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  • Die Individualität zählt

  • Kristina Rausch
    Kristina Rausch Die Individualität zählt
    Die Individualität zählt

    Wir leben heute im Überfluss, werden überschwemmt mit Produkten, Werbung und „Schnäppchen“. Man bekommt Kunst heute schon bei Aldi und jeder Hobbykünstler versucht seine Bilder an den Mann oder an die Frau zu bringen. Bei diesen Schwämmen an Kunst unterscheidet der Laie kaum Kitsch und Kommerz von Kunsthandwerk und anspruchsvoller Kunst. Jeder will sich verkaufen, egal wie. Wir leben in der Zeit in der jeder ein Star sein will und im Mittelpunkt stehen möchte. Ruhm und vor allem Geld ist das Ziel.
    Wie kann man in dieser Fülle noch auffallen?
    Viele heute bedeutende Künstler waren zu ihren Lebzeiten arm und mittellos. Eigentlich hat sich daran nicht viel geändert. Nur wer studiert hat und hart arbeitet, ohne feste Arbeitszeiten, sieben Tage die Woche, der kann mit Kunst seinen Lebensunterhalt verdienen. Der Rest bleibt arm und mittellos oder muss sich mit Nebenjobs über Wasser halten. Das Geschäft ist hart, wer bestehen bleiben will muss seine Kunst immer wieder neu definieren. Muss dran bleiben, am Zeitgeist, am politischen und gesellschaftlichen Geschehen, am Leben, Wissenschaft und Technik.
    Man muss voller Tatendrang sein, Ideen müssen ohne Pause aus einem heraus sprudeln, man darf keine Scheu von Experimenten haben, muss wagen und provozieren.
    Die Konkurrenz schläft nicht!
    Brave Kunst ist von gestern, schnöde Techniken zu langweilig für den heutigen Kunstliebhaber. Was zählt ist die Individualität!
    Man muss den Künstler in seiner Kunst erkennen. Die Kunst soll leben!
    Nur wer wagt kann auch gewinnen. Alte Ölschinken alla Van Gogh sind heute nicht mehr angesagt in der Kunstszene. Höchstens bei ein paar übrig gebliebenen Nostalgiekern.
    So wie die Zeit in der man lebt ist auch die Kunst.
    Heute heißt das, man muss bunt, schrill, laut sein um aufzufallen. Wer ganz noch oben will muss schon aus der Reihe tanzen. Immer schauen was die Konkurrenz macht. Vor den anderen der Erste sein. Und vor allem der Beste seiner Klasse. Nichts machen was andere schon vorher gemacht haben. Man muss eine Menge Kreativität hervorbringen um immer Vorreiter zu bleiben und Visionen zu haben von der Kunst der Zukunft.
    Dass man dafür eine gehörige Portion Selbstbewusstsein und einen gewissen Grad an Verrücktheit und Selbstironie haben muss, versteht sich von selbst.
    Kunst ist so schnell geworden wie die Zeit in der sie entsteht.
    Wer kann da noch mithalten?
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