KunstNet uses Cookies. Details.
  • Von der Langeweile in der Kunst

  • ztinuaGottO Von der Langeweile in der Kunst
    Nun, nach Jahrhunderten der wechselnden Zuordnungen dessen, was Kunst zu sein hatte, sei es, daß sie religiös, darstellerisch oder auch politisch in die Pflicht genommen ward und in jüngerer, prä-postmoderner Vergangenheit einen Funktionswechsel erfahren mußte hin zu einer fast mysthisch zu nennenden Selbstbezogenheit, die wiederum gefährlich nahe an die Ödnis der "Alles-Geht"-Beliebigkeit torkelte, so haben wir es nun mit einem neuen
    Funktionswechsel zu tun.
    Die Kunst tritt an in ihre investigative Phase.
    Ganze Serien führen uns vor Augen, wie fäkalisch das Fäkalische ist und wie ungerührt es einen läßt, zeigen Werke in gähnender Monotonie auf, wie öde Blümchen- und sonstiger Sex eigentlich sein können.
    Die totale, themengebundene Entzauberung, der jedoch die Gefahr innewohnt,
    schon während ihrer Entstehung wieder zu verenden, weil ihre möglichen Rezipienten alle an Langeweile sterben wie die Eintagsfliegen.
  • rellihcsruK
    ...
    Ganze Serien führen uns vor Augen, wie fäkalisch das Fäkalische ist und wie ungerührt es einen läßt, ...

    Quod ars internetus non olet -
    Kunst im internet stinkt nicht,
    Das wird's sein, nicht?
  • ztinuaGottO
    In der Tat.
    Jedoch...wirft dies Fragen auf
    im Kantischen Sinne - so wie irreführenderweise manch Werk als "Augenschmaus" gelobt wird, so kann man auch entgegengesetzterweise nicht erwarten, daß es stinke.
    Das Problem der Langeweile erklärt sich also nicht aus dem sinnlichen Aspekt heraus.
  • Jetzt bei Amazon günstig Kunstbedarf kaufen.- Werbpartner -
  • rellihcsruK
    Kant ist gut, wenn man eine Uhr zu stellen hat,
    aber sonst taugen dessen Gedanken nicht sooo
    viel, sobald man aus dem Zimmer, aus dem Häus-
    chen ist.
    Ich gehe sogar soweit, zu sagen, daß eigentlich
    alle Vordenker nicht interntzeitaltertauglich
    sind. Der alte Klassenkamerad von diesem Hitler,
    der Wittgenstein, hat gesagt: "Worüber man nicht
    sprechen kann, darüber muß man schweigen."
    Nur die plane, offensichtliche Bedeutung genommen,
    wäre dieses und jedes Kunstforum leer, nicht exis-
    tent.

    Der Künstler muß sein eigener Philosoph sein und
    die Themen in Formen packen, so daß sie kommuni-
    kabel werden. (Auch bei kabellosen Verbindungen.)
    Das ist übrigens der Unterschied vom Künstler zum
    Maler: der eine schafft, der andere reproduziert,
    was schon offensichtlich ist. Der erste hat schon
    mal das Problem etwas rüber zu bringen, der zweite
    hat kaputtgehauene Schultern für fast Nichts - aus-
    ser Handwerk Nichts gewesen.

    Das Problem der Langeweile ist besser als nur die
    Langeweile zu haben. Ein Problem hat die möglichen
    Lösungen mit eingebaut, die schiere Wahrnehmung der
    Langeweile ist fast schon Schicksal... und Fernsehen.
  • ztinuaGottO
    Der alte Klassenkamerad von diesem Hitler,
    der Wittgenstein, hat gesagt: "Worüber man nicht
    sprechen kann, darüber muß man schweigen."
    Nur die plane, offensichtliche Bedeutung genommen,
    wäre dieses und jedes Kunstforum leer, nicht exis-
    tent.
    Wo-von-man-nicht-spre-chen-kann
    Da-rü-ber-von-muß-man-schwei-gen
    sie-ben-Schrit-te-zum-Him-mel
    in jeder Zeile.Nur die plane,
    offensichtliche - Was? - genommen.
    wäre keine Bedeutung -
  • rellihcsruK

    Wo-von-man-nicht-spre-chen-kann
    Da-rü-ber-von-muß-man-schwei-gen
    sie-ben-Schrit-te-zum-Him-mel
    in jeder Zeile.Nur die plane,
    offensichtliche - Was? - genommen.
    wäre keine Bedeutung -


    Ääh.... ja??
  • siku
    Kant ist gut, wenn man eine Uhr zu stellen hat,
    aber sonst taugen dessen Gedanken nicht sooo
    viel, sobald man aus dem Zimmer, aus dem Häus-
    chen ist. [...]

