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  • durchbruch

  • Margit Gieszer
    Margit Gieszer
    Liebe Zwiebelfisch,
    ja, mir ging es vorerst genauso, auch ich habe Vorstellungen gehabt, genau geplant, was und wann ich was malen will und wie es auszusehen hat und wann ich dann die Bilder für eine Vernissage zusammen haben müsste.
    Doch ich hatte mir die Latte so hoch gesteckt, dass ich immer wieder gezögert habe, mein Vorhaben auch wirklich so richtig umzusetzen, da mir immer was dabei gefehlt hat, vor allem Lebendmodelle (Menschen) die ich nicht hatte und immer hat es an irgend einem Sujet gefehlt, also habe ich mein hohes Ziel immer vor mir her geschoben. Das waren alles meine Vorstellungen, wie ich malen will, was ich malen will und wie viel. Doch getan habe ich es nicht; der hohe Perfektions- und Leistungsdruck den ich mir selber auferlegt hatte, hat mich immer wieder zögern lassen, immer warten auf ein besseres Objekt, auf bessere Farben, bessere Möglichkeiten.
    Ich war Künstlerin in meiner Vorstellung, aber nicht im realen Leben.
    Und dann kamen noch Krankheit hinzu und der Tod meiner Mutter, also monatelang keine Möglichkeit überhaupt zu malen.
    Und da hat es dann Klick gemacht, und ich habe alle Vorstellungen über Bord geworfen und erlaube mir nun aus Freude zu malen und das wonach mir zur Zeit zu Mute ist, was ehrlich ist und jetzt zu mir passt, egal ob es gut ist oder nicht. Aber vor allem male ich jetzt, und es geht mit Freude und leicht von der Hand, ohne Leistungsdruck, und die innere Zufriedenheit alleine macht mich glücklich, wie es wahrscheinlich ein Erfolg im Außen gar nicht tun würde. Es wäre auch nur Hirnwichserei.
    Und von diesem Zeitpunkt an geschah ein Wunder, die Leute kommen von selber in die Kurse, und ich habe vorgestern wieder ein Bild verkauft, ohne es ausgestellt zu haben, einfach von der Internetseite weg.
    Ich glaube das hat damit zu tun, dass es jetzt für mich stimmt, das ich jetzt bin und nicht mehr was werden will.
    Das Handwerkliche ist für mich eine wichtige Basis um dauerhafte haltbare Kunst zu machen, nicht dass sich das Bild dann in wenigen Jahren ablöst oder verblasst.
    Ich fühle mich jetzt soooo frei, ich bin sooo froh dass ich diesen Druck an mich selber losgelassen habe, es fällt mir wie ein Felsbrocken vom Herzen. Malen ist für mich jetzt pures Lusterlebnis.
    Liebe Grüße Margit
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  • Margit Gieszer
    Margit Gieszer
    Als ich diesen Beitrag jetzt noch mal gelesen habe, ist mir die totale Parallele zu meiner Puppenarbeit aufgefallen. Auch das habe ich voll Begeisterung angefangen, ohne jeglichen Zielvorstellungen, einfach getan, und es war lustvoll und eins ging ins andere, ich hatte es als Hobby angefangen, und es wurde wie von selber immer mehr, und mehr, und dann wurde ich fast immer von anderen Leuten gedrängt, auszustellen, bei Weltpuppenkongressen mitzumachen. Nie war so etwas von mir geplant gewesen. Geendet hat es mit 12 Weltmeistertitel und einem eigenen Puppenfachgeschäft. Dieses habe ich dann 2002 aufgelöst um malen zu lernen, damals noch aus Begeisterung an der Sache, dann kamen die Vorstellungen und da war dann die Begeisterung weg. Jetzt habe ich die Vorstellungen und Ziele über Bord geworfen und die Begeisterung ist wieder da; mal sehen wohin sie mich führt, auf jeden Fall ist es ein tolles Abenteuer!
