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  • Kunst als Therapie, der wahre Ausdruck in der Kunsttherapie

  • Ulf Spuhl
    Ulf Spuhl Kunst als Therapie, der wahre Ausdruck in der Kunsttherapie
    Hallo miteinander,

    qualifiziere mich gerade als Künstler zur therapeutischen Arbeit mit Kunsttherapie.

    Es ist eine Möglichkeit um authentisch zum kreativ/schöpferischen Prozess zu kommen bei dem am Schluss als Ergebnis ausdrucksstarke künstlerische Werke entstehen.

    Die Kunsttherapie hat so wie ich sie verstehe natürlich ein Aufarbeiten der persönlichen inneren Strukturen zur Folge, jedoch mit den Mitteln der Kompositionslehre der bildenden Kunst.

    Auf diese Art entstehen anspruchsvolle Kunstwerke mit starken authentischen Bezügen zum menschlichen Dasein und seiner Psyche.

    Solche inneren unsichtbaren Bilder von Strukturen der Psyche einer Persönlichkeit können sichtbar gemacht wunderbare ausdrucksstarke Kunstwerke sein und den Betrachter in den Bann ziehen.

    Hat jemand Erfahrungen mit solchen Dingen?

    gruß fluuu
  • ThomasWedel
    Hallo, Flu
    Gratuliere zu Deiner Entscheidung. Selbst wenn Du - wie ich so herauslese - nicht die Absicht hast, therapeutisch zu arbeiten, wird Dich die Kunsttherapie als Künstler entscheidend verändern, weil die Kunst ist nicht Dein Werk, Du selbst bist Kunst.

    In Unserer Ausbildung zum Kunsttherapeuten ( http://www.kunsttherapieausbildung.de) steht denn auch nicht das Kunstwerk im Mittelpunkt, sondern - wie du es ganz richtig beschreibst - " das Aufarbeiten der persönlichen inneren Strukturen" des kreativ Tätigen ( z.B. des Patienten). Wir sind deshalb psychoanalytisch und selbsterfahrungsorientiert.
    Wenn Du Lust hast, besuch uns zum nächsten Einführungswochenende vom 17. bis 19.04.09

    Thomas, INSTITUT FÜR KUNSTTHERAPIE BERLIN-BRANDENBURG
  • eirelagkrap
    Lieber Thomas,

    Fluuu betreibt schon immer Kunsttherapie.
    Der braucht keine Einführung mehr.
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  • esorwolley
    Hallo Ulf,
    ich selbst besuche häufig Tagesseminare (viele meiner Bilder sind auch dort entstanden) bei einer Kunsttherapeutin. Es ist sehr viel bereichernder, Bilder entstehen zu lassen, die mit einem selbst zu tun haben, als Bilder zu planen. Sie finden sicher nicht immer die Zustimmung des Betrachters, wo ich selbst sehr zufrieden bin. Hier ist das Wichtigste wirklich das Tun. Ich lerne viel -vor allem über mich selbst. Überlegt habe ich auch schon, ob ich mich in dieser Richtung ausbilden lasse, habe mich dann jedoch dagegen entschieden, weil man hier eben als Kunsttherapeut auch sehr viel falsch machen kann. Was ich jedoch mit meinen Schülern mache, ist Ausdrucksmalen - ist ja ein Aspekt der Kunsttherapie - ohne ein Thema vorzugeben und ich bin sehr sehr vorsichtig mit Aussagen. Interpretationen unterlasse ich ganz.
    Meine Schüler genießen die Malstunden. Sie lieben die Freiheit auf dem Blatt Papier tun und lassen zu können, was eben sie wollen.
    Auf Deinem Weg wünsche ich Dir viel Erfolg.
    Es gibt übrigens auch sehr gute Bücher dazu. Mir gefallen ganz besonders:
    "Sehreise" -in Kindern Malfreude wecken - Elisabeth Walder/Beatrice Zschokke und "Intuitiv Malen" von Thomas Lüchinger, auch die beiden Bücher von Ingrid Riedel/Christa Henzler "Malen in der Gruppe" und "Maltherapie" sind mir ein Begriff.