    Der Künstler muß sein eigener Philosoph sein und
    die Themen in Formen packen, so daß sie kommuni-
    kabel werden. (Auch bei kabellosen Verbindungen.)
    Das ist übrigens der Unterschied vom Künstler zum
    Maler: der eine schafft, der andere reproduziert,
    was schon offensichtlich ist. Der erste hat schon
    mal das Problem etwas rüber zu bringen, der zweite
    hat kaputtgehauene Schultern für fast Nichts - aus-
    ser Handwerk Nichts gewesen.


    ...ein Einblick in heutige Künstlerseelen :-)))

    - und da liegt vermutlich auch mit das Elend im Kunstbetrieb. Eigentlich ein Thema schon aus der Frühromantik: Künstler verlieren ihre "staatlichen" Auftraggeber - und schon haben sie das Gefühl des Verlassenseins.
    Grenzt Euch von den Philosphen wie "Kant" ab, der ist als Ersatz von Kirche und Adel, als Wegweiser für di Kunst und Künstler überholt und untauglich. Da einige Künstler das auch zu merken scheinen, meinen sie, jetzt alles in die eigene Hand nehmen zu müssen - das kann eigentlich nur ins Chaos führen. ;-)

    Die Künstler "schaffen" doch nach Anleitung, indem sie sich mit bereits vorhandener Kunst auseinandersetzen und den gängigen Vorstellungen der Kunstkritik folgen - was machen da schon die kleinen individuellen Abwandlungen aus? Während der Künstler glaubt Neues zu schaffen, meint der Rezipient: "guckt weiter ab". :-)
  • rellihcsruK
    ...ein Einblick in heutige Künstlerseelen :-)))

    Na, ich habe das schon allein geschrieben ;-))
    Aber wer sich dem graduell anschließen will
    oder es schon tat - nur zu, nur zu...

    Da einige Künstler das auch zu merken scheinen, meinen sie, jetzt alles in die eigene Hand nehmen zu müssen - das kann eigentlich nur ins Chaos führen. ;-)

    ... und aus dem Chaos wieder heraus.
    Die häufige, widerspruchslose Adaption der gegebenen
    'Situation', die hat dem thread den Titel gegeben, yeah.

    Die Künstler "schaffen" doch nach Anleitung, indem sie sich mit bereits vorhandener Kunst auseinandersetzen und den gängigen Vorstellungen der Kunstkritik folgen - was machen da schon die kleinen individuellen Abwandlungen aus? Während der Künstler glaubt Neues zu schaffen, meint der Rezipient: "guckt weiter ab". :-)

    Es ist nicht von Nachteil sich mit bereits vorhandener Kunst
    auszukennen - oder sich wenigstens dafür zu interessieren.
    Aber ohne den starken eigenen Anteil des Künstlers und In
    beim Machen und Tuen, verkommt die Gegenwart der Vergangen-
    heit schnell zu loser Genre.Pinselei - es wird sich an Ober-
    flächen festgesaugt, Formen können fröhliche Urstände feiern,
    während das eitel Bild doch leer bleibt. (Das ist auch ein
    schönes Motiv, nicht wahr?)
    Es geht auch nicht darum die Suche nach neuen/ anderen/ inter-
    pretierten Darstellungen zum Selbstzweck zu erheben - den Kanon
    täglich neu zu definieren, das scheitert am information overload
    - und natürlich der Mathematik. :-))
    Heißt: nur abgucken, das ist nicht genug.
  • ztinuaGottO
    Da einige Künstler das auch zu merken scheinen, meinen sie, jetzt alles in die eigene Hand nehmen zu müssen - das kann eigentlich nur ins Chaos führen. ;-)

    ... und aus dem Chaos wieder heraus.
    Die häufige, widerspruchslose Adaption der gegebenen
    'Situation', die hat dem thread den Titel gegeben, yeah.

    Der Anlaß gestern zu diesem Thread war ein rewin süielerischer.Als ich gestern auf der Startseite wieder dutzendfach Kommentare zu den neuesten susifickibildchen sah, war ich so gelangweilt davon, daß ich diesen Quasseltext dazu ersann. Hätte nicht gedacht, daß er plötzlich polarisieren würde...aber macht auch nichts.
  • rellihcsruK

    Der Anlaß gestern zu diesem Thread war ein rewin süielerischer.Als ich gestern auf der Startseite wieder dutzendfach Kommentare zu den neuesten susifickibildchen sah, war ich so gelangweilt davon, daß ich diesen Quasseltext dazu ersann. Hätte nicht gedacht, daß er plötzlich polarisieren würde...aber macht auch nichts.


