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  • Eine Frage des Könnens?

  • suilenroc
    unter dieser Adresse gibt es ein interessantes Skript, passend zum Thema - zu : " Der Dilettant als Normalfall", es lohnt sich zu lesen.
  • siku
    Zitat von pims: "Um mich kurz zu fassen, noch Mal meine Frage:
    was macht ein perfekt umgesetztes Gemälde mit einem anspruchsvollen Thema zum Schrott,
    währenddessen eine Schmiererei, die wortwörtlich jeder Schimpanse mit verbundenen Augen hinkriegen würde,
    zu einem großen Kunstwerk ernannt wird."

    Einen gern genutzten Argumentationsstrang schließe ich hier nachdrücklich aus: die Position des kunstbestimmenden Individuums. Der Glaube, man könne sich selbst zum „Gesamtkunstwerk“ ernennen, und schon wäre man anerkannter Künstler, ist irgendwie rührend, aber leider unkompetent. Die Bestimmung, was ist Kunst und was nicht, ist nicht eine ausschließlich individuelle Entscheidung – das wäre vermessen. Die Bestimmung zum Kunstwerk ist ein kollektiver und zeitlich abhängiger Konsens.

    Zu den eingestellten Beispielen: das Bildnis fällt möglicherweise unter folgende Aussage (wenn es sich nicht um einen Ausschnitt eines Gemäldes handelt): „Auch die Technik kann ein Kunstwerk machen, macht aber niemanden zum Künstler“ (Erich Heckel). Ob der Maler des Portraits ein anerkannter Künstler ist, kann ich anhand dieses Bildes nicht erkennen. Es fehlt die individuelle Handschrift des Malers, wobei diese zugegebener Maßen bei einem Bildnis schwer auszumachen ist. Nicht jeder ist z. B. ein Ferdinand von Rayski, dessen Duktus sehr prägnant ist, oder Otto Dix. Ein naturalistisch gemaltes Bildnis mit einer abstrahierten Landschaft zu vergleichen, ist wie der Vergleich von Äpfel und Birnen. Die eingestellten Bilder eignen sich nicht sonderlich gut für die Auseinandersetzung mit einem meisterlich gemalten, zu„Schrott“ degradiertem Gemälde oder einer zum Kunstwerk ernannten Schmiererei. Ich halte beide Bilder für "Dekoration" ,das ist natürlich auch ein vorschneller Begriff. (vorausgesetzt das Bildnis ist kein Gemäldeausschnitt). Also nicht geeignet, um Kunststile bestimmter Epochen mitzuprägen. Trotzdem: alle Achtung vor der technischen Leistung der Maler. Von Schimpansen scheint aber keines der beiden Bilder gemalt worden zu sein. Gruß siku
  • Dr. Ulrike Ritter
    Dr. Ulrike Ritter
    Muss es nicht naturbelassener Roibusch sein?
    Und warum "schmieren" Schimpansen?

    Meerschweine haben zum Beispiel eine angeborene Neigung, sich hüpfend und schwingend zu bewegen. Besonders die jungen Meerschweine tanzen geradezu. Wenn ich nun meinem Meerschwein verdeutliche, dass ich es total groovig finde, wenn es schick vor meiner Kamera herumhüpft, und das Meerschwein dann vor der Kamera loshüpft, reinschaut, rausschaut etc., sich eben eigentlich bewusst inszeniert und etwas gestaltet, ist das dann Minderwertig?

