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  • Georg Brückmann - Panhorama

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    Esther Niebel Georg Brückmann - Panhorama
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    Leipzig: Vom 26. Oktober bis zum 24. November 2012 zeigt die Leipziger Galerie Queen Anne auf dem Gelände der Spinnerei ein außergewöhnliches Ausstellungsprojekt namens „Panhorama“ von Georg Brückmann. Der in Leipzig lebende Meisterschüler gibt unter Verwendung des Mediums Zeitung einen fiktiven Rundumblick über zeitgenössische Ereignisse. Dabei bezieht sich Brückmann auf die Ressorts „Politik, Wirtschaft, Kultur und andere Rätsel“.

    „Panhorama“ ist ein zeitungsähnliches Druckerzeugnis sowie eine Ausstellung mit rund 45 Fotografien, die auch in der fiktiven Zeitung als textbegleitende Fotos und Werbeanzeigen fungieren.

    Texte, Fotos, Grafiken und Werbeanzeigen, also jedes einzelne Element der Zeitung, hat der Künstler selbst geschaffen und verdichtet sie in „Panhorama“ wie in einer realen Zeitung zu einem vollständigen Bild. Das intensive Lesen von Tages- und Wochenzeitungen hat in Georg Brückmann die Idee zur Erstellung eines eigenen, völlig subjektiven Abbildes der Gesellschaft geweckt. So berichten fiktive Autoren, manchmal auf humorvolle, manchmal auf zynische Art und Weise, von fiktiven Parteien, Sportarten oder Ländern - bebildert von fiktiven Fotografen. Das fingierte Ministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), so kündigt „Panhorama“ an, möchte „künftig deutlich gesteigerte finanzielle Vergünstigungen und Zusatzbezüge für junge Familien geben. Die Familienministerin mit Namen Niederkunft gab in der gestrigen Parlamentsdebatte über Kinder- und Elterngeld zu bedenken, dass auch die Wirtschaft ein langfristiges Interesse daran haben müsse, sich an der Elternunterstützung zu beteiligen. Niederkunft betonte außerdem die Wichtigkeit einer rückwirkenden Vergütung bis einschließlich 1997.“ So persifliert Georg Brückmann anhand des Finanzierungsmodells der angeblichen Frau Niederkunft aktuelle politische Debatten: „Die Fiskalbelastung der Wirtschaft müsse allerdings über Umwege stattfinden, um sich nicht unmittelbar konjunkturbremsend auszuwirken. Ein probates Mittel hierfür sieht Niederkunft in einer ebenfalls rückwirkenden Steuerbelastung deutscher Unternehmen, die mit der Umweltsteuer zu koppeln sei und je nach Ambientalverhalten gestundet oder reduziert werden könne, verbunden mit der Einführung einer Reichensteuer.“

    In der ebenfalls mit „Panhorama“ betitelten Ausstellung in der Galerie Queen Anne wird die Zeitung vom 26. Oktober bis zum 24. November 2012 in einer Installation ausgestellt und verkauft. Außerdem werden alle Bilder der Zeitung auch als einzelne Bildwerke präsentiert. Die Raffinesse einiger „Zeitungsbilder“ wird sich dem Leser auch erst bei genauerer Betrachtung der Fotografien erschließen. Humorvolle und hintergründige Verweise der Fotos aufeinander sowie Referenzen zur Realität in nächster Umgebung aber auch versteckte Poesie, fordern vom Betrachter und Leser eine gewisse Konzentration und Versenkung. Dann aber steckt die Ausstellung sowie Zeitung voll ehrlichen Bekenntnissen, zynischen Reflexionen und zarter Schönheit.

    Der Künstler ist am Samstag, den 10. November und am Samstag, den 24. November, jeweils von 13 bis 16 Uhr anwesend.

    Georg Brückmann studierte von 2001 bis 2003 Kommunikationsdesign mit dem Schwerpunkt Fotografie an der Universität GHS Essen. Anschließend studierte er von 2003 bis 2009 Fotografie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Vor zwei Wochen schloss er erfolgreich seinen Meisterschüler bei Prof. Tina Bara an der HGB ab.

    Bildmaterial:
    „Auf der Suche nach Konsistenz“, Georg Brückmann, 2012


    Kontakt:
    Galerie Queen Anne
    Spinnereistr. 7 / Halle 10 E
    04179 Leipzig
    0341/56 58 761
    mailto:info@queen-anne.de
    http://www.queen-anne.de
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