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  • Ist die Moderne nur eine von vielen Möglichkeiten oder ist sie zwingend?

  • nietSsaiboT

    In meinen Augen ist die Moderne zwingend, so oder so.

    Es ist eine logische Folge und ein Spiegelbild der heutigen gesellschaftichen Entwicklung, wenn sich die Überwindung althergebrachter Stile in der Kunst widerspiegelt.
    Aber wenn Stile wie der Expresssionismus, die Abstraktion, der Kubismus, die Minimal Art, der abstrakte Expressionismus, Informel usw. heute schon wieder die althergebrachten Stile sind, was dann? Leider scheint sich dass heutzutage darin äussern, dass so etwas langweiliges wie die neue Leipziger Schule heute als Avantgarde gilt. Man kann als lebender Künstler darüber verzweifeln, dass man, wenn man sich ans Zeichenbrett oder die Staffelei stellt, eigentlich immer etwas machen muss, was vorher schon mal jemand gemacht hat. Die neue Leipziger Schule ist vielleicht tatsächlich soetwas wie ein Spiegel unserer Zeit, aber eher im negativen Sinne.
  • eirelagkrap
    Leider scheint sich dass heutzutage darin äussern, dass so etwas langweiliges wie die neue Leipziger Schule heute als Avantgarde gilt. Man kann als lebender Künstler darüber verzweifeln, dass man, wenn man sich ans Zeichenbrett oder die Staffelei stellt, eigentlich immer etwas machen muss, was vorher schon mal jemand gemacht hat. Die neue Leipziger Schule ist vielleicht tatsächlich soetwas wie ein Spiegel unserer Zeit, aber eher im negativen Sinne.


    Keine Sorge. Meine Prognose: Mit der gegenwärtigen Wirtschaftskrise hat sich die neue Leipziger Schule wiedermal erledigt. Es darf nach neuen Hypes
    gesucht werden, sobald die Herren wieder Geld in der Tasche haben.

    Klaus
  • nietSsaiboT
    Aber es ist doch schlimm dass sowas überhaupt erfolgreich wurde, oder nicht? Aber ich weiss dass ist hier nicht der Neue- Leipziger- Schule Thread....
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  • eirelagkrap
    Aber es ist doch schlimm dass sowas überhaupt erfolgreich wurde, oder nicht? Aber ich weiss dass ist hier nicht der Neue- Leipziger- Schule Thread....


    Nein. Schlimm war, 1990 die kulturellen Erfahrungen und Traditionen eines ganzen Landes im Handstreich unterzubügeln, generell als minderwertig, reaktionär und Agitpropkunst zu verunglimpfen.
    Schön ist es, wenn ganz verschiedene Denk- und Bildansätze nebeneinander bestehen können. Das erweitert den Horizont.

    Klaus
  • nietSsaiboT
    Aber was aus der Neuen Leipziger Schule findest du den gut? Neo Rauch lass ich noch durchgehen, aber sonst?
    Wenn überhaupt würde ich eher Dresden als Hochschule nennen wo Traditionen zusammenfliessen. (Dresden Pop war ein Stichwort, welches ich mal gehört habe). Aber dass meiste was aus Leipzig kommt finde ich einfach nicht besondes spannend, nicht höher als die meiste Hausfrauenkunst. In der DDR gab es aber durchaus interessante Positionen im figürlichen Bereich, jenseits der offiziellen Staatskunst, da muss ich dir recht geben. Und viele der im Westen erfolgreichen Maler kamen sowieso von drüben. Ich habe nichts gegen <kunst aus Ostdeutschland, mag aber dass allermeiste der Leipziger Schule nicht.
  • eirelagkrap
    Aber was aus der Neuen Leipziger Schule findest du den gut? Neo Rauch lass ich noch durchgehen, aber sonst?

    Nix find ich gut.
    Aber es hat ein paar ganz nette Nebeneffekte.
    Als Eigen+Art zum 1998 Rauch in Berlin zeigte, war das die einzige Galerie in ganz Mitte, die Malerei präsentierte. Überall sonst standen nur Monitore rum. Und das "bei Judi Lybke hängen Bilder" ging dann auch ziemlich schnell rum in der Stadt. Heut würde niemand mehr auf die Idee kommen, dass man sowieso nicht mehr malen darf, und es ist vieleicht generell eine Lehre gegen das stumpfsinnige "das kann man heutzutage eh nicht mehr machen"

