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  • Linz: Lotte Lyon Ensemble - Ausstellung im Gotischen Zimmer der Landesgalerie

  • Constantin
    Constantin Linz: Lotte Lyon Ensemble - Ausstellung im Gotischen Zimmer der Landesgalerie
    Eröffnung: Mittwoch, 6. Oktober 2010, 19 Uhr
    Ausstellungsdauer: 7. Oktober bis 21. November 2010
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    Lotte Lyon zeigt Fotografien und Skulpturen, die sie für das Gotische Zimmer entwickelt und zusammengestellt hat. Die Objekte bestehen aus industriellen Alltagsmaterialien wie Holz oder Sperrholz; Papier, Karton wurden zu skulpturalen Körpern inszeniert und abfotografiert.

    Im Raum und im Bild erscheinen diese Ensembles stets variabel, unabgeschlossen – verweisen mit ihren Klammern, Scharnieren und veränderbaren Einzelteilen auf einen temporären Charakter. Als readymadeartige aber funktionslose Objekte erinnern sie an Kästen, Paravents oder Schreibtische ohne diese Funktionen tatsächlich zu erfüllen. Stattdessen eröffnen sie Spielräume für Gesten und Assoziationen, stoßen spezifische Kontexte und Verweissysteme an, die über das konkret Sichtbare hinausgehen. Dabei ermöglichen sie den Betrachtenden durch strukturelle und physische Analogien zu menschlichen Körpern oder Bewegungen eine persönliche Bezugnahme.

    In Verbindung mit anderen Objekten entsteht eine Spannung zwischen der Zeichenhaftigkeit der überzeitlich-abstrakten Körper einerseits und einer singulären Anwesenheit als tast- und betretbare Charaktere im Raum andererseits. Lotte Lyon erzeugt so Fremdkörper, die aber doch ganz spezifisch auf vorhandene Räume reagieren und den Ausstellungsraum neu organisieren. Sie schaffen Gewichtungen, zu denen sich die Besuchenden verhalten, physisch in Relation setzen müssen, die Interaktion und Interpretation herausfordern.

    Die Fotografien an der Wand zeigen vergleichbare Gesten in Miniatur. Aus dem unmittelbaren Umfeld der Künstlerin und als biografische Verweise entstehen aus zweidimensionalen Papieren, Kartons und Mustern flexible, modellhafte Skulpturen. In den Momentaufnahmen ist der Konstruktionsprozess des Auslotens von Gewicht und Gegengewicht nachvollziehbar. Mit Schärfeverläufen und in Licht und Schatten getaucht wirken die abstrakten Bilder fast wie Bühnenräume, in denen sich Farblinien und -flächen zu raumgreifenden Körpern mit uneindeutigen Maßstäblichkeiten verselbständigen. Kennzeichnend ist dabei auch die scheinbare Zufälligkeit zwischen Inszenierung und Beobachtung.

    In einem Dialog zwischen den Disziplinen Fotografie und Bildhauerei changiert das Werk von Lotte Lyon zwischen Zwei- und Dreidimensionalität, Abstraktion und Erzählung, Modell und Konstruktion, Geste und Andeutung, Biografischem und Gesellschaftlichem. Mit großer Leichtigkeit wird die Bedeutungsschwere des Minimalismus als historischem Vorgänger überwunden. Die vorübergehenden Synthesen sind so präzise ausbalanciert, dass in den kleinen Tableaus der Fragilität der Dinge eine zeitlose Stille und Ausgewogenheit zukommt.

    1970 geboren, hat Lotte Lyon von 1992 bis 1997 Bildhauerei in Wien und Berlin studiert. Sie lebt in Wien und unterrichtet an der Kunstuniversität Linz.
  • Constantin
    Constantin
    Ein roter Punkt, Mist sind immer noch Kunstfeinde unterwegs ;)
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  • Robert Wolter
    Robert Wolter Die Website hätte einen roten Punkt verdient
    ... denn da sieht man auĂźer einem Bild gar nix zur Ausstellung.
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  • Constantin
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