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  • Wie bekomme ich meine Inspiration zurück?

  • neurg
    für mich war malen nie job und das strebe ich auch nicht an. daher macht es für mich absolut keinen sinn, mich zum malen zu zwingen. ohne inspiration, und ja- diese hat was mit dem außen zu tun, fließt auch nix. so kommt es nicht zu dem schönen punkt -dem flow, das das bild die inspirationsquelle ist. nun, wie alles kann auch das nur ein zeitweiliger zustand sein :) arbeitsmoral hilft mir da jedenfalls nicht weiter.
    spuren hinterlassen wir alle, das kann man gut finden oder schlecht, langes darüber nachdenken bewirkt vielleicht ein abfallen vom glauben ;)
  • reklawpeels
    bin völlig blockiert.Zeichne gerne Düsteres, bin wohl zu guter Laune dafür.


    wenn ich düstere und melancholische bilder male, muss ich nicht zwangsläufig so drauf sein, umgekehrt wenn ich bestens gelaunt bin, gelingt mir das sogar besser. denn man kann über gefühle genauso reflektieren wie über gedanken und dabei herausfinden, wie ich beim betrachter meiner werke eben dieses gefühl hervorrufe.

    ich weiß nicht, ich glaube es war thomas mann, der einmal gesagt hat, dass man nicht unbedingt eine mutter gewesen sein muss die ihr kind verloren hat, um das gefühl was sie dabei empfand in einem roman wiedergeben zu können, man muss es halt als künstler intellektuell nachvollziehen können, und es dann so beschreiben, das jeder andere das nachfühlen kann, obwohl man selbst es vielleicht nie gefühlt hat.

    deswegen verstehe die sache mit der inspiration immer noch nicht, ich meine egal wie ich mich persönlich grad' fühle, das gefühl das ich im bild ausdrücken möchte, kann ich doch mit den mitteln der malerei jederzeit unabhängig davon ausdrücken. und wenn ich kein bock zu malen habe (so wie jetzt) dann gehe ich doch ein paar neue leinwände aufspannen oder räume mein atelier auf, irgendwas zu tun findet sich immer.
  • neurg
    den verlust eines kindes intellektuell nachzuvollziehen ist unmöglich, was nicht heißt, das man dem leser nicht worte liefern kann, die diesen ebenso in die illusion versetzen den verlust "mitzuerleben".
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  • reklawpeels
    man sollte nie von sich auf andere schließen, die fähigkeit zu empathie ist bei verschiedenen menschen unterschiedlich entwickelt.

    natürlich kann man leid, schmerz und trauer mit mitteln der kunst nur unzureichend darstellen. wenn ich mir aber vorstelle meinen sohn zu verlieren, wird mir allein bei dem gedanken regelrecht schlecht, meine knie werden weich und ich muss mich an irgendwas festhalten um nicht umzuknicken. wenn also allein die vorstellung (also die illusion) in mir solche gefühle auslöst, muss es doch irgendwie eine möglichkeit geben es auch für andere nachvollziehbar zu machen. ob und wie ich solch starke gefühle überhaupt mit malerei transportieren kann, weiß ich nicht. darüber müsste ich erstmal sehr lange nachdenken. und das dabei vielleicht etwas völlig unzulängliches rauskommt ist mir auch klar.
  • neurg
    empathie hat immer auch etwas damit zu tun, den anderen in ein verhältnis zu sich selbst zu setzen.
    wenn jemand mir signalisiert das er zahnschmerzen hat, habe ich eine ungefähre vorstellung davon, wie er sich fühlt. entweder hatte ich selbst schon schmerzen, dann weiß ich inetwa was er meint, oder ich hatte schon zahnschmerzen, dann kann ich mir etwas besser vorstellen, wie`s ihm gehen könnte. wie sein schmerz sich für ihn anfühlt weiß ich dennoch nicht, denn es ist nicht mein schmerz.
    wäre das nicht so, wäre leben nicht auszuhalten.
  • oriednaruC
    .
  • reklawpeels
    in der kunst geht es nicht darum: mein schmerz, dein schmerz, unser schmerz.

    sondern es geht darum das ganze auf eine höhere ebene der allgemeingültigkeit zu bringen. es ist dann letztendlich - der schmerz.
  • reklawpeels
    Gott sein Danke,sind wir nicht alle gleich:)

    So soll es sein.Egal wer will oder nicht.


    wenn wir alle gleich wären, würde ich mich allein schon vor lauter langeweile erschießen. es würde mir gar keinen spaß mehr machen, sich in andere hineinzuversetzen und zu versuchen ihre gefühle zu interpretieren, gedanken zu lesen und dahinter zu kommen, was für absichten hinter ihren worten und taten wirklich stecken. ich würde in jedem zwangsläufig eine kopie von mir selbst vorfinden, und das wäre, zugegeben, furchtbar.
  • neurg
    ich sprach nicht von der kunst, sondern bezog mich auf diese aussage:
    man sollte nie von sich auf andere schließen, die fähigkeit zu empathie ist bei verschiedenen menschen unterschiedlich entwickelt.
  • neurg
    übrigens weiß ich nicht, ob kunst bedeutet, etwas z.b. schmerz, auf die ebene der allgemeingültigkeit zu bringen.
    ?
  • reklawpeels
    kann, muss nicht...
  • reniek
    @gruen, doch, er hat vollkommen recht - man will sich mit seiner kunst vermitteln, das geht am ehesten, wenn man eine allgemeingültige form des ausdruckes findet, einen zugang schafft.
  • neurg
    wie sieht denn so eine allgemeingültige form des ausdrucks aus?
  • reklawpeels
    hm, wenn du dir zum beispiel die "erschießung von aufständischen" von goya anschaust (das beispiel hab ich jetzt mal ganz spontan aus der "trödelkiste" meines gedächtnisses rausgekramt) dann siehst du das es goya gelungen ist nicht nur eine bestimmte erschießung, von bestimmten aufständischen in einem betimmten krieg darzustellen, sondern ein sinnbild für die greueltaten aller kriege dieser welt überhaupt zu schaffen. deswegen kennen und schätzen wir alle dieses bild und nicht nur weil es für die zeit malerisch so modern und wegweisend war, das gleiche gilt auch für picassos "guernica" und natürlich viele andere kunstwerke, die mir jetzt alle spontan nicht einfallen.
  • reklawpeels
    noch mal was zu picassos "guernica", um meine behauptung zu untermauern, habe ich das mal aus wikipedia herauskopiert:

