000 jahre immer ein dynamisches system gewesen, welches sich ständig neu definiert, unter ähnlichen anfangs- bezw. randbedingungen unterschiedliche ergebnisse hervorbringt...wahrscheinlich weil naturwissenschaftliches u. soziologisches bzw. gesellschaftlich-philosophisches denken sich änderte bzw. an umfang und erkenntnisweite gewann und die reflektionen auf die aktuelle wirklichkeit stets anders sublimiert zu bildern, installationen, fotos usw. werden...
    - die richtung moderne als solche und als der zu beschreitende weg zu postulieren ist genauso legitim, wie die verletzung dieser grenzen...und wenn es eben die der moderne sind...denn die verletzung von grenzen kennzeichnet ja u.a. die moderne...
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  • eirelagkrap
    - ich plädiere für die abschaffung des denkens in stilgrenzen, für die abschaffung des einordnens in ismen...


    Die Moderne ist ja weit mehr als ein Stil.
    Im Gegenteil, wenn die Moderne etwas nicht ist, dann ein Stil.

    Klaus
  • kceit
    - was ist überhaupt ein stil...?...meistens wohl eine festlegung auf best. ausdrucksmittel und/oder inhalte...von wem auch immer...
  • trowssap
    Die Moderne gab es schon vor 4000 Jahren und immer wieder.
  • abArt
    abArt
    hier zeigt sich ein grundsätzliches problem vor allem der "westlich-zivilisierten welt" das sich auch in ihren sprachen wiederspiegelt: alles muss schön in schubladen oder zumindest worthülsen gepackt werden. "bloßes" empfinden oder wahrnehmen - bloß nicht ...
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  • efwe
    efwe
    die "moderne" ist "zwingend" selbst wenn ich male wie-- rembrant
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  • eirelagkrap
    hier zeigt sich ein grundsätzliches problem vor allem der "westlich-zivilisierten welt" das sich auch in ihren sprachen wiederspiegelt: alles muss schön in schubladen oder zumindest worthülsen gepackt werden. "bloßes" empfinden oder wahrnehmen - bloß nicht ...


    Wieso Problem? Dieses "in Schubladen packen" ist der Grund für die einzigartige Erfolgsgeschichte der westlichen Welt, in einer Weise, wie sie sich Carl von Linné vor 250 Jahren wohl kaum zu träumen gewagt hätte.
    Was ist denn "bloßes" Empfinden?

    Klaus
  • abArt
    abArt
    erfolgsgeschichte - technisch vielleicht, aber dann ist auch schon schluss.

    "bloßes" empfinden: wahrnehmen, erfahren, empfinden ohne den krampfhaften versuch zu katalogisieren, einzuordnen, zu bewerten ... nicht so ganz einfach, das verbal zu vermitteln
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  • eirelagkrap
    Abgesehen von "au heiß" und solchen Dingen, ist unsere Wahrnehmung nicht immer auch kulturell determiniert?
  • abArt
    abArt
    ist sie, wenn man katalogisiert etc. ohne durch erziehung, gesellschaft etc. angelernte schubladisierung ist sie "bloß" - also irgendwie spontan, unverfälscht. ähnlich "au heiß"
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  • eirelagkrap
    ist sie, wenn man katalogisiert etc. ohne durch erziehung, gesellschaft etc. angelernte schubladisierung ist sie "bloß" - also irgendwie spontan, unverfälscht. ähnlich "au heiß"


    Ja, diese Illusion hatten die "wilden" Architekturstudenten aus Dresden damals auch,
    und haben dabei noch in jede durch die Zeit wabernde Schublade gegriffen und sich bedient.
  • abArt
    abArt
    was ich meine hat nichts mit den "wilden" oder anderen malern bzw. künstlern zu tun - ich kann´s offensichtlich nicht rüberbringen.
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  • Egon Miklavcic
    Egon Miklavcic
    Wozu doch immer dieses Abgrenzen , Einengen und nachplappern irgendwelcher Ansichten und Sprüchegeklopfe

    Zwingend ist nur der Tod
    und wie Geburt und Sterben , wie Mode und Natur alles wiederholt sich

    - wenn alle einheitlich nur mehr "Modern" wären , wär auch das nur mehr langeweilig
  • siku
    Schön, dass diese olle Kamelle wieder ausgegraben wurde, bietet sie doch mal eine Abwechslung zu Dauerthemen wie: was liest du?, was hörst du?, welches Bild gefällt dir am besten? usw.

    Das ist mein Lieblingsthema, denn ich wundere mich immer wieder neu, wie Menschen von heute, auf uralte Stile requirieren mögen. Als hätte es niemals eine Zeitenwende gegeben! Dabei ist es doch offensichtlich, daß wir nicht mehr an das glauben, was noch im 19. Jhdt. als Möglichkeit angesehen wurde.
    Es muß ein Ende damit gemacht werden, daß sich heutige Maler noch immer auf vormoderne Stile und Richtungen beziehen wollen.


    Sich auf einen "vormodernen Stil" zu beziehen würde ich nicht gleichsetzen mit einen Stil"requirien" (hier scheint nachmalen gemeint zu sein).
    Die Tatsache, dass wir heute nicht mehr fühlen können wie die Frühromantiker oder die "alten Griechen" wird wohl allgemeine Zustimmung finden.