    Aber darüber haben wir es hier doch... darum geht's
    die ganze Zeit. Doch!!
    :-))
  • ztinuaGottO

    Wo-von-man-nicht-spre-chen-kann
    Da-rü-ber-von-muß-man-schwei-gen
    sie-ben-Schrit-te-zum-Him-mel
    in jeder Zeile.Nur die plane,
    offensichtliche - Was? - genommen.
    wäre keine Bedeutung -


    Ääh.... ja??


    Hab hier nur den Originalwortlaut von Wittgensteins Spruch hingeschrieben, in je 7 Silben zerlegt.
    Im Ernst, was eine plane, offensichtliche Bedeutung sein soll, wie Du es genannt hast, verstehe ich nicht. Das wäre dann ja wohl nur ein Sachverhalt. ein Fakt. den man nur beschreibend registriert wie z.B. die Bewegung einer Hand ohne zu sagen zu dürfen, daß man ihre Absicht, nach etwas greifen zu wollen, erkennt...
  • ztinuaGottO
    Das wunderbar Verwirrende an diesen Threads sind die gelegentlichen Zeitüberkreuzungen :)
  • rellihcsruK
    'plan' als Adj. oder Adv. bedeutet: 'eben', 'flach'.
    Und eben: 'einfach' oder auch mal 'leer'.
    Hier dann: die uninterpretierte Aussage des Satzes,
    comes as it is.
    Genau was der Satz sagt - ohne die Ergänzung: "Jetzt
    müssen wir aber mal definieren, was das sein soll, das
    von dem man nicht sprechen können soll."

    - - - - - - - - - - - - - - - -
    Und 'plan, offensichtlich' ist nicht 'plan offensichtlich',
    hier...
  • ztinuaGottO
    Ja.
    Gut...so gesehen,
    dazu zart aufkeimende Gedanken werde ich mal vorsichtig wässern und hegen
    und dann rauf aufs Fahrrad und raus in Wind und Wetter...
  • siku
    "Jetzt
    müssen wir aber mal definieren, was das sein soll, das
    von dem man nicht sprechen können soll."



    hier gehts zur bildnerischen Lifestyle-Umsetzung
    Elegant und provokant - Gottfried Böhmer, Dr. Afschin Fatemi und Prof. Dr. Martin Jörgens vergaben den Kaiserswerther Kunstpreis 2011 an Barbara Rapp
  • rellihcsruK
    Sicher ein Spektakel allerhöchster Priorität.
    Und vor lauter Küßchen-Küßchen.Ritualen und
    geschwungenen Reden und dem Wegspringen vor
    herniederstoßenden Namen und so weiter,
    käme man gar nicht dazu was zu sagen.
  • alappoh
    "Jetzt
    müssen wir aber mal definieren, was das sein soll, das
    von dem man nicht sprechen können soll."



    hier gehts zur bildnerischen Lifestyle-Umsetzung
    Elegant und provokant - Gottfried Böhmer, Dr. Afschin Fatemi und Prof. Dr. Martin Jörgens vergaben den Kaiserswerther Kunstpreis 2011 an Barbara Rapp


    zum dargebotenen Link:
    Irren war ja schon immer eine menschliche Eigenschaft.
  • iffulF

    ... Grenzt Euch von den Philosphen wie "Kant" ab, der ist als Ersatz von Kirche und Adel, als Wegweiser für di Kunst und Künstler überholt und untauglich. Da einige Künstler das auch zu merken scheinen, meinen sie, jetzt alles in die eigene Hand nehmen zu müssen - das kann eigentlich nur ins Chaos führen. ;-) ...


    - Blödsinn.


    ...indem sie sich mit bereits vorhandener Kunst auseinandersetzen..


    - Stimmt.


    ...und den gängigen Vorstellungen der Kunstkritik folgen...


    - Blödsinn
  • iffulF
    ...Als ich gestern auf der Startseite wieder dutzendfach Kommentare zu den neuesten susifickibildchen sah, war ich so gelangweilt davon, daß ich diesen Quasseltext dazu ersann...


    Sehr sehr schlecht.
  • iffulF
    ...Es ist nicht von Nachteil sich mit bereits vorhandener Kunst
    auszukennen - oder sich wenigstens dafür zu interessieren...


    Sehr sehr weise.
  • Page 1 of 2 [ 28 Posts ]

  • Sign in to respond or to ask a question.

Related topics and pictures