    Man könnte ja argumentieren, dass der Schimpanse leichter mechnisch malt (zum Beispiel vorgegebene Felder ausmalt) als seine Gemälde zu reflektieren. Das angeblich technisch Hohe der imitierenden Malerei stünde dann nicht mehr so gut da. Immerhin ist es ja auch für die KünstlerInnen vor allem interessant gewesen, solange man Imitationskunst noch wirklich dringend im Alltag brauchte - weil es keine Fotografie gab. Das Argument finde ich auch wichtiger, denn dass ein Meerschwein etwas auch kann, oder ein Schimpanse, wäre für mich noch kein Argument, etwas minderwertig zu finden (das hätte schließlich eher den 'universal language groove'). Heute hat aber der Versuch, mit einfachen Farben und der Hand etwas Gegenständliches, Naturalistisches hinzukriegen, von vo9rnherein etwas Komisches. Schließlich beweist man dadurch nur, dass Kunst in ihrer technisch defiziären Ecke bleibt - die nicht anstinken kann gegen Reproduktionsmedien wie Satelliten bzw. physikalische Wellen. Der/die KünstlerIn kann natürlich, z.B. ein Porträt, besonders gefällig gestalten etc. Aber eine besondere Qualität, z.B. über die "Handschrift", setzt schon voraus, dass man noch an künstlerische Genies glaubt und daran, dass es sinnvoll ist, diese zu verherrlichen. Das ist doch viel extremer als der Versuch von modernen KünstlerInnen, individuelle Begriffe (ihrer Kunst, von deren Inhalten) mit dieser zu vermitteln und besonders gewitzt darzustellen. Darauf (auf die Idee und die Ausführung) haben KünstlerInnen dann ein eigenes Urheberrecht, dadurch bleibt es individuelles, geistiges Eigentum, also auch ein individuierter Wert, und lässt sich auch "vermarkten", ohne dass dieses "Individuelle" eine Art Mehrwertbetrug (im marxistischen Sinne) darstellt. Warum sollte das dann nicht jede(r) prinzipiell können? Die Frage ist halt, ob bzw. in welcher Form es in einem Werk der Fall ist.
    Will sagen: Wenn ein Schimpanse zum Beispiel von einer besonders tierlieben Künstlerin-Besitzerin dazu gebracht wird, auch zu malen, dann fände ich diese Bilder außerordentlich wertvoll, auch wenn sie nicht besser aussähen als einfache Kinderzeichnungen. (Den Künstler-Besitzern würde ich erstmal misstrauen, das wäre vielleicht eher Schinderei als Liebe, mal als kleine sexistische Nebenbemerkung, höhö...).

    Dr.U. & d.s.W.

    P.S.: Die Guinea Pig Video CD ist also nur deshalb so preiswert, weil ich die Videos noch nicht universell formatiert habe. Nur Logitech und ein paar andere Formate. Uups.
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  • Annemarie Siber
    Annemarie Siber
    ...... Die Bestimmung zum Kunstwerk ist ein kollektiver und zeitlich abhängiger Konsens.
    ...................................... Ich halte beide Bilder für "Dekoration" ,das ist natürlich auch ein vorschneller Begriff. (vorausgesetzt das Bildnis ist kein Gemäldeausschnitt). Also nicht geeignet, um Kunststile bestimmter Epochen mitzuprägen. Trotzdem: alle Achtung vor der technischen Leistung der Maler. Von Schimpansen scheint aber keines der beiden Bilder gemalt worden zu sein. Gruß siku


    Tja und nun??
    Wenn also irgendwelche "KENNER" eine Masse von "Kunst-Lemminge" dazu bringen einen kollektiven Kniefall zu vollziehen, dann ist DAS Werk dann Kunst. Während nebenan ein "derzeit" geschmähtes Werk von einem (noch) nicht anerkannten Künstler auf besagten Kniefall warten muß, damit die "Lemminge" es als Kunst akzeptieren?????
    Ist doch nicht Dein ernst, oder????
    Demokratie der Schönheit in der Kunst auf Basis eines NICHT GEWÜNSCHTEN "Führers"???

    Danke - DARAUF habe ICH KEINEN BOCK!!!!!
    Erlaube mir INDIVIDUELL zu entscheiden, was MIR gefällt und was nicht!!!

    Liebe Grüße
    AnneMarie
    Signature
  • iriJ
    Einen gern genutzten Argumentationsstrang schließe ich hier nachdrücklich aus: die Position des kunstbestimmenden Individuums. Der Glaube, man könne sich selbst zum „Gesamtkunstwerk“ ernennen, und schon wäre man anerkannter Künstler, ist irgendwie rührend, aber leider unkompetent. Die Bestimmung, was ist Kunst und was nicht, ist nicht eine ausschließlich individuelle Entscheidung – das wäre vermessen. Die Bestimmung zum Kunstwerk ist ein kollektiver und zeitlich abhängiger Konsens.



    Die Orientierung scheint schwer, ist aber eigentlich ganz einfach.
    EIn Künstler sollte sich zunächst von dem Anspruch befreien geliebt zu werden.
    Die Versklavung seiner Gedanken bezüglich dem Weg seiner Kunst, der Perfektion nachhetzen und die Erwartung von Anerkennung Aussenstehender Diletanten ist schon zu viel.

    Jedes Dorf verträgt zehn Künstler. Ohne Angst seinen Weg gehen, ohne Angst sein Inneres nach aussen kehren ohne Angst vieleicht verspottet zu werden. Das ist der Weg zur heutigen Kunst. Ein Fischbild bietet Raum für zehn Jahre Malerei und 300 Meter Galeriewand.

