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  • Rogier van der Weyden

  • Mirjam
    Mirjam Rogier van der Weyden
    Hallo an alle,

    ich beschäftige mich für mein Examen gerade mit Rogier van der Weydens Lukasmadonna.
    https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/0/0e/Weyden_madonna_1440.jpg

    Nun lese ich in Hermann Beenken: Rogier van der Weyden folgendes:

    Indem er (van der Weyden) wieder dem Intervall zwischen den beiden Gestalten im Zentrum des ganzen Bildes eine bestimmte Figur in der Fläche gibt, wird aus dem Gegenüber und dem schroffen Gegensatz von Figur und Figur die geschlossene Gruppe der hier links sitzenden Madonna und ihres heiligen Malers.

    Ich verstehe den Satz nicht. Kann ihn mir einer von euch erklären?

    Es geht in dem Abschnitt darum, dass van der Weyden im Gegensatz zu Jan van Eyck, dessen Rolinmadonna (https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/14/Jan_van_Eyck_070.jpg) er als Vorlage nahm, nicht einen tiefen Raum zwischen den beiden Hauptfiguren aufklaffen lässt, sondern verbindende Fläche schafft...

    Viele Grüße
    Mirjam

    PS: Ups, ausversehen in der falschen Rubrik gespeichert.
  • El-Meky
    El-Meky


    PS: Ups, ausversehen in der falschen Rubrik gespeichert.


    Hallo

    Ich habs verschoben ;-)

    Gruß Ella
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  • uzuzab
    Diesen Satz - sofern er so gedruckt ist -- versteht niemand.

    Der Unterschied jedoch ist klar erkennbar -- dieser Weydens malte in der rein „nordischen“ Spätgotig-Stielrichtung - der andere bekanntere - hatte bereits de „Renaissance“ im Ärmel - mut ma in Caorle jewesen sein?
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  • Mirjam
    Mirjam
    Danke sehr für diese Information! Na, allzu wichtig war dieser eine Satz wohl nicht. Er ist übrigens tatsächlich genau so abgedruckt, wer auch immer der Lektor war.

    Gruß
    Mirjam
  • kceit
    - es ist die negativform zwischen den inneren grenzen der beiden figuren, die sich unten verjüngt(durch den auslaufenden schwung des gewandes der madonna) und quasi auf dem kopf steht...
  • siku
    Wahnsinn, wie kompliziert theoretisch man eine Bildkomposition erklären kann. Dabei gibt es doch ganz schlichte Merkmale, die die Figuren zu einer Gruppe verdichten - im Gegensatz zu der Komposition von van Eyck: gegenseitige Zugewandheit der Körper von Maria und dem Maler sowie deren fast aneinanderstoßenenden Gewänder deuten eine offene Kreisform an.




    Der Unterschied jedoch ist klar erkennbar -- dieser Weydens malte in der rein „nordischen“ Spätgotig-Stielrichtung - der andere bekanntere - hatte bereits de „Renaissance“ im Ärmel - mut ma in Caorle jewesen sein?


    @ bazuzu könntest du diese dir klar erkennbaren Unterschiede hier näher erläutern, ich sehe die nicht so klar wie du, und vielleicht gibt's ja noch andere Betrachter, die sich ebenfalls über deine Erklärung freuen würden.
  • kceit
    - das ist zu wenig, es ist eindeutig und hauptsächlich diese negative form (die offene kreisform), die in der mitte ist und oben im aufsatz erwähnt wird...van weyden betont diesen raum durch die hellere, kontrastärmere farbgebung und macht dadurch diese form existend...und die existenz der negativform bedingt die randformen, die somit mit ihr eine einheit bilden...diese fläche in der mitte ist so gewichtig, hat man sie erstmal entdeckt, dass sie gleichwertig zu den formen der figuren steht...das auf den maler zugehende gewand und die neigung des kopfes der madonna unterstreichen dies natürlich...die einheit der figuren wird hier hauptsächlich mit form-kompositorischen mitteln erreicht und nicht mit erzählerischen...ein ganz bemerkenswertes bild...
  • siku
    - das ist zu wenig, es ist eindeutig und hauptsächlich diese negative form (die offene kreisform), die in der mitte ist und oben im aufsatz erwähnt wird...van weyden betont diesen raum durch die hellere, kontrastärmere farbgebung und macht dadurch diese form existend...


