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  • Sollte Ethik eine Rolle in der Kunst spielen? Wenn ja, welche?

  • _nirdeZ_neB Sollte Ethik eine Rolle in der Kunst spielen? Wenn ja, welche?
    Danke für die Anregung, Siku.

    Nur mal als Anregung, was mir spontan einfällt: Künstler und Künste waren schon immer "Huren". Von staatstragend bis revolutionär. Wenn man allerdings die Betrachtung auf die "bildende Kunst" verengt, impliziert der Begriff eine Bildungsabsicht. Damit ist sicher nicht nur eine Schule des Sehens gemeint, sondern auch die Förderung von Wissen, Intellekt und, ach!, vielleicht auch Moral? Ich denke, kaum ein Mensch wird heuzutage darunter noch den Erhalt prüder sexueller Normen aus der Zeit vor den 60er Jahren verstehen. Ethik ist philosophisch in der Vernunft begründet, Moral in den gesellschaftlichen Normen. Vielleicht sollten wir von dem offenbar einigen zu miefigen Begriff Moral wegkommen und uns mit Ethik befassen. Also: Ist es Kunst, oder gute Kunst, wenn jemand in seinen Bildern nur mal richtig die Sau rauslässt? Ohne sich mit seinen Leidenschaften auseinanderzusetzen. Sozusagen die handwerklich gelungene Variante des Pimmel in Klotür ritzen.
    Ist es Kunst, wenn er das völlig leidenschaftslos tut, nur weil es sich gut verkauft? Historische Bilder dieser Art zieren unzählige Museen und Schlossdecken. Also muss es wohl Kunst sein. Oder ist es Dekokitsch? ;) Auf jeden Fall wird keiner ernsthaft behaupten wollen, dass es nur um die Meisterschaft der Körperdarstellung ging. ;) Jetzt bin ich doch wieder beim Sex gelandet. Also, es gibt auch Schlachtengemälde ohne Ende. Nicht unbedingt gewaltverherrlichend aber immerhin irgendwelche Siege. Sollte Kunst hier nicht "ethisch" bildend wirken? Sich gegen Gewalt und Krieg positionieren? Oder sollte sie alles dürfen? Rein rechtlich darf sie übrigens nicht alles. Das ist ein gewaltiger Irrglaube. Die Freiheit der Kunst ist ein Rechtsgut unter vielen. Da, wo sie massiv andere Rechte beschneidet oder beschneiden würde, verliert sie im Einzelfall. Zum Glück! Oder möchte jemand, dass seine Kinder beim Frühstück im Fernsehen zugucken wie Al Quaida-Geiseln der Kopf abgeschnitten wird? Nur, weil das jemand für Kunst hält, daraus einen Film zu montieren.
  • timber
    timber
    Ehtik sollte immer im Leben eine Rolle spielen!!
  • uzuzab
    Bildende Kunst - kömmet von „Abbild“, nicht von Unterricht oder Einbildung.
    Somit ist der Rest Schnurz.


    mfg
    Bazuzu
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  • _nirdeZ_neB
    Bildende Kunst - kömmet von „Abbild“, nicht von Unterricht oder Einbildung.
    Somit ist der Rest Schnurz.


    mfg
    Bazuzu

    Danke! Ein schönes Beispiel! ;) Wäre es moralisch oder ethisch, wenn man die Äußerungen seiner Mitmenschen nicht als "schnurz" bezeichnen würde? Ich denke beides. Es entspräche nicht nur gesellschaftlichen Umgangsnormen, sondern es ist einfach vernünftig, wenn man an einem weiteren Gedankenaustausch interessiert ist. Sonst bestünde nämlich die Gefahr, das der andere einfach beleidigt "zumacht" und nicht mehr mit einem reden will. Woran einem eigentlich als Künstler, der ja von der Öffentlichkeit lebt, gelegen sein sollte. Es sei denn, man ist ein autistischer Künstler, der weder andere erreichen, noch selbst erreicht werden will.
  • rellihcsruK
    Schon die Überschrift enthüllt, daß
    der Ethik nur die frivole Rolle einer
    ferngesteuerten Erfüllungsgehilfin zu-
    geschoben werden soll.
    Ethik schreibt Rollen, spielt aber keine,
    mein lieber Freund der vielen, zu vielen
    Worte für fast Nichts.