    Technik ist gut, jedoch nur mittel zum Zweck. Das bedeutet Technische Perfektion ist vor allem erst einmal Handwerk.
    Die Kunst, kommt bei vielen nie.
    Arbeite an Konzepten, an Themen, ein Bild ist ein Teil eines Puzzles und nicht die Kunst.

    Meine Regeln:
    Regel Nr. 1 Gehe deinen Weg
    Regel Nr. 2 Keine Angst
    Regel Nr. 3 Nutze deine Zweifel
  • Raphael
    Raphael
    Das seh ich allerdings auch so. Individuell entscheide ich selbst was ich als Kunst empfinde und was nicht und genau dieses Recht gestehe ich auch jedem anderen zu.
    Wie könnte ich es jemandem überlassen mir "beizubringen" was Kunst ist ? Vielleicht sogar jemand der seinen Studenten Dinge erzählt wie "Himmel ist niemals blau" ? ( schonmal ausm Fenster geschaut ? )
    Kunst ist für mich das was mir gefällt.
    Meine Aussage bezüglich des "sich selbst zum Gesamtkunstwerk stilisieren" war alleine auf den modernen Markt bezogen, bzw. auf das worauf die breite Masse ( besagte "Lemminge" ) drauf abfährt.
    Das ist traurig und schlimm, aber leider Tatsache.
    Aber, muss man sich als schaffender Mensch auf sowas einlassen ? Muss ich berühmt und reich sein und einen Status erreichen der es völlig egal werden lässt was ich überhaupt tue, weil die Leute es ohnehin lieben werden ? Wieder kommt das Individuum ins Spiel. Es ist und bleibt mir selbst überlassen ob ich da mitmachen möchte oder nicht.
    Wenn es heutzutage genügt verrückt genug zu sein um als "Künstler" anerkannt zu werden, dann treffe ich für mich selbst die Entscheidung lieber kein "Künstler" zu sein. Bleib ich lieber Maler von bunten Bildchen.
    Denn immerhin gibt es unter der Masse auch das ein oder andere Individuum, das meine Bilder mag. Und genau für diese Menschen lohnt es sich, Bilder zu malen. Niemand sollte das Recht haben andere Leute in irgendwelche Schubladen zu stecken, erst Recht nicht irgendwelche Kunstkritiker.
    Kunst ist und bleibt für mich eine rein individuelle Sache, die sich weder verallgemeinern, noch auf die breite Masse anwenden lässt.
    Das was ich tue mag dem einen nicht gefallen. Dem anderen gefällts und er gibt mir Geld um es zu besitzen, wofür auch immer. Wird man dadurch nun zum Künstler oder zum Schrottie ? Für den einen wird man wohl zum Schrottie, wohingegen man für den anderen zum Künstler wird. Wie ich mich aber selbst sehe, bleibt mir überlassen.

    Vorschriften... in der Kunst gibt es keine ;-)
    Signature
  • siku
    @ AnneMarie
    Von einem Kunstwerk wird neben seiner äußerlichen Schönheit verlangt, dass es eine Aussage über das Gezeigte hinaus in sich trägt, also einen ästhetischen Wert beinhaltet. Ästhetik gründet sich auf tradierten kulturellen Werten, die im Laufe der Geschichte einem zeitgemäßen Wandel unterliegen – also nicht der Meinungsbildung des Individuums anheim gestellt sind, wobei das Individuum in die Kultur aus der es stammt eingebunden ist.

    Es spricht nichts gegen persönlichen Geschmack des Einzelnen, aber er steht nicht über unserer kulturellen Sprache! – Nehmen wir uns nicht zu wichtig, wenn wir auf unsere persönliche Meinung und Entscheidungsfreiheit pochen? – Die anderen „irgendwelche >KENNER<“, möglicherweise Philosophen, Kunsthistoriker, Theologen, was gehen die den Individualist an?
    Deinen Begriff des „NICHT GEWÜNSCHTEN Führers“ halte ich in der Frage nach einem ästhetischen Anspruch für unpassend.
    Noch ein kleiner Literaturtipp: Aufsatz von Udo Reinold Jeck: „Die „Beseelung“ des Bildes. Stationen in der Geschichte einer bildtheoretischen Grundkategorie – Ästhetik als Problem der europäischen Geistesgeschichte.“ In: Kunst und Ästhetik. Hrsg. von Werner Scheel/Kunibert Bering, Berlin 1997.
    Liebe Grüße siku
  • Annemarie Siber
    Annemarie Siber
    .... Ästhetik gründet sich auf tradierten kulturellen Werten, die im Laufe der Geschichte einem zeitgemäßen Wandel unterliegen – also nicht der Meinungsbildung des Individuums anheim gestellt sind, wobei das Individuum in die Kultur aus der es stammt eingebunden ist.

