KunstNet uses Cookies. Details.
  • Kunst muss verfallen, ansonsten wird sie verkauft

  • osoS
    ... das hätte ich aber auch nicht besser ausdrücken können.

    Also Klartext? Statements?????

    Stimmt, SOnja ist irgendwie bei dem Schauspiel der Giganten untergegangen.

    Mir persönlich geht auf dem Zeiger, das Alle so tuen, als wenn sie nicht irgendwovon leben müßten.
    Klar ist der volle Kühlschrank nicht der Grund, wegen dem ich male... aber wenn er leer wäre, müßte ich einiges 'unkünstlerisches' tun - nämlich Jobben oder die Stütze anzapfen (wie viele Kollegen uneingestandenermaßen auch)

    Mich interessiert es überhaupt nicht, warum jemand ein Bild bei mir kauft und was er anschließend damit macht. Ich habe es gemalt und fertig. Meine Lagermöglichkeiten sind begrenzt, übermalen geht nur begrenzt und zu viel Ballsat aus meinem Leben belastet zu sehr.
    Was mich freut ist, wenn ich mitbekomme, das jemand mit meinen Arbeiten etwas persönliches verbindet.

    Meine Werkstatt sehe ich geschäftsmännisch. Ich muß nicht verkaufen, um zu leben aber die Materialien, die Werbung und meinen Zeitaufwand müssen sie einspielen - sonst brauche ich nicht öffentlich zu werden.

    -weil: Die Bilder malen tuen ich sowieso

    ...und alles andere wäre Schaumschlägerei !

    ...manchmal denke ich schon, dass die wahre Kunst der Künstler im maskieren besteht...

