KunstNet uses Cookies. Details.
  • Welchen Sinn hat Kunst?

  • tsivobretni
    ihr solltet alle mal 'nen bissken spannung abbauen ...

    :o

    :)
  • siku
    ich hab leider nicht kapiert ! man redet nur drum rum ! ;)


    nein! Baumeister war ein ausübender Künstler, wie die meisten hier - ;-).
    Einfach mal über google testen, ob die Aussage stimmt.
  • rimgarf ahhh Kunst !
    Erfahrung hört sich nach Gewesenen an ! Doch Kunst ist Neues schaffen und denken . Gefühl ausdrücken mit einer Art die noch nicht gewesen . Ergo ! Kunst ist Neues Schaffen aus Erfahrung ( Gefühl ) ?
  • Jetzt bei Amazon günstig Kunstbedarf kaufen.- Werbpartner -
  • janrob
    janrob
    kunst hat keinen sinn,kunst braucht kein sinn,kunst ist freiheit
  • siku
    Erfahrung hört sich nach Gewesenen an ! Doch Kunst ist Neues schaffen und denken . Gefühl ausdrücken mit einer Art die noch nicht gewesen . Ergo ! Kunst ist Neues Schaffen aus Erfahrung ( Gefühl ) ?


    Nach B. ist Kunst neues Schaffen, das über die Erfahrung hinaus geht(so steht's im zitierten Text), ein inneres Forschen nach neuen Formen, neuen Ausdrucksformen in der Bildenden Kunst - und genau das hat B. in seinen Arbeiten "praktiziert". Ich habe ihn ja auch deshalb zitiert, weil seine Aussagen heute eigentlich Allgemeingut sind, (fast) jeder Kreative meint so vorgehen zu müssen - nur werden die Wegbereiter einfach negiert - hätten wir sie nicht gehabt, würde möglicherweise dieser Thread gar nicht zustande gekommen sein. Wir nehmen hier Vergangenheit selbstverständlich auf und tun so, als ob diese Frage "was Kunst sei" (Gefühl ausdrücken) eine zeitgenössische Erfindung wäre - sie ist bereits "Geschichte" - nur immer wieder aufgewärmt - auch in der praktischen Ausführung.

    Hier könnte man noch mal die Frage nach dem Sinn anschließen, das ließe sich dann aber nicht mehr so allgemein diskutieren, sondern spezifisch für verschiedene Kunstrichtungen - ich habe mich auf Malerei gezogen, da sehe ich in der Tat nicht viel weltbewegend Neues.
  • simulacra
    simulacra
    Also IST doch die Kunst der Sinn. Eine Sinneserfahrung für den Kreativen und für den Aufnehmenden. Das ist nochmals dadurch unterstrichen, dass die (Sinnes-) Erfahrungen des Machers und seine Absicht völlig losgelöst von denen des Aufnehmenden sein können. Also auch wieder sinnlos.
    Wobei man wieder am Anfang wäre.

    Cool: Ein gedankliches Raum-Zeit-Kontinuum :)
    Signature
  • Renate Möllmann
    Renate Möllmann welchen Sinn hat die Kunst
    Nun, ich denke, das wird jeder auf seine Weise interpretieren.
    Ich will es einmal in Kurzfassung an mir festmachen, da erscheinen so manche Vokabel, die den Sinn ausmachen.
    Als Kind/Jugendliche gern gemalt - kreativer Beruf verwehrt - 2 abgeschlossene Berufsausbildungen, Studium, Verwaltungstätigkeit- keine Zeit mehr für Malerei ... schwere Erkrankung - Leidenschaft zur Malerei neuentdeckt ... eintauchen in eine andere, völlig neue Welt, die mir Kraft, Hoffnung und das Gefühl gab, frei und ein neuer Mensch zu sein (so habe ich meine Krankheit besiegt)...Studium der Freien Malerei - wie eine Verdurstende aufsaugen alles Wissenswertes - Eigenstudium - Privatunterricht - Lehrgänge - Bücher etc. ... mit anderen Augen die Natur, die Menschen und ihr Umfeld betrachten - immer rastlos und experimentierfreudig ein emotionales Ventil geöffnet, vermeintlich Versunkenes wieder hervorgeholt - oft Spiegel meiner Seele, meiner Gefühle, meiner Eindrücke - es entstehen Bilder durch Verschmelzungen von gegensätzlichrn Motiven, intensiver Formsprache-Farbgestaltung unter Anwendung der unterschiedlichsten Materialien und altmeisterlicher Maltechniken - Kunst ist ein ewiger Lernprozess - hilft erkennen - setzt Kräfte/Gefühle/Emotionen frei - Kunst öffnet Augen und Herzen - Kunst verbindet ... liegt da nicht genügend Sinnhaftigkeit drin ... lG von remoe
    Signature
  • Revi Oliver
    Revi Oliver
    Da differenziere ich Kunst machen und Kunst "konsumieren".

