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  • Gibt es Regeln in der Kunst?

  • laGnoraA Gibt es Regeln in der Kunst?
    Ein Thema, dass sich auf einer anderen Plattform mal abendfüllend ausgebreitet hat. War sogar etwas schwierig. Einige waren der Ansicht, es gäbe keine Regeln und man könne folglich auch nichts falsch machen und keine Fehler begehen.
    Hier gibt es ja auch eine Teilnehmerin, die mit Figunetik verbandelt ist. Das ist offensichtlich eine Richtung die etwas erlaubt, was andere scheinbar verbieten. Hört sich alles irgendwie nach Regeln oder Ignorieren von Regeln an, oder?.
    Was denkt Ihr?
  • lagunenpfad
    lagunenpfad
    Regeln gibt es im Prinzip nicht wirklich.
    Eigentlich kann sich jeder nach seinem Gutdünken austoben.
    Es liegt immer daran was der Künstler erreichen will.
    Es gibt eben ein paar ungeschriebene Gesetze die sinnvoll sind zu beachten wenn ein Werk ansprechend und spannungsreich gestaltet werden will. Siehe goldener Schnitt, die Gewichtung der Farben und Formen.
  • laGnoraA
    Klar, jeder kann tun und lassen was er will. Aber wenn ich etwas tue, z.B. ein Aquarell male, dann richte ich mich ja nach einem ganz bestimmten Regelwerk, dass ich mir selbst setze. Ich fang z.B. nass in Nass an und arbeite mich schichtweise voran. Vergesse ich da was, ist der Fehler da. Misch ich die Farbe unpassend, so wie es nicht beabsichtigt war, begehe ich auch einen Fehler.
    Jemand, der Portraits malt, begeht Fehler, wenn keine Ähnlichkeit mit dem Modell besteht.
    Ich finde sobald jemand etwas erarbeitet( ein Bild z.B.), was nicht von vorn herein unsinnig ist, beansprucht diese Arbeit "etwas" zu sein. Etwas ganz bestimmtes. Wenn dieser Anspruch leer läuft und dem Ausgangsobjekt nicht genügt, liegen Fehler und Regelverletzungen vor. Man könnte auch einfach sagen, etwas misslingt aus Mangel an Sorgfalt.
    Sobald man ein Kunstwerk herstellt kommt irgendwann der Punkt, an dem die Arbeit "anfängt zu leben" und eigene "Forderungen" stellt. Man muss dann sehr behutsam schauen, was man überhaupt gemacht hat und das hinzu tun , was noch fehlt. Das ist ein Prozess mit unzähligen Fehlerquellen, finde ich.
    Ich glaube diejénigen, die sich an jeder Stelle eines Arbetsprozesses an Regeln ganz ungebunden fühlen, haben keine Ansprüche an ihre Bilder.

    Es gibt natürlich das Totschlagsargument, dass man ja zum Schluss auch immer einen Eimer Farbe über das Bild schütten kann, es kann ja niemand verbieten, also ist man frei und es gibt keine Regeln.
    Das stimmt nicht! Wenn man sowas täte, würde man ja das eigene Werk negieren, also den größten Regelverstoß begehen.
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  • lagunenpfad
    lagunenpfad
    Ja, wie ich vorhin schrieb liegt es im Anspruch daran was der Künstler erreichen will.
    Vielleicht will er ein Portrait darstellen, vielleicht will er sich aber auch nur austoben und den Dingen seinen lauf lassen.
    Doch normalerweise spricht irgendwann das Bild zu mir und ich reagiere darauf. Irgendwie kommen wir dann überein :-)
  • laGnoraA
    Ja, wie ich vorhin schrieb liegt es im Anspruch daran was der Künstler erreichen will.
    Vielleicht will er ein Portrait darstellen, vielleicht will er sich aber auch nur austoben und den Dingen seinen lauf lassen.
    Doch normalerweise spricht irgendwann das Bild zu mir und ich reagiere darauf. Irgendwie kommen wir dann überein :-)