    – Nehmen wir uns nicht zu wichtig, wenn wir auf unsere persönliche Meinung und Entscheidungsfreiheit pochen? – Die anderen „irgendwelche >KENNER<“, möglicherweise Philosophen, Kunsthistoriker, Theologen, was gehen die den Individualist an?
    Deinen Begriff des „NICHT GEWÜNSCHTEN Führers“ halte ich in der Frage nach einem ästhetischen Anspruch für unpassend.
    @siku

    @siku

    Meine Grenzen als Individuum beginnen da, wo die Grenzen des anderen Individuums aufhören und INNERHALB dessen ist es MEINE PFLICHT mich und meine Meinung wichtig zu nehmen - wie sonst sind Philosophen und Denker entstanden?? Sicher NICHT indem sie den jeweiligen "ZEITGEIST" nachgeplappert haben!! Doch wohl eher durch EIGENES reflektieren in Form von EIGENEM Geschmack und EIGENEM Denken, oder??
    Alle anderen waren dann die graue Masse des sog. "Zeitgeist".
    Es gab und gibt Dogmen, die immer und überall richtig waren, einzig ihre Interpretation wurde von Leitfiguren den Interessen untergeordnet und angepasst und solchem Typus misstraue ich instinktiv aus tiefstem Herzen!!!
    Sie haben uns über Jahrzehnte ein Frauenbild vorgeschrieben, die Mode diktiert und kritiklose Folgsamkeit gefordert. Ihre Zeit ist Geschichte! Leider nicht für jeden - aber DAS sind in meinen Augen gerade diejenigen, die Angst vor ihrer eigenen Individualität haben!
    Ich habe es nicht!!
    Ich habe ein recht auf MEINE Meinung, MEINEN Geschmack, MEINE Vorlieben und MEINE Ideale!!!!!
    Solange kein anderer dadurch verletzt wird hat NIEMAND das recht MIR vorzuschreiben was ich zu denken oder empfinden habe!!

    JA ICH NEHME MICH WICHTIG!!! Und das sollte jeder andere auch!
    Diejenigen, die uns was anderes sagen wollen, nehmen sich SELBER VIEL zu wichtig!!
    Ich höre gerne zu und lerne von anderen, aber mein Urteil - als Resultat daraus - bilde ich mir selber.