    Erstere können fast ausschließlich nicht davon leben.
    Zweitere zahlen erst dafür, wenn sie alles Andere zum Leben haben.
    Kunst muss wohl ein gesellschaftlicher Luxus sein.
  • siku
    Also IST doch die Kunst der Sinn. Eine Sinneserfahrung für den Kreativen und für den Aufnehmenden.

    Cool: Ein gedankliches Raum-Zeit-Kontinuum :)


    Wo findet dieser intensive Kontakt zwischen Kunstwerk und Betrachter denn statt - im Museum, in Kunsthallen, wobei schon hier die Betrachtung nicht ganz wertfrei wäre. Wo sonst hat der Kunstliebhaber denn Gelegenheit "Kunst" zu betrachten, in Kunstforen im Internet, in der Galerie oder bei Ebay? Galeristen und Künstler lieben ja wohl kaum Leute, die nur zum "Gucken" kommen.
  • siku
    - Kunst öffnet Augen und Herzen - Kunst verbindet ... liegt da nicht genügend Sinnhaftigkeit drin ...


    wen verbindet Kunst - Künstler und Konsument, Kritiker untereinander? Künstler untereinander wohl eher selten, denn so ideell die eigene Kunst eingeschätzt wird, die des Kollegen hat da härte Kriterien zu bestehen. :-)
  • siku
    Da differenziere ich Kunst machen und Kunst "konsumieren".

    Erstere können fast ausschließlich nicht davon leben.
    Zweitere zahlen erst dafür, wenn sie alles Andere zum Leben haben.
    Kunst muss wohl ein gesellschaftlicher Luxus sein.


    Kunst bedeutet für den Betrachter, Käufer eine kulturelle Teilhabe - einen kulturellen Status, vielleicht auch einen, den sich nicht jeder leisten kann. Sich mit Kunst auseinanderzusetzen, Kunst kaufen ist auch persönliche Imagepflege, das war schon bei den Medici so - dafür werden Wertmaßstäbe an Kunst gesetzt.
  • traCM
    Schaut mal, ihr Lieben, Sinne sind dazu da, die Welt zu begreifen. Gäbs keine Sinne, wäre das Leben bloß Stille, Schwärze. Kunst hat keinen Sinn, weil sie nichts befühlen, hören, schmecken, sehen oder riechen kann. :0)
  • Revi Oliver
    Revi Oliver
    Schaut mal, ihr Lieben, Sinne sind dazu da, die Welt zu begreifen. Gäbs keine Sinne, wäre das Leben bloß Stille, Schwärze.


    Das versöhnt mich mit dem Tag und meinem Leben... thx! Revi
  • ayaros
    hier einige alternativen zum nachdenken:

    Welchen Sinn hat Unst?
    Welchen Sinn hat Cunst?
    Welchen Sinn hat Ghunst?
    Welchen Sinn hat Oonst?

    lg u. bis zum nächstenmal,
    freut sich schon,
    eure soraya
  • siku Welchen Sinn hat Kunst?
    Schaut mal, ihr Lieben, Sinne sind dazu da, die Welt zu begreifen. Gäbs keine Sinne, wäre das Leben bloß Stille, Schwärze. Kunst hat keinen Sinn, weil sie nichts befühlen, hören, schmecken, sehen oder riechen kann. :0)


    Sinn - Sinne
    Produzieren Sinne Un-Sinn? guckt mal hier ;-)
    thread mit thementreue

    Schöön das der Thread - egal wie - am Leben erhalten wird - wo ist eigentlich der Erfinder dieser exorbitanten Fragestellung abgeblieben?
  • El-Meky
    El-Meky
    >>- wo ist eigentlich der Erfinder dieser exorbitanten Fragestellung abgeblieben?<<

    hallo siku,
    ich soll von fragmir ausrichten, dass er am umziehen ist und erst Anfang September wieder Internetanschluß hat .
    Gruß Ella
    Signature
  • kritiker Andere Blickrichtung
    " Die durchschnittliche Anschauung ist aus einer Summe von Erfahrungen aufgebaut. Sie ist damit nichts Ursprüngliches, sondern Ableitung. Das Bekannte und das Zweckdienliche regieren sie.
    Gesetze, gesellschaftliche Übereinkommen und alle Gepflogenheiten des Umgangs stehen als künstlerisches Gefüge der urkraft des Lebens und dem Künstlerischen gegenüber.
    Das Künstlerische ist grenzenlos wie die Metamorphosen in der Natur. Es setzt sich beständig über das durchschnittliche Empfinden, Denken und über die vom Menschen gemachten Gesellschaftsgesetze hinweg, weil es vom Urleben ausgeht.
    Kunst kennt keine Erfahrung und ist keine Ableitung. Sie setzt sich mit dem Unbekannten in Beziehung." [...]

    aus W. Baumeister: Das Unbekannte in der Kunst.