    Aktualität:

    Eine Kopie des Bildes, gestiftet 1985 von Nelson Rockefeller, hängt im Vorraum zum Sitzungssaal des UN-Sicherheitsrats im Hauptgebäude der UNO in New York City. Es wurde am 4. Februar 2003 auf Wunsch der US-Regierung mit der blauen Fahne des Sicherheitsrates verhängt. Anlass dazu war eine am Folgetag angesetzte Präsentation Colin Powells, damals Außenminister der USA, die Bestrebungen des Irak unter Saddam Hussein nach Massenvernichtungsmitteln beweisen sollte. Damit sollte die Zustimmung des Sicherheitsrats und der Weltöffentlichkeit zum Irakkrieg erreicht werden. Diplomaten erklärten auf Nachfragen von US-Medien, die Verhängung des Bildes sei mit Rücksicht auf die öffentliche Übertragung der Sicherheitsratssitzung erfolgt.

    Die Berliner Zeitung kommentierte diesen Vorgang am 7. Februar 2003 wie folgt:[5]

    „Wovon zeugt diese kleine Szene aus der großen Wirklichkeit? Zeugt sie vom Altbekannten – von der Schwachheit der Kunst, ihrem Narren- und Luxusdasein? Die Politik, das Kapital, die öffentliche Moral, sie schmücken sich mit ihr und veredeln ihre Räume und Absichten – aber nur solange und wie es ihnen beliebt. Oder zeugt sie nicht ganz im Gegenteil von der Kraft, die von Bildern ausgehen kann, und vor der man offensichtlich Angst hat?“
    „Kunst kann sehr wohl die Wirklichkeit in den Köpfen verändern, und um das Denken in den Köpfen der Kriegsgegner zu verändern, war Colin Powell ja gekommen. So stand am Mittwoch in New York Bild gegen Bild: Im Sicherheitsrat die Dia-Schau des CIA, fotografiert aus jener Vogelperspektive, aus der bald auch die Bomben fallen werden – und unten im Foyer die Froschperspektive der Opfer, eine Erinnerung an den schockierenden ersten Bombenangriff auf eine europäische Stadt. Dass man Picassos Bild verhängen musste, belegt nur, dass man die Kraft der Spionageaufnahmen gefährdet sah. Offenkundig traut man den eigenen Bildern doch nicht so ganz. Das Wandbild und das Satellitenfoto treten so in unmittelbare Konkurrenz. Man erinnert sich aus dem ersten Golfkrieg noch an die Aufnahmen mit dem Vermerk ‚Zensiert von der US-Zensur‘. Nun hat mit dem blauen Tuch über ‚Guernica‘ zwar nicht der nächste Golfkrieg, wohl aber die nächste Zensur schon begonnen“.

    Die Frankfurter Allgemeine Zeitung schrieb am 10. Februar 2003:[6]

    „Im Vorkrieg der Medien fürchten Politiker noch immer die Macht von Bildern, die sich ihrer Kontrolle entziehen ... Es sei, so ein Diplomat, kein ‚angemessener Hintergrund‘, wenn Powell oder der Botschafter der Vereinigten Staaten bei den Vereinten Nationen, John Negroponte, über Krieg redeten und dabei von schreienden Frauen, Kindern und Tieren umgeben seien, die das durch Bombardements verursachte Leid zeigten“.
    „Die Entscheidung, Picassos bildhaften Aufschrei […] zu verhüllen, ist ein symbolischer Akt. Er beschädigt nicht nur die Erinnerung, die Picassos Ereignisbild beschwört, er beschädigt auch die menschliche Gabe, im klaren Bewußtsein der Leiden und im Angesicht der Opfer – seien sie auch nur gemalt – über Krieg oder Frieden zu streiten“.
  • Robert Wolter
    Robert Wolter Mal ein kleiner Einwurf
    Eigentlich solltet ihr für das Thema "allgemeingültige Form des Ausdruckes in der Kunst" einen eigenen Thread eröffnen, denn hier ging es doch um Inspiration.
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  • reklawpeels
    diese threads haben sowieso so eine komische eigendynamik, wenn ich jetzt so'n thread starte, landen wir am ende womöglich noch ganz woanders...
  • neurg
    danke,

    ...

    der bogen im thread:
    auf jeden fall etwas, das mich dazu inspiriert ;)
    noch drüber nachzudenken
  • Ralf Reichelt
    Ralf Reichelt Inspiration??
    wie schon so oft gesagt,kommt der Hunger beim Essen.
    Mir geht es auch oft so,dass ich zwar inspiriert bin aber mich trotzdem schwer tue am Anfang eines Bildes.
    Doch sobald ich das Material in meinen Händen habe und sich die ersten Formen abzeichnen,entfacht die grenzenlose Leidenschaft die das künstlerische Schaffen erst spannend und schön macht.
    Dabei entstehen dann schonmal Ideen für nachfolgende Arbeiten.
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