    Soso

    p.s. ... und in diesem Sinne verkaufe ich sie, BEVOR sie in meinem Lager zerfällt
  • 1znurGam
    Das Martinkrexberlin macht es sich wie immer zu einfach. Wie gesehen, bringt es nicht viel sich nur als Leinwand für die Projektionen anderer aufzuspannen. Ohne Moderation und Coaching bleibt dieses Angebot unverbindlich und ist nach den folgenden 3 Beiträgen eh den Bach runter. Eine brauchbare Definition kann es zum Kunstbegriff sowieso nicht geben... Lassen wir das also.  Aber die Erklärung, wie es sich mit dem Verfallskonstrukt verhält, bist du uns schuldig geblieben !
    Eloquenter Nonsens ? Soso ! So hat mich ja selten einer getroffen. Du hast ja recht-, nicht mit dem Unsinn, aber mit dem anderen. Autismus (Selbstinszenierung und Selbstinterpretation) ist klasse. Und Ruhm und Rum und Geld und Spannung und Felder auch. Besonders, wenn auf letzeren ein "Neid-Krieg der Kapitalisten" (Aziz) ausgetragen wird oder ein Schauspiel der Giganten stattfindet.
    Racker hat es auf den Punkt gebracht: Idealismus ist dem Kommerz chronologisch voraus. Soso ist auf den Pragmatikerkurs eingeschwenkt (Kunst verkaufen bevor sie im Lager zerfällt)... By the way: Besonders das ungebrochene Selbstbewusstsein gefällt mir: "Wir machen Kunst. Das ist Fakt."
    Auch das es letzendlich nicht in der Macht des Machers liegt, was der Regisseur (Marktmacher) aus dem Gemachten macht liegt auf der Hand. Der Gestaltungstrieb ... halt eben bleibt !
    Erstaunlich, wie recht Martin hatte, als er eine Angleichung der Positionen prophezeite...
    Bei der "Umsetzung in materielle Werte" vermute ich, Soso, dass du eine Produktorientierung meinst, die auch Konzeptuelles / nicht materiell Vorliegendes mit einschließt.
    Nur Aziz steht auf verlorenem Posten. Was verdient deiner Meinung nach die Menschheit ? Dein bitteres Kunstmarktmotto (Kunst muss verkauft werden, ansonsten verfällt sie) lässt nichts Gutes ahnen. "Verkauft, was ihr nicht halten wollt..." Du wirst sehen, keiner kauft deinen Ramsch! Ich weiß auch nicht, wie du "als Mensch verfallen" bist. Das Kunst als Massenware verfällt, ihren elitären Charakter verliert, dem Proletariat zugänglich wird, solltest du als Sozialist eigentlich begrüßen.
    Aber, worauf ich eigentlich hinaus wollte, auf soso -, last but not least: Die Überwindung der Trennung von und zu ! Aber wenn es geht, ohne mich unglaubwürdig zu machen. Warum hört hier die Phantasie bei den edlen Forumsusern auf ? Markt und Mammon sind Realitäten, die genutzt werden können, um Kunst entstehen zu lassen. Dies ist bislang ein theoretisches Konstrukt, derzeit mein vornehmstes Postulat. Und ich würde mich freuen, wenn einer mal in der Lage wäre - ohne Scheuklappen und Ideologiekiste - darüber nachzudenken. Halbwegs konkretisierte Einfälle habe ich in meinen ersten Beiträgen in diesem Forum schon mal angedient. Der positive Nebeneffekt wäre, dass der Autismus des Individuums, durch die Beteiligung verschiedener Autisten / Akteure und Regisseure etwas erschwert würde.
    Wäre nicht schlecht, wenn jemand nochmal nachlesen wollte...
  • 1znurGam
    Ich wünsche jetzt schon mal "dicke Ostereier ..."
    Mir ist da gerade was eingefallen, ich bin nämlich heute Mittag interviewt worden (am Karsamstag in der Rhein-Lahn Ausgabe der RZ nachzulesen)...
    Seit einiger Zeit mache ich Kunst mit Verfallsdatum. Der Dorfbrunnen von Dachsenhausen - ein wundervolles 1100-Seelen-Dorf übrigens - ist in einem Zustand... Nein, er ist nur noch ein winziges, sechseckiges, wasserloses Basin (innen himmelbllau gestrichen, außen Kieselplatten - die wilden 72er wahrscheinlich ...). Da ich eben dort jeden Morgen auf meine Fahrgemeinschaft warte, entschloss ich mich unlängst uneigenützig etwas zu unternehmen. Am Neuerstag baute ich eine lebensgroße Schneefrau an dieser Stelle. Der lokalen Presse war die "eiskalte Schonheit" immerhin eine Notiz wert. Durch diesen Erfolg inspiriert stellte ich zu Schwerdonnerstag (Altweiberfastnacht) eine Nana aus Pappmaschee auf, verbunden mit einem Preisrätsel um eine örtliche Pfarrerstochter, die im 17. Jahrhundert als Hexe verbrannt wurde. Aschermittwoch wurde die Figur 'verlost'. Da ich keine einzige Einsendung erhielt, steht die 'Nana de St. Dachs' z.Z. sperrigerweise in meinem Arbeitszimmer. Ich hätte sie ja einfach im Brunnen stehen lassen können, bis sie unansehnlich geworden wäre. Nein ! Der Kurzzeiteffekt wäre verloren gegangen. Der Anblick wäre Gewöhnung geworden. So wurde nun jedoch die Leerstelle erlebt. Der trostlose Ort wurde wieder augenfällig. Der Wunsch nach einer neuerlichen Belebung durch ein Kunstwerk wurde geweckt. Hier und da wurde ich schon gefragt, wann denn wieder was käme ... Vor 3 Tagen war dann 'Oster' (ca. 1,5m, Kiefernholz) fertig, das vom mir imaginierte männliche Pendant zu Ostera, der germanischen Fruchtbarkeitsgöttin. Für die Datumsgucker, der angekündigte Verfall ist, wie könnte es anders sein: Christi Himmelfahrt.
    Martin, Habe ich nun die goldene Ehrennadel verdient, oder war deine Forumsinitiative nicht so gemeint ?
  • Jetzt bei Amazon günstig Kunstbedarf kaufen.- Werbpartner -
  • nilrebxerk
    Lieber Marco!

    Mindestens haltbar bis: siehe in den Spiegel. Jedenfalls ein spannendes Thema, das sich mit Verfallskunst thematisieren lässt.

    Morgen bin ich im Taunus und freue mich schon auf ein krexy Face-2-Face.

    Mindestens haltbar bis: siehe Zukunft!

    KREXBERLIN
  • nilrebxerk
    Kunst muss verfallen, ansonsten wird sie verkauft! Dieses statement birgt zwei, wie ich meine, unauflösliche Ideen zusammen. Verfall und Verkauf wurden bis jetzt fast schon nebeneinander diskutiert, wobei Verfall kaum zur Sprache kam.

