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  • Kunst als Gesellschaftskritik

  • leirA
    viele der erfolgreichen künstler der 68ger generation sind später professoren geworden und somit zu verbeamteten dienern desselben staates, gegen den sie in ihrer jugend rebelliert haben. es lohnt sich also allemal sowas zu machen.


    Naja, ich will Dich jetzt nicht über die verquere Logik dieses Satzes belehren, die erreicht Dich morgen früh mit nüchternem Kopf sowieso.
  • Vincents_Ohr
    Vincents_Ohr
    ICH will es aber wissen. Ist es nicht so, dass die Bourgeoisie von Heute die Revoluzzer von Früher sind?
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  • nighthawk
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  • leirA
    Naja, er sagt ja selbst, dass er es bezweifelt, dass die Welt dadurch besser wird.

    ICH will es aber wissen. Ist es nicht so, dass die Bourgeoisie von Heute die Revoluzzer von Früher sind?


    Natürlich.
  • Vincents_Ohr
    Vincents_Ohr
    also 68 -> Bougeoisie -> Revoluzzer -> 2011 -> bourgeoase Professoren? *grübel*
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  • leirA
    die revoluzzer kamen fast immer aus der bourgeoisie, auch die 68ger waren eine durch und durch bürgerliche bewegung...


    Na klar!
  • Vincents_Ohr
    Vincents_Ohr
    und wo war jetzt die verquere Logik?
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  • nighthawk
  • nighthawk
  • xiflamsungam Mozart...
    Jetzt kommen wir von Kunst und Malerei auf Film und Musik... Das Mozart ein besonderes Ereignis war, ist glaube ich keine wirkliche Diskussion wert. Leider habe ich musikalisch nicht den Horizont, sein Werk zu beurteilen, aber dass Kunst rein ästhetischen Ansprüchen genügen kann ist glaube ich unumstritten.

    Die Prophanisierung der Personen bei Caravaggios Inszenierungen durch die Vermenschlichung ist doch schon eine Botschaft an sich. Ich erlebe seine Bilder als Verschiebung des Standortes dessen, was bis zu seiner Zeit gemalt wurde. So sehr ich Leonardo schätze, geht doch aus meiner Sicht das malerische Werk Caravaggios weit darüber hinaus. (Auch über Licht und Schatten) Mag sein, dass Leonardo mit der Komposition des Abendmahles einen Einstieg in die kritische Auseinandersetzung mit den Überlieferungen gelungen ist (immerhin), die Genialität seiner Person liegt aber wo ganz anders.
    In diesem Kontext liegt die Suche eines Leonardo (meine Sicht) mehr in der vollkommenen Ästhetik, die des Caravaggio in der Realität. Ein konsequenter und mutiger Schritt. Was hat ihn veranlaßt z.B. welkendes Blattwerk/Obst zu inszenieren, wenn nicht eine Botschaft.... Grüße! magnus
  • enottoonam 4%
    wenn dem so ist, sagt das schon alles:Kunst(besser ERNSTHAFTES interesse für..) ist für eine ELITE ?
    wenn ich mir bestimmte Beiträge durchlese ahne ich warum 96% abwinken.
  • iffulF
    Hast Du schon was an Kunst hier eingestellt, siku?..


    Ich kenne von siku keine Arbeiten mehr, bin viell. zu kurz hier, aber das macht auch nichts. Es muss doch jedem heutzutage selbstverständlich sein, dass Kunstkritiker, Kunsthistoriker und Kunstwissenschaftler(alles anerkannte Berufe)) nicht Maler sein müssen, wenn wir mal bei der Malerei bleiben, um sich mit Malerei auseinander zusetzen. Also kein Kritiker muss auf seinem Gebiet gleichzeitig Schaffender sein und Karasek oder Reich-Ranicki müssen nicht Die Blechtrommel schreiben, um Grass einer Kritik zu unterziehen. Das sollteste dir mal durch den Kopf gehen lassen, Ariel.

    ...Es geht mir mehr darum, ob die Malerei "über" der Politik steht. Ob die empfindliche Künstlerseele einen Beitrag leisten kann oder muss, um die Welt zu einer Besseren zu machen...


    Meine Meinung: Sie(die Künstlerseele) muss es nicht und sie kann es nicht.

