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  • Autodidakten kontra Kunstschulen generell ja oder nein?

  • Annemarie Siber
    Annemarie Siber Autodidakten kontra Kunstschulen generell ja oder nein?
    Gibt es darauf wirklich so eine eindeutige Antwort, wie sie einige - vornehmlich "studierte" so gerne vertreten?
    Wenn ja - aus welchem Grund?
    Gerade diejenigen, die ja so gerne die "alten Meister" als Handwerker bezeichnen, pochen vielfach darauf.....??????
    Wenn es kein "Handwerk" ist, also was lernt man dann?
    Denken?
    Fühlen?
    Farbe zu sehen?
    Das zu malen, was Kritiker gerne sehen wollen?
    Sind dann diejenigen, die es ohne "Akademie" machen keine "Künstler" ??
    Mir ist das alles etwas suspekt. Klingt es doch nach einer fadenscheinigen Begründung für einen "Status" der mit einzelnen Werken an sich nichts zu tun hat, da auch dort "Entwicklungsstadien" durchlaufen werden, oder nicht? Also wann ist der Student dann Künstler? Wenn es der "Meister" verbrieft hat?
    Also verbriefter Künstler - im Gegensatz zum NICHT-verbrieften?
    Ist das die Freiheit in der Kunst, oder nicht doch mehr ein künstlich verkapptes Beamtentum?
    Was ist dann mit all den "naiven" und sonstigen, die nie in ihrem Leben eine "Kunstschule" gesehen haben (als Beispiel für viele!!!)?

    ?????
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  • Sabine Minten
    Sabine Minten
    Also erstmal find ich die Überschrift nicht sehr glücklich: kontra - generell - ja oder nein. Das ist keine differenzierte Vorgabe.

    Aber zum Thema: Ich kann schon mal mit Überzeugung sagen, dass es OHNE Zugang zu Bildung ziemlich schwer wird. KANN funktionieren - die Chancen sind aber einfach geringer.

    Vor allem hast Du, wenn Du mehr oder weniger allein rumbrasselst, kaum effektive Möglichkeiten, Dich aus Deinen eigenen Konditionierungen und Sichtweisen zu lösen und Deinen Blickwinkel wirklich radikal zu erweitern.

    Was Du lernst kann ich Dir im Abriss auch noch sagen - bezogen auf ein "berufsbegleitendes Studium der Malerei" , also noch nicht mal eine "richtige" Akademie. Hier der Lehrplan für´s erste Jahr:

    - Zeichnen (Tierzeichnung, Akt, Objektzeichnung, Portrait, experimentelle/freie Zeichnung, Zeichnen im Kontext zur Natur)

    - Kunstgeschichte (Malerei der Moderne, Bildbetrachtung, Mensch im Kontext der Kultur etc.)

    - Farbenlehre

    - Maltechnik

    - Komposition und Bildaufbau

    - Materialkunde

    Ziel ist ein fundiertes inhaltliches UND handwerkliches Wissen und Können, auf dem ein freies künstlerisches Arbeiten aufbauen kann. Zudem die Erarbeitung einer eigenen künstlerischen Position und Intention.

    Vieles davon ist Handwerk.
    Vieles hat aber auch mit "Sich-Einlassen" auf neue Erfahrungen und dem Aufnehmen neuer Impulse zu tun. Du lernst auch, Dich besser einzuschätzen und aus eingefahrenen Vorgehensweisen rauszukommen.

    Die ersten Zeichenkurse hatte ich bereits und ich kann Dir versichern, dass ich DAS so nicht aus einem Buch oder in eigener Regie hätte lernen können.
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  • rep
    sehr creativ...
    jetzt spriest hier ein thread nach dem andern zu dieser fragestellung im webgarten.
    scheint frühling zu sein.

    ehmm... du lernst zeichnen, sam?
    :)))
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  • Tomas
    Also generell gegen Kunstschulen wäre genauso dumm, wie generell gegen Autodidakten. Es gibt viele gute Kunstwerke die von Autodidakten sind und die historischen Kunstwerke sind auch nicht immer von Studierten. Das ist in vielen Dingen so. Manche eignen sich das wissen auch ohne Studium. Musiker haben auch nicht immer Musik studiert oder Ich kenne einen der sehr viel Ahnung von Literatur und Sprachentwicklung hat. Beides nur angelesen aus Interesse. Ganz ohne Studium oder spezialisierter Schule.