    Gruß Ute
  • nodiorc
    alle schaffendenden suchen einen weg, um sich auszudrücken.
    dieser weg liegt in jedem selber.
    dies zu wecken, sorry,
    ist bei suchenden einfach. einfacher, weil der weg diesen zu geben,
    in dem moderators welt gegeben ist.
    sich selbst zu finden, ist halt selbst. oder die gebende umwelt.
    dieses zu finden, an menschen zu suchen um zu finden,
    da findet(fängt) man an sich selbst an zu suchen.
    es ist halt nicht einfach, menschen zu geben, so frei zu sein,
    sich zu entwickeln zu mögen! mögen.
    der rest ist freud,
    der sich in keinem bild leugnen wird. (surrealismus)
    malen, bzw die freiheit, alles was einen bewegt, in ausdruck zu bringen,
    ist eine geissel der heutigen zeit.
    bilder zu malen, die offen sind,
    das könnte im profil gegeben sein,
    in meinem gezeigt,
    ist halt nur der wunsch eines schaffenden, dass man leute findet,
    dass man sich verstanden sieht.
    dies ist überhaubt nicht wichtig.
    es geht auch, nicht um menschen,
    sondern um den rest der welt. dem system.
    nicht um derbende selbstdarsteller,
    sondern um mitbewohner unserem leidenden planeten, der biomasse,
    ohne die wir nicht existieren können,
    eben sehen,
    das es so nicht weiter geht.
    artenoah.
    eben darum, dass sich jeder nicht jeder "künstler " sich selber beweihräuchert,
    sondern seine ausdrucksweise an der sinnmässigkeit der menscheit misst.
    oder an dem öko-logischen sinn.
    es gibt orang-utans, die als fick-objekte benutzt werden.
    es gibt rinder, die fleisch essen.
    es gibt tiere die aussterben,
    die das system wackeln lassen.
    es gibt leute, die dies nicht sehen.
    hoffendlich bekommen die keine kinder,
    die an glutamatinduziertem autismus den tieren in der welt den platz wegnehmen.
    ich hab schon 10290 bäume gepfanzt,
    in der ganzen welt, ok, auch grund.
    wo anders ist das billiger, als hier, und so einfach sinnvoll, diese menschen wollen es, ihr umfeld verändern,
    weils muss!!!
    KÖNNT IHR DAS?
    man sollte, muss man denen nur mut machen.
    ich bin gar nicht mehr so gern in deutschland.
    wir haben es zu gut.
    aber wir müssen es ändern.
    wir haben den luxus, darüber nachzudenken.
    nur nicht die zeit.
    announcements of well kwon facts.
    arte noah eben.
    arte noah intro 1.2
    c+
  • maru
    maru
    riedel ist in punkto fachliteratur absolut empfehlenswert. ebenso schottenloher.
    ebenso leutkart & wieland "kunsttherapie aus der praxis für die praxis" und und und...

    ...jedoch mit den Mitteln der Kompositionslehre der bildenden Kunst


    wenn ich dich nicht falsch verstehe, dann würd ich dem nicht zustimmen. im kunsttherapeutischen geht es vorrangig um den prozess an sich, nicht aber um das erlernen & korrekte ausführen spezieller techniken.

    lieben gruss, maru
  • Ulf Spuhl
    Ulf Spuhl
    Hallo,
    das sind ja interessante Reaktionen, wenn man das geeignete Thema anspricht dann gibt es auch hier bei kunstnet.de sehr spannende Rückmeldungen.

