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  • industrial.life.time.schock

  • arikatikin industrial.life.time.schock
    industrial.life.time.schock

    eins
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    blutrote neonfetzen
    spiegeln sich auf nassem asphalt
    und dem glas der grauen betonkomplexe
    die stadt ist ein gefrässiger
    riesiger
    von schleimiger organischer substanz
    infizierter stahl-beton-glas-plastik-saurier
    du glaubst die stadt zu kennen
    die toten steine
    die dich anstarren
    du glaubst die stadt zu kennen
    die kalten steine
    die des nachts schreien
    wenn du dich unruhig im schlafe wälzt
    die stadt blutet aus unzähligen wunden
    doch das graue blut wird gierig
    von einer verkrüppelten vegetation aufgesogen
    geburt-kindergarten-schule-beruf-tod
    kein ent-kommen
    in den labyrinthen der steine
    und des grauen blutes
    was suchst du in dieser wüste
    was ist mit den ratten den
    schwarzgesichtigen
    die in der dunkelheit von träumen
    ihre opfer finden
    schreist du nicht auch des nachts
    lautlos
    deine angst hinaus
    gesichter
    die dich verfolgen und quälen
    gesichter
    die lautlos schreien
    die gewaltigen gebäude
    die an einem hunger nach menschen leiden
    das gesicht der kinder
    das gesicht der alten
    ein labyrinth
    fäulnis
    wird mit grellen farben
    und exotischen düften
    getarnt
    der unterdrückte aufschrei
    der zeitlosigkeit
    verkrampft sich in bizarren zuckungen
    fette töne
    kriechen
    durch türspalten
    dort
    wo
    sie
    ihr totenspiel spielen
    und schmeicheln dem vorübergehenden


    zwei
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    mauern
    die un.auf.haltsam wie pilze wachsen
    überall
    das stetige tuckern von maschinen
    deren metall.skelette
    seufzen und stöhnen
    doch
    die meisten maschinen sind still gestorben
    vor jahren schon
    bunte lichtermeere
    grelles neon
    und monströse fremdkörper
    aus glas
    plastik
    metall
    und beton

    all das
    nur kranke urbane anatomie
    geschwülste
    einer sterbenden stadt
    landschaften
    aus müll
    und
    schutt
    neubauten
    die bereits zerfallen
    bevor sie fertig.gestellt worden sind

    industrie
    verschwörung
    enge
    und böse ahnungen
    haben die stadt und das land
    geprägt

    mitläufer
    poeten
    schmarotzer
    junkies
    und
    künstler

    metallene
    prostitution
    kranke
    urbane
    anatomie
    geschwülste
    einer
    sterbenden
    stadt

    sechs
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    trümmer.BERGE
    spät abends
    auf dem hinterhof
    verkrüppelte vegetation
    mutagene warten
    geduldig

    mittags nur noch
    mauern
    plakate mit glücklichen gesichtern
    fetzen von papier
    fetzen von haut und knochen

    trümmerfelder
    diverse worte
    ähnlichkeiten
    die zufällig lachen

    gespenster
    gehen um
    zwischen mauer.resten

    die konturen im schatten des neon
    immer kleiner
    der hintergrund stolpert
    heil dem abfall und den
    elektronischen kontrollen
    chirugisch veränderte
    blutige töne liegen auf
    verlassenen strassen

    unterirdische bunker schützen
    schwarze wahrheiten
    in synaptischer umarmung
    schreien
    lautlos
    hier und
    da

    sonnenuntergang

    die kultur
    verwest

    hier und
    da



    sieben
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    trümmer.BERGE

    dämmerung
    ABEND
    neonLichtverseuchte strassen
    TOTALITÄRE ÖKONOMIE
    sie erkennt die
    geisterHafte TrostLosigkeiT
    der schaufensterPUPPEN
    die dem vorüberGehenden
    ihr plastickGrinsen
    ent
    GEGEN
    schleudern
    selbstmord als psychosomatischer konsum
    im weihnachtsglanz hungriger gesichter
    deutsche wirklichKeit

    dunkelheit
    NACHT
    tv-lichter sprengen fensterRahmen
    gesichtslose Spielplätze
    leer
    meine allgegenwärtige verfügbarkeit
    funktioniert auch nachts
    zombiegleich wandere ich von raum zu RAUM
    leere
    dunkelheit
    nervöse nachrichtenSprecher
    verkünden wahrheiten und schöne körper

    nebel
    früher MORGEN
    digitale ziffern die mich ZEITschreiend
    zurück in den beton zerren
    meine TEILnahme erzwingen
    am tagesGEschehen
    kinder tanzen ihre geschichte auf den strassen
    während der nebel
    kampflos die sonne ZUlässt


    acht
    -----------------------------------
    soziale maschinen
    von dampfgetriebener realität
    gejagt
    erzwingen
    unsere aufMERKsamKEIT

    ölverschmiert
    und bedürfnisLOS
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