    ..ob ein künstler auf das politische geschehen reagiert oder sich raushält, muss er selbst entscheiden. das kapitalistische system braucht seine kritiker wie kein anderes, um sich weiter zu entwickeln, und es belohnt sie auch in einem maße wie kein anderes. viele der erfolgreichen künstler der 68ger generation sind später professoren geworden und somit zu verbeamteten dienern desselben staates, gegen den sie in ihrer jugend rebelliert haben. es lohnt sich also allemal sowas zu machen...


    Mit dem Beitrag gehe ich mit, sofern es sich um Malerei handelt. Ich hatte oben schon geschrieben, dass es darauf ankommt welche Kunst. Kunst wird hier immer nur mit Malerei oder bestenfalls noch mit bildender Kunst übersetzt. Der Begriff Kunst hat aber einen größeren Bedeutungsbereich. Zum Beispiel war Victor Jara auch Künstler und wurde von kapitalistischen System nicht belohnt sondern erschossen.
    Dass sich erfolgreiche bildende Künstler regelmäßig wohnlich eingerichtet im Hintern des jeweiligen Establishment wiederfinden, ist schon kurios. Interessanter Beitrag.
  • Egon Miklavcic
    Egon Miklavcic
    [quote="p232993"]
    Dass sich erfolgreiche bildende Künstler regelmäßig wohnlich eingerichtet im Hintern des jeweiligen Establishment wiederfinden, ist schon kurios. Interessanter Beitrag.


    Fluffi das ist nicht kurios - Ein alter Spruch lautet :
    Wessen Brot Du isst - dessen Lied sollst Du singen

    zähle mir mal die Künstler auf - die ihr ganzes Leben immer nur GEGEN die Geldgeber/Establishment gearbeitet haben und dabei reich wurden

    oder gehe mal in einen Schweinestall - es schreien immer nur die , die noch nichts zu fressen haben

    Im Zeitalter der Redefreiheit braucht man Kritik nicht auf dem Umweg über die Kunst kundtun
  • iffulF
    Establishment würde ich nicht in jedem Falle mit Geldgeber gleichsetzen und Künstler mit Schweinen. :)


    zähle mir mal die Künstler auf - die ihr ganzes Leben immer nur GEGEN die Geldgeber/Establishment gearbeitet haben und dabei reich wurden


    Sex Pistols, Iggy Pop, Mikis Theodorakis, José Saramago vielleicht?
  • Gris 030
    Gris 030
    ich bezweifle, dass die sex pistols und iggy nicht irgendwann ganz heimlich die seiten gewechselt haben.
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  • iffulF
    Na ja, das weiß ich nicht so genau. Ich dachte als Rotten weg war, wars aus mit ihnen.
  • Frank Czieczor
  • leirA
    und wo war jetzt die verquere Logik?


    ich glaube die lag darin, dass ich geschrieben habe, dass es sich lohnt sowas zu machen... ich meinte für den einzelnen natürlich, nicht für die gesellschaft.



    Ja, das war es z.T.
    Man kann ja nicht mit Lauterkeit behaupten, es lohne sich gegen ein System zu rebellieren wenn die Rebellion lediglich dem Zweck dient hinterher an eben diesem einst abgelehnten System zu partizipieren.
    Das wäre wohl eine besonders tragische geistige Bankrotterklärung eines Rebellen.
    Ich weiß dabei ganz genau wovon ich rede. Als Kind der siebziger Jahre, war ich bereits als Jugendlicher zusammen mit Gleichgesinnten Feindbild sogenannnter "Normalos". Man sah nämlich schon durch die langen Haare usw. ganz anders aus. Obwohl diese Abgrenzung natürlich Sinn der "Übung" war, wusste man mit einer Grundinztelligenz damals schon, dass 90% derer, die sich freakhaft und unkonventiuonell gaben, in 25 Jahren augenzwinkernd ihre alten Fotos betrachten und voller Selbstmilde und Lächeln sich gegenseitig von ihren "Verrücktheiten" berichten würden.
    Ich rede dabei vom Leben als Schüler.
    Das Leben als Student ist noch in ganz anderer Dimension verlogen. Da kann man es als aufmerksamer Mensch beobachten, wie manch einer in drei Wochen eine Kehrtwendung vom Revoluzzer zum angepassten Spießer macht. Das viel interessantere Spiel heißt dann nämlich: Allseits akzeptiertes Mitglied der Gesellschaft spielen und akademische Privilegien einfordern. Ich finde das alles verzeihlich, der Geist ist schließlich willig und das Fleisch ist schwach.
    Menschen , die einem aber richtig auf den Sack gehen, sind solche, die in ihrer Jugend Kraft, Energie und Arbeit in die Bekämpfung eines Systems oder einer Idee investierten, wohl wissend, dass genau dieses System ihnen später ihre Jugendsünden auch noch positiv als Agilität, quasi honorem Causa, anrechnen wird.
    Angesichts solcher Zeitgenossen bin ich Verfechter einer moderaten Prügelstrafe.
    Ich kann mir das leisten, so zu reden, denn ich war schon immer der Egozentriker, der ich heute bin, haha.
  • WERWIN
    WERWIN GUT
    und wo war jetzt die verquere Logik?


