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  • Loslassen

  • Vincents_Ohr
    Vincents_Ohr Loslassen
    Fortsetzung der Diskussion von hier

    Jonathan
    Zum reinfinden kopiere ich hier mal die letzten Kommentare:

    Rene:
    Rene hi margit..deine worte von gestern sprechen mir aus dem herzen (obwohl ich noch viel weiter von diesem "sprung" entfernt bin als du..bzw. ums mit renatos worten zu ergänzen, noch viel üben muss um etwas aus dem inneren heraus zu erschaffen, eine botschaft zu verkünden/eine aussage anbieten, frei von der technik bzw. spontan)...
    toll, welche einstellung du hast, obwohl ich dich auch ermutigen möchte, diesen schritt einfach zu tun..zwar stärkt sich durch die "angst" (oder befürchtungen etc.) der ehrgeiz und führen leichter zu einem überzeugenden ergebnis, aber man stresst sich auch sehr stark.
    renato...deine worte fand ich auch sehr sehr treffend und erfahren...klasse diskussion und klasse leute hier.
    grüßt euch, margit...toi toi toi
    rene

    Parame-:
    parame- Margit, du hast längst bewiesen, dass du es kannst! Wozu also die Angst vorm Sprung ins kalte Wasser? Ich sage dir: Wenn du nicht jetzt deine Krücken weg wirfst, wird es irgendwann nicht mehr möglich sein. Das was in dir ist, will gesagt, gezeigt werden. Du hast es dir gemütlich eingerichtet in deiner Technik. Aber jetzt ist es genug...:-)

    yussuf:
    yussuf Ich empfinde es als eine wunderbare Leistung mit sehr viel Gefühl, welches mich beim Betrachten immer wieder anzieht. Dieses "Freiwerden" ist wohl der Wunsch vieler, die es vielleicht nie schaffen, weil ihr eigenes Ego immer wieder durchbricht. So ist es zumindest bei mir. Anders herum gibt es viele Künstler, die nur "frei" malen und sich wünschen so etwas hinzubekommen...
    Ich habe nach all den Jahren gelernt, dass mein "Ich" immer wieder durchbricht und je mehr ich mich bemühe die Grenze zu durchstoßen, desto weniger gelingt es. Ich werde mich halt so aktzeptieren wie ich bin und diese Akzeptanz hat mir echt geholfen zu dem zu stehen, was ich mache. Margit: ich glaube, du wirst "deinen" Weg gehen, ich wünsche es dir.
    Gruß
    Sabina

    tescha
    Ich denke der springende Punkt ist das Loslassen von Ansprüchen, einfach machen. Das Schwierige am Einfach-Machen ist die Idee. Sie unterliegt immer wieder der Kontrolle, auch dem, was zeige ich von mir. Ich denke, die Freiheit liegt darin, sich über Grenzen zu setzen.

    Margit
    Margit Gieszer Liebe Leute,
    ihr glaubt gar nicht wie sehr ihr mir helft diesen Quantensprung zu wagen und alles zu vergessen was ich bisher gelernt habe um frei meinen Gefühlen zu folgen.
    Klar ist da auch mein Verstand der mir ins rechte Ohr flüstert: Was soll denn das jetzt wieder, das kauft ja kein Mensch und dein innerer Misthaufen interessiert ja keinen, kein Mensch hängt sich das jemals auf.
    Und im linken Ohr höre ich ein leises Flüstern: schrei in die Welt hinaus, was dich bewegt, deine Qual, deinen Zorn, deine Hoffnung und all deine Träume, bevor du nie wieder schreien wirst, weil du es nicht mehr kannst. Mach schnell, sonst ist es zu spät.
    Dann hast du es getan, hast du Zeugnis abgelebt über den Funken in deiner Seele, der brennt und schreit um sich mitzuteilen, der eingesperrt ist in meinem Innersten.