    Da möchte ich mal eine andere Blickrichtung vorschlagen. Baumeister verrät hier doch arg den mystifizierenden Blick des Künstlers. Einer kritischen Prüfung hält seine Aussage nicht stand. Was soll das denn heißen: "...weil es vom Urleben ausgeht." Das ist doch beinahe lachhaft!
    Selbstverständlich muß Kunst sich der Erfahrung bedienen und der Ableitung sowieso. Es gibt keine Worte, mit denen sich Unsagbares sagen läßt, sonst wäre es ja nicht unsagbar. Also bedient sich Kunst zwangsläufig derselben Sprache wie die "durchschnittliche Anschauung" - nur eben in einer anderen Kombination, bzw. besser einer neuen Grammatik.
    Und warum die ganze Mühe? Welchen Sinn hat diese Spielerei? Ich finde, Baumeister rührt schon an etwas Wesentliches: das Auflösen eingefahrener Schemata z.B., oder die Wiederherstellung einer Illusion von Grenzenlosigkeit. - Meint er das mit seinem "Urleben"? Hätte Kunst den Sinn, dem Menschen mit den eigenen Worten (und dadurch eben überzeugend) mitzuteilen, daß seine aktuelle Grammatik nur eine von vielen möglichen ist und im Moment der Auflösung der eingefahrenen Strukturen eine Art Epiphanie der Grenzenlosigkeit, der alle und alles verbindenden Ursprache, zu erzeugen?
    Vielleicht hat es Baumeister so gemeint.

    k.
  • siku

    Da möchte ich mal eine andere Blickrichtung vorschlagen. Baumeister verrät hier doch arg den mystifizierenden Blick des Künstlers. Einer kritischen Prüfung hält seine Aussage nicht stand. Was soll das denn heißen: "...weil es vom Urleben ausgeht." Das ist doch beinahe lachhaft!
    Selbstverständlich muß Kunst sich der Erfahrung bedienen und der Ableitung sowieso. Es gibt keine Worte, mit denen sich Unsagbares sagen läßt, sonst wäre es ja nicht unsagbar. Also bedient sich Kunst zwangsläufig derselben Sprache wie die "durchschnittliche Anschauung" - nur eben in einer anderen Kombination, bzw. besser einer neuen Grammatik.


    Hallo Kritiker,
    das Entdecken des Unbekannten bedeutet für Baumeister eine künstlerische Genialität. Anstelle der Nachbildung gegenständlicher Formen, welche bis Anfang des 20 Jh. die Farbe in einen sekundären Bereich verwies (die Farbe diente der Form), wandte sich Baumeister theoretisch wie künstlerisch dem Material (Fläche, Farbe) und der gestalterischen Fähigkeit des Künstlers zu, gab ihnen eine neue Wertigkeit.
    Nach B. sollte der Künstler nicht Neues erfinden, das würde ja bereits ein Ziel voraussetzen, d.h. der Künstler hätte schon Vorstellungen wie das ein Endprodukt in etwas ausfallen würde. Am Anfang des Malens hat der Künstler zunächst eine Vorstellung, um überhaupt starten zu können, es muss ihm aber während der Schaffensphase gelingen, sich davon zu befreien und „unwillkürliche Kräfte entwickeln, die unmerklich vom eigentlichen Weg auf einen anderen umleiten, der dann zu dem bisher unbekannten führt.“ B. ist der Auffassung, dass das künstlerische Schaffen Teil von Prozessen in der Natur ist, welche das Handlungsvermögen des Menschen weit übertreffen.






    Und warum die ganze Mühe? Welchen Sinn hat diese Spielerei? Ich finde, Baumeister rührt schon an etwas Wesentliches: das Auflösen eingefahrener Schemata z.B., oder die Wiederherstellung einer Illusion von Grenzenlosigkeit. - Meint er das mit seinem "Urleben"? Hätte Kunst den Sinn, dem Menschen mit den eigenen Worten (und dadurch eben überzeugend) mitzuteilen, daß seine aktuelle Grammatik nur eine von vielen möglichen ist und im Moment der Auflösung der eingefahrenen Strukturen eine Art Epiphanie der Grenzenlosigkeit, der alle und alles verbindenden Ursprache, zu erzeugen?
    Vielleicht hat es Baumeister so gemeint.
    k.



