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  • Eine Frage des Könnens?

  • Pierre Menard
    Pierre Menard
    sophia: schumacher ist leider tod. aber er hat die welt eh reichlich dekoriert. nun gut, die mona lisa sei die gegönnt, mir sagt sie soviel wie nen sack kartoffeln. ändert sich auch nicht durch das original8wenn es es denn war/höchtes der spektakelcharacter törnt mich an). da ist mir nen schoko zwerg von rot schon lieber. ich hab auch nix gegen figuration, nur leipziger allerlei ist wie alkohlfreies bier. es törnt nicht.
    warhol war schon ganz sexy.
    ich finde eh das der gestus und die authenzität was *sorry* fürn arsch sind. hochglanz und industriell gefertigt ist irgendwie gar nicht übel.
    hopper hat mich noch nie sonderlich angetörnt, dann lieber lewitt oder weiner. ach, gibt soviel coolen scheiß. geil ist auch beuys`s:"dürer, ich führe baader und meinhof persönlich durch die documenta v" da wird doch altmeisterliche technik zur nebensache. ;-) und wie früher wird schon lange wieder gemalt irgendwo(der ostblock hat nie aufgehört). wer spaß dran hat, soll es doch machen. aber warhol in dem zusammenhang ist wohl nicht ganz korrekt, der gute hat ja nur sehr selten zum pinsel gegriffen.


    aber: "nichts ist wie es scheint."
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  • Pierre Menard
    Pierre Menard
    noch ne kleine anmerkung: pipilotti rist, die irgendwelche autos verschönert oder jason rhoades, der lachseier, erbsen und styropor zum perfekten prozess macht sind irgendwie sexy.
    selbst so ein apotheker wie hirst hat einen gewissen charme.
    es gibt halt ne menge geiler sachen, und es gibt ne menge gehypter und damit wären wir wieder bei der frage nach dem markt.
    den kann man nicht außenvorlassen bei der ursprungsfrage, genauso wie man das zeitnah wahrscheinlich nur sehr subjektiv sehen kann.
    frei nach warhol: die meisten künstler kennt in 100 jahren eh keiner mehr, aber disney kennen alle.
    kann man auch so interpretieren: flach(ware) siegt.
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  • Sophia
    Sophia
    es gibt halt ne menge geiler sachen, und es gibt ne menge gehypter und damit wären wir wieder bei der frage nach dem markt.


    Ja, von den aufgezählten mag ich persönlich eigentlich nur Damien Hirst, der aber eigentlich auch "traditionelle" Objekte macht, die wegen ihrer Ästhetik wirken. Und da nur die Objekte, die "klinisch sauber" sind. Rot, war das der, der die Gartenzwerge in einen Block Schokolade eingegossen hat? - Dann die auch wg, der Ironie, ansonsten habe ich Schwierigkeiten mit ner "beuysschen Materialästhetik". Der Gute verfolgt mich sowieso. Ich habe die Theorie, daß es ortsspezifische Kunstauffassungen gibt, mit denen man aufwächst. Und zu meiner gehört diese schnell bigotte werdende "Kunst als Ausdruck des Sozialen" Kunstauffassung.
    Und Beuys mit seiner anthroposophischen Kunst hat ja sehr viel "Pädagogisches", eigentlich sogar was Missionarisches.

    es gibt halt ne menge geiler sachen, und es gibt ne menge gehypter und damit wären wir wieder bei der frage nach dem markt.

    Ja, gerade heute morgen habe ich das aktuelle Kunstforum in die Finger bekommen, da ist eine hamburger Gruppe "Zebra", die ab mitte der 60er "realistische" Malerei und Plastik gemacht haben. Erinnerte mich an den "Hyperrealismus", den ich vergessen hatte, weil der "Markt" überwiegend die abstrakten Richtungen förderte. Jetzt tauchen die aus der Versenkung auf, weil eben heute hippe Sachen genau so aussehen wie deren Zeug.

    Es wird immer alles gemacht (z.B. im Osten auch abstrackte Kunst, siehe Glöckner), aber der Markt entscheidet, was über den jeweiligen direkten persönlichen Horizont hinaus wahrgenommen wird.

    Das Andere ist einfach nicht existent.
    Obwohl es Ausnahmen gibt:


    frei nach warhol: die meisten künstler kennt in 100 jahren eh keiner mehr, aber disney kennen alle.
    kann man auch so interpretieren: flach(ware) siegt.