    Ich dachte nie, dass Malen so ein schmerzhafter Prozess sein wird! Ich dachte nur, ich male was mir gefällt, womit ich anderen eine Freude machen kann, nette Bilder fürs Wohnzimmer, Erinnerungen, schöne Dinge, doch all das ist auf einmal Schall und Rauch, nichtig und unwichtig geworden.
    Der Schrei nach Leben ist es der ausgedrückt werden will, der meine Brust schmerzhaft von innen nach Außen drückt und wie ein Alien das Licht der Welt erblicken will, auf Gedeih und Verderb, es ist egal, es muss raus was drinnen gefangen ist.
    Danke Euch allen!
    Signature
  • 77kcoCed @margit
    @Margit Gieszer: das tolle wird sein, wenn du es schaffst loszulassen,
    das du das, was du einmal "gelernt" hast, nie vergessen wirst und es
    "unterschwellig" immer in deine arbeit mit einfliessen wird.
    so ist nichts umsonst.
    ich wünsche dir, das du es schaffst.
    einigen anderen würde ich es ebenfalls wünschen, glaube aber nicht das
    gewisse leute es jemals schaffen werden.

    liebe grüsse
  • Margit Gieszer
    Margit Gieszer
    Hallo Leute,
    dieser Drang, mich emotional auf der Leinwand auszudrücken, der war immer schon da. Ich habe auch einige wenige Versuche gestartet, doch waren sie maltechnisch mehr als dilletantisch und wurden daher nicht ernst genommen, es war nichts mehr als eine Kinderkrixelei.
    Nur die technisch ausgefeilten Werke fanden Aufmerksamkeit und teilweise auch Bewunderer.

    Da ich leider nie Malerei studiert habe und mir auch zig Jahre an Übung fehlen, habe ich nicht das Handwerk, das notwenidig ist um aus dem Bauch heraus einen Menschen in Aktion zu zeichnen, oder Szenen. Ich muss deshalb einen Weg finden, beides auf einen Nenner zu bringen, Technik und Aussage, mich aber dabei nicht festfahren sondern erlauben, auch viele Fehler zu machen und Neues zu lernen, gestisch locker zu arbeiten um so meine Emotionen auch glaubhaft auf die Leinwand loszulassen.

    Ansonsten werden es nur Strichmännchen werden, und derer gibt es ja schon mehr als genug. Es gilt jetzt einen gangbaren Weg zu finden, das auszusagen was ich aussagen will, mit Mitteln die auch bildnerisch wirksam und ausdrucksstark sind und mich nicht einengen.
    Ideen im Kopf hätte ich etliche, doch sie umzusetzen ist noch mal eine andere Sache!

    Doch durch eure Anregungen und Hilfe gelingt es mir immer besser, konkretere Bilder in meiner Vorstellung entstehen zu lassen.
    Liebe Grüße
    Margit
    Signature
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  • saisseM Leute...
    Ihr übertreibt schon....


    Margit,mache was du willst und punkt.
  • ranx
    ranx
    Hallo Margit...
    zum Werk Jonathan, es ist handwerklich perfekt, und trägt deine Handschrift, du betreibst diese Art Malerei ja auch schon eine ganze Weile soweit ich beobachten kann...nur war es das für dich, warum nicht könnte man sagen da du diese Art beherscht.
    Habe selbst 20 Jahre versucht alles so realistisch wie möglich darzustellen Chrom,Glas,Schaufensterfronten, war immer mit mir unzufrieden, von Beobachterseite oder Besucher bekamm ich zu hören "wie toll" alles wäre, selbst Galeristen sagten...beliebig.
    Seit 2 Jahren oder so ist es mir gelungen diesen Kreis zu verlassen, den geraden Strich oder besser gesagt so perfekt wie möglich zu malen, und nun versuche ich nur noch das wesentliche darzustellen und vor allem eine persönliche Note ins Spiel zu bringen, mich auch nicht mehr so wie früher um den Beobachter zu kümmern oder dessen Meinung, der Stich ist ein anderer geworden und ich bin froh den ausgetretenen Pfad verlassen zu haben, war nicht einfach die Regeln über Bord zu werfen und nach neuen Ufern zu suchen, löste es einfach in dem ich alles perfekte übermalte und daraus konnte ich neue Kraft schöpfen.
    Wie ich oben schon erwähnt habe das Portrait ist sehr fein gemalt keine Frage,eine Klasse für sich aber es bewegt sich doch in einem wie ich persönlich finde sehr engen Raume, aber du beherscht diesen Raum.
    Wünsch Dir was...Ranx
  • Gris 030
    Gris 030
    anwärter auf thread des jahres!
    Signature
  • heinrich
    "Der Maler, der nach dem Gebrauch und dem Urteil des Augens zeichnet,
    gleicht einem Spiegel, der bloß alle Dinge wiederspiegelt,
    die sich ihm gegenüber befinden, ohne etwas über dieselben zu wissen."

