KunstNet uses Cookies. Details.
  • Was ist die Definition von autodidaktischer und Hobbykunst

  • Roland Schmid
    Roland Schmid nachtrag
    Ich wußte, da war noch was :

    Ein Song von Georg Kreisler aus den 70ern (?)

    Der Musikkritiker

    Heute findet jede Zeitung
    Größere Verbreitung durch Musikkritiker,
    Und so hab auch ich die Ehre
    Und mach jetzt Karriere als Musikkritiker.
    Ich hab zwar ka Ahnung, was Musik ist,
    Denn ich bin beruflich Pharmazeut,
    Aber ich weiß sehr gut, was Kritik ist:
    Je schlechter, um so mehr freun sich die Leut.
    Es gehört zu meinen Pflichten,
    Schönes zu vernichten als Musikkritiker,
    Sollt ich etwas Schönes finden,
    Muß ich's unterbinden als Musikkritiker.
    Mich kann auch kein Künstler überlisten,
    Da ich ja nicht verstehe, was er tut.
    Drum sag ich von jedem Komponisten:
    Erst nachdem er tot ist, ist er gut!
    Ja, endlich hab ich einen Posten,
    Und die Zeitung läßt es sich was kosten.
    Ich sitzt auf dem ersten Platze,
    Und die Sänger sehen meine Fratze.
    Orff und Eck und Boris Blacher
    Fürchten meine hohnerfüllten Lacher.
    Hindemith, Strawinsky und Varese
    Sind zwar gut, doch ich bin bese.
    Ja, ich könnt zufrieden sein,
    Das Schicksal hat mich reich beschert,
    Aber oh, mich belastet nur eine Verrücktheit,
    Ich merk es in jedem Konzert:
    Ich seh, wie das Publikum weich wird wie Wachs,
    Wenn Musik alle Sinne bewegt,
    Ich seh, wie beim Zuhören manch trutzigem Manne
    Ein Tränchen die Brille beschlägt.
    Nur für mich hat das Zuhören keinen Sinn,
    Weil ich unmusikalisch bin.
    Ich seh, wie ein liebliches Mädchen die Hand
    Ihres Jünglings ergreift und sie drückt,
    Wie ein Großmütterl zitternd die Halskette auzieht,
    Weil sie sonst vor Rührung erstickt,
    Nur ich sitz' da und hör nicht einmal hin,
    Weil ich unmusikalich bin.
    Zu Weihnachten schenkt man mir immer Platten,
    Ich brauch Krawatten und neue Schuh,
    Wo ich auf Besuch bin, spielt man Platten,
    Ich sitzt im Schatten und hör nicht zu.
    Aber andre hörn zu und der Zauber der holden
    Musik macht die ganze Welt schwach,
    Die Bösen wer'n gut und die Kranken gesunden,
    Besonders bei Mozart und Bach,
    Nur ich sitz da und kratz mich stur am Kinn,
    Weil ich unmusikalisch bin.
    Tja, als Kind hab ich zwar Klavier gelernt und übte brav zu Haus,
    Doch über gewisse Stücke kam ich nie hinaus.
    Dann hab ich auch noch Geige gelernt und übte brav und viel.
    Und dann ist mein Geigenlehrer g'storben und hat mir sein Geld vermacht -
    Unter der Bedingung, daß ich nie mehr spiel.
    Aber etwas mußt ich schließlich tun und versuchte es als Autor,
    Und ein Verleger, zu dem ich kam, flüsterte mir ins Ohr:
    Schreiben Sie doch ein Buch über Schubert, schreiben Sie doch ein Buch über Schubert,
    Also ging ich froh nach Hause, setzte mich nieder und ich schrieb:
    Schubert war ein Stierer, großer Komponierer,
    Er hat nie ein Geld gehabt, also ist er heute der Verlierer.
    Er schrieb gar viele Töne, sicher auch wunderschöne,
    Für mich sind sie leider bestialisch, denn ich bin ganz unmusikalisch,
    Ob es jetzt Schubert oder Tschaikowsky, Brahms oder Liszt oder Dnjepropretrowsky,
    Ob Sinfonie oder Ouvertüre, Rock'n'Roll oder die Walküre, Zauberflöte, Verkaufte Braut:
    Für mich ist das alles nur laut!
    Das Buch war sofort ein Riesenerfolg und es sagten mir viele Herren:
    Genial, großartig! Sie müssen Kritiker werden!
    Ich sagte ja und es geschah!
    Ich geh in Konzerte und Opern hinein
    Und ich hör mir den Unsinn dort an,
    Den Leuten gefällt's und ich komm zu dem Schluß:
    An Musik ist vielleicht etwas dran,
    Nur was dran ist, will mir nicht in den Sinn,
    Weil ich unmusikalisch bin.
    Die Orgel erklingt und ein Knaberchor singt
    Und der Kontrapunkt tut sich verzerweigen,
    Die Pauke zersplittert, der Kapellmeister zittert
    Und angeblich schluchzen die Geigen,
    Am Schluß erdröhnt ein donnernder Applaus,
    Ich bin der einzige unmusikalische Mensch in Haus.
    Aber heute findet jede Zeitung
    Größere Verbreitung durch Musikkritiker.
    Und so hab auch ich die Ehre
    Und mach jetzt Karriere als Musikkritiker.
    Ich hab diesen Posten schlau erbeutet
    Und ich hasse nichts so wie Musik.
    Und daß mir Musik so nichts bedeutet
    Zahl ich jetzt den Musikern zurück.
    Ah - wartet nur, ihr sollt es büßen,
    Lebet zu den Füßen des Musikkritikers!
    Daß die Welt es wisse, lest die
    Lustigen Verrisse des Musikritikers!
    Ich bin konsequent, und ich erkenne kein Talent,
    Und da ich weiß, daß ich nichts kann,
    Laß ich auch niemand andern ran!
    Und der Redakteur schätzt meine schlechte Meinung sehr,
    Und schreit das Publikum ,,Hurra!'',
    Das nützt euch nichts, dann ich bin da!
    Und eure Kollegen geben immer ihren Segen,
    Denn jedem Künstler ist es recht,
    Spricht man von andern Künstlern schlecht!
    Nieder mit Musik!