    Stimme in dem Fall parkgalerie zu, betreibe meine Arbeit schon lange als Kunsttherapie mit mir selbst, nun geht es darum es auch für Andere anzuwenden.
    Bücher lesen, Selbststudium und Zusammenarbeit mit dem Kunsttherapeuten der Klinik ist alles gegeben und möglich für die Qualifikation aber wie es immer so ist, ohne eine Ausbildung zu machen die mit einem Schein abschließt hat man wenig Chancen.
    Bin zwar Berliner aber lebe zur Zeit hauptsächlich im Allgäu und werde die regionalen Möglichkeiten nutzen, da ist Brandenburg nicht dabei.

    Das Jahr hat gerade erst angefangen und es wird sich im Laufe der Zeit eine Möglichkeit des Studiums ergeben, davon bin ich überzeugt.

    Auch bin ich überzeugt, dass für die therapeutische Arbeit an der Psyche die künstlerischen Qualitäten besonders wichtig sind. Es gibt Bilder nach Art Brut oder Outsider Art die den Istzustand vermitteln aber in der Kunsttherapie so wie ich sie verstehe ist die Kompositionslehre ein ganz wichtiger Aspekt um ordnend auf die chaotische Psyche zu wirken.
    So ist es auf jeden Fall möglich in der Kunsttherapie einen hohen künstlerischen Anspruch zu erfüllen, vielleicht sogar gerade da. Ein Veröffentlichen in einer Ausstellung ist nicht ausgeschlossen und so ist diese Therapieform für das Erfüllen einer künstlerischen Entwicklung parallel zur Entwicklung der Persönlichkeit sehr gut geeignet.

    Wir haben an der Klinik eine sehr gute Kunsttherapie, es gab im Herbst eine größere Ausstellung und die Werke waren so qualitativ, dass ich meinte sie stehen den Arbeiten des Berufsverbandes in nichts nach. Inzwischen hat sich daraus ein neues Projekt ergeben zusammen mit der Kunsttherapie der Fachklinik.

    Weiß noch jemand etwas beizutragen zum Thema Kunst und Therapie?

    gruß fluuu
    Signature
  • sessyllu
  • Helene Miller
    Helene Miller
    Hallo fuu,

    hatte mal eine Ergotherapie, wo ich unter anderem malen konnte. Die Ergotherapeutin war eine Krankenschwester, die eine Weiterbildung gemacht hatte und danach trotzdem nicht mehr verdiente. Es war nur ein Zeitvertreib für mich und meine Werke sahen mehr bescheiden aus. Im anderen Klinikum hatte meine Mitpatientin Kunsttherapie und wurde dadurch eher frustrierter, weil sie ihre Gedanken nicht so darstellen konnte, wie in ihrer Vorstellung. Tja, genau damit musste sie später lernen umzugehen. Die anderen, die von vornherein an Geschick verfügten sind voll aufgeblüht. Ich hatte das Gefühl, dass die Kunst dort zweitrangig war und man sich eher auf Verhaltensweisen konzentrierte.

    Trotzdem ist es eine tolle Methode, um sich selbst besser kennen zu lernen.
  • maru
    maru
    Ich hatte das Gefühl, dass die Kunst dort zweitrangig war und man sich eher auf Verhaltensweisen konzentrierte.

    genau darum geht es auch. und nicht ums erlernen irgendwelcher techniken,
    farbenlehre
    & co. deshalb irritiert mich fluu`s kommentar auch.

    ...die eine Weiterbildung gemacht hatte und danach trotzdem nicht mehr verdiente.

    wenn der verdienst die motivation für eine therapeutische ausbildung ist,
    sollt man sich vielleicht doch gedanken drüber machen...
    bezüglich weiterbildung - klingt für mich nach 5 tagen seminar und *zack* hat man
    die entsprechende qualifikation??? schwachsinn, wenn dem so ist.

    qualifiziere mich gerade als Künstler zur therapeutischen Arbeit mit Kunsttherapie

    und wie sieht diese qualifikation aus? nicht falsch verstehen, aber die ausbildung
    beinhaltet etliche komponenten und basiert nicht auf "ich bin fröhlich, also
    male ich eine gelbe sonne" - aber das weisst du denk ich.