    Und natürlich hat Bazuzu Recht mit dem,
    was er sagt.
  • _nirdeZ_neB
    Erfüllungsgehilfin für was?
  • fruwtiewrekcew
    Bildende Kunst - kömmet von „Abbild“, nicht von Unterricht oder Einbildung.
    Somit ist der Rest Schnurz.


    mfg
    Bazuzu

    Danke! Ein schönes Beispiel! ;) Wäre es moralisch oder ethisch, wenn man die Äußerungen seiner Mitmenschen nicht als "schnurz" bezeichnen würde? Ich denke beides. Es entspräche nicht nur gesellschaftlichen Umgangsnormen, sondern es ist einfach vernünftig, wenn man an einem weiteren Gedankenaustausch interessiert ist. Sonst bestünde nämlich die Gefahr, das der andere einfach beleidigt "zumacht" und nicht mehr mit einem reden will. Woran einem eigentlich als Künstler, der ja von der Öffentlichkeit lebt, gelegen sein sollte. Es sei denn, man ist ein autistischer Künstler, der weder andere erreichen, noch selbst erreicht werden will.



    Nur mal als Anregung, was mir spontan einfällt: Künstler und Künste waren schon immer "Huren".


    Manchmal glaube ich, hast Du echt eine etwas seltsame Auffassung, was Dir und anderen zusteht.
  • _nirdeZ_neB
    Was steht mir denn deiner Auffassung nach zu? Oder nicht zu?
  • fruwtiewrekcew
    Künstler als Huren zu bezeichnen und sich dann über "schnurz" aufzuregen,
    findest Du das nicht ein wenig seltsam?
  • siku


    Nur mal als Anregung, was mir spontan einfällt: Künstler und Künste waren schon immer "Huren". Von staatstragend bis revolutionär. Wenn man allerdings die Betrachtung auf die "bildende Kunst" verengt, impliziert der Begriff eine Bildungsabsicht. Damit ist sicher nicht nur eine Schule des Sehens gemeint, sondern auch die Förderung von Wissen, Intellekt und, ach!, vielleicht auch Moral? Ich denke, kaum ein Mensch wird heuzutage darunter noch den Erhalt prüder sexueller Normen aus der Zeit vor den 60er Jahren verstehen. Ethik ist philosophisch in der Vernunft begründet, Moral in den gesellschaftlichen Normen.
    Vielleicht sollten wir von dem offenbar einigen zu miefigen Begriff Moral wegkommen und uns mit Ethik befassen.


    Moral folgt den Regeln der Ethik, und sie (die Moral) hat sich auch im Laufe der Jahrhunderte in der bildenden Kunst gewandelt. Was würdet ihr heute zu den Märtyrerbildern aus dem 16 Jh. sagen? Oder zu den Festen in der Druckgrafik im 15/16. Jh., "prüde" wurde es erst mit der Reformation und im Zuge der Aufklärung. Es gab auch in der Druckgrafik des 16 Jhs. bildhaft dargestellte Verhaltensregel und Weisheiten. Allerdings befinden wir uns heute in einer ganz anderen Welt, in der eine Bilderflut auf uns herniederrauscht, in der oftmals Menschen gegen ihren eigenen Willen fotografiert werden und diese Bilder werden dann unter dem Deckmantel des öffentlichen Informationsrechts als Lockvögel zum Kauf von Zeitungen, Zeitschriften usw. vertrieben.
    Oder wenn ich im Abendprogramm das Fernsehen anschalte und z.B. Krimis schaue, dann wird das Sterben oftmals exessiv dargestellt. In den ersten Folgen des Tatort, wurden Tote kaum gezeigt, heute spritzt das Blut nach allen Seiten. Ich kann zwar nicht viel über den Einfluß von Comics sagen, das ist nicht meine Welt, aber m.E. beeinflussen Bilder in Filmen und Nachrichtensendungen das Weltbild erheblich stärker als Comics.