    ...bei dem Zitat ist natürlich interessant, daß Warhol zur Ikone geworden ist, auch Jahrzehnte nach seinem Tod noch bekannt. Der sitzt im Olymp der Kunstgeschichte, vom jeweils aktuellen zeitgeschichtlichen Kontext vielleicht mal weiter oben und mal weiter unten.

    Was ist Kunst? Disney ist mit Sicherheit Kunst, er hat Generationen der Sozialisation von Kindern, die Ästhetik (mit-)geprägt. Direkt, seit den 60ern tauchen immer wieder Disneyfiguren in der Kunst auf, und indirekt, Rauschenberg, ohne Disney wären auch die anderen Comics nicht so populär geworden, aber auch die Grafitti Szene mit monocromen Füllflächen und "Outlines".
    Und dann gibt es noch die Kunst, die nie anerkannt worden ist, die offiziell nicht existiert aber seit Jahrzehnten Generationen prägt und verkauft wird, spontan fällt mir Ida Bohotta oder Bogotta ein, die mit ihren süßlichen Kinderbüchern immer noch ein Dauerbrenner ist.

    Wer wissen will, was warum wie bewertet wird, kommt auf jeden Fall um den Markt und die dahinter stehenden Mechanismen nicht herum. Natürlich schwebt dieser nicht im luftleeren Raum.
    Ausserdem bin ich der Überzeugung, daß durchaus jemand für einen gewissen Zeitraum gepuscht werden kann, daß aber ohne dahinterstehende Qualität sich niemand lange hält.
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  • Pierre Menard
    Pierre Menard
    die sozialschiene ist wirklich ein wenig bedenklich. ich mag auch keine betroffenheits oder plakativ-soziale kunst.
    trotzdem denk ich, das künstler durchaus einen gewissen utopie anspruch haben dürfen(wie beuys).
    über die materialästhetik von beuys kann man sicherlich streiten, aber der ist ja auch schon von vorgestern(trotzdem geil).
    ist so ähnlich wie tapies(kenn nix wirklich aktuelles von ihm), geile sachen aber eben von damals.

    roth ist der, mit den gartenzwergen in schoko und der schimmelkunst richtig. und dem flachen müll in tüten. und der soloszenen. ich merk schon, ich komm ins schwärmen. aber eben auch irgendwie damals.

    hab den zebra artikel gerade überflogen, die polyesterfiguren scheinen mir ganz nett zu sein. mit dem andren kann ich nix anfangen.


    ja. disney war mit sicherheit künstler(surrealist-gab da auch verbindungen meines wisens nach), aber irgendwo war er noch mehr unternehmer als hirst.

    zur materialästhetik: ich komm irgendwie immer mehr zur überzeugung das kliniisch saubere(am besten plastik und industriell) sachen am besten passen heutzutage. sicher das dreckige und kaputte kann ein gewollter und gekonnter kontrapunkt sein. ist aber nicht unseren schönen medien und warenscheinwelt entsprechend und prägend.

    das man ganz ohne qualität on the top(länger) sein kann, glaube ich auch nicht.
    und die "leipziger" haben ja auch qualität. nur ist für mich ist das halt nix(subjektives geschmacksurteil).

    zum thema malerei noch schnell: ich war letztens auf der ausstellung des förderpresies der kunstakademie, von der gezeigten malerei war in meinen augen 95% deko. wie alle malerei(auch richter oder tuymanns) sind deko. nur halt auf nen sehr hohem level.

    ist halt schwierig. irgendwie ist das auch nicht mehr so richtig die ausgangsfrage. naja. unterhaltend sind solche themen sicherlich.
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  • Pierre Menard
    Pierre Menard
    NACHTRAG.
    im aktuellen kunstforum ist das kapitel "VIII. metamorphose der wahrnehmung. tiere als künstler" ganz passend in diesem kontext. da die tiere(ich glaub schimpansen) ja in diesem thread schon genannt wurden.
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  • Pierre Menard
    Pierre Menard
    so belangreich fand ich das thema nicht, als das ich mich nochmal durch die untiefen dieses threads quälen werde. gibt wahrlich interessantere sachen zum lesen. ;-)
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  • Pierre Menard
    Pierre Menard
    danke.
    falls du dich wirklich für schimpansenkunst interesierst, sei die der aktuelle kunstforumband empfohlen(wie oben bemerkt). da wird auch nochmal auf die leidige "wir haben einem KuHI dei schimpansenbilder gezeigt, und er fand sie super" diskussion eingegangen. sehr lesenswert der ganze artikel. wer also endlich die antwort auf die brennende schimpansen frage haben will, sollte die ca 17 € für die zeitschrift ausgeben. erleichtert einem dann das leben.