    LG
    AnneMarie
    Signature
  • Jürgen Stieler
    Jürgen Stieler
    Oha, jetzt will ich auch mal. Habe erst heute Abend die Diskussion gefunden und hoffe, dass ich nichts unnötig wiederhole (es ist schon alles gesagt worden, nur nicht von allen ...)
    Wenn AnneMarie schreibt, sie hat keinen Bock auf einen Kunst-Führer, kann ich das irgendwo nachvollziehen. Und ob sich eine gegenwärtig gültige Definition von Ästhetik immer auf tradierte Kulturwerte beruft, wage ich auch zu bezweifeln. Selbst unter den gegenwärtigen Pholosophen, Denkern und Kritikern ist der "Kunst"-Geschmack nicht homogen und auch nicht an einer generellen Definition festzumachen.
    Des Weiteren frage ich mich, ob Originalität der Schlüssel zur Kunst ist - für den Markt vielleicht. Es fiele mir leicht, einen Orang-Utan (wenn ich ihn denn hätte) in Gummistiefeln erst durch eine überdimensionierte Farbpalette und dann über eine nicht gerade kleine Leinwand toben zu lassen. Wichtiger ist der Text, den ich mir (oder noch besser ein Kunsthistoriker oder Kritiker) zur Interpretation des "Werkes" ausdenke: "In unübertrefflicher Weise zeigt uns Johnny durch die spontane, ungezügelte, ja geradezu rohe, weil im besten Sinne des Wortes animalische Weise, wie das Medium Farbe aus einem abstrakten Kontext auf das konkrete Medium Leinwand gebracht wird. Geradezu nachvollziehbar wird, wie er uns den Himmel auf die Erde holt und uns durch seine Aktion, in welchem das Tier lediglich Akteur, gewisser Maßen Medium ist, die eigentliche Bedeutungslosigkeit der Spezies Homo Sapiens in der ewigen Bewegung des Universums vor die eigenen, oftmals arroganten Augen geführt wird ... ."
    Ich habe mir diesen Text eben beim Tippen ausgedacht, reine Verarsche eben, es fiel mir nicht schwer, man muss eben nur mit wenig Phantasie die geradezu phantastische Geschichte vorbringen. Und noch eins ist wichtig für den Markt: NIEMAND darf VOR MIR so etwas gemacht haben. Ich bin nur Künstler, solange ich der erste bin, der den Orang-Utan durch die Farbe hat stiefeln lassen (ich weiß nicht, ob das schon jemand gemacht hat - wenn nicht, beaspruche ich keinerlei Urheberrechte!!), ansonsten wäre ich billiger Kopist.
    Das Publikum urteilt auch nach verschiedenen Kriterien: Die "In-Crowd", die die nötigen finanziellen Mittel hat, kauft sich kritiklos, was angesagt ist, um vor ihresgleichen Bestand halten zu können. Andere hängen angesagten Kritikern an den Lippen und himmeln die von denen verehrten Künstler an, merken sich Phrasen aus den Interpretationen, um auf Parties mitreden zu können. Die Masse des Publikums hält das für Kunst, zu dem es selbst nicht fähig ist - das gilt aber eben auch nicht immer.
    Jeder sollte für sich den gesunden Menschenverstand walten lassen, um etwas, individuell für sich gültig, zur Kunst zu erklären, ganz einfach auch, um eben nicht für dumm verkauft zu werden. Eben weil es keine gültige Definition gibt. Deswegen müssen wir nicht die ewig gestrigen sein.Wir haben gestern unsere Erfahrungen gesammelt, aber wir LEBEN, ARBEITEN, SEHEN UND URTEILEN HEUTE!! (Die alten Meister waren Handwerker, wirklich. Man studierte nicht Kunst, sondern ging bei einem Meister in die Lehre, der eben eine Meisterwerkstatt mit Gesellen und Lehrlingen hatte, die in Arbeitsteilung an den Werken arbeiteten - trotzdem ist es für uns heute Kunst)
    Ich könnte noch länger, habe besstimmt viel vergessen, aber der Text soll auch nicht zu lang werden ...
    Liebe Grüße - Johnny
  • Jürgen Stieler
    Jürgen Stieler
    AnneMaries und mein Beitrag haben sich überschnitten - aber ich muss deswegen nix ändern! (Merke gerade, schreibe zu oft "eben" ...)
    Gruß - J.
  • Annemarie Siber
    Annemarie Siber
    ...kein Problem Johnny! So etwas passiert EBEN, wenn man emotional schreibt!
    *lächel*
    AnneMarie
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  • Annemarie Siber
    Annemarie Siber
    DAS erklärt vieles *lach*! Muss weh getan haben!! Folgeschäden?? *grins*
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  • Raphael
    Raphael
    Man entschuldige bitte meine Ausdrucksweise, aber wie kann man einen solch guten Diskussionsstrang mit solch niveaulosem Rotz zerstören ?

    Der letzte sinnvolle Beitrag war der von Johnny. Sollte ich irgendwann einen Orang Utan zur Verfügung haben schicke ich ihn dir, denn den passenden Text um das Bild zu einem "Mega-Meisterwerk" in den Augen der "Experten" zu machen hast du ja schon ;-)
    Damit hast du die Sache zimelich auf den Punkt gebracht. Heutzutage erscheint der "Künstler" und sein Geschwafel wichtiger als das eigentliche Bild.
    Ich kann das nicht nachvollziehen, aber jeder tickt eben anders und letztendlich entscheidet ja jeder selbst was er sich ins Wohnzimmer hängt und was nicht...
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  • camo
    camo
    Sehr lesenswert und sehr wahr:

    Why it`s ok, not to like modern art.

    a commentary by Julian Spalding

    Modern art's duty to shine an aesthetic light on the soul has been eclipsed by commercialism, says the founder of the Gallery of Modern Art in Glasgow

    I have never met anyone who told me they loved modern art. No one ever came up to me, their eyes glowing with pleasure, telling me I just must see, say, the new wall drawings by Sol Lewitt in the 1970s, or the smashed-plate paintings by Julian Schnabel in the 1980s, or the life-size, glazed porcelain figures by Jeff Koons in the 1990s.

    I have, however, met plenty of people who have told me that I ought to like modern art. There is some place for "ought" in life, but none at all in art; art is a gift, not a duty. The people who told me that it was my job as a curator to like modern art invariably had a vested interest in so doing: either they earned their living making, teaching, criticising or curating modern art, or they came from the worlds of the media and marketing, who genuinely admire anything that can attract so much attention. To counter this cynical, commercial compromising of artistic craft, learning and judgment, it is vital to focus on what art is actually about on its meaning, not on its promotion, nor even its packaging. Content cannot exist without form and, obviously, marketing influences that form, as it influences everything to which we want to attract attention. The crucial question is: how good is the content? If we take our eye off that for a second, we are in danger of being distracted by the wrapping.