    „Warum die ganze Mühe?“. Du hast doch schon versucht, deine Frage selber zu beantworten.
    Spielerei war es nicht, dieser Begriff ist meines Erachtens sogar völlig unpassend, wenn man die Zeit betrachtet, in der deutsche Künstler versuchten, nach der Gegenstandsdoktrin des Dritten Reiches in der Kunst wieder Anschluss an die internationale Kunstszene zu finden, die Künstler fühlten sich isoliert, mit der vom Naziregime bevorzugten Kunst konnte man international nicht punkten. Man beschloss also an die vor dem Krieg begonnen Tendenzen „die Befreiung der Farbe von der Form“ anzuknüpfen, denn diese Richtung hatte sich außerhalb Deutschlands bereits weiterentwickelt. Deutsche Künstler mussten sich aus einer vom Staat bevormundeten Kunst lösen, das war existentiell – keineswegs eine Spielerei – (wir leben gerade in einer paradiesischen Zeit, wo alles was irgendwie kreativ erscheint als Kunst bezeichnet werden kann).

    Ich habe B. ins Spiel gebracht, weil seine Überlegungen am Beginn vielfältiger Theorien stehen, die versuchten vom vorgegebenen Gegenstand befreite Malerei zu legitimieren und zu etablieren – dies ist ja auch gelungen. Wir benutzen den Begriff der „Künstlerischen Freiheit“, die Forderung nach der „reinen inneren Ausdrucksweise“ – nur sie wird als Kunst anerkannt - ganz selbstverständlich, als ob das gottgegeben wäre – und übersehen dabei gelegentlich, dass es in der Kunst immer eine theoretische Begleitung gibt, die künstlerische Ausdrucksweisen legitimiert.
    Z. B. sehen Theologen eine Verbindung zwischen Kunst und Religio: Kunst und Kirche haben durch die Jahrhunderte hindurch gemeinsam danach gestrebt, über die Grenzen der menschlichen Erfahrung hinauszugehen und ‚“in die Weite des ungeschauten Schaubaren“ (Karl Ra.hn.er )vorzustoßen. Es gibt noch zig andere Erklärungen für abstrakte Kunst, aber B. war mit ein Wegbereiter für die Legitimation künstlerischer Freiheit.
  • kritiker
    Hallo siku ;-)

    und herzlichen Dank für die interessante Ausführung!

    Es ist mir schon klar gewesen, wie ernst es Baumeister mit seinem Credo war, nur wollte ich eben den einen Punkt herausstellen: daß er m.E. ein wenig über das Ziel hinausgeschossen ist. Wohl bemerkt: nicht als Künstler, sondern als Theoretiker.

    Aus heutiger Sicht (und aus welcher sollte ich denn sonst urteilen) entbehrt dieser plötzliche Run auf das Gegenstandslose, weg von der Form, hin zur Ursprache, zum Ausdruck von "Urleben" usw., m.E. nicht einer gewissen Komik. Komisch finde ich insbesondere diese zwanghafte Bindung an das, was "jenseits des Erfahrbaren" liegen soll. (Kunst als verkappter Ersatz für Religion?) Wenn ich solche Dinge höre, denke ich immer, mit welchem Organ soll ich es dann erfahren, wenn es jenseits des Erfahrbaren liegt? ;-)

    Aber wie gesagt, damit will ich nichts gegen irgendwelche Künstler oder irgendwelche Kunst gesagt haben. Ich denke einfach, die Künstler bewegen sich mit ihren theoretischen Anstrengungen hier nicht auf einem Niveau mit ihren Werken.

    Interessant finde ich den Trick mit den "unbekannten Kräften", die das Kunstprojekt auf andere Bahnen umlenken (die dann wohl die unendlich breiten der Naturprozesse sein müssen) und zu bisher Unbekanntem führen. Das finde ich eine kluge Maßregel und auch gut und präzise ausgedrückt.

    Heute sagen dazu viele: sie malen aus dem Bauch heraus. Tja, so hat die Perversion unserer Zeit dem armen Baumeister mitgespielt. Dabei meinte er wohl gerade das nicht: denn aus dem Bauch heraus produziert man das Altbekannte (einen Zwang); auf dem von ihm aufgezeigten Weg die intrigante Vision einer neuen Grammatik für die altbekannte Sprache (eine Freiheit). - Oder - wie sieht das der Kunsthistoriker?

    k.
  • Page 2 of 12 [ 222 Posts ]

  • Sign in to respond or to ask a question.

Related topics and pictures