KunstNet uses Cookies. Details.
  • Hasenhautleim – Temperatur – Konsistenz - Haltbarkeit

  • Kristina Meissner
    Kristina Meissner Hasenhautleim – Temperatur – Konsistenz - Haltbarkeit
    Hallo Forum!

    Ich habe eine Frage an solche Maler unter Euch, die mit Hasenhautleim arbeiten. Ich habe keine Vergleichsmöglichkeiten, keine Erfahrungswerte – und in den Büchern stehen die Antworten auf diese Fragen nicht...

    1.)Wie muss sich der bespannte Stoff (feine Baumwolle, Leinen oder ein Gemisch aus beidem, also nichts dickes, grobes), wenn er fertig geleimt und grundiert ist, anfassen? So stramm wie eine bespannte Trommel? Oder eher etwas weicher?

    2.)Bisher leime ich 2 mal, dann streiche ich als Grundierung 3 mal Leim, vermischt mit Kreide und weißen Pigmenten drüber, letztere vorher trocken vermischt und mit etwas Wasser angeteigt.

    Ich weiss, dass der Leim beim Erwärmen nicht über 60, 65 Grad kommen soll. Aber zum Vermalen muss er ja abkühlen, damit er etwas anzieht und den Stoff nicht durchnässt.

    Wie ist das nun, wenn man mit der Grundierungsmischung malt: Muss man das Gemisch dann auch immer auf 60 Grad erwärmen? Oder kann ich gleich loslegen, wenn eine passende Konsistenz erreicht ist (was auch schon bei Temperaturen darunter der Fall ist…)

    3.)Ich habe besagte Grundiermischung jetzt eine Woche lang im Kühlschrank stehen lassen – und stelle fest, dass sie jetzt schon flüssig war, gar nicht mehr fest geworden ist. Ist das normal??? Vorher war sie's nämlich!

    4.)Wie lange ist Hasenhautleim-Mischung gekühlt haltbar?


    Ich danke für Eure Erfahrungen!

    Kristina.
  • Jürgen Stieler
    Jürgen Stieler
    Ich sage mal überhaupt nicht!

    Die Tatsache, dass deine Mischung nicht mehr fest wird zeigt, dass sie fault! Weg damit!

    Alles, was du mit natürlichem Collagen machst verwende an ein bis zwei Tagen. Wenn du am Abend vorher den Leim quellen lässt, muss er in den nächten zwei Tagen (besser einem) verbraucht werden. Ich kenne kein Konservierungsmittel. Du darfst gern warm leimen, und deine Grundierung sollte nicht so kalt sein, dass sie bereits beim Auftragen "anzieht".

    Gruß - J.
  • Kristina Meissner
    Kristina Meissner
    Hallo Johnny,

    merci vielmals, ok, dann halte ich mich daran.

    Allerdings bin ich etwas irritiert, Wolfgang Blanke schreibt, dass man grobmaschiges Tuch mit gelierter Leimmasse einstreichen soll - und das ist ja nun schon sehr angezogen... Und meine Erfahrung von gestern abend zeigt mir, dass auch gelierender Leim (der also ganz schön kühl ist)sich gut verstreichen läßt und dazu den Vorteil bietet, dass das Tuch nicht mit dem Untergrund verklebt (ich male nicht auf Keilrahmen, sondern spanne auf langen Tischen oder auf Holzplatten, die an der Wand montiert sind).

    Kannst Du mir vielleicht noch sagen, wie sich der fertig grundierte Stoff anfühlen soll?

    Vielen Dank und schöne Grüße aus Hamburg!

    Jadis
  • Jetzt bei Amazon günstig Kunstbedarf kaufen.- Werbpartner -
  • eirelagkrap
    Ja, die Vorleimung mit geliertem Leim vornehmen, ist besser, denn
    derLeim zieht nicht so sehr in die Leinwand ein, sondern bleibt vor allem an der Oberfläche. Dadurch wird die Leinwand nicht so sehr spröde. Außerdem hast du es einfacher, die richtige Leimmenge zu dosieren. Der gelierte Leim muß leicht mit der Hand verreibbar sein.
    Die Leimschicht sollte möglichst dünn sein. Es reicht übrigens eine Schicht zur Vorleimung.

    Klaus
  • Kristina Meissner
    Kristina Meissner Hasenhautleim – Temperatur – Konsistenz - Haltbarkeit/ Kreiden
    Hallo Klaus,

    sorry, dass ich mich erst so spät melde, aber ich bekam keine Benachrichtigung, dass jemand geantwortet hat, trotz des Häkchens an entsprechender Stelle...

    Vielen Dank für Deine Antwort. Ja, spröde sollten Leinwand und Leim sicher nicht sein, dazu nimmt man ja flexiblen Hasenhautleim und keinen Knochenleim.

