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  • Rodi's Rudimentäres Rezensionen Retardadium

  • Roderich
    Roderich just a little crush
    heute einmal ein monolog zu einem bild, welches mich sofort in seinen bann zog - love at first sight sozusagen. es war ein samsatgnachmittag, glaub ich mich zu erinnern, ich blätterte in einer großen buchhandlung einen bildband über expressionistische kunst durch, und da war es vor mir - zwar nur als ca. 20 x 20 cm großes lichtbild, aber das genügte schon.
    Weiblicher Akt mit Hut, 1911 von Ernst Ludwig Kirchner.

    http://www.altertuemliches.at/files/kirchner_halbakt.jpg

    edle blasse haut, den hut ins gesicht gezogen und perfekte bögen, entblößte brüste wie das M von McDonald's, das big mac unter den burgern, die calzone unter den pizzas. Dodo ist mit grobem strich und geringer plastizität auf die leinwand gebannt und dennoch entfaltet das bild eine wirkung das die realität um welten übertrifft. es ist edel und erotisch, es ist elegant und gewandt, raffiniert und erzählfreudig, ich kann meinen blick nur schwer wieder davon lassen. eine echte dame, so wie ich sie mir vorstelle und erträume. die frau in perfektion, eingekocht und reduziert auf ihre essenz.
    mir gefallen viele bilder von Kirchner, aber dieses ist etwas ganz besonderes und sollte es mich einmal nach köln verschlagen, so hoffe ich das ich es dort dann in echt sehen darf.
    gerade eben blättere ich durch meinen bildband von Kirchner und bin ein wenig entmutigt, wenn ich diese visuelle kraft sehe, da fühle ich mich nun als ganz kleines licht und klapp das buch lieber wieder zu. in ein paar minuten hab ich diese gedanken aber sicher wieder verjagt und freue mich das es dieses bild gibt.

    fazit - ein zitat vom künstler selbst:
    Der Maler malt die Erscheinung der Dinge, nicht ihre objektive Richtigkeit, je er erschafft neue Erscheinungen der Dinge.
    Ernst Ludwig Kirchner
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  • otto_incognito
    otto_incognito
    andersrum - wer fühlt sich berufen etwas zu folgendem bild von mir zu schreiben?


    Die Gelbe Mauritius

    zerreißen - vereisen - vereisen...alles erlaubt!
    wer wird es sein - was wird er schreiben?



    Nach reiflicher Überlegung komme ich zu dem Entschluß, die clandestine Botschaft dieses wortwörtlich die Epochen überschreitenden Werkes des Herrn Roderich zu enthüllen - mag am Ende die Ernüchterung auch noch so groß sein.
    Mit scheinbar spielerisch, heiterem Duktus entwirft der Meister hier eine zeitlose Hieroglyphe menschlichen Geselligkeitsverlangens, das in seiner unbestreitbaren Ambivalenz schon immer besteht.
    Die soziale Gruppe, das humane Rudel gar, bedarf stringenter Regularien, was von Zeit zu Zeit jedoch die hemmungslose Entgrenzung zwingend erforderlich macht. So wurde die Orgie, die Party erfunden.
    Von berauschnden Getränken und Knabbereien unterfüttert fanden und finden die Individuen zu ekstatischen Momenten, denen jedoch die Hybris droht, was Herr Roderich kongenial mit seiner Männlichen Figur mit Hut, deren ins Extrem verlängerte Arm den ornamental schützenden Rahmen für das entfesselt Triebhafte im Inneren bildet, was uns zur Erkenntnis bringt; wenn alle feiern, sollte einer nüchtern bleiben, am besten der, der die Autoschlüssel hat.
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  • Roderich
    Roderich
    schön gesagt herr Otto, danke schön. :)
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  • otto_incognito
  • b-nimajneb
    Otto wird mal meine Bilder präsentieren, wenn ich mit wenig viel Geld verdienen will.
  • otto_incognito
    otto_incognito
    Oja, das täte ich gerne.
    Überhaupt würde ich mich gern zu jeglichen Kunstevents und Vernissagen tragen lassn, mich vor das jeweilige nach Wunsch zu kommentierende Werk stellen lassen,dann reden, um mich danach wieder davontragen zu lassen.
    Das nennte ich dann meine Kritikaster-Performance.
    Das hätte Zukunft :D
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  • otto_incognito
    otto_incognito
    🔗 http://w1.kunstnet.org/33159/ottogaunitz-006.JPG

    Und nun übereigne ich Ihnen, geehrter Herr Roderich, dieses Werklein zur Kenntnisnahme und gelegentlicher Besprechung, auf daß mir dies vielleicht sogar zu einer Titelfindung verhelfe.
    Gruß, Otto
    Signature
  • Roderich
    Roderich
    🔗 http://w1.kunstnet.org/33159/ottogaunitz-006.JPG

    Und nun übereigne ich Ihnen, geehrter Herr Roderich, dieses Werklein zur Kenntnisnahme und gelegentlicher Besprechung, auf daß mir dies vielleicht sogar zu einer Titelfindung verhelfe.
    Gruß, Otto


    Im Schach des Puppenbauers...

    otto IV - im schach des puppenbauers

    nur zwei hände, weder arme noch beine, da spart man sich zwar die schuhe aber wenn die hände dann keine schnürsenkel zu binden haben frage ich mich - was tun sie dann?
    zum stapeln, kommt es mir gleich in den sinn, kopf f2 auf f3, hand e7 auf e6 - torso g2 auf g4, das lockt die kleine dame aus ihrer deckung, dame d8 auf h4, und entlockt ihr ein lächeln. auf dem fenster hoppelt sie entlang, auf dem rahmen - wie auf gleisen - so auch ihre blicke.
    er soll es sein!
    sie wünschte sie könnte ihn umarmen, ihm ihren leib anbieten, doch hatte sie noch weniger als er, und er - der puppenbauer war im urlaub, 14 tage saint tropez, und wenn er wiederkam gab es keine garantie das er ihre körper bauen würde.
    waren sie also verdammt eine platonische beziehung einzugehen?
    immer nur reden und zuhören, zuhören und reden - und sie, sie hörte nicht auf zu reden, wenn doch nur ein sturm aufkommen würde und sie mit sich forttragen würde, dachte er sich.
    nase in den wind gedreht, mit der radarpistole das tempo der wolken gezählt.
    oh je, es wird ein milder frühlingstag, keine blitzer, keine wilderer - kopflose wilddiebe die verwendung für sie hatten, als köder zum angeln oder so.
    eine schiefe ebene, so kam er sich vor, und lies sich fallen in ihre stimme, sie war ja so lieblich, nimmt mich gefangen, und ich höre zu.
    war das gewöhnung, war das liebe oder war er schon tod?
    er senkte seine blicke und gab ihr einen namen - dein name sei biene und deine lieblingsfarbe sei rot!
    sie lächelte noch immer und die zeit rollte fort - aus sekunden wurden stunden, aus tagen ganze jahre - doch noch immer sind sie zusammen, auch ohne leib und gott bewahre, eine welt gefüllt mit deren kinder, nur kapernäpfel wären schlimmer.
    fazit: nicht alles ist perfekt was wie blumen aussieht.
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  • otto_incognito
    otto_incognito
    Hiermit bedanke ich mich recht herzlich für die ausgiebige Deutung und die überraschenden und doch so plausiblen Inhalte!
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  • Roderich
    Roderich
    Hiermit bedanke ich mich recht herzlich für die ausgiebige Deutung und die überraschenden und doch so plausiblen Inhalte!


    das ist ja das schöne an vieldeutigen werken, man kann vieles hineindeuten. :)
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