    lieben gruss, maru
  • fpok

    Auch bin ich überzeugt, dass für die therapeutische Arbeit an der Psyche die künstlerischen Qualitäten besonders wichtig sind. Es gibt Bilder nach Art Brut oder Outsider Art die den Istzustand vermitteln aber in der Kunsttherapie so wie ich sie verstehe ist die Kompositionslehre ein ganz wichtiger Aspekt um ordnend auf die chaotische Psyche zu wirken.
    So ist es auf jeden Fall möglich in der Kunsttherapie einen hohen künstlerischen Anspruch zu erfüllen, vielleicht sogar gerade da. Ein Veröffentlichen in einer Ausstellung ist nicht ausgeschlossen und so ist diese Therapieform für das Erfüllen einer künstlerischen Entwicklung parallel zur Entwicklung der Persönlichkeit sehr gut geeignet.


    Hi Fluuu,

    ich denke wir "kennen" uns bereits ( http://www.kopfkunst.ch). Dem obigen Absatz möchte ich auf jeden Fall beistimmen.
    Ich war während 4 Monaten in einer Gestaltungstherapie und habe danach angefangen, mich in Theorie und Technik der Malerei einzuarbeiten. Dieses Frühjahr werde ich zum ersten Mal ausstellen können.
    Für mich war die Gestaltungstherapie extrem wichtig. Ich habe enorm profitiert und gelitten. Eine Geburt.

    Lg,
    Kopf
  • maru
    maru
    halllloooo? sorry, aber mir ringelts die zehennägel auf, wenn immer wieder betont
    wird, wie wichtig die technik & künstlerische qualität in therapeutischen settings
    wären.

    So ist es auf jeden Fall möglich in der Kunsttherapie einen hohen künstlerischen
    Anspruch zu erfüllen


    kann mir bitte mal jemand erklären, woher diese meinung rührt?
    nur ein winziger denkanstoss: die gestalttherapie findet ihre anwendung bereits
    im kindergarten- & vorschulalter... na dann hoff ich mal, dass die kleinen
    bescheid wissen über farblehre & co und den pinsel perfekt zu schwingen wissen...

    lieben gruss, maru
  • Ulf Spuhl
    Ulf Spuhl
    Hallo maruschko und alle,

    wo liegt Dein Problem, dass es Dir die Zehennägel aufringelt wenn es um künstlerischen Anspruch und Qualität in der Kunsttherapie geht?
    Es geht nicht um die Maltherapie in der man seine Familienangehörigen hinkrakelt und mit Pfeilen die Beziehung darstellt oder andere innere Probleme symbolisch malerisch auf das Papier bringt.

    Kunsttherapie so wie ich sie als Künstler verstehe ist die heilende Wirkung der Kunst und um so anspruchsvoller sie im Prozess erlebt wird um so wirkungsvoller ist das Resultat.
    Das ist natürlich ein sehr mühsamer und anstrengender Prozess, denn die eigenen schöpferischen Kräfte mobilisieren in Krisenzeiten verunsichert zunächst völlig, lässt Dinge einstürzen und stellt vieles in Frage aber wenn dieser künstlerische Vorgang anspruchsvoll mit Kompositionslehre durchlebt ist, kann es letztendlich einen sehr gesundenden und heilsamen Verlauf nehmen. Die Hürde für anspruchsvolle Kunstwerke ist hoch aber es ist möglich sich ihr Schritt für Schritt zu nähern um über eine lange Zeit der Entwicklung diese Fähigkeit zu erwerben.

    Das sind keine Theorien die ich mir ausdenke, die Kunsttherapie an der städtischen Psychiatrie hier am Ort arbeitet nach diesem Anspruch. Sie hatten eine öffentliche Ausstellung veranstaltet deren Vernissage ich besucht hatte und war wirklich von der hohen künstlerischen Qualität der Werke überrascht. Es waren keine Arbeiten nach Art Brut oder Outsider Art wie man es an einer Psychiatrie erwarten würde sondern Kunstwerke nahe an der Qualität wie ich es an der Kunstakademie erlebt habe.

