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  • DER LICHTFÄCHER

  • Roderich
    Roderich
    dreizehn:
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    Es schlug dreizehn, dreizehn mal, oder hatte sie sich verzählt?
    Die Turmuhr lag im Nebel und die Sicht auf das Ziffernblatt blieb ihr verwehrt.
    Das alles glich einer nicht enden wollenden Wolke aus Staub und sie wollte
    fallen, zur Seite, nach Unten, überall hin.
    Schwester Rowena führte die Harke über das Beet, so tat sie es schon
    den ganzen Sommer lang.
    Sie musste es ändern, so zu denken, sich selbst. Ein Schritt nach vorne, einer zurück.
    So erlebte sie sich selbst. Ein Blinzeln hätte bestimmt schon genügt, doch
    sie sah gegen die Sonne. Ihre Zukunft brach sich vor ihr im Licht und sie griff danach.
    Wie ein eisiges Seil fühlte es sich an und schnitt tief in ihre Hände, doch sie griff
    nur noch fester zu, loslassen war gegen ihre Natur.
    Nach dort zu schauen, zu gehen, war sie nun gewillt, ging los
    und blieb nie wieder stehen.
    --------------------------------------------------------------------------
    Wieder saß der bunte Vogel in der Krone seines Baums. Dieses mal träumte
    er ihren Namen. Weshalb er ihn bisher nur gedacht hatte?
    Weil sie nicht bereit war zu jener Zeit.
    Er sah in ihr Herz hinein, dort erblickte er ihren sehnlichstden Wunsch,
    den Wunsch niemals gewesen zu sein, weder bewusst noch anders.
    Er umflügelte sie zart und mit der Spitze seines Schnabels pflanzte er
    einen Sämling in ihr Herz. Er pochte sogleich synchron mit ihr in
    einem wohlen hungrigen Glühen.
    Die Transparenz wich klaren Farben und Konturen. Sie erblickte ihre Hand,
    sah dabei zu, wie sie Gestalt an nahm, ballte sie zur Faust. Es war vollbracht,
    Hoffnung keimte in ihm auf. Heute, Gestern, Morgen, alles gleich? Nein!
    Er ließ seine Flügel schlagen, schwang sich empor, er versuchte es nicht,
    er tat es einfach und erkannte nun, nicht sie war es, die nicht bereit war,
    zu jener Zeit, vielmehr war es er!
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    Er fuhr sanft durch ihr Haar, naschte von ihrem warmen Atem.
    Sie war noch immer nicht erwacht und er war dankbar und erfreute sich daran,
    ihr so nah sein zu können.
    Er hatte das nicht oft und schätzte es daher umso mehr.
    In Gedanken malte er ihr Gesicht, ihre Wangen, ihre Augen, die Lippen und
    auch ihr Haar.
    *Hatschiiiii...*
    Sie nieste ihn mitten in sein neugierig verklärt dreinsehendes Gesicht.
    Da musste er lauthals lachen und sie war alsgleich erwacht.
    Was ist denn los, Alucard? Fragte Maria ihn. Er lächelte nur und
    stupste ihre Nase.
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  • tsivob-i
    gHUT,
    dass es
    diesen faden
    gibt!!!!!
    ^°^
  • Roderich
    Roderich *^*
    stern-faden, reist nicht. :)
    ...........wenn auch langsam gesponnen.
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  • tsivob-i ^°^
    gehnow deshalb.
    laaaaaangsaaaam.