    Hierzu eine Aussage von P.O. Runge, der um 1800 an den Weimarer Preisaufgaben teilgenommen hatte und dem daraufhin der Vorwurf gemacht wurde, er habe die Antike nicht hinreichend berücksichtig:
    "Wir sind keine Griechen mehr, können das Ganze schon nicht mehr so fühlen, wenn wir ihre vollendeten Kunstwerke sehen, viel weniger selbst solche hervorbringen, und warum uns bemühen, etwas mittelmäßiges zu liefern!"

    Diese Aussage erscheint mir zu dem hier angesprochenen Thema noch aktuell zu sein, man muss die Antike nur durch eine andere Epoche ersetzen: z. B. wir können nicht mehr die Gefühle des aufstrebenden Bürgertums nach der Französischen Revolution (aus der die Frühromantik ihre Thematik bezogen) ableiten. Wer heute Motive von C.D. Friedrich nachempfindet, kann künstlerisch nicht mehr als glaubwürdig betrachtet werden.

    Der Begriff Moderne "katalogisiert" doch nix, er erweist sich vielmehr als Sammelbezeichnung zahlreicher Kunststile nach 1900: Klassische Moderne, Zweite Moderne, Postmodere usw. "Die Modere" ist ein Schlagwort, um sich sprach- oder schreibfaul mit einem Wort anstelle eines ganzen Essays "verständlich" ausdrücken zu können.
  • eirelagkrap
    was ich meine hat nichts mit den "wilden" oder anderen malern bzw. künstlern zu tun - ich kann´s offensichtlich nicht rüberbringen.


    Doch, nur glaub ich es nicht.
    Das, was du schilderst ist auch nur einer dieser großen Myhthen der Moderne, am naivsten vorgetragen von den Brücke-Künstlern:
    "Jeder gehört zu uns, der unmittelbar und unverfälscht das wiedergibt, was ihn zum Schaffen drängt."
    Aus dem Manifest der Brücke, 1906
    Die Moderne braucht diese Mythen,vom Künstler, der sich immer wieder neu erfindet, der unmittelbar und unverfälscht erlebt,der sich für seine Wahrheit ein Ohr abschneidet, weil sie keinen vorgegebenen Sinn vorfindet und auch keinen verfügbar hat oder in der Lage ist, zu erzeugen.
    Sie ersetzt das durch ihre Mythen von der leidenschaftlichen Suche nach Sinn.
    Es ist wie bei "Warten auf Godot".
    Vieleicht kommt er ja doch?

    Trotzdem halte ich dieses unmittelbare Erleben für nicht möglich.
    Wir sind nicht wie Kaspar Hauser, unbehelligt von jeder Kultur, in einem dunkeln Turm aufgewachsen.

    Klaus
  • simulacra
    simulacra
    @parkgalerie: Genau so sehe ich es auch wie in deinem letzten Beitrag (die vorherigen mal pauschal ausgeklammert): Es ist die persönliche Sinnsuche des Künstlers, der sich durch Abgrenzung von schon da gewesenem ein eigenes -wenn auch mehr oder weniger meist beschränktes- Denkmal für die Nachwelt errichten möchte. Oder anders gesagt: Er will vor seinem Ableben etwas nachhaltig anderes zur Geschichte der Kultur der Menschheit beigetragen haben, damit er nicht VERGESSEN wird.
    Dabei ist alles immer ein Zusammenspiel. Zeichnet sich das Menschsein nicht unter anderem besonders dadurch aus, dass man reflektiert, sich mit Anderen vergleicht und so durch kleine Teile im Denken das Ganze weiter führt (Neid, im positiven wie negativen Sinne)? Jetzt müsste ich wohl sagen: Und nun schalten wir um zu unserer Philosophie-Stunde, gehe aber dann doch lieber ins Bett.
    Gute Nacht und angenehme Träume,
    S
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  • abArt
    abArt
    @parkgalerie: was ich meine hat NICHTS mit kunst zu tun

    @synafae: ja, die leidige sinnsuche und das bedürfnis was ganzt besonderes zu sein. ICH!
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  • kceit
    - was mir noch einfällt ist, dass sich kunstrichtungen auch als reaktion von bestehendem, festgefahrenem und zu dessen überwindung herausbildeten...die renaissance das mittelalter, die romantik den akademischen klassizismus, der impressionismus die akademische historienmalerei usw...
    - also waren die alten stile mal modern bzw. das was modern an ihnen war, ist es auch heute noch...

    @siku zitat'Wer heute Motive von C.D. Friedrich nachempfindet, kann künstlerisch nicht mehr als glaubwürdig betrachtet werden. ' ...

    - genau so, ich denke du meinst nachgemalte romantik...ein felsen oder ein baum kann m.m heute genauso gut motiv sein, allerdings sollten die männer, die den mond angucken keine altdeutsche tracht tragen, eher begsteigerklamotten oder so ähnlich...m.m. nach ist das motiv an sich egal, sonst gäbe es ja eine rangordnung der motive und damit eine wertigkeit der bilder in abhängigkeit dieser...
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