    Diesen Ansatz finde ich sehr spannend Menschen mit psychischen Störungen an die Gesetzmäßigkeiten und formalen Ästhetiken der akademischen Kunstformen heranzuführen. Das ist nicht mit jedem Menschen möglich aber es ist bekannt, dass akute psychische Störungen häufiger bei intelligenteren Menschen auftreten, bei psychisch chronisch Kranken z.B. ist oft eine forderne Therapie kontraproduktiv, da geht es mehr um das Wahren der Stabilität.
    Dieser Ansatz schließt jedoch das Arbeiten wie Jackson Pollock z.B. in keinster Weise aus, im Gegenteil, nutze selber gern den spontanen Ausdruck und das automatische Malen (écriture automatiqu) aber das Ziel ist die bewusste Komposition.
    So entwickle ich aus der Kunsttherapie mit Malerei die Fotografietherapie mit der Kamera und dabei ist ganz entscheidend die Komposition.

    Um nicht als Scharlatan missverstanden zu werden wenn es darum geht anderen Menschen beizustehen dient mir die eigene frühere Erfahrung mit Depressionen, die Jahrzehnte lange Mitarbeit im Sozialpsychiatrischen Zentrum und eine Ausbildung zum Psychotherapeuten, ist in Arbeit.

    Somit ist der Weg klar definiert, die künstlerische Ausbildung die bei Ausstellungen nur sporadisch die Menschen erreicht lässt sich in der Kunsttherapie gut nutzen um therapeutisch ganz gezielt mit einzelnen Menschen arbeiten zu können. Dafür entwickle ich die Fotografietherapie in Zusammenarbeit mit dem Kunsttherapeuten der Psychiatrie und so ist beides möglich. Die öffentliche Kunstausstellung für die Allgemeinheit und die Therapie für den Einzelnen. Das Ziel ist noch lange nicht erreicht... aber die Richtung ist klar vor Augen...

    gruß fluuu
  • uzuzab
    Beissen, kratzen un gleichzeitig flennen - schon wieder diverse Tabletten vergessen?


    mfg
    Bazuzu
  • heike
    heike
    hmm was ein anspruchsvolles Kunstwerk ist, sei mal dahin gestellt..
    Sowenig wie sich hier jemand Vorgaben machen ließe wie und was und mit welchen Farben er zu malen hat, genausowenig ,besser umso weniger hat man das Recht unter dem Deckmantel der "Behandlung, Therapie" Menschen künstlerische Ausdrucksformen vorzuschreiben! Man kann Angebote machen, diese müssen aber vielfältig, und dürfen eben nur Anregungen sein. Alles andere würde ich als Bevormundung, Unterdrückung ablehnen. Warum ist das Ziel die bewusste Komposition ? Soll man zum Roboter werden? Warum nicht intuitive Kräfte nutzen , ich selbst weiß nie vorher was sich aus einem Tonklumpen entwickelt, aber ich spüre sehr genau wann die "Figur" stimmt und die Aussage erschließt sich mir manchmal erst einige Zeit später.
    So verschieden die Menschen so unterschiedlich ihre Herangehensweisen und Ausdrucksformen.
  • Helene Miller
    Helene Miller
    Hallo miteinander,

    der Entschluss von fluuu ist bemerkenswert, dass er den Menschen mit der Kunsttherapie helfen will.

    Bazuzu, dein Kommentar war ja voll überflüssig.