    aber ganz im ernst, das bild ist wirklich schrott. und zwar vom allerfeinsten.
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  • Pierre Menard
    Pierre Menard
    sicherlich sind 20 jahre eine lange zeit. ändert aber nix daran das schrott schrott bleibt.

    allerdings ed wood ist ja auch kult.
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  • Nanni
    Was ist das Gute bzw. anspruchsvolle Thema dieser Bilder?
  • Sophia
    Sophia
    @ don_dada:
    Frage: der Förderpreis von welcher Akademie?
    @pim:
    ich habe nichts gegen gegenständliche Malerei (ich male selbst so), aber wer glaubt, daß das 2 Bild auf der ersten Seite des Threats von einem Affen stammen könnte, dem kann man nur ein Zitat (Kandinski?) entgegenhalten. Der hat zu einem seiner Schüler gesagt:
    Junger Mann, sie müssen noch viel lernen, bevor sie genug wissen, um zu merken, daß sie kein Talent haben.
    ;-)
    Das hört sich hart an, aber das Urteil oben ist auch hart. Auch zum gegenständlichen Malen gehört ein gewisses Gefühl für Farben, Raumaufteilungen und Rythmen.Und wenn man diese in dem Bild nicht sieht, muss man noch lernen.
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  • Sophia
    Sophia
    Mich stört dieses abwertende Urteilen.
    Es ist so, daß bei entsprechendem Unterricht nicht jeder, aber sehr viele, lernen können "naturalistisch" zu malen. Man muß sich nur die Arbeiten der Akademiestudenten des beginnenden 20. Jahrhunderts ansehen. Jeder von denen konnte so gut zeichnen und malen, daß die meisten Leute, die es selber nicht können, für meisterlich hielten. Früher konnten aber sehr viele malen und zeichnen, denn es gehörte zum Erziehungskanon dazu.

    Die meisten großen Maler (Rubens etc) und Bildhauer hatten Werkstätten. In denen wurden die Bilder auf Grund der Entwürfe der Meister vorbereitet, d.h. es wurden Untergründe gemalt, teilweise wurden die Bilder auch ausgeführt, es gab Spezialisten für Hände, Falten, Landschaften etc.

    Diese Leute hatten obwohl handwerklich sehr fit nicht die Fähigkeit, selber ganze Bilder in sehr guter Qualität zu machen, wenn doch, wurden sie selber schnell berühmt, auch wenn sie "niedrigen" oder bürgerlichen Standes waren (Michelangelo z.B.).

    Was hat die jetzt über die Techniker hinaus ausgezeichnet? Es ist unter anderem das Gefühl für Kompositionen, Flächenaufteilungen, Rythmisierungen, Farbzusammenstellungen etc gewesen, die Fähigkeit Bildideen zu entwickeln, die mehr als das einfache Bild waren.

    Es ist sehr leicht, eine Entwurfsskizze zu vergrößern oder, um es in die Gegenwart zu transformieren, Fotos abzupinseln. Was den Unterschied ausmacht sind scheinbar nur Winzigkeiten, wer aber einen Blick dafür hat, sieht in Museen z.B. meist, auch wenn er die Bilder vorher nicht kennt, was "berühmte" und weniger berühmte Maler waren.

    Das auf der ersten Seite gezeigte Bild hat, selbst wenn es von einem Affen gemalt ist, Qualitäten.
    Man kann sagen, daß es einem nicht gefällt, man kann die ganze Richtung nicht mögen, aber diese Qualitäten sollte man sehen. Das Bild ist in der Auflösung schlecht geurteilbar, aber ich sehe die Bildaufteilung, die erzeugte räumliche Wirkung, das Spiel mit den verschiedenen "Bildebenen", die sich wiederholenden diagonalen "Brüche", Schlieren, die so was wie eine Perspektive andeuten, das Andeuten einer 2. Diagonalen durch die Farbverteilung, warme Farben links oben und recht unten (ok, ich sitz vor einem Laptop, der alles etwas Blau macht) usw.
    Ob mir das gefällt ist eine andere Sache. Sehen sollte man es aber schon. Wenn nicht, muß man noch etwas lernen, was Bildanalyse und Komposition angeht.

    Aber das zu einer Schimpansenschmiererei zu erklären, ist kein gutes Urteil, was man sich selbst ausstellt.