    Jedoch hat ein Studium auch viele Vorteile. Schon alleine der Aufbau des Wissens. Das gut durchorganisierte (zwar nicht immer aber oft). Und der Meisterbrief kommt nicht einfach so. Es geht um Wissen auf dem man Aufbauen kann. Brooklyn hat dies schon gut genug beschrieben.
  • Sabine Minten
    Sabine Minten
    @per
    ja - ich brauche die linie.
    ohne bleibt alles ein wenig zu schwerfällig, weisst du...

    (und dabei geht es absolut nicht darum, bis an´s ende meiner tage zitronen oder äpfel oder unterschenkel so naturgetreu wie möglich aufs papier zu bringen...)
    Signature
  • rep
    du warst also bis dato schwerfällig und nimmst deswegen jetzt den stift und linerst. hmm...
    um was geht´s dir, wenn nicht um die geränderte zitrone?

    was man übrigens sofort kann, ist: alles durchkreuzen!
    es handelt sich um 2 simple diagonale. die sind sooo magisch.
    :)))))))))
  • Sabine Minten
    Sabine Minten
    in meinen beiden letzten bildern "später am nachmittag" und "früher am abend" habe ich verstärkt die linie als bildnerisches mittel eingesetzt. die müssten sich noch nicht mal unbedingt zu figürlichem formieren, aber für den anfang fiel es mir so leichter.

    worum es geht?
    a priori mal ganz schlicht um die erweiterung meiner möglichkeiten. der rest wird sich auf dem weg schon finden. da bin ich zuversichtlich.

    (ich kenn nur magische kreise...)
    Signature
  • xer
    Hallo Annemarie,

    ich finde du sprichst hier ein äußerst interessantes Thema an.
    Ich denke mal, das ist eine Frage, die sich nicht nur die Autodidakten (ich also auch)
    stellen, sondern auch die Leute die auf dem Gebiet "Kunst" richtig gebildet sind.
    Die Frage die sich für mich ganz persönlich stellt ist nicht,
    Kunst (in irgendeiner Ausprägung, Geschichte oder was weiß ich) zu studieren,
    sondern sie zu verstehen!
    Wie kann ich das?
    Ich muss also in meine Birne reinschauen, und nicht nur in meine
    sondern auch in die, der Gesellschaft. Im engeren wie im weitesten Sinne.
    Was hilft?
    Kunstgeschichte?
    Zeichenkurs?
    Hmhmhm?
    Ich glaube nicht.. mein Ansatz wäre Soziologie, Philosophie oder Psychologie
    und der gleichen.
    Ich bin der Meinung, da nur sehr sehr wenige Absolventen eines Kunststudiums
    mit Ihrer Tätigkeit Geld verdienen können, es ist völlig egal ob du Kunst studiert oder nicht studiert hast,
    einzig und allein kommt es auf andere Faktoren an:

    1.Was hast du in der Birne? (Also Idiot oder Genie)
    2.In wiefern kannst du dich äußern (Also dein Talent)
    3.Glück, PR etc. (Also ein Schwein das dich hochboxt)

    Fehlt 1, 2 oder 3 kannst du Sonnenuntergänge oder Katzen malen..
    Du kannst dich aber auch (verzeih bitte) am Arsch kratzen.
    Alles bringt genau so viel.

    Mein Fazit: es ist Schnuppe ob du Kunst studiert hast, oder nicht
    Und zwar VÖLLIG SCHNUPPE!!!
  • Sabine Minten
    Sabine Minten
    so ganz auf die schnelle:

    zu 1. Was hast du in der Birne?
    fällt mir ein, dass die meisten glauben, da müsse was DRIN sein und dabei komplett ausser acht lassen, dass da erst mal viel mist RAUS muss, bevor existentielles geschehen kann.

    zu 2.
    In wiefern kannst du dich äußern (Also dein Talent)
    viel handwerk gehört auch dazu und das ist lernbar - der rest siehe punkt 1.

    zu 3.
    selber schwein sein macht fett :-))
    Signature
  • xer
    >> fällt mir ein, dass die meisten glauben, da müsse was DRIN sein und dabei komplett ausser acht lassen, dass da erst mal viel mist RAUS muss, bevor existentielles geschehen kann

    Ja genau, Sabine.. und gerade darum: was hast du in der Brine?
    Damit will ich sagen, ob man das was du schreibst
    und viellleicht noch mehr längst verinnerlicht hat!


