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  • Was ist unser Menschenbild (Bild vom Mensch)?

  • siku
    Was ist unser Bild vom Menschen?
    Was soll hier eigentlich diskutiert werden? Eine zeitgemäße Darstellung des Individuums oder das Portrait allgemein oder das Menschenbild heutzutage?

    „...unsere Persönlichkeit innerhalb der Gesellschaft ist eine geistige Schöpfung der andren [...] Wir statten die physische Erscheinung des Menschen, den wir sehen, mit den Vorstellungen aus, die wir von ihm haben, und in dem Gesamtbild, das wir uns machen, spielen die Vorstellungen sicher die Hauptrolle.“ (Marcel Proust: Auf der Suche noch der verlorenen Zeit, Bd. 1: Swans Welt, Frankfurt 1979, S.29)

    Auszug aus einem Seminarprogramm über „die Möglichkeiten Portraits zu beschreiben“:
    „Wenn ein Porträt das Bild eines individuellen Menschen darstellen soll, dann darf man einen bestimmten Grad von Ähnlichkeiten zwischen den vom Künstler ge- und erfundenen Zeichensystem und dem von diesem repräsentierten Menschen erwarten. Zugleich muss man aber auch bedenken, dass ein als Portrait geltendes Bild bestimmten Konventionen unterliegt, welche die Dargestellten als soziale Rollenträger konstruiert...."
    Diesen letzten, etwas unzeitgemäß wirkenden Satz habe ich deshalb mit aufgeführt, weil in dem ersten Text das Herrscher- und Gesellschaftsportrait mit erwähnt wurde.
    Gruß siku
  • rep
    Was ist unser Bild vom Menschen?
    Was soll hier eigentlich diskutiert werden? Eine zeitgemäße Darstellung des Individuums oder das Portrait allgemein oder das Menschenbild heutzutage?

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    „...unsere Persönlichkeit innerhalb der Gesellschaft ist eine geistige Schöpfung der andren [...] Wir statten die physische Erscheinung des Menschen, den wir sehen, mit den Vorstellungen aus, die wir von ihm haben, und in dem Gesamtbild, das wir uns machen, spielen die Vorstellungen sicher die Hauptrolle.“ (Marcel Proust: Auf der Suche noch der verlorenen Zeit, Bd. 1: Swans Welt, Frankfurt 1979, S.29)

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    Auszug aus einem Seminarprogramm über „die Möglichkeiten Portraits zu beschreiben“:
    „Wenn ein Porträt das Bild eines individuellen Menschen darstellen soll, dann darf man einen bestimmten Grad von Ähnlichkeiten zwischen den vom Künstler ge- und erfundenen Zeichensystem und dem von diesem repräsentierten Menschen erwarten. Zugleich muss man aber auch bedenken, dass ein als Portrait geltendes Bild bestimmten Konventionen unterliegt, welche die Dargestellten als soziale Rollenträger konstruiert...."
    Diesen letzten, etwas unzeitgemäß wirkenden Satz habe ich deshalb mit aufgeführt, weil in dem ersten Text das Herrscher- und Gesellschaftsportrait mit erwähnt wurde.
    Gruß siku


    also abschnitt 2 kann man schlicht als handelsübliche projektion bezeichnen.
    abschnitt 3 ist ja ein furchtbares gequake.
    das soll wohl intellektualität port...tieren.

    :)))
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  • siku
    Zitat per:"abschnitt 3 ist ja ein furchtbares gequake.
    das soll wohl intellektualität port...tieren."

    nee, das soll Anfängern! den Einstieg erleichtern und die Bildnissmalerei etwas erklären

    @per es würde mich brennend interessieren, was dir zu den von its_not_me eingestellten Bildern und Texten einfällt
    :-)
    siku
  • rep
    das zeug ist gut. soweit so bene.
    :)))
  • siku
    das reicht nicht als Antwort
    :))) siku
  • rep
    mir schon.
    ich bin da grade nicht kitzelig.
    tests sind bei mir übrigens gebührenpflichtig.
    :)))
  • siku
    ... dafür kaufe ich mir lieber eine Pizza
    ;-)
  • rep
    da hast du aber echt kohldampf...
    :)))
  • _em_ton_sti_
    http://www.budesheim.de/portrait_03.gif


    Was ist unser Bild vom Menschen?
    Was soll hier eigentlich diskutiert werden? Eine zeitgemäße Darstellung des Individuums oder das Portrait allgemein oder das Menschenbild heutzutage?


    Ein bestimmtes Thema vorzugeben fände ich etwas anmaßend. (Oder?)