    Ps: das vergessene S tut mir leid :-)
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  • Pierre Menard
    Pierre Menard
    war nicht die hochschule für grafik und buchkunst.
    sondern die kunstakademie münster. versteh mich nicht falsch. die bilder waren gut gemalt.
    aber ich finde, das malmaterial sollte heute einfach ein anderes sein als öl auf leinwand. wir leben in einer welt, in der die reality von den medein zu realität gehypt wird. in der die bilder und deren ursprung beliebig sind. und warum soll man sich nicht dieser beliebigen bilder als malmaterial bedienen? und warum soll man nicht das object( ware) direkt nehmen? warum soll man nicht kommerz betreiben?
    gut, die leipziger schule(sofern es sie denn gibt) stellt sich bewußt dagegen, gegen das schnelle, mediale. auch wenn sie es durchaus als motiv benutzen(postkarten, tv usw)
    auch tuymanns hat ja was narratives, filmisches.
    aber, und selbst auf die gefahr hin mich noch mehr in die nesseln zu begeben, ich steh auf chaotischen (medien) dilletantismus als konzept. wichtig ist für mich das bewußtsein, die idee. das ist der kreative prozess. das machen kann ich im prinzip auch von ner fabrik übernehmenen lassen. das ist nur handwerk und artistentum.
    ich brauch auch keine begnadeteten klavier- oder geigenvirtousen. das geht meiner meinung son bißchen in richtung circus. aber wenn wer lust dazu hat, soll er es gerne machen.
    das, was im kopf geht ist wichtig und da kommen dann die mindgames in spiel, die man zusammen spielen kann. das, was man zusammen konstruiert(objektivität?- ein trugschluß an sich).
    die realität zu designen, realityshaping. das ist die kunst.

    bewußtsein schaffen ohne waffen.

    friede freude eierkuchen.
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  • Pierre Menard
    Pierre Menard
    um nochmal was zum abwertten zu sagen:
    grundsätzlich erkenne ich jede kreative leistung an. nur die gezeigetn arbeiten(a rschbilder) erinnern mich an vor 25 jahren, total bekifft rumgelgen und ucomix gelesen. irgendwie warte ich nur drauf das freewheelin franklin durchs bild stapft.

    das mit den schrott sollte man also nicht zu wörtlich nehmen sicherlich haben diese bilder eine berechtigung(wer bin ich auch um das zu bestreiten), aber (geschmacksurteil) für mich ist es belanglos.

    noch ne anmerkung: crumb ist nen geiler künstler.
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  • Sophia
    Sophia
    @don_dada

    Ja, ich kann mit den Arsch-Bildern auch nichts anfangen.
    Oben der Text war an pims gerichtet. Ich bin weit davon entfernt, zu behaupten, man müsse gegenständlich malen, oder überhaupt nur malen...
    Die Frage ist wirklich, ob es sinnvoll ist, in eine "Bilderflutwelt" weitere Bilder zu stellen. Keine Ahnung. Die Verweildauer vor Bildern in Museen ist von an die 10min vor 50 Jahren (deshalb stehen in den großen Sammlungen immer noch Sofas rum) auf unter eine Minute gesunken. Im Grunde hat keiner mehr den Nerv, sich Bilder anzusehen. Vielleicht erreicht man mit anderen Medien, Bildhauerei, Konzeptkunst, digitale Kunst etc besser sein Publikum...

    Obwohl, crumb z.B. hat technisch gesehen ganz klassische schwarz weiss Druck-Grafiken gemacht. Technisch wie Goya, nur hat der keine Kater drallen Rabinnen gezeichnet :-)))

    Vielleicht kommt es weniger auf das Medium als auf die Message an????

    Wie auch immer, ich pinsel...
    Signature
  • iracsa
    Ok, bin ja gerne hilfsbereit:

    "was macht ein perfekt umgesetztes Gemälde mit einem anspruchsvollen Thema
    (wie das <br><img src="http://www.galerie-kk.de/bilder/grbild_3_23.jpg"><br>oder das
    <br><img src="http://www.galerie-kk.de/bilder/grbild_3_111.jpg"><br>oder das<br>
    <img src="http://www.galerie-kk.de/bilder/grbild_3_134.jpg"><br>oder das<br>
    <img src="http://www.galerie-kk.de/bilder/grbild_3_96.jpg">
    ) zum Schrott,
    währenddessen eine Schmiererei, <b>die wortwörtlich jeder Schimpanse mit verbundenen Augen hinkriegen würde</b>,
    zu einem großen Kunstwerk ernannt wird"