    >> selber schwein sein macht fett :-))

    Ja schön wär´s
    Du weißt aber ganz genau, dass es völlig unmöglich ist.
    Wir doofen Parasiten brauchen nun mal einen Scheissüberträger :o(
  • rep
    @exxus nonsympatikus
    1. Was hast du in der Birne? (Also Id*** oder Genie)
    2. In wiefern kannst du dich äußern (Also dein Talent)
    3. Glück, PR etc. (Also ein Schwein das dich hochboxt)

    1. in einer welt voller genies ist der i.d.i.o.t das genie
    2. in wiefern kannst du dich äussern ist falsch. es muss heissen: wie fern kannst du dich halten.
    3. glück und pr ist quatsch und boxen bringts auch nicht. (sieht man ja an dir).
    also muss man ein genie sein. (meinetwegen auch ein i.d.i.o.t)

    :)))
  • xer
    >> 1. in einer welt voller genies ist der Id*** das genie

    das habe ich don_dada schon vor langer zeit hier im forum vor die nase gahlten,
    insofern: alter hut!

    >> glück und pr ist quatsch und boxen bringts auch nicht. (sieht man ja an dir).
    also muss man ein genie sein. (meinetwegen auch ein Id***)

    Bitte! Völlig und ganz objektiv jetzt:
    Wer so einen Scheiss von sich gibt,
    zeigt nur wie wenig Ahnung er hat.
    Und das ist ganz ganz ehrlich nicht persönlich gemeint!
  • rep
    i proudly present:

    wenig ahnung.
    viel wissen.

    :)))
  • xer
    Ja Per, schön aus der Affäre gezogen :o/
    War mehr zu erwarten von dir?
  • Tomas
    Muss dieses Thema wieder im Streit enden. Diskussion ist nicht gleich Streiten. Es ist ein eigentlich gutes Thema. Und eine gute Frage. Als ich auf Kunstnet stiess wollte ich mir gute Bilder anschauen. Als ich das forum entdeckte, wollte ich ein bisschen mit diskutieren, aber hier wird mehr gestritten, so sieht es zumindest bis jetzt für mich aus. Aber weiss, vielleicht ist der Eindruck falsch und es ist gerade mal so eine schlechte Zeit.

    Doch zurück zum Thema! Ich bin der Meinung das Autodidakten sowie Kunstschulen/Studien alle Vor- und Nachteile haben. Ich würde ein gutes Bild eines Kunststudenten genauso schätzen wie das eines Autodidakten. Das Ergebnis zählt.
  • aksorip
    macht doch einfach.
  • Martin Kerntke
    Martin Kerntke
    Kunstschulen haben den Vorteil in kurzer Zeit einen Einblick zu bieten, für den man als Autodidakt länger braucht. Den Neid von Heerscharen erfolgloser Kunststudenten auf solche Autodidakten, die es dennoch quasi allein zu mindest gleichwertiger Anerkennung gebracht haben, kann ich verstehen, offenbaren doch gerade sie die Defizite dieses besonderen Beamtenversorgungsapparates.

    Akademien bieten eine Kommunikationsplattform als Startbasis fürs Kunst-Geschäft. Als Autodidakt funktioniert das auch, geht aber langsamer und beschwerlicher. Hut ab vor Leuten, die es dennnoch aus eigener Kraft schaffen, mit ihrem Werk anerkannt und bekannt zu werden. Gute Ideen und Fleiß allein reichen da nicht.

    Auf der Akademie mag man zwar manche Anregungen bekommen, aber Vieles wird auch nur vorgekaut und dann vom Schüler nachverdaut. Einige lassen sich sogar dort erst "brechen" um dann dort "ihren" Stil zu neu zu erfinden. Aber: Kunst hat viel mehr mit Querdenken und über den Tellerrand schauen zu tun, als mit Handwerk. Dazu braucht es ein kreatives Umfeld, insbesondere außerhalb der Akademien! Vieles was dort gelehrt wird, stammt letztlich von berühmt gewordenen Autodidakten.

