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  • Ohorn. Vorgänger von Hansi Hinterseer am Firmament.

  • relamlznerP Ohorn. Vorgänger von Hansi Hinterseer am Firmament.
    Gereimtes und Ungereimtes von Prenzlmaler D. Raedel im Heimatort Ohorn (bei Pulsnitz) im tiefen Sachsen Deutschlands. Gesangsschwall eines Rotzlöffels der damaligen Klasse 7 b, einer unvergessenen Truppe der Nachkriegsgeschichte.

    Mein damaliges Hauptanliegen in der Ohorner Schule beschränkte sich gewöhnlich auf das schnelle Erhaschen negativer Einträge im Klassenbuch. Irgendwie hatte ich den Bogen raus, mit relativ einfachen Operationen die Lehrer zur Aufmersamkeit zu zwingen. Besonders meine humoristische Pulsader und das allgegenwärtige Schnatterwerk lagen den Lehrern als unverdaulich im Magen. Oftmals kringelte ich mich vor Lachen und steckte andere Schüler damit an. Der kleinste Anlass genügte und ich verwandelte mich in die sprießende Freude. Tja, das störte den Unterricht und im Klassenbuch hagelte es eigenartige Vermerke. Trotz üppiger Ernte schien ich von den Einträgen nie genug zu bekommen. Das tut mir schrecklich leid, aber das lag an den Genen, also keinesfalls an mir. Wären die Gene nicht unentwegt entgleist, hätte das Ausmaß meiner Rundumbespielung nicht die voluminösen Formen angenommen. So verfehlte ich die Optionen als Vorzeigekandidat und musste mich mit niederen Rängen der Ohorner Schule begnügen. Diesen Einschub sollte man sich wohltuend reinlöffeln.

    So ergaben sich für mich definitiv wenig Möglichkeiten, die Ohorner Lehrer von meiner lobenswerten Kehrseite der Medaille zu überzeugen. Diese Vorzeigeveranlagung ruhte sich in meinem Körper aus, streckte gewöhnlich alle Viere von sich und schnarchte täglich vor sich hin. Nur selten leuchtete der Stern des allgemeinen Wohlwollens auf, um die Sphäre lobensverdächtiger Heilsbringer zu erhellen.

    Musikunterricht. Lehrer Frister betritt den Schulraum im Erdgeschoss und die Rüpel räkeln sich in die Höhe. Prüfend nimmt er die Formation ab und gebietet nach leichtem Zögern sich zu setzen. Wir alle sind gespannt, was der Musikboss sich für uns Merkwürdiges ausdenkt. Eigentlich konnte ich Herrn Frister recht gut leiden, weshalb ich auch im Schulchor vertreten war. Nur seine Hausaufgaben paarten sich meist nicht mit meinen Freizeitvorstellungen. Der Meister der Musik steht vor uns und fragt vorsichtig an, wer mal auf die Schnelle ein Lied in den Raum feuern wolle. Wie vom Blitz getroffen faucht mein rechter Arm nach oben, ohne zu wissen, was dieser bezweckte. Noch ehe ich die Möglichkeit besaß, den Liedtitel anzusagen, trällerte mein Mund los und schmetterte drei Verse des Volksliedes “Auf, du junger Wandersmann” in den Raum. Das saß ! Die Klasse ist gelähmt ! Als ich mich von diesem Schreck erholte und meinen unruhigen Hintern auf den Stuhl lancierte, hörte ich das Urteil: Eine Eins ! Welch’ ein Treffer ! Und mir war sofort klar, das musste für das gesamte Jahr genügen. :o)

    Gruß Prenzlmaler.
  • reniek
    Einfach köstlich, Dieter : )

    Ja, so gehts im tiefen Sachsen :)

    lg

    iris
  • relamlznerP
    Grüß dich, Iris !

    LG Dieter.
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  • gestatten
    gestatten
    klasse dieter.

    die einzige erinnerung an meinen musiklehrer ist ne ohrfeige; er meinte das sei square-dance! was wir hier übten und nicht quer-tanz!
  • Manfred Olde Steege
    Manfred Olde Steege
    Immer wieder schön deine Geschichten zu lesen..
    gruss manni
  • relamlznerP
    kunstnatter und kunstliebhaber01

    ich danke und grüße euch.

    LG Dieter.
  • efwe
    efwe
    fein erzaehlt wieder - gruss-
    Signature
  • relamlznerP
    Hallochen efwe !

    Grüße doch glattweg zurück und wünsche einen netten Abend !

    LG Prenzl.
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