    Also: Ist es Kunst, oder gute Kunst, wenn jemand in seinen Bildern nur mal richtig die Sau rauslässt? Ohne sich mit seinen Leidenschaften auseinanderzusetzen. Sozusagen die handwerklich gelungene Variante des Pimmel in Klotür ritzen.


    nein, "die Sau rauslassen" hat mit künstlerischer Dastellung noch nichts zu tun, aber Kunst ist auch nicht davon abhängig, das sie besonders moralisch, lieb oder harmlos daherkommt. In den Bildern von Toni_Greis ist durchaus künstlerisches Gestaltungpotential zu erkennen. Aber es werden die billigsten Bildchen von ihm verrissen, dieses "Spindgirl",) der Begriff von mir erweckte ja bereits den Anstoß des unmoralischen, da er angelblich die Situation verharmlost) ist weder künstlerisch erwähnenswert, noch ist es m.E. nach "irgendwie" aussagekräftig genug, um als negatives Vorbild Einfluss auf Entwicklungen Jugendlicher zu nehmen.
    Wir sehen tätglich Bilder vom Krieg in Zeitungen und im Fernsehn, da regt sich niemand auf, aber über die unbekleidete Puppe im Comic, wird hier ein moralischer Aufstand angezettelt. Dieses Bild ist so weit weg von der Realität, das merken auch Jugendliche, dass hiervon wohl kaum ein Einfluß auf Meinungsbildung ausgehen kann. Es gibt von dem Zeichner durchaus künstlerische Kompositionen, z.B. das prämierte Bild (ist schon wieder verschwunden), die wurden hier ruckzuck vom Tisch geschoben: es sollte eben polemisch werden. Die Diskussion hätte ganz anders verlaufen können, wenn der Fokus auf den künstlerischen Darstellungen gelegen hätte, aber offensichtlich lag der Fokus darauf, den Comiczeichner abzuwatschen - macht sich ja kollektiv auch besser. Ob dieses reißerische Verhalten in einer Diskussion moralisch ist, wage ich auch zu bezweifeln.
    Das Verhältnis Aufregung zu dem Girl mit Gewähr und dem was heute an öffentlichen Bildern vom Volk toleriert wird, gerät hier in eine Schieflage.

    Ist es Kunst, wenn er das völlig leidenschaftslos tut, nur weil es sich gut verkauft? Historische Bilder dieser Art zieren unzählige Museen und Schlossdecken. Also muss es wohl Kunst sein. Oder ist es Dekokitsch?


    Kunst muß nicht zwingend leidenschaftlich gemacht werden, und alles was ein Kreativer auf einen Bildträger gebracht hat, muss nicht Kunst sein.
    Hier wird die innere Leidenschaft zum bildnerischen Ausdruck kritiklos als ein Kriterium für Kunst vorausgesetzt. - Und nicht jeder "Dekokitsch" entbehrt des Künstlerischen. In dieser Diskussion, die im Obslterthread begann, werden pauschalisierte Vorstellungen eigentlich nur bestätigt. Eine Diskussion über Kunst ist das noch nicht.
  • _nirdeZ_neB
    Was steht mir denn deiner Auffassung nach zu? Oder nicht zu?

    Die Schnauze halten, wenn die Großen reden? Wo bleibt da der Beuyssche Anspruch auf eine soziale Kunst. Bazuzu reitet doch den Beuys zu Tode. Entweder macht er sich über ihn lustig, oder er immitiert ihn, ohne den politischen Background, der hinter Beuys Arbeiten steht. Oder sollte ich vor Dir auf die Knie fallen, weil Du farbliche Zufallsprodukte als Kunst ausgibst. Eine Art Kunst, die ich versucht habe, mit meinen "Autobildern" ad absurdum zu führen.
  • _nirdeZ_neB
    Künstler als Huren zu bezeichnen und sich dann über "schnurz" aufzuregen,
    findest Du das nicht ein wenig seltsam?