    Ich für meinen Teil vermag hier weder eine perfekte Umsetzung (von was auch immer) noch ein anspruchsvolles Thema zu erkennen. Aber vielleicht war das grade der Punkt und ich habs im Moment nur falsch verstanden.
  • Pierre Menard
    Pierre Menard
    sophia: freue mich das du pinselst. pinseln macht spaß.
    ich neige leider immer zu übertreibungen. klar, wichtig ist nicht das medium (obwohl bestenfalls form=inhalt) sondern die message, das thema.
    irgendwie hab ich immer sonn hang zu raumschiff entenscheiss und holodeck.
    wie sagte einst ein weiser mann, "nicht das tafelbild ist schuld an der misere. der knackpunkt liegt woanders."
    ergänzend noch dazu: auch nicht das digitale usw sind schuld.

    für mich geht es ganz klar(unter anderem ;-) ) um wahrnehmung.
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  • Pierre Menard
    Pierre Menard
    was ist an dem satz
    >> "falls du dich wirklich für schimpansenkunst interesierst... "
    das war ein ernst geminter satz mit literaur hinweis. ev. gehst du mal zum buchhändler und erstehst den band "im zoo der kunst II" kunstforum 175 .
    und an dem satz: ""nur die gezeigetn arbeiten(arschbilder) erinnern mich an vor 25 jahren... " ist nichts abwertend, entspricht eher den tatsachen(ich seh das so, also eine subjektive tatsache für mich). abwertend könnte man eher die aussage werten, das die bilder schrott seien. aber, da ich nochmal korigierend sagen, das ist ein subjektives geschmacksurteil. bin kein kuhi. ich könnte das auch einigermaßen begründen, warum das für mich so ist. doch das spar ich mir.


    gegen gegnständliche malerei hat glaub ich keiner was(ich zumindest nicht). ich mag zum beipsiel die "dresdener schule" :-), schnabel, richter, polke und ne menge mehr(ich oute mich jetzt mal-- sogar die leipziger gefallen mir zum teil-krieg da nur nicht ne richtige abfahrt). aber der punkt ist auch, das es nicht mehr reicht etwas einfach abzumalen. genauso wenig wie informelles geschmiere reicht. aber man kann das sowieso nicht an einzelnen werken festmachen(imho), da es viel mehr auf die zusammenhänge und strukturen ankommt.

    irgendwie ist ja sonn typ wie sierra cool, der obdachtlose dafür bezahlt, dass sie inner ner ausstellung im pappkarton sitzen und betteln.
    das nenn ich mal ganz realistische bilder malen.

    und zum thema publikum, kunst ohne reziptienten ist irgendwo keine kunst. es nützt nix wenn du im stillen kämmerlein geniale bilder malst, aber niemand außer dir sie sieht. ev. ist dazu als einstieg der frenhofer aus balzacs "unbekannten meisterwerk" zu empfehlen. kunst sucht immer die öffentlichkeit,denn kunst liegt im auge des betrachters. ;-)
    kunst hat, neben wahrnehmung, für mich auch stark mit kommunikation zu tun. und das bedingt irgendwie ja schon, das ich auch als sender tätig bin, nicht nur als empfänger. kunst, im kommunikativen sinne, beinhaltet das auseindersetzn mit sich un der umwelt, aber auch mit der kunst, die vor einem selbst da war und auch neben einem selbst da ist. mogly ist, solange er bei den wölfen lebt, auf keinen fall ein künstler. egal was er macht. zum künstler wird er erst indem moment wo er von anderen reflektiert wird.

    ach was solls.

    wadada deng my nasi goreng.
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  • Sophia
    Sophia
    @pims
    Es ist nicht so, daß die abstrakte Kunst hochgelobt wurde und die gegenständliche heruntergemacht.
    Zur Zeit ist es genau andersherum.
    Der größte Hype ist z.Z. die "Leipziger Schule", besonders in den USA.
    Das ist so ein Hype, dass alles jetzt das Etikett "Leipzig" aufgeklebt bekommt.
    Ich habe letztens gelesen (im Spiegel?) Martin Eder wäre Leipziger Schule. Der hat aber def. in Dresden studiert, dann in Berlin gewohnt.
    In den 80er war im Westen gegenständlich zu malen "seltsam", aber es haben eine Masse Leute gemacht.