    Mehr songtexte: http://www.songtextemania.com/der_musikkritiker_songtext_georg_kreisler.html
    Alle Infos über Georg Kreisler: http://www.musictory.de/musik/Georg+Kreisler
  • Günter
    Günter
    Reiser, auch x malige Wiederholungen von Fehleinschätzungen machen sie nicht richtiger. Ich fühle mich nicht als Opfer und ich bin kein Opfer, hab auch nirgend wo so etwas geäußert.
    Polemik ist der besagte Artikel in der Süddeutschen. Der ist nicht albern sondern bösartig.
    Uraltfeindbild stimmt! Die Leute von denen ich spreche, haben sich auch nie geändert, die gibt es seit Urzeiten.
    Reiser, an Deiner Stelle würde ich es mal mit Selbstkritik versuchen. Deine
    Art Alles und Jeden zu kritisieren ist doch manisch und verliert schon des-
    halb jede Wirkung!
  • Günter
    Günter
    Malmu, da kann man voll zustimmen, ja der Kreisler! In Reisers Augen sicher auch ein Opfer mit einem Uraltfeindbild und der Text sicher polemisch.
  • Jetzt bei Amazon günstig Kunstbedarf kaufen.- Werbpartner -
  • Roland Schmid
    Roland Schmid
    Das passt sogar noch besser als zunächst gedacht.
    Zitat der letzten Liedzeilen :



    .....Und eure Kollegen geben immer ihren Segen,
    Denn jedem Künstler ist es recht,
    Spricht man von andern Künstlern schlecht!
    Nieder mit Musik!
  • Sabine Koschier
    Sabine Koschier
    Hallo "Reldats", ich hab den Artikel auch so empfunden!
    Daneben kann ich noch einen Ausspruch eines Kulturreferenten (bei anderer Gelegenheit) beitragen: Die Qualität einer Ausstellung zeige sich an den Besucherzahlen: Je weniger, desto qualitativer! Je mehr Leute die Kunst verstünden, desto schlechter sei sie....
  • Sabine Koschier
    Sabine Koschier
    Und "malmu" Danke für den Kreisler-Text...:)
  • Doktor Unbequem
    was mir zudem in dem Artikel auffiel:

    Es soll angeblich nicht einer der ü100 Künstler eine "eigene Handschrift" auf die Leinwand / in´s Material bringen.
    Selbst wenn man das so platt sieht, ist es doch höchst unwahrscheinlich, oder da versucht jemand, sich mit "höchstem Anspruch" selbst zu beweihräuchern.