  • artep -petra
    artep -petra
    ich mag dein Kopfkino :-)
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  • Roderich
    Roderich
    vielen dank Petra. :-)
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  • Roderich
    Roderich
    vierzehn:
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    Sie stand da, in einer Wüste aus Salz. Ihr Atem kräuselte sich, sie
    wusste nicht
    wann sie zuletzt etwas getrunken hatte, doch hatte sie keinen Durst. Die
    rote Sonne verzehrte sie nicht und es waren nur noch ein paar Schritte bis
    zum Tor. Nicollet legte ihre Hand auf den Knauf und es öffnete sich
    mühelos. Ein Sog, noch drei Schritte und sie war hindurch.
    Ein Dickicht, alles grün, und Laute die sie nie gehört hatte. Aus dem
    Halbdunkel sah ihr ein sechsäugiges Äffchen in die Augen.
    Ganz entspannt, erwartungsvoll interessiert. All jenes erschien ihr gar
    nicht seltsam.
    So, ja genau so musste es sein.
    Alles roch nach Aufbruch und stimmte sie ein, auf was sie noch
    erwarten sollte. Sie erreichte einen Fluß, an seinen Ufern tränkten sich
    zweiköpfige Rinder an der einen Flanke, nackte Affen auf der anderen.
    Genau vor ihr war jedoch eine schmale Brücke, kaum breiter wie ein
    Seil. Wie eine Tänzerin Schritt sie auf ihr zur anderen Seite.
    Furcht, Wut, Haß, all das war weg.
    Einem weiteren Tor sah sie sich nun gegenüber.
    --------------------------------------------------------------------------
    Sie ließ den Flügel los und er sprang zurück in sein Schloss.
    Das Tor hinter sich, alles offen in eine neue Freiheit, eine neue
    Gefangenschaft, so verharrte sie kurz.
    Hinter ihr war alles totenstill, kein Mensch zu hören. Ob es den
    anderen Nonnen überhaupt auffiel, das sie gegangen war?
    Das fragte sich Rowena nun. Ob sie ihre Kutte weiterhin tragen sollte
    aber nicht. Das stand außer Frage, die würde sie nicht ablegen.
    Sie holte einen Apfel aus ihrer Tasche hervor und biss hinein.
    Ihre Gedanken wanderten lose umher. Rote Unterwäsche die möchte
    ich gerne tragen, dachte sie. Nur ein kleiner Wunsch von ihr.
    Ihrer Demut sprach das nicht entgegen.
    Ja, das werde ich tun. Ein lächeln lag auf ihren Lippen und
    ihre alte Schönheit war wieder zurück. Jugendliche Schönheit
    hatte sich gewandelt, zeitlos war sie nun bei ihr. Ein Juwel
    funkelnd in neuem Glanz.
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    Er dachte lieber an seine Stiefel, gefüttert mit Waschbärenfell, genau wie seine Mütze.
    Die ersten wirklich kalten Tage dieses Winters waren da.
    Er hatte seit mehr als sechs Monaten nicht mehr gemalt. Zur selben Zeit
    vermisste Eward dies, wie ihm der Gedanke auch Abscheu überkommen ließ.
    Er musste malen, er wollte es, er hasste es!
    Er hasste alles was ihm ein Zwang war. Der Drang zu essen, zu schlafen, die Fleischeslust,
    einfach alles. So wie er auch all dies liebte, genau dafür lebte.
    Der Waschbär, der hatte Glück, wärmte ihm seinen Kopf, wie seine Kameraden
    seine Füße. Für alle Beteiligten war das wohl das Beste so, ein fairer Tausch.
    Unter jedem Schritt knarzte der frische Schnee.
    Wo war sie nur? Werde ich sie wiedersehen?
    --------------------------------------------------------------------------
    Signature
  • tsivob-i
    hab noch nicht alles gelesen.
    spielt auch ein schirm mit?

    mfg kg i.
  • Roderich
    Roderich
    herr bovist,
    weder schirm...noch charm..........und bis jetzt auch keine melone.
    läßt sich vielleicht ja integrieren. komm schirm, ich nehm dich an die hand.
    gruß.
    Signature
  • tsivob-i
    herr Roderich,
    kla. den charm hab jch schon
    herausgelesen, die melone au.
    und dabei gesehen, dass der
    schirm die tragrolle ist.
    also spielt er schon mal indirekt mit ...

    wunderbar.