    Leider sehen das die meisten Galeristen anders. Geht es nach denen, sind Autodidakten ein Geschaftsrisiko. Akademieabsolventen nehmen Ihnen eine erste Entscheidung ab. Mein Eindruck ist, dass die meisten Galeristen und Sammler "künstlerisch" satt sind und kein Risiko mehr eingehen. Daher passiert auch derzeit wenig Neues. So suche auch ich als Autodidakt beispielsweise noch weiter noch hungrigen Galeristen.
  • lisa
    lisa
    generell ja oder nein kann man sicher nicht sagen. Es gibt überall solche und solche. Außergewöhnliche Autodidakten genauso wie stümperhafte Studierte, genauso wie umgekehrt, und alles mögliche dazwischen.

    Es gibt sicher Menschen, denen alles in die Wiege gelegt wurde, die nichts und niemanden brauchen, um ein Überflieger zu sein.
    Ich gehöre jedenfalls nicht dazu.
    Jeden Tag merke ich deutlicher, daß ich zumindest einen Lehrer für das Technische haben möchte.
    Klar kann ich mir vieles selbst aneignen, aber wie hier auch schon gesagt wurde, ich glaube, das dauert einfach länger. Weil einfach viele Experimente nötig sind, bis man den richtigen Dreh heraus hat, dessen Trick ein Lehrer schon kennt und sofort mitteilen kann.

    Gestern habe ich noch gedacht, was labert Ihr immer alle hier herum, es ist doch egal, was und wer Ihr seid, macht doch einfach, was Ihr machen wollt.
    Aber während ich über meinen Wunsch nach Hilfe von außen nachgedacht habe, hat sich das verändert.
    Auch diese Diskussionen oder auch Streiteren enthalten an irgendeiner Stelle für irgendjemanden irgendeinen Tipp.
    Signature
  • tsinogyloP_ehT
    Hallo kern,

    kann ich voll nachvollziehen was du geschrieben hast. Wobei wir sowieso drei Sachen gemeinsam haben.
    Hamburg - Autodidakt - Galerien suchen.

    Ich persönlich fühle mich zum ersten mal nach einer fast zwanzig jährigen Suche in einer Art künstlerischen Mitte, sozusagen Angekommen. Das alleine zählt erstmal, weil sie die gewissheit hervorruft das "es" gut ist. Wer weiß was ich gefunden häte wenn ich an einer Kunstschule gelandet wäre ?
    Mein Wege sind sowieso länger als die von anderen. Wenn man das erstmal erkannt hat, muß man akzeptieren das einem bestimmte türen verschlossen bleiben werden. Aber das tut es vielleicht nur deshalb weil hinter der künstlerischen entwicklung gleich die wirkliche selbstfindung steht.
    Diese eigentliche selbstfindung ist ein einsamer weg den man alleine gehen muß.
  • Sabine Minten
    Sabine Minten
    Einer meiner Akademieprofs (Volker Altrichter) meinte mal: "Als Künstler weist man sich nicht durch einen Abschluss aus, sondern durch das, was man tut."

    Richtig.

    Und ich kann´s nur wiederholen: Ich nehme an "künstlerischer Bildung" mit, was ich nur kann! Warum soll ich mich auf endlose Pirouetten im eigenen Biotop beschränken? Als reiner Autodidakt eiert man viel zu lange mit den eigenen Konditionierungen und Unzulänglichkeiten (auch den technischen!) rum. Oder reduziert sich vorschnell auf die Mittel, die man mehr oder weniger gut beherrscht und bleibt auf ausgetrampelten Pfaden.

    Ich sehe nichts, was gegen die Nutzung von verfügbarem und vermittelbarem Wissen (Akademie oder Uni) steht. Schliesslich liegt es zum grössten Teil an einem selbst, was man draus macht und wo es einen hinbringt. Sprich: Wer das Zeug zum Funken hat, der wird seinen Brandbeschleuniger schon finden.
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