    Klaus
  • nietSsaiboT
    Stimmt allerdings auch wieder. In Leipzig soll es ja neben der Hochschule eine recht aktive Kunstszene geben, die warscheinlich nicht möglich wäre, wenn durch die Langweiler von der NLS dass Augenmerk so auf diese Stadt gerichtet wäre. Dies ist in der Tat ein interessanter Nebenefekt.
  • eirelagkrap
    Es hatte auch in Berlin den Effekt, dass, gerade nach dem Erfolg der Dresdner, plötzlich haufenweise Galeristen durch die Hochschulen gerannt sind, um sich nach jungen Künstlern umzusehen, die sie ausstellen konnten.
    Vorher hat sich hier niemand für "junge Kunst" interessiert.
    So konnten plötzlich einige Leute auch gleich nach ihrem Studium ganz gut von ihrer Kunst leben. Und da kamen auch einige wirklich interessante Sachen auf den Markt.

    Klaus
  • nietSsaiboT
    Aber was aus der Neuen Leipziger Schule findest du den gut?
    Kann es sein dass Martin Eder teilweise zur neuen Leipziger Schule gezählt wird? (Hauptsächlich wohl er auch über Eigen + Art vertrieben wird), den mag ich nämlich.

    Aber dass ist jetzt alles wirklich sehr off-topic, vielleicht könnte mal jemand wiederwas zum Thread-Thema verfassen
  • kceit
    - die moderne ist nicht zwingend und in der/seit der postmoderne nur eine von vielen möglichkeiten...es ist übrigens eine art freiheit, sich vom ständigen innovationszwang zu lösen und sich aller stilmittel und aller technischen mittel, die da sind, zu bedienen um gestaltungsabsichten umzusetzen...der inhalt kann somit die form bestimmen, bzw. gleichberechtigt neben ihr stehen...
  • nietSsaiboT
    Die Postmoderne ist so oder so eine Art Remix-Kunst in der man sich aller Stile bedienen kann (der Kubismus ist ja wie gesagt genauso eine historische Stilrichtung wie die Frührenaissance) die grösste Schwierigkeit besteht höchstwahrscheinlich darin nicht zu beliebig zu wirken.
  • kceit
    - mit dem begriff 'beliebig zu wirken' kann ich nichts anfangen...
  • nietSsaiboT
    Naja, alle möglichen Stile durcheinanderzumischen kann wenn man es ohne Sinn und Verstand macht, leicht ein wenig nach gewollt und nicht gekonnt aussehen. (Überfrachtet wohlmöglich auch.)Und es gibt sehr wenig Künstler die dass hinkriegen, diese Gefahr zu umgehen.
  • kceit
    - ach so, klar...ich meine mehr stile(lieber wäre mir der begriff formen bzw. formalien) benutzen um gestaltungen bzw. ideen umzusetzen...
  • nietSsaiboT
    Und ich meinte tatsächlich Stile wie Kubismus, Abstraktion usw.....
    Natürlich muss man bei beidem aufpassen!
  • nroK
    Schönberg und die Musik. Picasso, Kandinsky und die Malerei! Woran will man denn zweifeln? Daß die Erde eine Kugel ist und sich um die Sonne dreht? Kunst als möglichst erfolgreich ausgeübtes Handwerk? Immer wieder das Gleiche? Nur nichts Neues wagen? Man könnte ja stolpern, wenn man einen ungeübten Schritt versucht.
  • nietSsaiboT
    Du wiederholst dich, Korn. Ist dir schonmal die Idee gekommen, dass nicht jeder so in Sachen Neuer Musik so versiert ist wie du? Und dass die Abstraktion schon ihn den Fünfziger Jahren der neue Akademismus war?
  • nroK
    Ich wende mich lediglich gegen alle, die mal eben so versuchen, das Rad der Geschichte zurückzudrehen. Die Inquisition konnte Galileo damals mundtot machen, aber seine Vorstellung verhindern konnte sie nicht. Heute versucht man durch die Beliebigkeitsthese der Moderne den Garaus zu machen. Aber es ist eben nicht alles einerlei. Es gibt keinen Ptolemäus mehr nach Galileo. Und die Erde dreht sich munter weiter um die Sonne!
  • nietSsaiboT
    Wir leben aber nicht mehr in der Moderne, sondern in der Post-Moderne.
  • nroK
    Das ist genau der Quatsch, den ich zu verhindern suche. Was war denn die Moderne Deiner Meinung nach. Ein Spiel? Ein Obskurität? Ein Vergessen? Die sog. Postmoderne, mein Lieber, ist nichts weiter als der Versuch, das ptolemäische Weltbild zu retten. Schwäche! Blödsinn! Nicht sehen wollen!
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