    besten dank.
    mfg kg i.
  • Roderich
    Roderich
    fünfzehn:
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    Warm war es hier und regnerisch. In diesem Teil der Stadt war man noch unter freiem Himmel. Sie hatte jedoch ihren Schirm dabei. Ein gerader Griff, ganz aus Holz, der Schirm mit einem zarten Blumenmuster überdeckt. Er glaubte schon
    asiatische Musik zu hören, bei seinem Anblick, doch hatte Maria ihn selbst gemacht,
    nach ihrer Erinnerung geformt. Ihre Mutter hatte solch einen Schirm, geerbt von deren Mutter.
    Estellise hieß sie und auch sie war handwerklich sehr geschickt.
    Er verschwendete keinen weiteren Gedanken an dem Schirm, er dachte lieber an sie.
    Ihr ging es es da ähnlich, so dachte sie an seinem Charme, dem sie wieder erlegen war.
    Der Duft frisch gebratener Melone stieg beiden in die Nase. Auf offenem Feuer nur mit
    Zucker bestäubt, so wurde sie dort perfekt gemacht. Zusammen ein kleiner Happen, die
    Köpfe trocken unter ihrem Schirm, dies schien ein guter Tag zu werden!
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    Süß wie eine Frucht. Eben noch durchschritt sie ein weiteres Tor,
    wie das Portal in eine andere Welt kam ihr das vor, auch diesesmal.
    Noch immer hielt sie ihren Atem an, so lange schon. Irgendwann war jedoch der
    Drang zu groß. Tief einatmen, das wollte sie und ihre Lungen füllten sich mit Wasser.
    Als würde es sieden, brannte es ihr die Kehle hinunter.
    Doch nur kurz, dann überkam sie ein schwarzer Traum. Rot gedimmt das
    Licht und eine warme Umarmung. Als diese sie wieder entließ, war sie zum zweiten mal
    das Glied in dieser einen Kette.
    Nicht nur frei, wahrlich ausgespuckt wurde sie aus dem Spalt der Erde.
    Scharfe kannten, hart wie Basalt. Gerade noch feurig Rot wandte sich ihre
    Färbung immer mehr dem Schwarz zu. Dunkel und verschlossen. Nun.
    Vor ihr brannte wohlig warm ein Lagerfeuer. Männer mit Fell überzogen
    schwangen kreischend ihre Keulen und blickten gierig auf ihren kahlen unbedeckten
    Leib. Schneeweiß ihre Haut und nur die langen roten Haare verhüllten fließend sie
    ganz leicht.
    Was sie nicht verstand, nicht einmal ahnte, sie war das allererste Glied der Kette.
    Ihre eigene Ahnin, aller Uhrmutter, aus ihr geht es hervor.
    Doch was konnte das bewirken, was wird nun geschehen?
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    Ein Besen der so feurig kehrte, bringt der auch den Geruch des Windes?
    Weit weg war er erwacht. War dies der erste Tag? Beunruhigt war er nicht. Ob Heute oder Morgen, für ihn war es kurzweilig und auch interessant. Er blickte erwartungsvoll hinein
    und ließ ermüdet ihn bald fallen.
    Er fiel, zerbrach und ging vor ihm zu Boden. Wie hunderte von Dolchen, so gleichmäßig, und in jedem
    konnte er sich sehen. Viele Spiegel, die doch nur einer waren.
    Da war sie wieder, diese Leere in ihm. Ein gewaltiges Loch, ein Abgrund ohne Boden. Planeten hatte er
    schon hineingeworfen und unzählige Leben. Doch scheinbar nichts konnte sie länger als einen Augenblick
    füllen, dann kam sie gleich zurück und ihr Hunger war erneut tausendfach erwacht.
    Er kniete sich auf der Sonne nieder, in seiner linken Hand die Erde ruhend, seine rechte Richtung Morgen
    zeigend und ein Schleier bedeckte sanft seine Augen, ließ ihn nun zur Ruhe kommen.
    So tat ihm das wohl und er dämmerte friedlich dahin.
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    Signature
  • tsivob-i l
    lichtfaecher,
    frachteichel,
    lichtfach ree.
    flache reicht
    flacher teich,
    lichte facher
    facherleicht.
    ach, frech eilt
    elch, achtfrei.

    mfg kg i.

    den schirm kenn jch.

    :)
  • sialliMainigriV
    Das sechsäugige Äffchen tanzt im Sprudel der Wasserflasche und dreht sich umher während der lustige Schuh es stolpernd umkippt, sodass es hilfeschwankend die bunten Arme des Krebs-nebels erreicht ...
  • Roderich
    Roderich in the jungle, the mighty jungle, the lion sleeps t.................
    er hat seinen schirm gleich wiedererkannt. ein treues bündnis,
    das mag ich nicht dauerhaft entzweien.
    fangen sie auf, herr bovist, ihr schirm.(:

    das kleine äffchen möchte mal aufs schoß der dame, na
    ich laß ihn mal laufen. viel freude mit ihm, Virginia.
    :D
    Signature
  • tsivob-i aufgefangen
    es war das schirmtier baal, und nicht das äffchen,
    das eben jetzt das ohrgeschlecht durchdrang.
    es spannt des nachts durch bogengänge und gestänge,
    g.laub, kollääsch mir: es war das schirmtier baal.