    Ich denke einfach, dass unser Menschenbild auch von den Bildern, die uns umgeben geprägt wird. Das zu sagen ist ja im Grunde banal. Aber trotzdem nicht unwichtig: Wenn wir dauend sehen, dass wir im Grunde nur ein Gehirn (2. Abb.) sind, welches (Selbst-)Bild bekommen wir dann? Sind wir nichts weiter als ausgeflippte Biomaschinen?

    Hier in diesem Forum umgeben wir uns mit körperlosen Zeitgenossen ... (und ihren Avataren)

    Es gibt 6.4 Milliarden Menschen und jeder kennt Heidi Klum :-)einen quasifiktiven Medienmensch. Was wäre hingegen ein tatsächliches Portrait? Ein Portrait zeigt natürlich auch nie den ganzen Menschen, aber es zeigt, dass der Mensch als ein Ganzes verstanden werden kann; ein Ganzes, welches sich selbst zu einem "mehr" übersteigt. Das Portrait zeigt, dass immer etwas unzeigbares übrig bleibt. Es zeigt das Rätsel ...

    Gerade deshalb habe ich ja all diese (Internet-)Bilder ausgewählt. Diesen Bildern fehlt genaus das, was ich gerade zubeschreiben versucht habe. Sie sind fíx. Ihnen fehlt weitgehend das Rätselhafte. Der Mensch wird fragmentiert ... das heißt: auf je einen bestimmten Aspekt zurück geschnitten: Er ist ein Hirn-Scan oder eine schillernde Oberfläche oder ein Icon oder ein Element einer Statistik etc.. Die Frage, wie und ob man diese (teilweise widerstreitenden Aspekte) auf einer "höheren Ebene" wieder zu einer Einheit zusammenschweißen kann oder soll, und zwar zu der Einheit, die wir mal das Individuum, das Unteilbare (also das Nicht-fragmentierbare), genannt haben, wird dabei ausgespart oder vergessen.
  • lisa
    lisa
    Das unsichtbare sichtbar machen ... ob ein Leben dafür ausreicht? ;)
    Signature
  • fluwdom
    eine sehr philosophische frage. hat für mich weniger mit kunst zu tun.
  • _em_ton_sti_
    Das ist eine Vorstellung, die mir persönlich ganz und gar fremd ist. Kunst und Philosophie gehören ganz eng zusammen, wie mir scheint.
  • lisa
    lisa
    eine sehr philosophische frage. hat für mich weniger mit kunst zu tun.


    Da scheiden sich wieder die Gemüter :)

    Ich stell mir die Aufgabe ungleich spannender vor, den "gesamten" Menschen zu porträtieren, als nur den Teil, den man sowieso vor Augen hat.
    Signature
  • siku
    Wir besitzen schon ein beachtliches Potential an Verdrängungsmechanismen. Biomaschinen sind wir einerseits ohnehin – aber zum Glück ausgestattet mit erstaunlich genialen Umschalt-Mechanismen unseres Gehirns. Und ein Rätsel bleibt sich der Mensch zum großen Teil bis ans Ende aller Tage, denn: die Natur verfolgt ihre eigenen, den Menschen unergründlichen Ziele, entscheidende Einblicke hält sie verborgen.
    Übrigens gewisse Avatarbilder hier sind/ waren schon recht rätselhaft, geben/ gaben zu Spekulationen Anlass. Allerdings sind einige der prägnantesten verschwunden, in andere Portale abgewandert oder vielleicht werden sie einfach auch nur in Archiven gebunkert.

    Die von dir eingestellten Beispiele scheinen zur Unterstützung deiner Theorie der „Vordergründigkeit“ ausgewählt zu sein. ;-) Aber trotz allem bedienen sie unsere Illusions- bzw. Fantasie-Abteilung – das schöne Model oder der nervige blonde Fratzenschneider.

    Deinem letzten Absatz kann ich weitgehend zustimmen. Die Vordergründigkeit der Aussagen dieser! Portraits lassen es im jeweiligen Falle nicht zu, auf irgendeine Art und Weise eine „höhere Ebene“ sichtbar zu machen. Dafür müsste man hier schon mehrere unterschiedlich Signale (Abbildungen) zur Verfügung haben.
    Gruß siku
  • _em_ton_sti_
    Dass die Natur ihre eigenen Ziele verfolgt, kann ich mir nur schwer vorstellen... aber das ist ein anderes Thema.

    Natürlich hab ich diese Bilder ausgesucht :-) Schwer, hier einen quasi repräsentativen "Durchschnitt" oder ähnliches zu päsentieren. Das ist eben ein Teil der Bilder, die uns umgeben.

    Das war ein Versuch von mir, einen Dialog anzustoßen. Mit offenem Ziel ... Aber Sex sells better :-)
  • fluwdom
    für mich ist kunst und philosophie etwas grundlegend verschiedenes.
    ich betrachte bilder selten aus einer philosophischen weise heraus. ebenso halte ich philosophie nicht für etwas künstlerisches.
  • r23

    ich betrachte bilder selten aus einer philosophischen weise heraus.