    da stimme ich noch zu


    und die existenz der negativform bedingt die randformen, die somit mit ihr eine einheit bilden...diese fläche in der mitte ist so gewichtig, hat man sie erstmal entdeckt, dass sie gleichwertig zu den formen der figuren steht...


    Tieck du hast das ja gut beschrieben, nur diese Hervorhebung der "Negativform" halte ich für übertrieben. Der Begriff "Negativform" (auf die psychische Wirkung angewandt) kommt aus der Wahrnehmungspsychologie (demonstriert an Köpfen im Profil, Vasen, Treppen usw.), einer neueren Disziplin. Da hat jetzt einer diesen Begriff auf das Bild von van der Weyden angewandt - und nun wird er auch eisern weiter vertreten. Es gibt noch andere Unterschiede zwischen den vergleichenden Bildern, z.B. die höhere und farblich näher herangezogene Mauer mit den zwei Figuren, die im Gegensatz zu dem van Eyck Bild eindeutiger dem geschlossenen Raum zu geordnet sind usw.

    Gruß
    siku
  • uzuzab
    --- @ bazuzu könntest du diese dir klar erkennbaren Unterschiede hier näher erläutern, ich sehe die nicht so klar wie du, und vielleicht gibt's ja noch andere Betrachter, die sich ebenfalls über deine Erklärung freuen würden. ---


    Nö! In Krisenzeiten möchte ich mich nicht in Hedgefonds anderer drängen ---


    mfg
    Bazuzu
  • Robert Wolter
    Robert Wolter
    Hallo an alle,

    Nun lese ich in Hermann Beenken: Rogier van der Weyden folgendes:

    Indem er (van der Weyden) wieder dem Intervall zwischen den beiden Gestalten im Zentrum des ganzen Bildes eine bestimmte Figur in der Fläche gibt, wird aus dem Gegenüber und dem schroffen Gegensatz von Figur und Figur die geschlossene Gruppe der hier links sitzenden Madonna und ihres heiligen Malers.

    Ich verstehe den Satz nicht. Kann ihn mir einer von euch erklären?



    Sehr schwülstig formuliert, das muss ein Kunsthistoriker geschrieben haben und erklären kann ich diesen Satz auch nicht ;)

    Es gibt neben den hier im Thread schon erwähnten Dingen noch einige auffällige Unterschiede zwischen den beiden Bildern:

    Bei van der Weyden stehen die Personen in der Mitte nicht so sehr im Hintergrund, wie bei dem Bild von van Eyck. Sie erhalten "mehr Fläche", werden größer dargestellt.

    Das Jesuskind nimmt ganz unterschiedliche Rollen ein: Bei van der Weyden wird oder wurde es gestillt, wirkt also eher wie ein "normaler" Säugling. Bei van Eyck dagegen predigt oder segnet es offensichtlich schon, was durch die anbetende Haltung des heiligen Malers und den Reichsapfel des Jesuskinds sowie der Reichskrone, die der Engel über den Kopf der Madonna hält, noch unterstrichen wird. Der Gesichtsausdruck der heiligen Maler ist ebenfalls sehr unteschiedlich, bei van der Weydens Bild wirkt er eher interessiert als andächtig. Erstaunlich ist auch der Darstellung der entblößten Brust der Madonna bei van der Weyden, das findet sich auf Heiligenbildern eher selten.

    Insgesamt wirkt das Bild von van der Weyden natürlicher, das von van Eyk dagegen ist "das übliche" Heiligenbild.
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