    Wenn man den Dingen freien Lauf lässt, folgt man ja seiner Intuition. Das ist ja im Prinzip auch nichts anderes als inneren Regelwerken zu folgen, ohne sich dessen bewusst zu sein.
  • Franziska Kolbe
    Franziska Kolbe
    Ich denke eine Regel der Kunst wäre, das sich der Künstler und seine Bilder weiter entwickeln und nicht stagnieren. Kunst ist ein Prozess, der nicht morgen endet. Kunst zu erschaffen ist permanente Arbeit. Neue Techniken zu entdecken, weitere Fähigkeiten zu gewinnen aber vor allem seiner Phantasie immer genug Nährboden zu geben damit sie nicht erlischt.
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  • laGnoraA
    weitere Fähigkeiten zu gewinnen


    Ich denke ja eine Fähigkeit ist auch nichts anderes als ein selbst auferlegtes Regelwerk, das in Folge von Versuch und Irrtum entstanden ist, um einen schwierigen Prozess zu steuern: Den Malvorgang.
  • enottoonam regeln
    das man die technik an besten beherrscht ist doch wohl klar, man spitz den bleistift an, will man einen dünnen strich haben .....
    darüber hinaus, soll es !was für regeln! geben?
  • Patrick
    Patrick
    […] z.B. ein Aquarell male, dann richte ich mich ja nach einem ganz bestimmten Regelwerk, dass ich mir selbst setze. Ich fang z.B. nass in Nass an und arbeite mich schichtweise voran. Vergesse ich da was, ist der Fehler da. Misch ich die Farbe unpassend, so wie es nicht beabsichtigt war, begehe ich auch einen Fehler.
    Jemand, der Portraits malt, begeht Fehler, wenn keine Ähnlichkeit mit dem Modell besteht.[…]


    Das sind doch aber Regeln des Handwerks, nicht der Kunst.
    Signature
  • laGnoraA
    das man die technik an besten beherrscht ist doch wohl klar, man spitz den bleistift an, will man einen dünnen strich haben .....
    darüber hinaus, soll es !was für regeln! geben?


    Der erste Strich mit dem Bleistift auf dem Papier kann beliebig sein ( nehmen wir als Beispiel mal eine abstrakte Komposition). Die weiteren Striche werden immer in Bezug zueinander gesetzt. Wo sie stehen, ist abhängig davon, wo die anderen stehen. Eigentlich immer.
    Man folgt einem selbst gesetzten Regelwerk.

    Stell Dir mal vor, man würde einen Computer entwickeln, z.B. einen menschlichen Roboter, der malen können sollte. Wie würde man ganz abstrakt dessen Fähigkeiten beschreiben? Wenn man erwartete, dass er beispielsweise Kompositionen wie Kandinsky entwerfen sollte. Natürlich neue, also unbekannte!
    Man müsste von solch einem Roboter verlangen, dass er zunächst mal ein Grundwissen über Kunst hat und dieses Wissen mit eigenen ganz autonomen Regelwerken ästhetisch "anfüllen" kann, ähnlich einem Schachcomputer, der logischen Bäumen entsprechend bestimmte Züge anderen vorzieht.
    Solch eine Maschine würde, egal wie gut sie gebaut wäre, immer ganz genauen Regeln folgen, weil es in schwierigen Situationen immer ganze Bündel von Entscheidungen gibt, die wiederum andere zukünftige evozieren.

    Wenn man ein Bild malt, ist im Prinzip alles genau so!
  • Vincents_Ohr
    Vincents_Ohr
    Das Thema erinnert mich etwas an die vielen "Was-Kunst-Threads"

    Aarons Gedanken wären m.E. unbestritten, wenn wir 100 Jahre zurück gehen. Die Bildende Kunst hatte, von allen anerkannte, Regeln.
    Das Handwerk und die Technik des Künstlers war ein wichtiger Teil des Kunstwerks. Niemand hätte auch nur ein einziges Blatt verkauft, der sich nicht an diese Regeln hielt.

    Heute sieht es völlig anders aus.

    Einer, der sich Künstler nennt, macht irgendwas, mit irgend welchem Material und nennt es dann Kunstwerk. Ob dieser Künstler noch einen Zweiten findet, der darin ein Kunstwerk sieht spielt ja keine Rolle. Wird dieser Zweite nicht gefunden, dann ist die Sache für den Künstler ganz klar: Die Welt ist noch nicht bereit für diese Kunst.

