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  • Ästhetisches Verstehen

  • siku


    beachtlich ist in betrams beitrag auch, dass ein fach- oder hintergrundwissen für das ästhetische empfinden von kunst unerheblich sind. diese beobachtung habe ich auch selbst gemacht und bin überhaupt der meinung, dass das einfache oft das schwierigste ist. die einfachheit, die den zugang zum hörer oder betrachter erleichtert.


    Bertrams Büchlein heißt "Ästhetisches Verstehen". B. führt hier in ästhetisches Denken ein, nicht zu verwechseln mit Bildrezeption.
    Bertrams theoretischer Exkurs in die Kunst ist also keine Rezeptionshilfe, es ist lediglich das Offenlegen ästhetischer Überlegungen.
    @ keiner
    Woher nimmst Du die Beurteilung, dass "Fachwissen für das ästhetische Empfinden von Kunst unerheblich ist", ist das Deine Vermutung?

    Der Punkt an dem ich Dir widerspreche ist aus Bertrams Text praktische Erfáhrungen ableiten zu können. Bertrams Text ist wie ein gewebtes Spinnennetz, das er über den Bereich Kunstästhetik webt. Deine Interpretation aus Bertrams Text
    "...dass ein fach- oder hintergrundwissen für das ästhetische empfinden von kunst unerheblich sind"
    - aus dem Spinnennetz herausgeschnitten bedeutet sinnbildlich eine Zerstörung des Spinnennetzes, d.h. sie bedeutet allein nicht das, was sie im Textzusammenhang aussagt.
    Warum kam es in den 60er Jahren zu "Revolten" innerhalb der Frankfurter Schule? - weil die Studenten nicht einsehen konnten/ wollten, dass Adorno nicht gewillt war, die Theorien seiner Vorlesungsbeiträge in die Praxis umsetzen, während viele seiner Studenten, allen voran Hans-Jürgen Krahl, meinten, dass die Umsetzung erfolgen müsse.

    Philosophische Exkurse führen leicht in die Peripherie, wenn man sie als Bestätigung für die eigene Kunst-Rezeptionspraxis anwenden möchte.
  • reniek
    Du hast recht, siku - keiner kann etwas aus dem Zusammenhang einfach herausreißen. Ich bitte um ein mildes Nachsehen

    Aber hätte ich es nicht aus dem Zusammenhang gerissen und so geschrieben, hättest Du darauf nicht Deine umfangreiche Ausarbeitung der "Revolte innerhalb der Frankfurter Schule" aufbauen können, noch dazu mit der beispielgebenden Bildhaftigkeit des zerstörten Spinnennetzes. :))

    Zu Deiner Frage: Ich überlege jetzt laut, dass es für das Empfinden von Kunst in Bezug auf Ästhetik unerheblich ist, ob man das dazu evt. höchstmögliche Fachwissen hat.

    Es ändert an der Ansicht, ob ich z.B. Michelangelos Skulpturen als angenehm, ästhetisch, gefällig oder eben auch schlicht schön empfinde, nicht das geringste daran, ob ich fachlich "weiß", das diese Skulptur von demselben ist. (ist nur meine Meinung)
  • JoernBudesheim
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  • reniek
    @ siku

    siku schrieb u.a. "...Philosophische Exkurse führen leicht in die Peripherie, wenn man sie als Bestätigung für die eigene Kunst-Rezeptionspraxis anwenden möchte"

    Einspruch Euer Ehren !

    Ich widerspreche dieser Mutmaßung enregiereich :)zumindest für meinen Fall
  • JoernBudesheim
  • reniek
    ...war das nicht die Korrekturschnecke?
  • JoernBudesheim
  • reniek
    Vermutungen sind noch bedenklicher als Nichtwissen, denn sie schließen auch die Möglichkeit unter Null ein.

    :)
  • JoernBudesheim
  • Peter Kiefer
    Peter Kiefer
    Endlich einmal ein interesantes Thema hier im Forum, mir hat der Text schon bei deiner Bildeinstellung heute morgen gefallen und mich gedanklich beschäftigt.
    Gut fand ich auch die Idee das ganze ins Forum zu setzen. ******.
    LG
    Peter
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  • JoernBudesheim
  • JoernBudesheim
  • Seidenpinsel
    [löscht...,adm]
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  • heinrich
    Hier brodelt es an der Oderfläche,
    und nicht unter (Siehe keiner).

    Das Buch muss gelesen werden,
    dann diskutiert.
    Vielleicht macht Bertram nur Spaß.
    Ich bestelle es mir mal...

    (Maaaann, habe ich oder geschrieben?)
    :-D
  • JoernBudesheim
  • allinav
    Einem Wesen, welches auf einem Planeten aufgewachsen ist mit hoher Dichte und einer säurehaltigen Atmosphäre (z.B.) müßte unser Verständnis von Schönheit dem seinen diametral entgegen gesetzt sein.
    ;-)
    Aber man muß gar nicht so weit gehen. Wenn man sich die teilweise plumpen unansehnlichen Frauenportraits ansieht, die früher als schön angesehen wurden, dann weiß man, wie relativ dieser Begriff ist.
  • JoernBudesheim
  • allinav
    Ja. :-)

    Ich meine, dass ALLES worüber wir so interessant referieren und philosophieren, ob über Kunst, Schönheit, Natur usw. schädlicherweise nur durch die Brille unserer (kurzlebigen) Existenz gesehen wird.

    Das mußte ich lediglich mal los werden, sorry;-)

    Ich wollte dem Herrn Menninghaus nicht widersprechen, im Gegenteil.
  • JoernBudesheim
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