    Jeder wie er sich angesprochen fühlt. ;) Ich habe mich da übrigens nicht ausgenommen.
  • uzuzab
    Um eine Bundestagssitzung zu vermeiden --- mein Schreiben bezog sich auf „impliziert der Begriff eine Bildungsabsicht“.
    Der Begriff hat eben nix mit „Erziehung“ zu tun - diese Fehlinterpretation - hat mich zu einem „Schnurz“ hingerissen.
    Alles was unter diesem „Schnurz“ geschah, geschieht oder Geschiehnieren wird -- ist Aufgabe von Rechtsanwälten, Kunsthistorikern oder Spekulanten.

    Bildend (Kunst hier) kommt nun mal von Abbild - nicht von einer moralischen oder besserwissenden sendungsbedürftigkeitigen Lehrtätigkeit.


    mfg
    Bazuzu
  • _nirdeZ_neB


    Nur mal als Anregung, was mir spontan einfällt: Künstler und Künste waren schon immer "Huren". Von staatstragend bis revolutionär. Wenn man allerdings die Betrachtung auf die "bildende Kunst" verengt, impliziert der Begriff eine Bildungsabsicht. Damit ist sicher nicht nur eine Schule des Sehens gemeint, sondern auch die Förderung von Wissen, Intellekt und, ach!, vielleicht auch Moral? Ich denke, kaum ein Mensch wird heuzutage darunter noch den Erhalt prüder sexueller Normen aus der Zeit vor den 60er Jahren verstehen. Ethik ist philosophisch in der Vernunft begründet, Moral in den gesellschaftlichen Normen.
    Vielleicht sollten wir von dem offenbar einigen zu miefigen Begriff Moral wegkommen und uns mit Ethik befassen.


    Moral folgt den Regeln der Ethik, und sie (die Moral) hat sich auch im Laufe der Jahrhunderte in der bildenden Kunst gewandelt. Was würdet ihr heute zu den Märtyrerbildern aus dem 16 Jh. sagen? Oder zu den Festen in der Druckgrafik im 15/16. Jh., "prüde" wurde es erst mit der Reformation und im Zuge der Aufklärung. Es gab auch in der Druckgrafik des 16 Jhs. bildhaft dargestellte Verhaltensregel und Weisheiten. Allerdings befinden wir uns heute in einer ganz anderen Welt, in der eine Bilderflut auf uns herniederrauscht, in der oftmals Menschen gegen ihren eigenen Willen fotografiert werden und diese Bilder werden dann unter dem Deckmantel des öffentlichen Informationsrechts als Lockvögel zum Kauf von Zeitungen, Zeitschriften usw. vertrieben.
    Oder wenn ich im Abendprogramm das Fernsehen anschalte und z.B. Krimis schaue, dann wird das Sterben oftmals exessiv dargestellt. In den ersten Folgen des Tatort, wurden Tote kaum gezeigt, heute spritzt das Blut nach allen Seiten. Ich kann zwar nicht viel über den Einfluß von Comics sagen, das ist nicht meine Welt, aber m.E. beeinflussen Bilder in Filmen und Nachrichtensendungen das Weltbild erheblich stärker als Comics.