    Will ich die Anerkennung als Künstler durch mein Publikum, dann sieht es natürlich wieder vollkommen anders aus. In diesem Fall gelten natürlich viele Regeln: Die Regeln der Kommunikation und des Marketing.
    Signature
  • tescha
    Klar, jeder kann tun und lassen was er will. Aber wenn ich etwas tue, z.B. ein Aquarell male, dann richte ich mich ja nach einem ganz bestimmten Regelwerk, dass ich mir selbst setze. Ich fang z.B. nass in Nass an und arbeite mich schichtweise voran. Vergesse ich da was, ist der Fehler da. Misch ich die Farbe unpassend, so wie es nicht beabsichtigt war, begehe ich auch einen Fehler.
    Jemand, der Portraits malt, begeht Fehler, wenn keine Ähnlichkeit mit dem Modell besteht.
    Ich finde sobald jemand etwas erarbeitet( ein Bild z.B.), was nicht von vorn herein unsinnig ist, beansprucht diese Arbeit "etwas" zu sein. Etwas ganz bestimmtes. Wenn dieser Anspruch leer läuft und dem Ausgangsobjekt nicht genügt, liegen Fehler und Regelverletzungen vor. Man könnte auch einfach sagen, etwas misslingt aus Mangel an Sorgfalt.
    Sobald man ein Kunstwerk herstellt kommt irgendwann der Punkt, an dem die Arbeit "anfängt zu leben" und eigene "Forderungen" stellt. Man muss dann sehr behutsam schauen, was man überhaupt gemacht hat und das hinzu tun , was noch fehlt. Das ist ein Prozess mit unzähligen Fehlerquellen, finde ich.
    Ich glaube diejénigen, die sich an jeder Stelle eines Arbetsprozesses an Regeln ganz ungebunden fühlen, haben keine Ansprüche an ihre Bilder.

    Es gibt natürlich das Totschlagsargument, dass man ja zum Schluss auch immer einen Eimer Farbe über das Bild schütten kann, es kann ja niemand verbieten, also ist man frei und es gibt keine Regeln.
    Das stimmt nicht! Wenn man sowas täte, würde man ja das eigene Werk negieren, also den größten Regelverstoß begehen.
  • Vincents_Ohr
    Vincents_Ohr
    tescha? Was willst du uns damit sagen?
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  • tescha
    Aber führst Du damit nicht alle Regeln ad absurdum?

    Ich denke, dass hier auch vielfach subjektiv falsch "geregelte" Bilder eingestellt und trotzdem als gut beachtet werden.
  • enottoonam
    @ ariel, ach aarongal,wenn ich jetzt nicht nach plan 08/15 verfahre sondern einfach los kritzel,und mich dann von meinen assoziationen leiten lasse, ist das auch schon "regelgerecht"?
  • Vincents_Ohr
    Vincents_Ohr
    Aber führst Du damit nicht alle Regeln ad absurdum?

    Ich denke, dass hier auch vielfach subjektiv falsch "geregelte" Bilder eingestellt und trotzdem als gut beachtet werden.


    Wer findet sie gut? Sicher sind viele Bilder im Verhältnis zu meiner eigenen Kunst viel besser. Aber da gehört ja oft nicht viel dazu. Das gilt aber auch nur für eine "veraltete" Kunst.

    Dann gibt es noch die tollen Unfälle und Zufälle. Aber die kann man ja nie reglementieren :)
    Signature
  • tescha
    @Vincent, ich verstehe Aarons Gedankengang, halte ihn jedoch für schwer durchziehbar, sonst würde keiner mehr hier etwas veröffentlichen, es sei denn er hat ein unerschütterliches Selbstbewußtsein. Wann will ich denn wissen, ob mein Werk meinen Regeln genügt? Ich sehe doch nur die Möglichkeit mich zu verbessern. Wenn ich mich kontrolliere, sehe ich immer Fehler.
  • laGnoraA
    Das Thema erinnert mich etwas an die vielen "Was-Kunst-Threads"

    Aarons Gedanken wären m.E. unbestritten, wenn wir 100 Jahre zurück gehen. Die Bildende Kunst hatte, von allen anerkannte, Regeln.
    Das Handwerk und die Technik des Künstlers war ein wichtiger Teil des Kunstwerks. Niemand hätte auch nur ein einziges Blatt verkauft, der sich nicht an diese Regeln hielt.