    Aber sollte er überhaupt, wenn der Verfall nur unter der BEDINGUNG des Verkaufens zur Sprache kommt? Obwohl Subjekt im Hauptsatz, ist dieser Verfall doch nur durch die Problematik des Verkaufens zu verstehen. Ein eigenständiges Thema für sich, allerding ausserhalb der Tragweite des Nebensatzes.

    Ich habe letztens einen von mir geschätzten Künstler getroffen, der "Verfallskunst" produziert. Obwohl ich allein durch die Bezeichnung ein Interesse an seiner Arbeit bekommen habe, hat mich die Realisation enttäuscht. Ich wünschte mir eine Interpretation des Themas, die die exsistierenden Realitäten (politische, wirtschaftliche, soziale, oder welche auch immer) in Betracht zieht, und sich nicht im quasi-romatischem Hinterhof aufhält und nur das memento mori flachbügelt

    Kunst muss verfallen (ja! nein! wieso?). Ansonsten wird sie verkauft (ja! nein! ... ach so!). Die Thematisierung der Verfalls sollte sich heute nicht nur auf materielle Verwesung beschränken.

    krexberlin, im Sinne des Erfinders!
  • 1znurGam
    Titus Lerner hat letzten Sonntag - leider war ich krank und hab es nicht gesehen - in Koblenz, nach seiner Ausstellung im Mittelrhein-Museum Objekte aus der ebendort gezeigten Ausstellung in der Mosel versenkt. Sie sollten der menschlichen "Nutzungs- und Beutemanie" entzogen werden, die den Fluss so arg bedrängt. Ziel war, den Fluss zum Kulturort zu erklären ...
    Die Idee ist so gut, dass sie fast von dir oder von mir sein könnte, oder ?
  • stanko
    stanko
    Tja, die Idee ist nur solange gut, solange sich jemand daran erinnert. Die Werke sind versenkt, ergo nicht mehr sichtbar, werden also demnächst vergessen sein. Inklusive der Aktion.

    Oder hat sich etwa jemand die Mühe gemacht es zu dokumentieren (damit man sich erinnern kann :-) )

    Spaß muss sein.
    Signature
  • nilrebxerk
    Das Konzept lacht! Ich denke gerade darüber nach, ob es nicht möglich wäre den Künstler in diese Diskussion einzuladen und uns mit seinen Gedanken zu konfrontieren. Bzw. ihn mit unseren. magrunz, hast du Adressen?
  • 1znurGam
    Nein. Frag' mal Bertl.
    Die Idee Leute zu acquirieren fände ich jedenfalls gut.
  • Aziz
    Mir wird langsam alles klar.
    Die Kunst war schon vor 500-600 Jahren schon im Verfall und keiner hat es gemerkt.

    Doch als die Impressionisten und die Expressionisten dazukamen, war die wirkliche Kunst (in meinen Augen) entstanden. Leider liegt dieses Kunstbewußtsein ca. 70-150 Jahre zurück und die meisten Künstler sind auf der Flucht nach immer "NEUEM" und "noch nie Dagewesenem".
    Ich will sogar behaupten, diese neue Kunstrichtung dieser Zeit kann als "Profitkunst" oder "Gierkunst" bezeichnet werden.

    Vor einigen Tagen war ich in München und habe mir zeitgenössische Kunst angesehen. Mit Röntgenblicken konnte ich sofort sehen, daß die Bilder nach "Malen nach Zahlen" entstanden sind. Entweder wurde ein Beamer oder ein Diaprojektor verwendet. Warum ich so sicher bin? Ganz einfach: Liest das Buch von David Hockney (Geheimes Wissen) und ihr werdet einen Röntgenblick dafür bekommen. Plötzlich werdet ihr verstehen, warum Ihr nicht so gut seid, wie die alten Meister. Plötzlich fallen alle Meister vom Himmel. Plötzlich ist Dein Selbstbewußtsein gestärkt und Du fühlst Dich gleichgestellt, wie die alten Meister.

    Was macht ein Künstler, wenn er Geld riecht? Er geht über Leichen. Der Konkurrenzdruck rechtfertigt wohl jedes (Hilfs-)Mittel.