    Also: Ist es Kunst, oder gute Kunst, wenn jemand in seinen Bildern nur mal richtig die Sau rauslässt? Ohne sich mit seinen Leidenschaften auseinanderzusetzen. Sozusagen die handwerklich gelungene Variante des Pimmel in Klotür ritzen.


    nein, "die Sau rauslassen" hat mit künstlerischer Dastellung noch nichts zu tun, aber Kunst ist auch nicht davon abhängig, das sie besonders moralisch, lieb oder harmlos daherkommt. In den Bildern von Toni_Greis ist durchaus künstlerisches Gestaltungpotential zu erkennen. Aber es werden die billigsten Bildchen von ihm verrissen, dieses "Spindgirl",) der Begriff von mir erweckte ja bereits den Anstoß des unmoralischen, da er angelblich die Situation verharmlost) ist weder künstlerisch erwähnenswert, noch ist es m.E. nach "irgendwie" aussagekräftig genug, um als negatives Vorbild Einfluss auf Entwicklungen Jugendlicher zu nehmen.
    Wir sehen tätglich Bilder vom Krieg in Zeitungen und im Fernsehn, da regt sich niemand auf, aber über die unbekleidete Puppe im Comic, wird hier ein moralischer Aufstand angezettelt. Dieses Bild ist so weit weg von der Realität, das merken auch Jugendliche, dass hiervon wohl kaum ein Einfluß auf Meinungsbildung ausgehen kann. Es gibt von dem Zeichner durchaus künstlerische Kompositionen, z.B. das prämierte Bild (ist schon wieder verschwunden), die wurden hier ruckzuck vom Tisch geschoben: es sollte eben polemisch werden. Die Diskussion hätte ganz anders verlaufen können, wenn der Fokus auf den künstlerischen Darstellungen gelegen hätte, aber offensichtlich lag der Fokus darauf, den Comiczeichner abzuwatschen - macht sich ja kollektiv auch besser. Ob dieses reißerische Verhalten in einer Diskussion moralisch ist, wage ich auch zu bezweifeln.
    Das Verhältnis Aufregung zu dem Girl mit Gewähr und dem was heute an öffentlichen Bildern vom Volk toleriert wird, gerät hier in eine Schieflage.

    Ist es Kunst, wenn er das völlig leidenschaftslos tut, nur weil es sich gut verkauft? Historische Bilder dieser Art zieren unzählige Museen und Schlossdecken. Also muss es wohl Kunst sein. Oder ist es Dekokitsch?


    Kunst muß nicht zwingend leidenschaftlich gemacht werden, und alles was ein Kreativer auf einen Bildträger gebracht hat, muss nicht Kunst sein.
    Hier wird die innere Leidenschaft zum bildnerischen Ausdruck kritiklos als ein Kriterium für Kunst vorausgesetzt. - Und nicht jeder "Dekokitsch" entbehrt des Künstlerischen. In dieser Diskussion, die im Obslterthread begann, werden pauschalisierte Vorstellungen eigentlich nur bestätigt. Eine Diskussion über Kunst ist das noch nicht.


    Hmm, ich denke, die Diskussion hat sich hier auf einen Gesichtspunkt zugespitzt, der wohl die meisten Emotionen aufgewühlt hat. Ich finde es bei diesem Bild nicht verwunderlich. Für mich rüttelt es exemplarisch an den Türen mehrerer gesellschaftlichen Normen, die meiner Meinung nach zu Recht bestehen. Vielleicht lebe ich auch einfach in einer zu heilen Welt, das kann sein. Wenn ich in der Welt von "Heroinkids" leben würde, würde mir das Bild vielleicht völlig am Arsch vorbeigehen. Aber ehrlich gesagt bin ich stolz darauf, ziemlich sensibel zu sein und halte es für eine "Zutat", die mir einiges in künstlerischer Hinsicht überhaupt erst ermöglicht. Und wenn die gesellschaftlichen Normen sich in Richtung Abstumpfung bewegen, sorry, vielleicht ist es arrogant, aber dann tun das meine noch lange nicht. Und ich denke, das ist es auch was der Begriff Ethik meint. Ein eigener, innerer moralischer Kompass, aus der Einsicht, welche Spielregeln im Zusammenleben mit anderen Menschen sinnvoll und nutzbringen sind. Ein eigenes moralisches Rückrad aus humanistischen Grundsätzen meinetwegen auch, ohne Kenntnis oder unabhängig davon, welche Spielregeln in irgendwelchen Verfassungen oder Gesetzen niedergeschrieben sind. Eigentlich lässt der sich fast schon in dem einen schönen altmodischen Satz zusammenfassen: "Was du nicht willst, dass man's Dir tu, das füg auch keinem anderen zu."
    Und wie weit sich andere Künstler davon in ihrer Arbeit leiten lassen, das möchte ich wissen. Deshalb dieser Thread.
  • eseilarap
    Es wäre schön, wenn es einen Konsens gäbe. Ich habe blöderweise Probleme damit, Bilder zu sehen, welche das Sterben in Schmerzen und Dreck auf eine problematische Art und Weise verhonepipelt. Dass dies nicht jeder so sieht begreife ich nun langsam und muss das akzeptieren.