    Ich halte eine solche profane Beurteilung für äusserst unbewusst, da jeder Maler eine eigene Handschrift hat, diese nur mehr oder weniger stark ausgeprägt ist.

    Der Schreiber ist also - meiner "Analyse" nach - ein absoluter Dilettant, der nicht einmal die einfachsten Grundprinzipien der "Kunst" versteht.
    Signature
  • Günter
    Günter
    Die Anzahl von Austellungsbesuchern sagt nun wirklich nichts über die Qualität der gezeigten Werke, weder positiv noch negativ. Da spielen ganz andere Dinge eine Rolle, vor allem aber die Werbung. Das Geschwätz dieses
    Kulturreferenten ist entlarvend. Dieses elitäre Denken hat in den letzten Jahren wieder zugenommen. Eigentlich nicht nachvollziehbar angesichts der
    massiven Scheiße, die uns gerade aus dieser Ecke täglich serviert wird.
  • daednU
    Heul doch!, Post 9

    tuts mal am richtigen ort?
  • daednU
    1;kreisler war in den 70igern sehr verbittert, kam wohl nicht mehr so gut an

    2' in dem artikel wird mit keinem wort behauptet dass gegenständliche
    malerei schlecht sei
    die negativ wertung findet nur im kopf von reddats statt
    + dann schwallt er plötzlich von hirst
    los als ob der hier irgendwas zu suchen hätte
    ich sags nochmal für langsamen : saudumme polemik von herrn reldats

    nur wie klug ist herr reldats eigentlich?
    frau danger behauptet irgendeine äusserung eines
    kuluturferente und findet sofort zustimmung
    da es die eigenen dumpfen vorurteile bestätigt

    andere nennen sowas üble nachrede

    ok ich weis nicht was in vhs kursen so stattfindet
    aber ich kann schon nachvollziehen
    dass man nachgemalte affen + valentin touri bilder
    nicht so innovativ findet


    übrigesn spezelwirtschaft bei der teilnahme
    wie so oft
  • eppap
    Kreisler ist, bester Reiser, jedesmal,
    wenn man ihn und seine Lieder hört
    oder denkt.
    Egal wo, hier, dort und auch in China,
    wo jetzt die Chinesen regier'n.
    Schön.
  • eppap
    bad gateway fook up.
  • eppap
    alberne polemik

    Genau, braucht kein Mensch hier, denn
    albern sind wir schon selbst.
    So geht das !!
  • siku
    Die Anzahl von Austellungsbesuchern sagt nun wirklich nichts über die Qualität der gezeigten Werke, weder positiv noch negativ. Da spielen ganz andere Dinge eine Rolle, vor allem aber die Werbung. Das Geschwätz dieses
    Kulturreferenten ist entlarvend. Dieses elitäre Denken hat in den letzten Jahren wieder zugenommen. Eigentlich nicht nachvollziehbar angesichts der
    massiven Scheiße, die uns gerade aus dieser Ecke täglich serviert wird.


    "die massive Scheiße an jeder Ecke" wird nicht die Zahl der Ausstellungsbesucher in die Höhe schnellen lassen, da können "Kultrureferenten auch nicht entlarvt" werden.
    Die Anzahl der Ausstellungsbesucher schnellt dann in die Höhe, wenn die gezeigten Exponate zu etablierten Künstlern gehören, die wie die Expressionisten zwar zu ihrer Zeit innovativ waren, deren Werke aus heutiger Sicht jedoch bereits zu einer konservativen Betrachtungs- und Rezeptionsweise gehören.
  • Sabine Koschier
    Sabine Koschier
    Das war aber nicht auf so große Ausstellungen und "alte Meister" bezogen, sondern auf die Ausstellungen um die Ecke, zeitgenössische, und deren Förderung. Da spiegelt sich eben auch der Konflikt zwischen "angesagt" = schwer nachvollziehbar (wenige Besucher) und "konservativ gestrig" = gegenständlich = VHS-Niveau (viele Besucher(!))
  • eppap
    Halt !! Wer sagt, daß große, alte Ausstellungen
    nicht um die Ecke stattfinden ?? Oder aber
    gemischte: 'der Kunstverein Holzwolle stellt
    dieses Jahr mit Herrn Kiefer zusammen aus.
    Kommen Sie hin, raten Sie wer was gemacht hat.'