    Unbelievable as it might seem to those unfamiliar with the world of modern art, the self-styled artist Piero Manzoni canned, labelled, exhibited and sold his own excrement (90 tins of it) in the early 1960s. The Tate has recently acquired No 68 of this canned edition for the sum of ££22,300. They have coyly catalogued it as a "tin can with paper wrapping with unidentified contents". None of those who collected Manzoni's tins has, as far as I know, tested the veracity of their contents, but then, who would want to?

    In another work, Manzoni drew a line on a strip of paper a single long line, in ink rolled it up, put it in a tube, sealed it and recorded the length of the line and the date of its making on a label pasted to the outside of the tube. The idea was that these tubes, containing lines of different lengths, should remain unopened.

    This takes the triumph of wrapping over content to its logical, but sterile, conclusion.

    How can a line you cannot see be art?

    Nevertheless the Tate has two of these tubes in its collection.

    It is all too obvious to anyone not in the art world (though always denied by those within it) that a rift has opened between the art being promoted in contemporary galleries and the art that people like to hang on their walls at home. Samuel Kootz was perhaps the first of a new breed of art entrepreneurs, among whom Charles Saatchi is currently the best known. During the Second World War Kootz saw his big chance, not just to make New York the art capital of the world while Paris was occupied by the Nazis, but to maintain its supremacy after the war was over. This could only be achieved, Kootz realised, if the big spenders in America started to spend big money on American art.

    In 1943 Kootz thought he had found the artist who could deliver the goods: Byron Browne. Browne''s art at the time was described as "individual", "athletic" and showing "Constant growth". This gives no idea of what Browne's paintings were actually like. In fact they now look like painfully sad imitations of Picasso. The Four Horsemen of the Apocalypse, as depicted in his triptych, could hardly look less alarming with their clippity-clop shoes, electric-whisk heads and B-movie Martian hairdos.

    It is easy to make fun of Browne at this distance in time when the difference between Picasso's innovations and the efforts of his followers has become so clear, but it is less easy to forgive Kootz. He was perhaps one of the first art dealers to apply the methods of saturation marketing to his trade. By 1951, Kootz realised that he had made a mistake and he sold all his Brownes in a deliberately demeaning sale in Gimbel's department store. This led to panic selling by other collectors. Browne was the first artist I know of to be "dumped", a practice that was to become common in the increasingly cynical world of art.

    Browne never recovered, but who cared? By then, Jackson Pollock had come along. The English painter Bridget Riley was one of many who thought that Pollock's art, while exciting and liberating on the one hand, was at the same time a "dead end", leaving ""nothing to be explored"". No artist could pick up where Pollock left off; none did, nor did it occur to anyone to try. While Pollock was being promoted as the greatest artist in America, Edward Hopper, a painter much more deserving of such an accolade, was being totally marginalised.

    The very concept of art has been so brutalised in recent years that it is difficult to see how it can survive, let alone revive. Without a widely accepted understanding of what we mean by art, what chance has it to regenerate? The task we face is to clarify what distinguishes a genuine work of art from the ersatz products of today. The quality that links the paintings of Vermeer and Matisse, Grüünewald and Picasso, and that earns them the status of works of art a status few would deny them is, I would suggest, the aesthetic light that appears to shine out from them. It is worth trying to get closer to what we mean by "aesthetic light", because it is this light that will re-emerge after the eclipse has passed. Any work of art worthy of the name has an instantaneous effect on first viewing. An artist might bring all sorts of feelings and thoughts into play, but unless he or she manages to make them all contribute to one encompassing, illuminating whole, the work of art will have no heart, no "life" of its own.

    Looking at a great work of art makes one feel more fully aware of one''s thoughts yet no longer wearied by them, more exposed to one''s emotions yet no longer drained by them, more integrated, more composed more, in a word, conscious. It is the light of consciousness that great works ignite in our minds. It is this quality of luminosity that unites the divine visions of Piero della Francesca with the nightmares of Goya. This is the light that will return to art after the eclipse has passed. A found object, whether it is a brick or a urinal, cannot by itself inspire you with a heightened level of consciousness, just because it is selected and placed in a gallery. The man who designed the urinal did not make it to inspire ideas about art, but for men to urinate into. We can admire, if we are so inclined, the achievement of his aim. Yet how can we ever really know what was in Duchamp's mind when he put it in a gallery? What imaginative light emanated from Rachel Whiteread's House? It had, it is true, a mournful presence, but this effect was due to its context rather than anything inherent in its form. One could feel sorry for it, but this was essentially a sentimental response, which depended on the feelings one brought to this encounter. Artists try to make statements that transcend private associations: that is what art is an unconditional gift to others. The greater the art is, the more detached it becomes from private meanings, and the more freely it stands as its own interpreter, to speak to all of humankind. By this criteria House does not even begin to be a work of art.