    Aber BITTE BITTEkeine Forderungen nach Aussortierung, Verbrennung und dergleichen!!! Das haben wir gehabt.
  • fruwtiewrekcew
    Was steht mir denn deiner Auffassung nach zu? Oder nicht zu?

    Die Schnauze halten, wenn die Großen reden? Wo bleibt da der Beuyssche Anspruch auf eine soziale Kunst. Bazuzu reitet doch den Beuys zu Tode. Entweder macht er sich über ihn lustig, oder er immitiert ihn, ohne den politischen Background, der hinter Beuys Arbeiten steht. Oder sollte ich vor Dir auf die Knie fallen, weil Du farbliche Zufallsprodukte als Kunst ausgibst. Eine Art Kunst, die ich versucht habe, mit meinen "Autobildern" ad absurdum zu führen.



    Manchmal glaube ich, hast Du echt eine etwas seltsame Auffassung, was Dir und anderen zusteht.


    Da steht:
    "Du hast meiner Meinung nach eine etwas seltsame Auffassung, was Dir und anderen zusteht."
    und nicht:
    "..ich finde, dass Dir das oder das zusteht..."

    Ich bin allerdings nicht recht erstaunt, dass Du wieder mal aus einem von Dir falsch interpretierten Satz die von Dir selbst eingeforderten Spielregeln aushebelst und auf Angriff gehst statt Dich mit der Aussage zu befassen.
  • AleX
    AleX
    Ethik spielt in der Kunst fast immer eine Rolle. Auch ein Werk, welches gegen die gerade herrschenden Ethikregeln verstößt, setzt sich mit dieser auseinander.

    Eine Beschränkung der Kunst auf eine Einhaltung der herrschenden Ethik, womöglich noch staatlich gelenkt, -da landet man sehr schnell bei der Gesinnungszensur und damit bei einer toten und leblosen Kunst.
    Moral und Ethik sind wandelbare Güter, die Kunst sollte, oder muß darüber stehen, nur so lebt sie.
    Kunst hat nicht die Auffgabe, die Gesellschaft "positiv" zu belehren oder sich für "Gute Sachen" zu engagieren, wenn Künstler dies tun, dann ist das ihr Privatvergnügen und wenn sie dabei ihre Fähigkeiten einsetzten, dann ist das voll in Ordnung, solange nicht der Anspruch von ihnen erhoben wird, allseelig machend zu sein und die Wahrheit für sich gepachtet zu haben.
    Die Kunst selbst hat keinerlei Aufgaben, sie existiert nur um ihrer selbst Willen. Kunst, die sich vor irgendeinen Karren, läuft schnell in Gefahr, bei der Propaganda zu landen.
  • _nirdeZ_neB
    Was steht mir denn deiner Auffassung nach zu? Oder nicht zu?

    Die Schnauze halten, wenn die Großen reden? Wo bleibt da der Beuyssche Anspruch auf eine soziale Kunst. Bazuzu reitet doch den Beuys zu Tode. Entweder macht er sich über ihn lustig, oder er immitiert ihn, ohne den politischen Background, der hinter Beuys Arbeiten steht. Oder sollte ich vor Dir auf die Knie fallen, weil Du farbliche Zufallsprodukte als Kunst ausgibst. Eine Art Kunst, die ich versucht habe, mit meinen "Autobildern" ad absurdum zu führen.