    aufbereitung des ohr's

    :)
  • sialliMainigriV
    Danke Roderich ;-)

    -das Äffchen schwingt und springt
    die Gardinen empor, es hingt und winkt
    ist lustig munter, verfängt sich und
    will nicht mehr runter____

    Jetzt fand ich es im Bücherschrank
    zwischen Camus, Voltaire und Moliere
    es schrie ganz wirr bis es verschwand
    und wortlos in dem Buch versank (...)
  • Roderich
    Roderich
    hier ist das äffchen. :)
    nö...link funktionirt nicht...:(
    Signature
  • sialliMainigriV
    Macht nichts, in der Vorstellung ist es immer am lebendigsten ;-)
  • Roderich
    Roderich
    sechzehn:
    __________________________________________________________________________
    Welche wohl die Schönste von ihnen gewesen sein mag?
    Entscheiden mochte er das nicht, noch nicht einmal eingrenzen konnte
    er es.
    Der Vogel kramte in seinem Herzen, auf der Suche nach all ihren Namen.
    Blumig waren diese und von Anmut erfüllt. Mit seinem Schnabel
    stickte er sie alle geschickt in ein seidig glänzendes Band,
    ohne auch nur einen einzigen zu vergessen und es waren derer viele.
    Ein Geschenk für meinen vergesslichen Boten, sagte er sich.
    Dieser wusste natürlich nichts davon, wenngleich er es gar nicht vergessen
    hatte, hierfür fehlte ihm schlicht und einfach noch die Gelegenheit.
    --------------------------------------------------------------------------
    Sie schnitt ihm gerade die Haare. Sie konnte es gar nicht verstehen,
    weshalb es sich nicht ziemte, das die Haare eines Mannes von einer Frau
    geschnitten wurden. Großvater kümmerte dies aber nicht, er liebte es,
    wenn Eusebia seine Mähne stutzte.
    "Jetzt kann man wieder deinen Kopf sehen!", sagte sie im Scherz.
    Da musste er grinsen und erwiderte: "Die Ohren sind auch noch beide
    dran!", und steckte sich seine Pfeife an.
    Ganz früh am Morgen hatte sie schon die Kühe gemolken.
    Jetzt hatte sie also Zeit sich heimlich mit ihrem Liebsten zu treffen.
    Er war Gewichtheber und zog mit einer Gruppe Gauklern umher.
    Ganz in der Nähe von Großvaters Hof hatten die ihr Winterlager
    bezogen.
    Der Frühling brach schon an und sie fürchtete sich bereits jetzt
    vor dem Tag an dem sie weiterzogen.
    Möchte er das ich mit ihm gehe? Noch hat er mich nicht gefragt.
    Aber was würde dann aus Großvater?
    So viele Fragen und keine einzige konnte sie sich beantworten.
    Darüber will ich jetzt nicht nachdenken, sagte sie sich, das kann
    ich auch noch Morgen.
    Sie hatte nur noch Gedanken für ihren Schatz, wohl
    unwiderstehlich für sie, machte ihn sein gezwirbelter Oberlippenbart.
    Sie kletterte auf ihre Lieblings Kuh Rosalie und ritt los.
    Ihr Liebster wartete bereits ungeduldig an ihrem verborgenen
    Treffpunkt.
    --------------------------------------------------------------------------
    Hoch oben in den Sternen wuchs indes die Neugierde und auch
    die Ungeduld. Das bunte Treiben zog mehr aufmerksamkeit auf sich,
    als man erwarten konnte.
    Aber dennoch tanzten die Sterne fröhlich im Kreise, immerzu.
    Einen langsamen Walzer, zusammen im Takt, entspannend,
    besinnlich, ein zärtlicher Akt.
    Die Planeten wie Pferdchen, die Monde wie deren festlich
    gekleideten Reiterinnen.
    --------------------------------------------------------------------------
    Signature
  • tsivob-i
    jch nähme an, es heißt die
    planeten? der aussatz g'phallt mir.
    planten .... pflanzen planken prunken
    pranken sunken sanken ...
    monde wie monade.
    würzig marynadel.
    ö
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