    Die Frage, was wie bewertet wird ist tatsächlich stark vom Markt abhängig. Und der hat seine eigenen Regeln.
    Schließlich kloppen sich dort ein paar dutzend Galeristen um in Deutschland vielleicht 2-3 tausend Sammler, die bereit sind, ein paar tausend Eus für Bilder zu zahlen.
    Diejenigen, die bereit sind mehr zu zahlen sind vielleicht ein paar hundert.

    Im Markt wird mit harten Bandagen gekämpft, daher auch die starken Richtungsstreitigkeiten. Denn wenn ich 3 Sammler davon überzeuge, daß nur gegenständliche Malerei "gut" ist, hab ich der abstrakten Fraktion der gehobenen Klasse 1% Marktanteil abgenommen :-)

    Natürlich kann der Markt nicht "gegen die Gesellschaft" agieren, er ist darin eingebunden.

    Nochmal, die Frage nach Wertigkeit von Kunst ist deshalb immer die Frage nach dem Markt und nach "der Gesellschaft" allgemein.

    Der Markt ist Geschäft, aber es ist kein normales Geschäft. Er ist auch, und das macht den Reiz der Kunst aus, hochgradig "irrational". Was ist vernünftig daran, für einen Richter, also 60 x90 cm Gewebe mit Öl, auf dem eine junge Frau mit Kind ist ein paar hunderttausend hinzublättern?

    Es ist auch ein Gesellschaftsspiel. Kunst zu machen, also die Frage nach der Kunst selbst, aus der Sicht der Künstler, ist wieder ein anderes Thema. Denn die allermeisten Künstler werden von der Kunst nie leben, also treibt die was ganz anderes an (wenn sie nicht dumm oder uninformiert sind). Jeder der Kunst studiert, sollte z.B. wissen, daß nur 3-4 % der Hochschulabsolventen später von Kunst leben, incl. der "Gebrauchsgrafiker".

    Die allgemeine Wertschätzung der verschiedenen Richtungen folgt aber Marktmechanismen, meist mit einer Verzögerung von 2-3 Jahren...
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  • Pierre Menard
    Pierre Menard
    zu sophia: schöner beitrag. gefällt. besonders der abschnitt zum gesellschaftspiel.
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  • Alexander Lang
    interessante diskussion die ihr da führt!
    nun, ich sehe das so: das ziel eins bildeten künstler ist es, ein ästhetisches empfinden beim betrachter auszulösen. dieses ist der genuss bzw. der konsum des kunstliebhabers.

    NUR DARUM GEHT ES!

    die frage ist nun, wie erzeugt der künstler diese empfinden? Durch ein kopieren der natur oder auch nur durch farben und formen? Welche herausforderungen hat der künstler wenn er die natur kopiert im vergleich wenn er versucht diese ästhetische empfinden nur durch anordnung von farben und formen zu vermitteln?

    für ersteres ist die anforderung nur, aber auch nur durch die technik gegeben ohne großartiger intellektueller arbeit. die natur gibt ja eh vor was zu tun ist, der künstler hat sozusagen eine bildliche anleitung. kopiere so gut es geht, man ist dann auch verblüfft aber auch nur um das technischen können des künstlers.

    doch das ist zu wenig oder vielmehr uninteressant in der kunst, denn eine wirkliche intensive künstlerische auseinandersetzung braucht der künstler wenn er es ohne diese naturanleitung schafft, ein kunstwerk die den oben genannten anspruch - erzeuge ein ästhetisches empfinden - erfüllt. er muß genau wissen welche stimmung erzeugen einzelne farben oder die unendlichen farbkombinationen, wie kann er nur durch formen spannungen erzeugen, wie kann er durch anordnung oder komposition bestimmte energien oder emotionen bewußt vermitteln und wie kann er überhaupt auch eine aussage in das bild bringen und schafft er dies ohne einer naturanleitung und ohne nachzumachen was schon da ist. kann er sich überhaupt lösen aus dem korsett und zwangsrahmen innerhalb der welt des sichtbaren und konkreten?

    die aufgabe der kunst ist eben weit größer als die aufgaben eines fotoapparates zuerfüllen. wenn man sich damit einmal auseinander setzt merkt man nach einer gewissen zeit sehrwohl den unterschied zwischen einem affengeschmiere und einem echten kunstwerk. das ästhetische empfinden solcher werke erzeugt dann eine andere und für viele betrachter auch eine viel höhere qualität als das staunen über die gestaltungstechnik.

    dazu möchte ich betonen, dass ich eigentlich kein schaffer der abstrakten kunst bin, sondern vielmehr ein bewundere dessen!

    ;)) LG AlexLang
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