    ich glaube die lag darin, dass ich geschrieben habe, dass es sich lohnt sowas zu machen... ich meinte für den einzelnen natürlich, nicht für die gesellschaft.



    Ja, das war es z.T.
    Man kann ja nicht mit Lauterkeit behaupten, es lohne sich gegen ein System zu rebellieren wenn die Rebellion lediglich dem Zweck dient hinterher an eben diesem einst abgelehnten System zu partizipieren.
    Das wäre wohl eine besonders tragische geistige Bankrotterklärung eines Rebellen.
    Ich weiß dabei ganz genau wovon ich rede. Als Kind der siebziger Jahre, war ich bereits als Jugendlicher zusammen mit Gleichgesinnten Feindbild sogenannnter "Normalos". Man sah nämlich schon durch die langen Haare usw. ganz anders aus. Obwohl diese Abgrenzung natürlich Sinn der "Übung" war, wusste man mit einer Grundinztelligenz damals schon, dass 90% derer, die sich freakhaft und unkonventiuonell gaben, in 25 Jahren augenzwinkernd ihre alten Fotos betrachten und voller Selbstmilde und Lächeln sich gegenseitig von ihren "Verrücktheiten" berichten würden.
    Ich rede dabei vom Leben als Schüler.
    Das Leben als Student ist noch in ganz anderer Dimension verlogen. Da kann man es als aufmerksamer Mensch beobachten, wie manch einer in drei Wochen eine Kehrtwendung vom Revoluzzer zum angepassten Spießer macht. Das viel interessantere Spiel heißt dann nämlich: Allseits akzeptiertes Mitglied der Gesellschaft spielen und akademische Privilegien einfordern. Ich finde das alles verzeihlich, der Geist ist schließlich willig und das Fleisch ist schwach.
    Menschen , die einem aber richtig auf den Sack gehen, sind solche, die in ihrer Jugend Kraft, Energie und Arbeit in die Bekämpfung eines Systems oder einer Idee investierten, wohl wissend, dass genau dieses System ihnen später ihre Jugendsünden auch noch positiv als Agilität, quasi honorem Causa, anrechnen wird.
    Angesichts solcher Zeitgenossen bin ich Verfechter einer moderaten Prügelstrafe.
    Ich kann mir das leisten, so zu reden, denn ich war schon immer der Egozentriker, der ich heute bin, haha.



    sogar sehrgut!w:-
    Signature
  • leirA

    Die Prophanisierung der Personen bei Caravaggios Inszenierungen durch die Vermenschlichung ist doch schon eine Botschaft an sich.
    In diesem Sinne habe ich ja meinen Beitrag gemeint, dass mich ein tieferer Sinn des Caravaggio. Gemäldes enttäuschen würde. In der damaligen Welt, in der zwischen sakral und profan in einer Weise unterschieden wurde, wie wir es heute kaum noch ermessen können, ist die bewusste Darstellung einer profanen Szene, mit solch hohem Arbeitsaufwand eine klare Botschaft: Die Alltäglichkeit genügt der Kunst, ist ihr sogar förderlich.

    Was hat ihn veranlaßt z.B. welkendes Blattwerk/Obst zu inszenieren, wenn nicht eine Botschaft... Grüße! magnus
    Das müsste man im Einzelfall untersuchen. Bei den Kartenspielern gibt es ja kein Obst. Ich kann dort nichts entdecken, dass nicht lediglich der Gesamtinszenierung dient.
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