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  • Haustürgeschäfte

  • eid Haustürgeschäfte
    Eine kleine geschichte, die ich damals nach einer wahren begebenheit verfasste

    Haustürgeschäfte

    Morgens,10 Uhr.
    Stille.
    Nur das Husten und Schniefen meiner Grippe.
    Es klingelt an der Tür.

    GEZ?
    Zahle ich.
    Der Puls geht wieder runter.

    Paket für mich?
    Wer sollte mir was schicken?
    Geburtstag lange vorbei, Weihnachten lange hin.
    Paket für den Nachbarn?
    Für den in der Wohnung unter mir, der so gerne trank und dann osteuropäische Melancholie
    verbreitete? Die Musik ging mir zu sehr zu Herzen, als dass ich jemals die Lautstärke beklagt hätte.

    Oder wartet lediglich ein in die Wechselsprechanlage geplärrtes „Werrrrbunk“?
    Sollte ich mich überhaupt bewegen?
    Obwohl, vielleicht sind es die Zeugen Jehovas? Dann könnte ich mich ein bisschen von alten Omas trösten lassen.

    Nein, es ist ein Internetprovider. Vielmehr dessen Vertreter, der mir ernsthaft und mit allem
    möglichen Nachdruck versichert, dass ein Internetzugang heutzutage gesetzlich
    vorgeschrieben sei.

    Weidmanns Heil!

    Ich gähne ihm ins Gesicht und schlage dann unverhofft kräftig die Tür zu, um daraufhin durch den Türspion befriedigt festzustellen, dass seine Nase hart getroffen ist. Erlegt. Mein erster Vertreter dieses Jahr.

    Stöhnen seinerseits.
    Kichern meinerseits.

    Und wieder Stille.

    (ml 2008)
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