    The most exciting thing that will happen as the eclipse passes will be the emergence of new talent all around us. There are thousands of artists around the world who have gone on creating art because they have not been able to do anything else with their lives, but whose work has been totally obscured.

    Glorious new art, much of it modest though still valid, some of it profound, will emerge from the gloom. Among these hidden delights will be the great art of our times. The tragedy is that we cannot yet see it. Public galleries around the world show the same diet of narrow conceptualism, often by the same few, heavily promoted artists.

    Great artists of the past had an easier job attracting public attention. They enjoyed, for centuries, a virtual monopoly on visual imagery. Since the invention of films and TV, photographs and colour printing, computers and DVDs, the artist''s share of the visual market has diminished considerably. But one only has to see the queues forming for a show of works by Dalí or Matisse, both of whom operated in this context, to know that there is still a hunger for the created image. It is not the need for art that has diminished, but the quality of art that is being shown. This is not because it is no longer being made. It is because a benighted view of art has a stranglehold on the few who choose what little art we are aloud to see. And the public acquiesce, because what else can they compare it with?

    It is one of the most pernicious myths of modern art that we have discovered the great art of our age when, in fact, we have hardly begun to look for it.

    Francis Davison was a John Sell Cotman of our era, an Abstract artist of monastic rigour. It is difficult to describe the effect of looking at his large collages made out of torn and cut coloured papers. At times it is like going for a walk when the whole visual environment the sky, the trees, the earth and the fields collapses about one into an encompassing, luminous pattern. Always his feeling for space and tone is immaculate, and his images glow. He worked in almost total obscurity until I put on an exhibition of his work at the Hayward Gallery in London in 1983, the year before he died.

    Unknown to me, a young aspiring artist called Damien Hirst was bowled over by the show and spent the next two years trying to emulate Davison''s art, until he gave up.

    Hirst wrote later: "Before I went to art school I saw a show at the Hayward Gallery of collages by an artist called Francis Davison that blew me away. When I moved to London a few years later, I was surprised to find out that nobody had heard of him, even though he'd had a big show in a major public gallery." Hirst learnt his lesson, and made sure that that never happened to him. He decided he would be famous whatever he did. Julian Stallabrass quotes Hirst as saying as early as 1990, before he had made his big breakthrough: "I can't wait to get into a position to make really bad art and get away with it. At the moment if I did certain things people would look at it, consider it and then say ''f... off''. But after a while you can get away with things."

    The artists of the eclipse have been getting away with things too long.
    Signature
  • Annemarie Siber
    Annemarie Siber
    Vielen Dank dafür camo!!!! Dieser Artikel spricht mir in vielen Passagen, sowas von aus der Seele!!!!

    ".....Modern art's duty to shine an aesthetic light on the soul has been eclipsed by commercialism, says the founder of the Gallery of Modern Art in Glasgow..."

    Hmmm - sagen also Experten selber - interssant!

    "..... Content cannot exist without form and, obviously, marketing influences that form, as it influences everything to which we want to attract attention. The crucial question is: how good is the content? If we take our eye off that for a second, we are in danger of being distracted by the wrapping...."

    Also DOCH mehr Schein als Sein, oder? aber JETZT wird es richtig spannend:

    "..... Piero Manzoni canned, labelled, exhibited and sold his own excrement (90 tins of it) in the early 1960s. The Tate has recently acquired No 68 of this canned edition for the sum of ££22,300...."

    MIT echter SCHEI... Geld gemacht und das war die Kohle von EXPERTEN (brüll)!!!! Oder (alternativ dazu) mit NICHTS!!!

    "...In another work, Manzoni drew a line on a strip of paper a single long line, in ink rolled it up, put it in a tube, sealed it ...... The idea was that these tubes, containing lines of different lengths, should remain unopened........How can a line you cannot see be art?
    Nevertheless the Tate has two of these tubes in its collection."

    Und sicher auch nicht billig!!!!