    Dazu fällt mir noch ein: Auch die zum Grundieren verwendeten Kreiden sollen ja unterschiedliche Eigenschaften haben. Bologneser Kreide z.B. flexibler als deutsche Kreide... Kennst Du Dich damit aus?

    Und: wie äußert sich "verlorene Klebkraft", wenn der Leim zu heiss geworden ist?

    Danke und Grüße aus Hamburg!

    Kristina.
  • eirelagkrap
    Hallo Klaus,



    Dazu fällt mir noch ein: Auch die zum Grundieren verwendeten Kreiden sollen ja unterschiedliche Eigenschaften haben. Bologneser Kreide z.B. flexibler als deutsche Kreide... Kennst Du Dich damit aus?


    Hallo,

    Bologneser Kreide ist überhaupt keine Kreide, sondern besteht aus Gips, bzw einem Gips-Kreidegemisch. Ich fertige gewöhnlich keine Gipsgründe, deshalb kann ich nur wiedereinmal auf den Doerner verweisen.
    Bei Champagnerkreide oder Rügener Kreide handelt es sich um wirkliche Naturkreiden.
  • Kristina Meissner
    Kristina Meissner
    Alles klar, danke, Parkgalerie!

    Ja ja, der Doerner... Ist schon unterwegs... aber auf nicht wenige Fragen hat er auch keine Antworten, das macht nur die Praxis... die Erfahrung...

    Schöne Abend!
  • Kirsten Cristina Voss
    Kirsten Cristina Voss Hasenhautleim oder Knochenleim haltbar machen
    Hallo,
    ist zwar schon ein bischen spät, aber ich bin ja auch erst jetzt auf der Suche nach ganzwasanderem hier gelandet.
    Wißt ihr, den Knochenleim kann man einfrieren! Im Kühlschrank oben ins Gefrierfach. Ich finde das genial. Dazu benutze ich halbe Liter Plastikflaschen - so habe ich immer alles portioniert, lege die Flasche bei Bedarf ins heiße Wasser zum Auflösen und los gehts. Ganz einfach, und funktioniert prima.

    Grüsse aus Kreta!
  • Nadelmaler
    Nadelmaler
    1.) Wie muss sich der bespannte Stoff anfassen?
    ->gerade so straff, dass er keine Falten und Beulen bekommt. Wenn er schon vor dem leimen allzu straff ist, kann er sogar reißen. Dann hast Du allerdings eine schlechte Qualität, die man eh vermeiden sollte.

    2.) Bisher leime ich 2 mal ...
    -> das ist "Gefühlssache", nämlich vom Leimbedarf der Leinwand abhängig! Und bei den pigmentierten Leimschichten reichen Füllstoffe wie Bimsmehl, Lithopone etc. Es muss kein strahlendes Titanweiß sein. Der Sinn ist ja nur, die Gewebestruktur etwas zu glätten. Wie glatt du es haben willst, ist dann Deine Sache. Die oberste Grundierungsschicht kannst Du dann gern einfärben, wie Du es als Grundlage für Dein Bild benötigst. Manch einer malt lieber auf weißem Grund, manch einer auf Sepia oder Eisenoxidrot...
    Die moderne Variante (Aber da Du Hasenleim benutzt, betrifft es Dich nicht) wäre eine fertige Grundierung aus dem Kunstmarkt, zweischichtig auf die nackte Leinwand, und gut ist. Aber Maltechnisch ist das Fast-Food.

    2a.) Erwärmen nicht über 60, 65...
    -> Eine angeschnittene Knoblauchzehe in den Leimtopf gelegt: fängt bei 60/65°C an zu perlen. Erspart den Kauf eines Thermometers. Vor dem Auftrag natürlich abkühlen lassen (bei Leinwand; auf Holz gern so heiß wie möglich mit Alkoholzusatz: hier SOLL der Leim ja tief eindringen)

    3.) Ich habe die Grundiermischung eine Woche lang im Kühlschrank stehen lassen
    -> Der Leim zerfällt sehr schnell, stinkt dann nur und bringt nichts. Jeden Abend für den nächsten Tag neu ansetzen- maximal am übernächsten Tag noch benutzen.
  • Kristina Meissner
    Kristina Meissner Einfrieren und Temperatur
    Hallo!

    @ xtina: Einfrieren: Das ist ja mal eine grossartige Idee!

    @ Nadelmaler: Temperatur: Zu spät, ein Thermometer habe ich schon, aber genial, wie bist Du nur darauf gekommen, eine Knoblauchzehe darein zu schmeissen?! ;-))

    Allerdings frage ich mich gerade, ob das den Leim umgebende Wasser nicht über 60/65° C warm werden soll oder der Leim selber? Bisher habe ich die Temp. immer auf das Wasserbad bezogen, und gerade gemessen: Der Leim an sich hat dann nur 50° C.

    LG! Kristina.
  • Page 1 of 1 [ 10 Posts ]

  • Sign in to respond or to ask a question.

Related topics and pictures