    Warum verfällt die Kunst? Warum verfällt der Mensch? Warum muß in dieser Welt alles verkauft werden? Noch viele Fragen, über die ich noch grübeln muß.

    Aziz
  • osoS
    Nun ja, Aziz, viele deiner Überlegungen bewegen mich auch. Bis hin zu der Frage: Wo stehe ich?

    Gut, ich kann mich ja immer wieder zurückziehen auf den Standpunkt: Ich male MEINE Bilder sowieso, egal was äußerlich damit passiert. Klar verkaufe ich meine Bilder, aber male ich, um sie zu verkaufen? Wie weit gehe ich, um zu verkaufen... usw.usf.

    Die Geschichte ist ja voll von 'tragischen' Geschichten. Malern die durch Nagel-Skulpturen bekannt geworden sind und es seit dem schwer haben, etwas anderes an den Mann zu bringen... und hatte da nicht Gabriele Kaffetasse ihre Hände mit im Spiel?...

    ...und dann der zwiespalt. Einerseits für gute Arbeiten möglichst viel Zeit zu beanspruchen, so dass man davon leben muß; von den guten Arbeiten aber nicht leben kann und letztendlich von den Arbeiten lebt, die am besten über Sofas passen.

    Dann dieser Wahnsinn, sich mit zwielichtigen Leuten einzulassen die normalerweise nie über meine Türschwelle gekommen wären: Mangertypen und Verkäuferfratzen, PR-Leute und Neureiche, die weder Ahnung noch Geschmack haben - bloß wegen dieser kleinen Aussicht auf Verkauf.

    No thanx, ich muß das nicht (mehr) haben

    Also in diesem Sinne finde ich, dass Kunst verfällt durch Verkauf.

    Was ich häufig vermisse, ist Leidenschaft, der Wille zum Bild, der Drang, sich seine Zeit und sein Nervenkostüm um die Ohren zu schlagen, um dieses verflixte Bild dahin zu kriegen, wo es hin soll, aber keinesfalls hinwill.

    Soso
  • nilrebxerk
    A: Kunst muss verfallen, ansonsten wird sie verkauft.

    B: Kunst verfällt schon, wenn sie verkauft wird.

    Welch eindrucksvolle Seiten ein und der selben Münze! Die Autoren der letzten Beiträge haben schon Recht, wenn sie die Qualität eines Werkes zusammen mit deren ökonomischer Verwertbarkeit diskutieren. Gefreut hat mich auch die Thematisierung des eigenen Bezugs innerhalb der ökonomischen Realität: Was mache ich? An sich ein Thema, das am Ende einer Beitragsreihe oder Diskussion aufgeworfen wird. Aber wann endet diese Diskussion eigentlich?

    Ohne mir dessen von Anfang an bewusst zu sein, entdecke ich bei diesem Thema Bezüge zu der - vorsichtig ausgedrückt - globalisierungskritischen Argumentation.  Und aus dieser Parallele können wir, denke ich, viel lernen. Dort (wie hier) wurden schon die Aspekte der Exklusivität des Vermarktunggedankens diskutiert. Was ist wenn: Das Individuum muss verfallen, ansonsten wird es verkauft. Oder anders herum: Das Individuum verfällt schon dann, wenn es verkauft wird.

    Also auf in das Zeitalter mobiler und flexibler Kunst! Hinein in den globalen Kunstmarkt! Oder nicht?
  • nilrebxerk ENDE
    DIE DISKUSSION "KUNST MUSS VERFALLEN. ANSONSTEN WIRD SIE VERKAUFT" WIRD IN DER NÄCHSTEN ZEIT GELÖSCHT. DAMIT SOLL AUCH DER TATSACHE DER UNVORHERSAGBARKEIT DES "ENDES" RECHNUNG GETRAGEN WERDEN. MIT DER OFFIZIELLEN LÖSCHUNG VERLIERT SICH AUCH JEDER COPYRIGHT-ANSPRUCH AUF DIE INHALTE UND VOR ALLEM AUF DAS KONZEPT.