    Leonardo
    Signature
  • Margit Gieszer
    Margit Gieszer
    Danke Ranx,
    das ist ein toller Beitrag und macht mir Mut!
    Vor allem hast du was sehr Wichtiges gesagt, das Wesentliche ist es, um das es geht und das Andere kann man getrost weglassen.
    Obwohl ich ein großer Bewunderer vom Porträtisten Balthasar Denner (1685-1749) bin, der wirklich jede Pore realistisch malen konnte, so sind seine Bilderungen Schilderungen von oberflächlicher Materie. Deshalb ist er auch nie zu den ganz großen Künstlern erhoben worden, die jetzt so berühmt sind wie z.B. Velazquez, Rembrandt, Van Dyck, Rubens, die nicht so gute Techniker waren wie Denner, aber wo doch spürbare Emotionen rüberkommen und ich glaube um das geht es letztendlich.
    Vielleicht wenn man zuviel erzählt in seinem Bild, verliert das Wesentliche an Kraft und wird dadurch gemildert und abgeschwächt.
    Es ist ein spannender Weg, und ein spannender Thread!
    Liebe Grüße und danke für deinen sehr interessanten Beitrag!
    Margit
    Signature
  • Margit Gieszer
    Margit Gieszer
    Lieber Heinrich,

    das wäre mir auch sehr recht, wenn ich das könnte, und so ein gutes Auge hätte. Man muss nicht immer alles wissen. Ist nicht der Maler ein Wiederhall und Zeitzeuge, sollte er nicht der Spiegel des Zeitgeschehens sein? Ohne es zu beurteilen, zu verurteilen sondern urteilslos und absichtslos reflektieren?

    Liebe Grüße
    Margit
    Signature
  • heinrich
    Hmmmmm.....!
    Ein urteiloser, absichtloser Reflektier-Spiegel?

    Ich denke in diesem Fall ist der Maler kein Spiegel des Zeitgeschehens,
    er ist nur Spiegel.

    Früher während des Renaissance diente die Malerei auch zur Darstellung historischen Ereignisse (oft zu pompös und patetisch).

    Warum soll es heute anders sein?

    "Der Maler ist der Schüler der Erfahrung" (Leonardo): Damit waren nicht nur Techniken gemeint. Malerei hatte schon immer eine humanistische Vorstellung , wo dramatischer Inhalt, emozionaler Ausdruck und die Würde immer die große Rolle gespielt haben. Mit "Wiederspiegeln" ist es nicht getan.
  • jenss
    Ma_gie: Velasquez, Rembrandt, Rubens schlechtere Techniker als Denner? Kein geglückter Vegleich, es sei denn, du definierst "Technik" in erste Linie im Sinne von Akkuratesse und porentief korrekter Abbildung.
    Und lassen wir mal die Emotion und den künstlerischen Ausdruck völlig außer Acht. Wenn es um Technik geht, geht es um malerische Qualität. Und dann schau dir mal unter dem Aspekt der malerischen Qualität und Originalität beispielsweise Rembrandts Verve im Pinsel an...und vergleiche. Und dann siehst du vielleicht irgendwann, dass es mit Technik zu tun hat, wieso Denner eben kein ganz großer Maler war;)
  • WERWIN
    WERWIN Inspiration
    Kann man denn überhaupt Fehler machen wenn man an die göttliche Inspiration glaubt?
    Jedenfalls sagen Komponisten wie Bach,Strauss,Brahms,Bruch,Wagner ua.
    genau das Gegenteil.
    Kunst ist sich mental so zu bewegen das man spürt wenn das besondere
    wie ein Hauch alles durchzieht.
    w:-
    Signature
  • heinrich
    Kann man denn überhaupt Fehler machen wenn man an die göttliche Inspiration glaubt?
    Jedenfalls sagen Komponisten wie Bach,Strauss,Brahms,Bruch,Wagner ua.
    genau das Gegenteil.

    w:-


    Da bin ich mir nicht sicher dass sie so was gesagt haben...