    "..... .... Kootz realised, if the big spenders in America started to spend big money on American art.
    ....he had found the artist who could deliver the goods: Byron Browne. ...they now look like painfully sad imitations of Picasso.....It is easy to make fun of Browne at this distance in time when the difference between Picasso's innovations and the efforts of his followers has become so clear, but it is less easy to forgive Kootz........... Public galleries around the world show the same diet of narrow conceptualism, often by the same few, heavily promoted artists....."

    Zeitgeist???? Nein danke!!!!

    Abschliessend nur folgendes:
    Menschen die ihr Leben lang nur ein und dieselbe Musik hören sind arm, weil sie die anderen Klänge nicht kennen. Menschen die nur EINEN Kunststil sind ebenfalls arm, denn ihnen entgeht auch vieles.
    ABER am ärmsten sind die Menschen, die sich SAGEN LASSEN was sie zu mögen HABEN, denn ihnen entgeht ALLES!!

    AnneMarie
    Signature
  • El-Meky
  • itaK
    Kunst ist für mich = G E F Ü H L, egal in welcher Form es dargestellt wird (vielfältig sind auch unsere Gefühlsregungen). Kunst mag den jeweiligen Zeitgeist widerspiegeln oder dem Zeitgeist weit voraus sein, mag provokant sein, schön, liebenswert oder auch für manchen unverständlich...
    Aber es bleibt für mich eine der schönsten Ausdrucksform von Gefühlen. - Wie jeder Einzelne damit umgeht, und ob es ein angenehmes Gefühl ist, sei ihm überlassen.

    @ pims...Und ja, auch die "Schmiererei" eines Affens ist demnach Kunst. Auch er malt aus einem Gefühl heraus. Stellt sich hier nur die Frage, inwieweit ich mich mit seinen Gefühlen auseinandersetzen möchte.

    LG Kati
  • rep
    ...Stellt sich hier nur die Frage, inwieweit ich mich mit seinen Gefühlen auseinandersetzen möchte. ...

    ______und? wie weit möchtest du?
    ______der affe übrigens ist lediglich benutzt worden. mit eigenem antrieb und aus seinem gefühl heraus ... war da wohl nix.

    ...Kunst ist für mich = G E F Ü H L, egal in welcher Form es dargestellt wird

    ______mir fällt dazu was besonders schönes ein...
    :)))
  • odnaliW
    Ich möchte an dieser Stelle ein oder zwei Worte über Raphael verlieren, der das ganze hier als niveaulosen Rotz bezeichnet. Mein lieber Raphael. Wenn man deinen Text vor diesem niveaulosen Rotz liest, dann muss man feststellen, dass du dich ein paar mal wiedersprichst. Deine Meinung zu diesem Thema ist nicht ganz klar ausgedrückt, mir kommt es so vor als ob du jeden Tag Hühnerbrühe schlürfst und dem Nachbarn erzählst du hättest Schweinebraten gegessen. OK. Das ist auch Kunst, dem Nachbarn die Tasche voll zu lügen........kann nicht jeder. Um zu den Beiträgen zurück zu kommen, die du als niveaulosen Rotz bezeichnsest, ich find sie toll und scheinbar verstehst du den tieferen Sinn nicht der dahinter steckt. Die Frage war, wenn du dich erinnerst......Was ist Kunst. Schreiben ist auch eine Kunst. Kann aber nicht jeder. Man denke nur an die vielen Analphabeten die es gibt. Sicher tummeln die sich auch wiederum auf dem Kunstmarkt und malen Bilder. Und die finden viele auch noch gut........ in der heutigen Zeit muss man sagen. Kunst ist undefinierbar gemacht worden. Ein zurück gibt es nicht. Deine Landschaftsbilder sind schön, auch das ist in der heutigen Zeit "noch" Kunst.
  • Dr. Ulrike Ritter
    Dr. Ulrike Ritter
    Ist ja nicht wichtig für den Diskussionsstrang hier, aber "der affe übrigens ist lediglich benutzt worden. mit eigenem antrieb und aus seinem gefühl heraus ... war da wohl nix." ist natürlich ziemlich zweifelhaft, denn die sogenannten Wolfskinder unter den Menschen oder anders Depravierte zeigten ja auch keine Höchstleistungen. Trotzdem würde man Christoph Martin Wieland, Michelangelo oder Virginia Woolf nicht vorwerfen, jede Behauptung von Eigenständigkeit, die über Leistungen von allein aufgewachsenden Menschen hinausginge, wäre illusionär, das wäre alles nicht von ihnen etc. (auch die Muttersprache z.B. wird gelernt, nahezu 'eingeredet' - ist deshalb jeder Satz von den Eltern vorgeschrieben?).

    Dr.U.
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