    Manchmal glaube ich, hast Du echt eine etwas seltsame Auffassung, was Dir und anderen zusteht.


    Da steht:
    "Du hast meiner Meinung nach eine etwas seltsame Auffassung, was Dir und anderen zusteht."
    und nicht:
    "..ich finde, dass Dir das oder das zusteht\"

    Ich bin allerdings nicht recht erstaunt, dass Du wieder mal aus einem von Dir falsch interpretierten Satz die von Dir selbst eingeforderten Spielregeln aushebelst und auf Angriff gehst statt Dich mit der Aussage zu befassen.


    Da mir im gesetzlichen Rahmen eigentlich jede Form der freien Meinungsäußerung zusteht, du aber offenbar etwas daran seltsam findest, musst Du wohl oder übel der Meinung sein, dass mir das nicht in jedem Fall zusteht. Daraus schließe ich mit einer gewissen Logik, dass es etwas sein muss, das Dir nicht gefällt. Da die Wortwahl "zustehen" wiederum üblicherweise im Zusammenhang mit Geld oder Respekt verwendet wird und es hier nicht um Geld geht, habe ich messerscharf geschlossen, dass ich es an Respekt irgend jemand gegenüber habe vermissen lassen. Die Antworten auf die beiden möglichen Personen habe ich dann gegeben. Sorry, dass ich den Prozess aus rhetorischen und Zeitgründen so verkürzt habe. ;)
  • froT
    Ich sehe es halt so, dass die Kunst sei es Musik, Malerei frei von allen Regeln ist. Das Einzige wo man halt frei ist. Ob ein Anderer das vertritt ist ein anderer Schlach. Aber für mich gibt es keine Ethik und Moral in der "Kunst"..
  • _nirdeZ_neB
    Ethik spielt in der Kunst fast immer eine Rolle. Auch ein Werk, welches gegen die gerade herrschenden Ethikregeln verstößt, setzt sich mit dieser auseinander.

    Eine Beschränkung der Kunst auf eine Einhaltung der herrschenden Ethik, womöglich noch staatlich gelenkt, -da landet man sehr schnell bei der Gesinnungszensur und damit bei einer toten und leblosen Kunst.
    Moral und Ethik sind wandelbare Güter, die Kunst sollte, oder muß darüber stehen, nur so lebt sie.
    Kunst hat nicht die Auffgabe, die Gesellschaft "positiv" zu belehren oder sich für "Gute Sachen" zu engagieren, wenn Künstler dies tun, dann ist das ihr Privatvergnügen und wenn sie dabei ihre Fähigkeiten einsetzten, dann ist das voll in Ordnung, solange nicht der Anspruch von ihnen erhoben wird, allseelig machend zu sein und die Wahrheit für sich gepachtet zu haben.
    Die Kunst selbst hat keinerlei Aufgaben, sie existiert nur um ihrer selbst Willen. Kunst, die sich vor irgendeinen Karren, läuft schnell in Gefahr, bei der Propaganda zu landen.

    Das ist Selbstbetrug, denke ich. Was glaubst Du, wieviele Künstler nur Kunst schaffen weil sie !ausschließlich! den Drang verspüren etwas zu "bilden"? Keinen Wettbewerb gewinnen wollen, keinem Galeristen gefallen, keinem Mainstream, keinem Markt, keinem Auftraggeber? Womit wir wieder bei der Hure Kunst wären. Ich glaube, so gut wie keiner. Wie auch? Wenn man seine Brötchen verdienen muss? Vielleicht am ehesten noch die vielgescholtenen Hobbymaler.
    Um im Bild zu bleiben: Die Kunst ist eine Hure, die sich einredet, sie sei keine, weil sie glaubt, sich die Freier selbst aussuchen zu können.
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