    ?

    Kunst ist z.B. für Adorno[1] immer mehr als ein bloßes Abbild gesellschaftlicher Verhältnisse, sie wird von ihm definiert als „gesellschaftliche Antithesis der Gesellschaft” [2]. Sie steht für eine Rationalität eigener Art, die sich nicht restlos auf die Rationalität der gesellschaftlichen Praxis zurückführen lässt[3]. In diesem Punkt unterscheidet sich Adorno von der Widerspiegelungsästhetik des orthodoxen Marxismus, wie sie etwa von Georg Lukács vertreten wird.[4]

    Wenn man Adornos Meinung teilt, freut man sich über

    Der aktuelle, weitläufige Struktur- und Medienwandel erreicht auch die akademische Philosophie

    http://groups.google.de/group/de.rec.kunst.misc/msg/38700804884bd590?hl=de

    cu

    r23



    [1] https://de.wikipedia.org/wiki/Theodor_W._Adorno
    [2] Theodor W. Adorno, "Ästhetische Theorie"
    [3] Walter Benjamin, "Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit"
    [4] György Lucácz "Ästhetik, Teil I. Die Eigenart des Ästhetischen",
  • siku
    modwulf schrieb: "für mich ist kunst und philosophie etwas grundlegend verschiedenes.
    ich betrachte bilder selten aus einer philosophischen weise heraus. ebenso halte ich philosophie nicht für etwas künstlerisches."

    Es setzt ja auch niemand Kunst mit Philosophie gleich. Beide Disziplinen haben aber eine gemeinsame Schnittstelle, die Ästhetik.
    An ein Kunstwerk wird der Anspruch gestellt, dass es über die äußere Form auch einen Inhalt vermittelt, und zwar möglichst einen, der sich weder durch Sprache oder Schrift ersetzen lässt. Also etwas Eigenständiges, das nur visuelle Darstellung zum Ausdruck bringen kann. Und hier liegt die Schnittstelle zur Philosophie und Religion. Ein Objekt, ein Bild muss neben seiner äußeren Schönheit auch einem inhaltlichen Anspruch gerecht werden, indem es Fundamentales menschlichen Seins ausdrückt. Die Reflexion des Ich steht dabei besonders heutzutage im Mittelpunkt. Und die bezieht sich auf wesentliche Grundelemente des Menschen: das SEIN (Grundlage für die Philosophie) und die Religionen.
    Das mag sich jetzt alles ein bisschen abgefahren anhören bzw. lesen, wird von uns aber eigentlich automatisch mit reflektiert, eben aus uns vertrauter Kultur heraus.

    Der Gedanke des inhaltlichen Anspruchs an ein Kunstwerk ist ja auch nicht eine Erfindung der heutigen Kunsttheoretiker. Ästhetik (der Begriff ist weniger alt) war bereits in der Antike Grundlage für die Wertigkeit von Kunst. Die Herausbildung der philosophischen, religiösen, ästhetischen, ethischen Auffassungen und Normen unterliegen einer alten Tradition.
    Ideale wie das Wahre, das Gute, das Schöne sind in einem philosophischen System begründet, das uns allen eigentlich geläufig ist, jedoch gelegentlich „unsichtbar“ scheint.
    Gruß siku
  • xer
    >> Es setzt ja auch niemand Kunst mit Philosophie gleich

    Ach nein??? Wie man sich doch irren kann!


    >> Beide Disziplinen haben aber eine gemeinsame Schnittstelle, die Ästhetik

    Beide Disziplinen!
    Gemeinsame Schnittstelle!
    Die Ästhetik!

    Also ich sag jetzt mal was schlaues, weiß nur noch nicht was, aber das wird mir doch sicher noch einfallen, oderrr?

    Ist Kunst eine Disziplin???
    Ist Philosophie ästhetisch???

    Siku, bei allem Respekt, ich glaub du befindest dich augenblicklich in dem berühmt berüchtigten Sommerloch.



    >> ein Bild muss neben seiner äußeren Schönheit auch einem inhaltlichen Anspruch gerecht werden, indem es Fundamentales menschlichen Seins ausdrückt

    Ja genau:

    Und wer das nicht wiederzugeben vermag, ist ganz sicher kein Künstler. Ja, ja! Ist Grützke ja auch nicht!!!

    >> Die Reflexion des Ich
    Die Reflexion des Ich???
    Das sagst du in einer Zeit in der die Leute es gerade noch schaffen sich nicht auf offener Straße zu vergewaltigen und umzubringen???


    >> Der Gedanke des inhaltlichen Anspruchs ...
    Bla bla bla! Nicht mehr wert darauf einzugehen
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