    ICH MÖCHTE ALLEN TEILNEHMERINNEN FÜR IHR ENGAGEMENT HERZLICH DANKEN. DARÜBERHINAUS BIN ICH ÜBERZEUGT, DASS ES ALLEN BETEILIGTEN IM SINNE DES KONZEPTS NICHT SCHWER FALLEN WIRD, SÄMTLICHE KOPIEN UND AUSZÜGE AUS DIESER DISKUSSION ZU VERNICHTEN. WAS IN DEN HERZEN GESCHRIEBEN STEHT, BLEIBT SOWIESO.

    KUNST VERFÄLLT JETZT, UM NICHT VERKAUFT ZU WERDEN.

    WIR WISSEN ZWAR ALLE, DASS DIE DISKUSSION NICHT "VERKAUFBAR" WÄRE. DASS DER PROGRAMATISCHE TITEL IN DEM FALL META-THEORETISCH IST. DIESE DISKUSSION - ZUM KUNSTKONZEPT ERHOBEN - KANN SICH GAR KEINE SCHEIBE IN DER ETABLIERTEN KUNSTSZENE ABSCHNEIDEN: ABER DAS MACHT SIE - GANZ IM GEGENTEIL - NICHT SCHLECHTER.

    WENN WIR DIESEN PUNKT MITNEHMEN UND LERNEN, UNSER SCHAFFEN IN UNSERE SUBJEKTIVITÄT ZU INTEGRIEREN, ANSTATT DEN GEFÄLLIGKEITEN DES PUBLIKUMS ZU FOLGEN, UND LERNEN, DASS ZU UNSERER SUBJEKTIVITÄT DER ANFANG WIE DAS ENDE DAZUGEHÖRT, GEWINNEN WIR VIELLEICHT EINE PRÄZISERE SICHT DER DINGE:

    DASS DER TAG, AN DEM WIR UNS VERBOGEN HABEN, EIN WEITERER TAG UNSERES VERFALLS GEWESEN IST.
  • Aziz
    Ein sehr schöner Abschluß.
    Ist schon wirklich das Verfallsdatum gekommen? Ich frage mich, ob das Verfallsdatum der Menschheit auch schon gekommen ist.
    ::) -> ??? ->  :-X  ->  :-/ -> :'(
    Aziz
  • Alles verrottet, zerfällt, riecht streng....  jetzt auch meine Erinnerung daran, ob Martin schon die versprochene Definition über den Kunstverfall geliefert hat...

    Nun, auch meine Festplatte verfiel vor einigen Tagen (unwiderruflich) und mit ihr die Ergebnisse vieler Wochen schwerer (künstlerischer) Arbeit.

    So ist das Leben.

    Zum Glück habe ich in jüngeren Jahren Alexis Sorbas gesehen und durch ein mentales Tänzchen und Besäufnis meinerseits diesen schweren, unerwarteten Verfall, vorbereitet auch durch Martin Krexls Verfallsdiskussion, gelassen hingenommen.

    Ob auch die Verfallsherbeipredigenden Sicherheitsfanatiker, die Direkt X, Flash und ähnlichen Schnickschnack  wegen der Gefahr des Festplattenverfalls ablehnen, Nikos Katzanzakis gelesen haben?  

    Aber, was ich bemerken wollte:

    Gesprochene Worte „verfallen“ im Moment ihres Entstehens und bleiben in seltenen Ausnahmen im Herzen oder Gedächtnis aufbewahrt.

    Hier (im Internet) aber wird ein neues Medium benutzt, dass sich unter anderem dadurch auszeichnet, dass Zeit- und Ortsversetzt viele verschiedene Menschen an einem Gespräch teilhaben können.

    Warum soll das verfallen?

    Was kann der Sinn sein?

    Dass hier intellektuelles Getändel, Gedankenlogorrhoe etc. als solches Gebranntmarkt und auf den Müll soll?

    Nö!

    Oder soll hier der Anmaßung, Selbstüberhöhung, dem Größenwahn der Künstler ein Riegel vorgeschoben werden?

    Von mir aus.

    Übrigens freue ich mich jetzt schon riesig, demnächst in einem Seniorenheim (sagt man das jetzt so?) (Verfall!!)  ein bisschen Musik zu machen!!! Live!!!

    Die Musik verfällt auch sofort. Auch wenn sie direkt ins Herz rauscht.

    Aber das ist okay, weil Musiker Sumo-Ringen verstanden haben und sich nicht wie Schreiber, Maler und Bildhauer gegen den Verfall wehren.

    Was wollte ich sagen?