    Man macht Fehler...Inspiration hin oder her...
    Signature
  • WERWIN
    WERWIN
    Über die Entstehung Ihrer unsterblichen Meisterwerke.
    Arthur M.Abell-"Gespräche mit berühmten Komponisten"
    Sehr empfehlenswert!
    Signature
  • Vincents_Ohr
    Vincents_Ohr
    Dies Thema berührt einfach alles.
    Ich kann Margitt gut verstehen. Als Maler lebt man ja nicht eremitisch. Niemand kann garantieren, dass irgendjemand die mühsam, aus dem inneren geschöpften Bilder toll findet. Anders ist es, wenn ich die Technik auf die Spitze treibe. Das ist eine deutliche, für alle erkennbare Leistung.
    Soll ich, um den Gipfel zu erreichen wirklich wieder ganz von unten Anfangen. Niemand kann mir Erfolg garantieren. Dann doch lieber mein Lager bei 90% ausbauen und das Zelt mit Blümchen schmücken. Margitts Kunst ist ein superfetter Spatz in der Hand.
    Signature
  • Margit Gieszer
    Margit Gieszer
    Danke, Rene, für den superfetten Spatz, das ist wirklich köstlich ausgedrückt! Ich freue mich, dass ist ja schon sehr viel, und außerdem liebe ich Spatzen sehr!

    Jenss, ja in diesem Falle habe ich die Akkuratesse gemeint, die Denner hat. Aber auch nicht alle seine Porträts sind gleich gut. Mir hat es besonders die "Alte Frau" von 1721 angetan, da ich sie in echt im Kunsthistorischem Museum in Wien gesehen habe und es hat mir die Sprache verschlagen wie so was möglich ist so fotorealistisch in der damaligen Zeit zu malen! Es ist ein handwerklich perfektes Werk!

    Doch hier genau tritt jetzt bei mir die Wende ein, erst dachte ich, WOW, da hast du noch sehr viel zu lernen und war einfach ganz fasziniert. Doch irgendwann ist mir aufgefallen, dass mich das Bild zwar wegen der perfekten Malweise fasziniert, aber nicht im Herzen berührt hat.
    Was aber ein Selbstporträts Rembrandts (wir haben hier ein großes im KHM) sehr wohl tut, ich fühle diese Lebendigkeit als würde er sich gleich bewegen, der Blick ist ganz intensiv als hätte er Seele, als wäre es nicht ein Abbild sondern wäre die Seele noch in seinen Augen sichtbar.
    Ich für mich empfinde das so, und es ist "NUR" ein Porträt. Aber für mich sagt es mehr als riesige Schlachtenbilder mit weis was für Handlungsabläufe. Es ist die Seele die für mich ein Bild so lebendig macht.
    Rubens sein Bild von der Medusa hing mal in einer großen Ausstellung der fantastischen Realisten in Wien, und es stach dermassen heraus an Lebendigkeit und stellte (meiner Meinung nach) alle anderen Werke in den Schatten. Es hing in der Mitte eines Raumes, und ich sah nur dieses eine bild, und ich spürte die Genialität die dahinter steckte, die dem Bild die Seele gibt. Das ist es, was für mich erstrebenswert ist, egal ob ich das mit zwei Strichen erreiche oder mit mühevollem Aufbau in zig Schichten. Die Seele eines Bildes, das Leben darinnen, das ist das Ewige und das Geniale.
    Das mag jetzt jeder anders sehen, dessen bin ich mir sicher, doch ich weis dass es mein Weg ist, weil dort meine Liebe und meine Leidenschaft steckt und weil ich glücklich bin, wenn ich mich in diese Richtung bewegen darf.
    Ich bin dankbar für jede Stunde die ich malen darf und noch kann, was soll ich denn sonst anstreben? Ich bekomme meine Belohnung im Tun als Glücksgefühl, nicht im vollendeten Werk.
    Liebe Grüße
    Margit
    Signature
  • ledifkciuq
    man kann
    so viele müssens, solltens

    :-)

    p.s. in den oberen Satzgefügen K.1-15

    Gedankenblase auf { erstaunlich, welch großen
    Einfluss er auf andere aus übt,
    wirklich erstaunlich... } Gedankenblase zu
  • nighthawk
  • reniek
    ....es war nichts mehr als eine Kinderkrixelei.
    .....
    Margit


    Es lebe die Kinderkrixelei :)))
  • Margit Gieszer
    Margit Gieszer
    keiner: ja, dafür bekommst du sicher Lob von Mama und Papa und Oma, solange du noch klein und niedlich bist, aber sonst wird man dafür höchstens belächelt, geschweige denn kann sich damit eine Existenz aufbauen, oder doch?

    Schon als ich noch ein kleines Kind war im Volksschulalter, und ich sehr gerne zeichnete, hieß es von Mutter: "hör doch endlich auf mit dem Unsinn, mach lieber was Vernünftiges!". Na bitte!

    Dann wurde ich eben Buchhalterin - was solls.
    Jetzt mach ich was ich will.

    LG Margit
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