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  • D-J
    D-J ich denke,
    hier gehen zwei von sehr verschiedenen ausgangspunkten an die gleiche sache heran. natürlich sind ideale, wertvorstellungen etc. bei dem, was man tut, wichtig. aber für diejenigen, die ihr leben auf diesen modell aufgebaut haben,spielt auch verkäuflichkeit eine rolle. man muss ja irgend wovon leben. spätestens da beginnt die fremdeinwirkung. glücklich, wer auf den verkauf seiner kunst nicht angewiesen ist. glücklich auch, wessen kunst so gewollt und dabei absatzfähig ist. selbstverständlich ist das nicht.
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  • Margit Gieszer
    Margit Gieszer
    Ja, so dachte ich auch immer. In Zeiten wo ich mich angestrengt habe kommerzielle Bedürfnisse zu befriedigen, konnte ich davon nicht leben, habe mich verbogen, abgestrudelt und geplagt.
    Und jetzt wo es mir egal ist, kommt der finanzielle Erfolg ganz von selber als Nebenerscheinung.
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  • D-J
    D-J je, nu,
    ma_gie, du gehörst auch zu den begnadeten, die noch eine klopapierrolle klassisch schön malen können. (natürlich gehört das nicht zu den motiven, die du wählen würdest) da ist es vielleicht nicht schwer, markt und eigene motivation in einklang zu bringen. versteh mich nicht falsch. ich sehe sehr wohl den langen weg, den du hinter dich gebracht hast und auch, dass in dir nur schönes ist (vom handwerklichen ganz zu schweigen).
    aber ich sehe auch uns andere, die sehr viel später anfingen und auch hie und da was verkaufen wollen. während wir noch am lernen sind, müssen wir, wollen wir denn gelegentlich etwas verkaufen, auch mal mohnblumen malen. ;)
    es bedarf wohl einer perfektion aus jahrzehnten, um wirklich seinen neigungen folgen zu können. wohl dem, der da noch einen simplen broterwerb hat.
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  • Margit Gieszer
    Margit Gieszer
    Ich habe mal irgendwo den Satz gelesen: "solange man dem Geld hinterherläuft, läuft es vor einem davon."
    Ich glaube so ist es mit dem Geld und mit der Kunst auch.
    Ja, allerdings habe ich 11 Jahre wie wahnsinnig gelernt und lerne immer noch, und ich kenne die "Mohnblumenphase" nur allzu gut; lustigerweise hat mich ein früherer Bilderkunde vor einigen Monaten nach einem Mohnblumenbild für seine Frau gefragt, und ich bin ja an und für sich sehr gerne gefällig, nur hat sich in mir dann alles dermassen geweigert dieses Bild zu malen, dass ich es trotz Versuch nicht geschafft habe, ein halbwegs ordentliches Mohnblumenbild zu zaubern, eben wegen dieser inneren Weigerung. Er hat bis heute von mir kein Mohnblumenbild bekommen und ich habe endlich verstanden dass ich gute Bilder nicht erzwingen kann, sie sind ein Geschenk aus meinem Inneren, und wenn jetzt statt Mohnblumen da drinnen Totenköpfe sind und rauswollen, dann muss ich das aktzeptieren und mich darüber freuen, und dazu stehen.
    Genau um das geht es eigentlich auch bei meinem ganz persönlichen Durchbruch.
    Die Mohnblumenphase war auch sehr wichtige Entwicklungsphase, keine Frage!
    Ich habe es erst geschafft als ich mir gesagt habe ich verkaufe meine Seele mit den Auftragsbildern nicht mehr; lieber mache ich ganz was anderes um Brötchen zu verdienen. Das war eigentlich die totale Befreiung für mich.
    Liebe Grüße Margit

    P.S.: Im Übrigen könnte ich mir gut vorstellen eine Klopapierrolle zu malen, nicht jedoch Mohnblumen.
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  • D-J
    D-J dein klopapier
    wäre sicherlich genauso wunderschön wie alles andere, was du malst.
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  • Margit Gieszer
    Margit Gieszer
    Oh, vielen Dank, ich wusste gar nicht dass ich solche Bewunderer habe, freu mich natürlich darüber!
    Na das wäre ja wirklich mal was Anderes, ich sehe es schon richtig vor mir....
    Liebe Grüße
    Margit
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