    Martin hat mich nicht von der Notwendigkeit überzeugt, dieses gemeinschaftlich entwickelte Gedanken- und Gefühlskonstrukt  auf den Komposthaufen werfen zu müssen.

    Da liegt genug herum, um neues wachsen zu lassen.

    Wenn mir nicht gravierende Erkenntnisse vermittelt werden, bleibt es dabei:

    Unter  „Komm uni kation  oder Enrique Abacho“ wird dieser Ideen-, Gedanken- und Gefühlsaustausch nachvollziehbar bleiben auf meiner Homepage.  

    Sorry Martin.

    Es sei denn, ein Hackerangriff oder ESP zerstört alles.

    Oder ich werde doch noch überzeugt...

    dann macht mal....
  • Aziz
    Stimmt,

    sie kann nicht verfallen - solange Menschen gibt, die so denken wie wir.

    Es lebe die Kunst - ich habe sie in meiner Festplatte bis zum nächsten versehentlichen Löschen gesichert. Außer Scheisse natürlich.
    ;-)
    Aziz

    PS: Seid Ihr wahnsinnig? Das einzige, was mir noch auf Erden spaß macht, wollt ihr verfallen lassen? Neeeee
    ;-)
  • ed.trAgiB
    ART Frankfurt: Kunst ESSEN!

    Kunst aus Rußland wird 2002 als "Curator´s Choice" dargeboten:
    Bei "MM-Moscow Minimalism" geht es an einem Marktstand mit frischem Obst und Gemüse ums Verkaufen: Die Besucher sind aufgefordert, darüber nachzudenken, ob die Kunstwerke, die sie erwerben, ebenso verderblich sind wie die dort angebotenen Lebensmittel. Lassen sich Ideen genauso konsumieren wie Spargel oder Tomaten?
  • 1znurGam
    Interkrex verfällt auch gerade...
    Vielleicht erbarmt sich doch so manch edler Ritter mal unter den "Ferner liefen Themen" bei krex-virtuell oder krex-konkret vorbei zu schauen, um das Schlimmste noch in letzter Sekunde zu verhindern...
  • nilrebxerk
    PRIMA!

    Aus dem Verlauf der Diskussion (dramatisch perfekter Ablauf!) ziehe ich eine gewaltige Satisfaktion! Ein märchenhaftes Ergebnis: Über den Diskurs darüber, dass "Kunst verfallen muss, weil sie sonst vekauft wird" ist der Diskurs verfallen und wurde nicht verkauft! Ich bin sehr begeistert: Dieser Thread ist Kunst.

    Diese Entwicklung ist zwar so nicht vorhergesehen gewesen, im Grunde sollte das Thema völlig von der Bildfläche verschwinden, d.h. der Thread gelöscht werden Dabei konnte ich mich aber nicht richtig durchsetzten. Einer, der jetzt unter dem Pseudonym H.N. arbeitet hat es mittendrin schon "vereitelt" (hihi).

    Den "natürlichen Tod" des Themas finde ich aber eine wesentlich stärkere Entwicklung. Na ja, auf Grund der vielen Beiträge und damit Copyrights ist das Thema des Verwertung jetzt auch aus der Welt. Nochmal prima!

    Ich möchte noch einmal allen danken, die zum Gelingen dieses Projektes beigetragen haben bzw. besser: das Projekt überhaupt erst ermöglichten: So (in zufälliger Reihenfolge) heinz nisky, soso, nightwolf, aziz, magrunz, fishbild und einige andere (gerade an diese besten Dank). Mich darf ioch auch nicht vergessen, aber das tue ich wahrscheinlich sowieso nicht.

    Nächste Runde gefällig? Wie wärs denn mit ...
  • nam-tniap
    Puh. welch ein Gesülz.

    Glücklicherweise bin ich nicht mit so brilianten Geistesblitzen wie sie hier Postuliert werden und als Thesen zur Kunst verkauft werden gesegnet.

    So bleibt mir nur, mich um das wesentliche, zu kümmern.

    Gott segne alle mit einem Duchschnitts- IQ ohne Studium der Selbstdarstellung und krampfhafte Versuche wortreich und fabulös glänzen.

    :P


     
  • Page 4 of 5 [ 91 Posts ]

  • Sign in to respond or to ask a question.

Related topics and pictures