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  • Thomas Hirsch in GRAZ

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    “B I R U trifft X A N H L A M” – Begegnung in Blau




    Einladung zur Personale von Thomas Hirsch

    Wir laden dich und deine Freunde herzlich ein zur Vernissage und Ausstellung am

    Mittwoch 01.04.09 um 19h


    In der Galerie Blaues Atelier

    Schörgelgasse 8, am Dietrichsteinplatz, 8010 Graz / Österreich


    Die Ausstellung ist bis zum 23.04.09 zu sehen.


    http://www.galerie-blaues-atelier.at
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    Öffnungszeiten: Mittwoch bis Freitag von 15 bis 19 Uhr;
    Samstag von 11 bis 16 Uhr


    “B I R U trifft X A N H L A M” –

    Oder BEGEGNUNG IN BLAU ist das Thema der aktuellen Werkschau des 1966 in Giessen/BRD geborenen Malers Thomas Hirsch. In diesem Titel kommen zweierlei Dinge zum Ausdruck: Der Maler mag die Exotik fremder, ihm unbekannter Länder, die er gerne bereist um Neues zu entdecken, um die inneren Horizonte zu erweitern. Er mag aber auch die Farbe Blau und deshalb widmet er sich ihr mit einer besonderen Aufmerksamkeit.

    B I R U bedeutet „blau“ auf Indonesisch und X A N H L A M bedeutet ebenso „blau“ in der Sprache der Vietnamesen. Die Gemälde dieser Ausstellung treffen erstmalig in Graz aufeinander und sind deshalb eine Begegnung in Blau. Der international ausstellende Künstler Thomas Hirsch sagt von seinen Arbeiten, die Werke hätten nichts miteinander gemeinsam, außer, dass sie in der Farbe Blau gehalten sein. Sie stünden ein jedes für sich, ein jedes mit einer eigenen Geschichte, einem eigenen Ausdruck und einem eigenen Sinn. Ein jedes enthält somit auch ein Rätsel oder ein Geheimnis, weil wir nicht wissen können, was den Maler bewegt hat, in jenen Stunden der Entstehung, in der sein Geist eine Wanderung angetreten hat. Nun treffen die Bilder aufeinander, wie eine Gruppe Reisender in einem fernen Land. Ohne Augen zu haben, kommunizieren sie miteinander. Ohne Münder zu haben, sprechen sie.

    Die Titel der Bilder spenden kleine Denkanstöße und verbinden, was durch die Einbringung von Worten besser verstanden werden kann. In „Aussenden von Unfreiheit“ finden wir eine Szene vor, welche aus den innersten Gefilden eines weiblichen Körpers stammen könnte, wie eine Momentaufnahme im Kosmos Gebärmutter.

    Hirsch lässt uns durch das Mikroskop blicken: Eine einzige Eizelle steht in Berührung mit einem fadenähnlichen Gebilde, dass sich am Kopfende, also dort wo das Bewusstsein seine Heimat hat, in Auflösung befindlich erscheint. Es erinnert an eine Samenzelle unter der sich weitere Samenzellen befinden, die alle gemeinsam versuchen aus dem Bildrand hinaus zu schwimmen. Und so liegt die Frage nahe, warum sie das denn tun? Entgegen ihrer eigentlichen Bestimmung auf die weibliche Eizelle zu zusteuern und in sie einzudringen, bewegen sie sich in die entgegengesetzte Richtung, als seien sie auf der Flucht. Hier findet eine Verweigerung statt und in Anbindung an den Titel des Bildes, könnte man sagen, es ist eine Verweigerung Leben zu spenden. Denn die Verschmelzung von Ei- und Samenzelle, würde sie denn stattfinden, inkludiert die Entstehung neuen Lebens, damit aber auch zwangsweise die Entstehung von Abhängigkeit und Unfreiheit. Der Kreis schließt sich und mündet im dazu exakt passenden Titel.

    In dem Gemälde „H2O mit Schatten“ finden wir die chemische Formel für Wasser vor. Auch hier beschäftigt sich der Künstler mit dem Thema Leben. Denn das lebenspendende Wasser ist eine Verbindung aus dem Element Wasserstoff (H) und dem Element Sauerstoff (O).
    Betrachten wir das, was uns in den westlichen Ländern täglich und problemlos zur Verfügung steht, was also unser aller Leben erhält, das Element und den Begriff „Wasser“ etwas genauer. Das Wort „Wasser“ wird besonders für den flüssigen Aggregatzustand verwendet. Im festen oder gefrorenen Zustand bezeichnen wir Wasser als Eis und im gasförmigen Zustand sprechen wir von Wasserdampf, welcher beispielsweise entsteht, wenn man Wasser zum kochen bringt oder sich in Form von Wolkenbildung am Himmel zeigt. Wasser stellt die einzige chemische Verbindung dar, welche in der Natur in allen genannten drei Aggregatzuständen vorkommt. Damit ist Wasser etwas sehr besonderes. Das Wasser des Meeres und auch der Himmel werden in der Farbe Blau wahrgenommen.

    Zurück zum vorliegenden Bild. Etwa die Hälfte des Bildes wird diagonal von etwas bedeckt, das eine schräge Wand sein könnte, oder, ließe man der Fantasie ihren freien Lauf und nimmt man Bezug auf den Titel, auch ein Teil eines Eisblocks sein könnte, der sich beherrschend vor die eigentliche Szene schiebt. Im hinteren Bereich des Bildes sieht man die obere Ecke eines Raumes. Dort steht eine Figur, die ein Mensch oder auch ein Geist sein könnte. Ein Gesicht ist nicht erkennbar und verschließt sich somit einer Zuordnung. Die Figur wirkt wie ein Schatten.
    Diese Szene im hinteren Bereich ist wie in einem Nebel gehalten, sie ist so wässrig, als würde man in ein Aquarium blicken mit unklarem Wasser. Der diagonale Block im Vordergrund stellt eine Barriere dar, spaltet die Situation in zwei fast gleichgrosse Hälften, die es der Figur im Hintergrund verunmöglicht in den Vordergrund zu treten und dem Betrachter offen lässt, was sich hinter der Eis-Diagonale, verbergen könnte, oder was da so mächtig erkaltet ist. Dieses Geheimnis bleibt uns verschlossen und soll ein Mysterium bleiben, weil wir sonst der Magie beraubt werden würden, die uns durch die tieflotende Bildsprache des Künstlers verzaubert und in die Welt der facettenreich ausgearbeiteten „Begegnung in Blau“ entführt.
    © Text, Florinda Ke Sophie, Graz 2009
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