    Und - ich verstehe es nicht - warum ist
    etwas 'angesagt' und hat dennoch wenige
    Besucher ?? Schwer nachvollziehbar ist
    per signnum societatis ein ziemlicher
    Scheiterungsgrund auf dem Weg zur An-
    sage.
  • Sabine Koschier
    Sabine Koschier
    O.K., hast ja recht :)
    Das mit dem Raten wär mal eine Idee...
  • daednU
    Kreisler ist, bester Reiser, jedesmal,
    wenn man ihn und seine Lieder hört
    oder denkt.
    Egal wo, hier, dort und auch in China,
    wo jetzt die Chinesen regier'n.
    Schön.


    müsste es nicht heute
    heissen: gehen wir tauben
    füttern im park? :-)


    testen sie mal den qualtinger
    da sindse aber ganz gut beschäftigt
  • Günter
    Günter
    Reiser,ob Kreisler in den 70ern nicht mehr so gut ankam und deshalb verbittert war laß ich mal andere beurteilen aber daß das der Grund für obiges Gedicht war ist schon abenteuerlich.
    Siku, wenn ein Kulturreferent sagt, je mehr Besucher eine Ausstellung hat, dasto schlechter sei die Qualität oder je mehr Menschen die Kunst verstünden, desto schlechter sei sie, dann ist so eine Aussage nicht nur entlarvend sondern definitiv falsch.
    Leute, die so argumentieren, wie dieser Kulturreferent, tun das mit einer Arroganz, die in keinem Verhältnis zu ihrem eigenen Können steht. Ich nenne diese Denke elitär.Elitär sind auch gewisse Herrschaften , die seit einigen Jahren die Öffentlichkeit beschäftigen und das nicht im positiven Sinne.
    Deren massive Scheiße füllt sicher keine Ausstellungen. Wo hab ich denn so was behauptet?
    Ja und dann noch Deine Feststellung, daß die Expressionisten zu ihrer Zeit zwar als innovativ galten aber aus heutiger Sicht bereits zu einer konser-
    vativen Betrachtungs-u. Rezeptionsweise gehören. Da frage ich schon mal ganz bescheiden welche Betrachter sind denn da bitteschön gemeint? Aus
    wessen heutiger Sicht gelten die als konservativ? Wer bestimmt denn wessen
    Sicht gilt? Also ich halte diese Feststellung für konservativ. Gott sei
    Dank gibt es weder ein Gesetz, noch ein Amt, das festlegen kann, was nun
    so oder so zu betrachten ist oder wessen Betrachtungsweise gültig ist.
    Welcher Künstler oder welches Kunstwerk innovativ oder konservativ ist, bestimmt jeder Betrachter für sich ganz allein. Da hat absolut niemand mit zu reden. Es sei denn man will Staatskunst oder Gesinnungskunst oder sonst eine vorgeschriebene oder erzwungene Kunst!
  • eppap
    Einwurf zu den Experssionisten - es gibt solche und
    solche. Gibt, weil ich das aus heutiger Sicht meine.
    Das was am Experssionismus interessant ist, ist der
    Teil, der ganz offenbar und unvermeidlich Politik
    und Kunst mischte. Der Rest ist ziemlicher Quatsch,
    gemacht mit dem Ziel zu den Angesagten zu gehören,
    oder sich Urlaube in fernen Ländern finanzieren
    zu lassen mit ein paar schnulzigen Bildchen. (Nichts
    dagegen, wenn aus Reisen Bilder werden. Aber.)
  • Page 26 of 29 [ 562 Posts ]

  • Sign in to respond or to ask a question.

Related topics and pictures