    Zum anderen kann ich Heikes Aussage nur befürworten. Man darf nicht vergessen, dass eine Kunsttherapie meistens den psychisch belasteten Menschen eine Plattform anbietet, um sich zunächst indirekt mit ihrer Erkrankung auseinandersetzen zu können. Und jetzt mal ehrlich, der durchschnittliche Patient ist zufrieden, wenn er irgendetwas aufs Blatt kritzeln kann. Ich befürchte, wenn man da den Schwerpunkt auf den künstlerischen Anspruch legt, würde es den Patienten ganz und gar überfordern. Es geht einfach nicht darum tolle Bilder o.ä. zu malen, sondern um die Behandlung und Umgang mit der Erkrankung. Dass daraus auch eine Ausstellung wird, wie fluuu es berichtet hat, finde ich großartig halte jedoch für einen Ausnahmefall. Toll finde ich aber auch, wenn fluuu eine ausreichende Vielfalt an Kenntnissen und Medien anbietet, wie auch die Fotografie, um den Patienten den Zugang zu erleichtern. Die restlichen Vorstellungen wirken auf mich aus künstlerischer Sicht eher utopisch.

    Es klingt jetzt zwar hart, fluuu, aber wenn du sagst, dass du da persönliche Erfahrungen hast bezüglich der Depression, ist man da bereits nicht zu voreingenommen? Kann man da noch ausreichend analytisch und objektiv mit anderen Fällen arbeiten? Stelle es mir nur extrem schwer vor, sich von all diesen Schicksalen, die dahinter stecken persönlich zu distanzieren.

    Wünsche dir trotzdem alles Gute für den beruflichen Werdegang
  • sessyllu
  • maru
    maru
    ...aber wenn du sagst, dass du da persönliche Erfahrungen hast bezüglich der Depression, ist man da bereits nicht zu voreingenommen? Kann man da noch ausreichend analytisch und objektiv mit anderen Fällen arbeiten? Stelle es mir nur extrem schwer vor, sich von all diesen Schicksalen, die dahinter stecken persönlich zu distanzieren.


    es gibt überall zwei seiten - ich zb. kann hier auch durchaus einen vorteil sehen:
    auch wenn jede depression oder andere psychische krankheit einen individuellen
    verlauf hat und sich verschieden zeigt, so bin ich der meinung dass jemand, der
    weiss wovon er spricht sich auch dementsprechend mit seinem klienten auseinander
    setzen kann.
    (dummes) beispiel: was will ein gynäkologe schon einer frau über menstruations-
    beschwerden sagen können, ausser das fachwissen, dass er sich während des studiums
    diesbezüglich angeeignet hat???

    fluuu, ich hab immer noch nicht ganz den durchblick was deine argumente angeht -
    aber egal. meinungen driften eben auseinander.
    oder willst du die kunsttherapie für dich nutzen und setzt dir selbst das ziel,
    qualitativ hochwertiges zeug zu machen???

    gruss, maru
  • Hassiano
    Hassiano Kunsttherapie und Qualitätsanspruch
    Mich irritieren die Vorstellungen von Fluu, was qualitativ hochwertige sprich: "anspruchsvolle" Kunst sein soll und was nicht. Solche Wertungen sollten im kunsttherapeutischen Arbeiten nichts zu suchen haben.

    Heranführung an Kompositionslehre und sogenannte akademisch anspruchsvolle Kunst?? Wenn die städtische Klinik solche abstruse und abwegige Vorstellungen anwendet muss man als angestellter Kunsttherapeut ja dieses sich nicht zu eigen machen und ebenfalls in diesen Kategorien denken und sich dies als Arbeitsgrundlage nehmen.
  • heike
    heike
    fluu ,ich finde es absolut grenzüberschreitend die Werke der Patienten auszustellen. Der Therapeut hat nicht das Recht sich mit den Kompetenzen, Begabungen des Patienten zu schmücken! Wenn da Talente entdeckt werden kann man sie höchstens dazu ermutigen nach ihrer Entlassung dran zu bleiben. Es soll doch dort das Individum gefördert werden und nicht die Identifikation mit der Klinik ,oder ??
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