    Heute sieht es völlig anders aus.

    Einer, der sich Künstler nennt, macht irgendwas, mit irgend welchem Material und nennt es dann Kunstwerk. Ob dieser Künstler noch einen Zweiten findet, der darin ein Kunstwerk sieht spielt ja keine Rolle. Wird dieser Zweite nicht gefunden, dann ist die Sache für den Künstler ganz klar: Die Welt ist noch nicht bereit für diese Kunst.

    Will ich die Anerkennung als Künstler durch mein Publikum, dann sieht es natürlich wieder vollkommen anders aus. In diesem Fall gelten natürlich viele Regeln: Die Regeln der Kommunikation und des Marketing.



    Christian, Du beziehst Dich auf ein äußeres Regelwerk! Ich mich auf ein inneres.
    Das äußere Regelwerk ist natürlich überholt, niemand hält sich dran, wozu auch?
    Die Konventionen z.B. wie ein altmeisterliches Bild aufgebaut werden sollte usw. kann man mal Spaßes halber befolgen , wenn man Langeweile hat. Niemand fühlt sich daran heute noch gebunden, ich würde es auch für falsch halten, wenn es anders wäre.

    Das innere Regelwerk:
    Der Künstler hat eine Vorstellung und das gute Bild will etwas bedeuten, übrigens auch wenn "ohne Titel" druntersteht!
    Das innere Regelwerk ist die innere Logik, die Folgerichtigkeit.

    Vielleicht mal ein Beispiel aus einer anderen Disziplin, damit es deutlcher wird, was ich meine.
    Wenn in der Zeitung im Wirtschaftsteil plötzlich Satzfragmente aus dem Wetterbericht auftauchen, ist die innere Logik des Artikels betroffen.
    Auch wenn die Informationen zum Wetterbericht alle tadellos stimmen hat sowas im Börsenbericht nichts verloren.
    Sowas wäre eine Regelverletzung. Eine Verletzung des Gedankens "innerer Folgerichtigkeit"würde auch dann vorliegen, wenn der Journalist herumschwafelt, nicht zum Punkt kommt, Fragen aufwirft und sie nicht beantwortet, oder falsche Begriffe benutzt.
    Was für einen Jounalisten als lächerlich selbstverständlich gilt, gilt auch für den Maler und die Malerei.
    Es wimmelt von Bildern, die voller Fehler/ Unschlüssigkeiten stecken, es gibt kaum welche ohne. Innere Logik und Selbstrechtfertigung sind vielen ganz fremd.
    Oft verstehen Maler ihre eigenen Bilder nicht und kennen nicht die Wirkungen der Mittel, mit denen sie arbeiten. So entstehen dann Bilder, die etwas bedeuten wollen, was sie nicht bedeuten.
    Also ohne "Plan". Das meine ich mit Regeln. Man kann übrigens auch Regeln brechen. Nur dann muss man vorher welche aufgestellt haben.
  • tescha
    Danke für Deine Dialogeinfügung, ich hatte nicht alles gelesen.

    Oft verstehen Maler ihre eigenen Bilder nicht und kennen nicht die Wirkungen der Mittel, mit denen sie arbeiten. So entstehen dann Bilder, die etwas bedeuten wollen, was sie nicht bedeuten.
    Also ohne "Plan". Das meine ich mit Regeln. Man kann übrigens auch Regeln brechen. Nur dann muss man vorher welche aufgestellt haben.

    Ich mach doch erst einmal ein Bild und dann kommt eine Reflektion. Will ich eine Reflektion, dann male ich ein Bild, welches diese provoziert, oder nicht?
  • tescha
    Wie willst Du die Schlüssigkeit fassen, nehmen wir zum Beispiel den Aufbau eines Romans?
    Die Auffassung eines Bildes ist doch noch mehr dem Gefühl unterlegen, als der Sprache der Worte.
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